Aufhebungsvertrag?? was soll ich machen

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von ttg210 30.03.11 - 23:10 Uhr

Hatte meine Situation schonmal gepostet aber jetzt mit änderung

Bin seit 1996 bei meiner jetztigen Fa. beschäftigt, habe bei meinem 2.Kind nur 2 Jahre Erziehungsurlaub beantragt, nachdem ich vor kurzem noch bescheid gegeben habe das ich demnächst wieder anfange wurde mir gesagt, dass wegen interner änderung momentan keine freie Stelle für mich verfügbar ist und der Chef gerne einen Aufhebungsvertrag möchte,


Die Fa. ist eigentlich ein großes Unternehmen und hat mir 10.000 Euro angeboten vorauf ich das abgelehnt habe, sie haben mich gefragt was ich mir vorstelle und daraufhin sagte ich das mir 1.000 Euro pro Jahr vorstelle, die Firma sagte sofort zu, ich habe noch nichts unterschrieben??

Mir bleibt von der Summe bei Steuerklasse´5 nicht viel übrigt ausserdem habe ich erfahren das ich eine Sperre beim Arbeitsamt bekomme weil die übliche Kündigungsfrist von 3 Monaten nicht eingehalten wurde,und das mein Arbeitslosengeld dann sowieso nur fix berechnet wird, da ich die letzten 2 Jahre kein Gehalteinkommen hatte, ist das richtig,
Was soll ich machen, die Fa. möchte mich nicht mehr.
Ausserdem habe ich letztes Jahr eine Krankheit dazubekommen worauf ich einen Behindertenausweiss bekomme die Unterlagen sind zwar noch beim Versorgungsamt, der Firma habe ich davon erzählt worauf ich eigentlich vermute das dies der eigentliche Grund für das Aufhebungsvertrag ist.
Mir geht es nicht darum eine hohe Abfindungssumme zubekommen sonder das ich danach wenigsten noch mit dem Arbeitlosengeld leben kann bis ich wieder eine Arbeitsstelle habe.

Bin über jede Antwort dankbar

gruß anja

Beitrag von susannea 30.03.11 - 23:19 Uhr

ALGI wird fiktiv berechnet, das stimmt. UNd zwar nach der üblichen Gehaltshöhe in der Branche.

Beitrag von demy 30.03.11 - 23:24 Uhr

Hallo,
eigentlich ist es ganz einfach.
Entweder lässt du dir den Aufhebungsvertrag "vergolden" das heißt der muss natürlich die Sperre kompensieren.

Ich würde da schonmal ca. 1-2 Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr ansetzen und nicht deine lächerlichen 1000,-€ pro Beschäftigungsjahr.
Seid ihr Frauen eigentlich alle so duckmäuserisch?

Ansonsten, wenn der Chef da nicht mitspielt, dann lässt du dich einfach nicht auf einen Aufhebungsvertrag ein.
So einfach ist das.

Bei einer betriebsbedingten Kündigung muss er eine Sozialauswahl treffen.
Da bist du sicherlich noch nicht an der Reihe mit deinem Familienstand und deiner Betriebszugehörigkeit.

Dein Chef hat für deine Rückkehr eine Stelle freizumachen.
Das wird ein Arbeitsgericht, in einem Kündigungsschutzverfahren, was du anstrebst wenn er dir kündigt, von einem so großen Unternehmen wie du es schilderst auch verlangen.

Gruß
Demy

Beitrag von biene81 31.03.11 - 10:06 Uhr

Manche Menschen verdienen nur 1000 Euro im Monat. Fuer Dich offensichtlich unvorstellbar, fuer mich auch, aber so ist's nun mal. ;-)

Beitrag von windsbraut69 31.03.11 - 07:22 Uhr

Hast Du genau das nicht schon vor paar Tagen hier gefragt und ne Menge Antworten bekommen?

Warum solltest Du Dich auf einen Aufhebungsvertrag einlassen, wenn Du den Job brauchst?

Dein AG kann Dich momentan gar nicht kündigen und mit dem SB-Status m. W. auch nur sehr schwer, also solltest Du die Situation erstmal aussitzen. Er muß Dich nach der Elternzeit erstmal beschäftigen und wenn er dann kündigt, solltest Du zum Anwalt und gegen die Kündigung rechtlich vorgehen.

Gruß,

W

Beitrag von fbl772 31.03.11 - 10:20 Uhr

Hallo Anja,

such dir schnellstmöglich anwaltliche Unterstützung. Die können mit dem Arbeitgeber das Bestmögliche rausholen und haben Erfahrung, was dir zusteht! So wie es jetzt aussieht, lässt du dich über den Tisch ziehen.

VG
B

Beitrag von kruemel87 31.03.11 - 15:49 Uhr

Hallo,

wenn du wirklich glaubst, dir soll wegen deiner Krankheit/Behinderung gekündigt werden und das nicht möchtest, dann unterschreib keinen Aufhebungsvertrag.

Du hast - auch wenn die Feststellung der Behinderung erst beantragt und noch nicht darüber entschieden ist - unter bestimmten Umständen schon den Kündigungsschutz!
(hier nachzulesen: http://www.integrationsaemter.de/Wann-besteht-der-besondere-Kuendigungsschutz/233c1589i1p62/index.html)


Der AG darf dir dann erst mit Zustimmung des Integrationsamtes kündigen - und dort wird geprüft, ob du aufgrund deiner Erkrankung überhaupt gekündigt werden darfst.

Gruß
kr.

Beitrag von shu28 01.04.11 - 00:21 Uhr

Hi,

möchtest Du einen wirklich ernst gemeinten Ratschlag?
Geh zu einem Anwalt und zwar *asap* - as soon as possible- also sofort!

Unterschreibe keinen Aufhebungsvertrag mit diesen aberwitzig geringen Summen .
Was glaubst Du, warum die Firma sofort eingewilligt hat?

Du bist noch in Elternzeit und damit allein schon deshalb während der Elternzeit nicht kündbar! Du geniesst Sonderkündigungsschutz wegen Elternzeit und, je nach Lage der Dinge, höchstwahrscheinlich auch noch wegen Schwerbehinderung, bist also auch aufgrund der Behinderung nicht einfach kündbar!

Du geniesst also doppelten Sonderkündigungsschutz! Mach Dir diese gesetzliche Privilegierung bitte klar!

Sieh zu, dass Du so schnell wie möglich die Bescheinigung über die Behinderung vom Integrationsamt bekommst und bringe diese Deinem Arbeitgeber zur Kenntnis.

Die Kündigung eine behinderten Arbeitnehmers ist äußerst schwierig.

Will heissen, solltest Du tatsächlich einen Aufhebungsvertrag wollen, dann solltest Du Deinen Arbeitgeber nicht billig davon kommen lassen.

Beachte auch: die Fristen, um sich gegen eine Kündigung zu wehren sind extrem kurz bemessen, nämlich 3 Wochen, 3 Wochen, in denen Du zum Anwalt gehen musst, dieser den genauen Sachverhalt analysieren oder recherchieren muss und eine Kündigungsschutzklage bei Gericht eingehen muss. Das ist mehr als knapp.

Bitte lass Dich in Deinem eigenem Interesse so schnell wie irgendwie möglich
juristisch fachkundig beraten, wenn Du hier nicht von Deinem Arbeitgeber gerade im grossen Stil über den Tisch gezogen werden willst.

Es gibt Fachanwälte für Arbeitsrecht, die sich mit sowas gut auskennen.

Liebe Grüße und viel Erfolg,

shu