Das kostet so viel Kraft - meine Zwillinge - ein auf und ab!

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Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Hier könnet ihr euch gegenseitig Rat und Unterstützung geben. Lest gern auch in unserem Magazin nach. 

Beitrag von sansdouleur 31.03.11 - 07:06 Uhr

Ihr Lieben,

ich hatte meine Zwillinge bei 34plus6 entbunden. An sich geht es beiden gut, dafür kann ich sehr dankbar sein, doch ich leide so, weiß nicht wohin mit meinen Gefühlen!

Moritz lag anfangs noch an sonem CPAP und danach an so einem Schlauch, der nur Sauerstoff in die Nase drückt, mittlerweile ist er ohne alles. Er hat noch eine Kanüle am Kopf - der Anblich tut so weh...Er hat öfter am Tag Herzfrequenzabfälle, vergisst wohl mal zu atmen. Essen tut er seit zwei Tagen gut von der Brust, hat jedoch immer noch die Sonde durch die Nase, ab heute muss er dann 50 ml schaffen...ein Wärmebett hat er auch noch...

Hanna ging es von Anfang an besser, sie trank gut, was seit gut 3 Tagen nicht mehr so ist...sie musste deswegen eine Sonde bekommen:( Ein Rückschlag und sie hatte bis gestern wohl einmal am Tag auch einen Herzfrequenzabfall, gestern aufeinmal zwei mal und ziemlich schlimm...sie hat auch noch ein Wärmebett...

Ich hatte erst ein Muttizimmer, allerdings brauche ich nachts meinen Partner an der Seite, dort bin ich wg. der Bettnachbarin wahnsennig geworden..ich fahr morgens hier um kurz nach 9los und bin halb 11 abends wieder daheim...heute Abend wollten wir evtl die Abendrunde ausfallen lassen, allerdings habe ich jetzt schon ein schlechtes gewissen und werde es wohl nicht übers Herz bringen...

Ich frage mich einfach, wie lange dauert das alles noch, bis sie heimkönnen, bis es ihnen richtig gut geht..ich seh kein Licht am ende des tunnels, ichw eiß, anderen geht es viel schlechter, aber es tut so weh, meine Kinder immer wieder verlassen zu müssen...sie so da liegen sehen zu müssen...

Ich sitze hier weinend vom rechner...

wollte das einfach mal loswerden...

Beitrag von svejuma 31.03.11 - 07:49 Uhr

Hi,

ich kann Dich gut verstehen.
Wir mussten damals 4 Monate ins KH fahren....
Ich habe es gehasst meinen Sohn nicht mitnehmen zu können, aber ich wusste ja ohne das KH würde er nicht mehr leben.... also jeden Tag aufs Neue... wie geht es ihm... überlebt er überhaupt....?
Aber der grosse Tag kommt, ehrlich, auch wenn Du es nicht glauben kannst.
Und dann hast Du Deine Mäuse daheim!
Halte durch!

LG
Julia

Beitrag von belala 31.03.11 - 09:11 Uhr

Hallo,

ich besuchte auch mein Kind 4 Monate im KH. Hinzu kam, dass ich bereits ein noch nicht mal knapp 2jähriges Kind hatte.
Natürlich war ich sehr traurig, natürlich war ich dankbar, natürlich war ich zwiegespalten und mit einem schlechten Gewissen gebeutelt. in den 4 Monaten wechselten sich Hochs und Tiefs ab und ich durchlebte mehrere Krisen.

Mein Tip:
Traurig sein und sein Schicksal beklagen, ist erlaubt. Aber dennoch solltest du dich zwingen nicht in eine Traurigkeit und in Selbstmitleid zu verfallen.
Hast du den Eindruck vor lauter Traurigkeit deinen Alltag nicht mehr leben zu können, wäre der Rat einer Hebamme und/oder des FÄ von Bedeutung.
Denn eine Wochenbettdepression kann jede Wöchnerin ereilen.

LG,belala

Beitrag von ronjaleonie 31.03.11 - 09:39 Uhr

Hallo!

Erstmal herzlichen Glückwunsch zu deinen beiden Süßen!

Du hast deine beiden Mäuse ziemlich weit in deinem Bauch tragen dürfen, so weit haben es hier lange nicht alle Mamas geschafft. Deine Kinder sind, bis auf ein paar wenige Dinge ziemlich fit, wenn du öfter hier liest weisst du sicher was Extremfrühchen sind, und was sie und ihre Eltern erdulden müssen.

Lass deinen Kindern die Zeit die sie brauchen, um die 6 Wochen zu früh nachzuholen, Kraft zu tanken um schließlich bei euch zu hause gesund anzukommen.

Klar ist es schlimm die Nadel im Kopf zu sehen, aber sein wir mal ehrlich, das ist nun echt nix schlimmes und kann dich auch in den Monaten zu Hause durch etliche Viren und Infekte ereilen. Kinder werden auch zu Hause mal krank!

Schau ob du übers KH psychologische Unterstützung bekommen kannst, deine Ängste und Sorgen sind ziemlich unbegründet und unreal, ich denke du brauchst da Hilfe um nicht noch weiter abzustürzen, und: Deine KInder brauchen dich und deine Kraft!!!!

Ich hatte nach beiden SS/Geburten eine Wochenbettdepression und weiss leider wovon ich rede. FRiss es nicht in dich rein, sondern such dir von aussenstehenden Hilfe.

LG
Nicole

Beitrag von angie-1980 31.03.11 - 12:56 Uhr

lass dich mal ganz fest #liebdrueck,
ich denke fast alle hier können gut nachvollziehen was du im Moment durch machst. Mir gings ja genauso. Ich bin jeden Morgen um 8 Uhr aus dem Haus, 1 Stunde Zugfahrt ins KKH, und Abends um 22 oder 23 Uhr war ich wieder daheim. Hatte mir oft vorgenommen mal "früher" heim zu fahren, aber wenn ich dann meine Würmchen da so liegen sah, da konnte ich einfach nicht. Manchmal waren natürlich auch die Schwestern schuld. Wir hatten da ein paar Exemplare auf der Neo :-[ da wollte ich meine babys gar nicht bei dene wissen, also konnte ich auch oft aus diesem Grund nicht gehen. Abends war ich natürlich total fertig, es ging ja weiter mit abpumpen, Gedankem machen, kaum schlafen etc...hab oftmals noch vor dem schlafengehen auf der Neo angerufen um zu wissen wie es meinen Babys geht, vorher hatte ich keine Ruhe! Allerdings muß ich auch sagen das die Zeit, natürlich sehr Gefühlsaufraubend und stressig, doch sein gutes hatte. Ich bzw. wir haben sehr viel in der Zeit auf der Neo gelernt. Babypflege, Fütterung, Baden usw. diesen Vorteil hatten wir vermutlich vielen Erst-Eltern voraus. Es gibt immer wieder Rückschläge (meine hatten auch immer wieder Schwankungen in der Atmung und Sättigung, Jannik wollte kaum trinken usw.) aber es ging auch immer wieder mit Riesenschritten vorwärts...und ganz plötzlich, nach 4 Wochen, durften die beiden nach Hause. Wir haben überhaupt nicht so schnell damit gerechnet. Als morgens der Anruf kam konnte ichs kaum glauben #huepf Es geht manchmal schneller als man denkt. Oft muß es bei den Babys "schnackeln" (so hats die Ärztin auf der Neo immer gesagt) und dann sind sie soweit! Halte durch! Lass den beiden und dir Zeit! Wenn du dich unter Druck setzt wirds nur noch schlimmer! Und glaub mir, genieß die Zeit bis sie heim kommen (ist einfacher gesagt als getan, aber ich weiß wovon ich rede) denn dann gehts erst richtig los #schrei#schrei#schrei
LG Angie

Beitrag von naenzisch 31.03.11 - 14:07 Uhr

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Beitrag von hoffnung2011 31.03.11 - 14:45 Uhr

Blauer Stift...ad 1)
Bist du sowas wie ihr Stalker ...so eine Art Internetmobbing ????

Ihr Jammern braucht man an sich genauso wenig wie deine Unterkommentare

Beitrag von hoffnung2011 31.03.11 - 14:57 Uhr

Liebe kleine starke Zwillingsmami,

du bist k.o. von der Schwangerschaft. Du musstest von Anfang an sehr hart dafür kämpfen!!! Keiner hätte sich im Traum vorstellen können, dass du dieses ganze durchmachen musst! Jetzt durftest du Schwangerschat kämpfen. Dann schwierige Geburt und jetzt geht es weiter- Anspannung pur.
Nur an ganz wenigen Frauen würde dies spurlos vorbeigehen. Und wer dich kritisiert, hat anscheind sich selbst vergessen...obwohl dir solche Menschen egal sein können nicht wahr ?

Du frgast dich, wie lange es noch dauern kann. Oh das kann sehr schnell gehen. Es kann genauso bischen dauern. Sie haben keine lebensbedrohlichen Krankheiten, müssen aber in diese Welt ankommen. Du musst dich umstellen. Sei mir nicht böse, vllt wäre es jetzt umso wichtiger ein Gang runterzuschalten und mal eben nicht die ganze 24 Stunden da zu hocken, damit du Kräfte hast, wenn sie nach Hause kommen...jetzt sind noch andere für sie zum Teil zuständig, dann musst du wieder stark sein und dies im Doppelpack.

Die Welt ist nicht so schwarz, wie sie für dich im Moment scheint. Versuch bitte bewußt zu schlafen und zu Kräften zu kommen...ohne Kräfte wird es weder dir noch deinen Babys gut gehen!!!!

Solltest du den Eindruck haben, dass deine Welt ,,zu schwarz´´ ist, rede bitte mit jemandem da! Hole dir Hilfe, nicht ist schlimmer als nicht ein Lichtchen zu sehen..

Du hast es großartig gemacht und wenn du wieder aufstehst, dann siehst du einen wunderschönen Sonnenaufgang. Für DICH, deinen PARTNER und die beiden Kids.

Beitrag von sansdouleur 31.03.11 - 20:22 Uhr

Ihr Lieben,

vielen Dank für eure Beiträge.

Ich habe heute mal eine Versorgungsrunde ausfallen lassen, habe jetzt gegessen, gerade schleudert ne maschine und dann werd ich schlafen, hatte heute so starke Kopfweh, dass ich trotz sehr schlechtem Gewissen es einmal so ausprobieren wollte!

Ich weiß natürlich, dass wir sehr weit kommen durften und es nur "kleinigkeiten" sind, am Anfang lag Moritz noch auf der Früchenintensiv und er war der größte und stärkste dort...ohje, als ich an den anderen Inkubatoren etc. vorbeiging, konnte ich kaum hinschauen und manche Eltern saßen da mit einem Lächeln im gesicht und ich bewunderte sie für ihre Stärke und ihren Willen...

Gestern Abend und heute früh hatte ich ein absolutes Tief, jetzt gerad geht es. Hanna mag zwar gar nichts trinken, Moritz ist anscheinend ein absolutes Brustkind, trinkt absolut super, nur wenn ich nicht da bin, will er nicht und muss sondiert werden, da habe ich heute ganz arg mit meinem schlechtes Gewissen zu kämpfen gehabt.

Ich weiß, wir brauchen nur ein wenig Geduld haben (nach diesem Weg und der SS bissl schwer, aber schaffbar) und dann wird alles gut sein, wie sagt die Ärztin immer wieder..jetzt gerad müssten sie im bauch auch nichts weiter tun, sie sind halt nur ein wenig unreif, aber sonst vollkommen gesund...dafür bin ich dankbar, sehr sehr dankbar!

Ich danke euch trotzdem, dass ich mich "ausweinen" durfte...das tat gut einfach mal niederzuschreiben und nun werd ich versuchen wieder mir zu sagen, was für ein Glück ich habe..ich liebe meine zwei so sehr...und werde nun die restliche Zeit "absitzen"...

An alle, die leider sehr sehr viel früher ihre Kinder zur Welt gebracht haben und monatelang auf der Neo waren, muss ich meinen tiefsten Respekt aussprechen!!

ganz liebe Grüße an euch

Beitrag von julianstantchen 01.04.11 - 10:22 Uhr

Hallo,

wenn du weinen musst, dann weine. Es heilt zwar nicht alles aber es tut gut.

Anfangs erscheint einem alles so schwierig und trotzdem hat man am Ende doch die Kraft für alles. Bei dir ist vielleicht alles noch so frisch und die Vorstellungen ganz anders. Aber bald werden deine Süßen nur mehr aufwärts gehen und du wirst mit der Situation besser umgehen können.

Bis die Kinder wirklich stabil sind und die richtige Richtung eingeschlagen haben, kann es ein wenig dauernd und es kommt mal hier zu einem Prob und da zu einem Abfall. Das kenne ich alles. Und plötzlich ging es nur noch aufwärts.

Nimm die bitte auch mal eine AUszeit. Meine zwei waren 7 Wochen auf der Neo und ich war auch nur an 2 Abenden nicht bei ihnen aber man tankt unheimlich Kraft. Dafür wird es dir am nächsten Tag dann viel besser gehen. Du bist gute 12 Std. im KH, da muss man einfach einen Koller bekommen.

Auch wenn es schwer fällt, macht einen Abend zu zweit. Auch wenn ihr dann keinen Friede-Freude-Eierkuchen reinhaut aber ihr tankt unheimlich Energie. Ich konnte das auch nicht glauben aber es ist so.

Alles Gute für deine Süßen.