Wie geht ihr mit der Angst um?

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von adlina 31.03.11 - 11:40 Uhr

Hallo ihr Lieben,

kurz nochmal zu unserer Geschichte. Ich habe im Juli 2008 nach einer komplett problemlosen SS meine Tochter gesund zur Welt bringen dürfen. Sie war unser "erster Versuch", alles ist gut.

Nachdem wir nach 2 Jahren entschieden haben, dass sie große Schwester werden soll, bin ich wieder im ersten Zyklus schwanger geworden, dass war letztes Jahr im Juli. Da alles beim ersten Kind so einfach war, dachten wir naiv, uns passiert sowas nicht. Und in der 6. SSW Ende Juli 10 dann ein natürlicher Abgang ohne AS.

Wir waren dann guter Dinge, dass es jetzt klappt. Und wieder im ersten "normalen" Zyklus, Oktober 10, schwanger!! Wir haben uns sehr gefreut....

Die "kritische" 6. SSW ging vorüber, alles gut. Herzchen schlug und unser Krümmel wuchs. in der 11. SSW war bei der Untersuchung noch alles ok. Dann in der 13. SSW wurde festgestellt, unser Krümmel ist in der 11. SSW gestorben, kein Herzschlag mehr da....

Nach Einleitung und anschließender AS haben wir uns so einigermaßen berappelt. Allerdings habe ich Angst, es wieder zu versuchen. Ich glaube an das Schicksal, vielleicht soll es nicht sein?!

Außerdem wenn wir es nochmal probieren, und es geht wieder schief, mein Mann würde es kaum dann wieder probieren... Vor dieser Entgültigkeit habe ich Angst.... Dabei stehen ja immer die Chancen, dass alles gut ist bei 50:50.

Wie geht ihr damit um?

Danke,

eure traurige und ratlose Adlina

Beitrag von dydnam 31.03.11 - 12:03 Uhr

Hallo Adlina,

ich habe mich auch nach jeder FG gefragt, ob es das wirklich wert ist. Die ganze Trauer, das innere Aufgefressenwerden, die ständige Gereiztheit (die sich ja auch auf andere überträgt), und natürlich die riesige Angst vor und während jeder Schwangerschaft. Gerade vor Kurzem war ich erst wieder am Grübeln, ob ich mich nicht einfach mit meinen beiden Mäusen zufriedengeben sollte. Sie sind gesund und munter und bereichern mein Leben ungemein.

Die Antwort kommt dann aber fast im selben Augenblick: NEIN! Ich werde nicht aufgeben. Ich möchte nicht in ein paar Jahren, wenn ich aus biologischer Sicht vielleicht keine Kinder mehr bekommen kann, traurig in unsere kleine Familienrunde schauen, und denken: da fehlt einer. Da hätte einfach noch jemand sitzen sollen. Und gerade in diesem Zusammenhang kann ich auch nur den kürzlich hier zitierten Spruch wiedergeben, dass man einfach nicht mit einer FG aufhören sollte. Ich glaube nicht an Karma, aber so ein negatives Erlebnis zum Abschluss kann einen bestimmt das restliche Leben verfolgen.

NEIN! Wir werden es definitiv weiter versuchen, und wenn es das nächste Mal wieder schief gehen sollte, dann eben wieder. Da ist es ausnahmsweise auch mal ein positiver Aspekt, dass mein Mann mit den FGen relativ schnell abgeschlossen hat, und sich beim Kinderwunsch nach mir richtet. #gruebel

Ich hoffe ganz doll, dass ihr euch noch einmal überwinden könnt. Das Ergebnis ist es einfach wert, dafür zu kämpfen.

Wünsche dir alles erdenklich Gute! #klee

Liebe Grüße

Mandy mit
Silas (*06.12.08) und Tamino (*12.06.10) an der Hand und 3 #stern (Okt. 2007, April 2009, Februar 2011) im Herzen

Beitrag von adlina 01.04.11 - 07:48 Uhr

Hallo Mandy,

erstmal Danke für deine lieben Worte.

Auch ich habe immer das Gefühl, hier fehlt noch einer.... So schrecklich das alles war, ich habe nie das Gefühl wirklich ein Kind verloren zu haben. Ich habe für mich den Glauben gefunden, dass jemand zu uns wollte und etwas passte nicht. Und das kleine Wesen wird warten und es dann nochmal versuchen. Ist vielleicht ein Selbsttrost, aber es hilft mir.

Ich habe Angst, dass mein Mann dann nicht mehr den Mut findet. Er ist sehr von seiner rosa Wolke gerissen worden und würde, denke ich, es dann ein viertes Mal nicht mehr probieren. Es ist also eine Angst um uns und unsere Familienplanung.

Die eit wird es bringen. Aus beruflicher Sicht warten wir jetzt eh den Sommer ab, dann schauen wir mal.

Aber nochmals DANKE, deine Worte haben mich zum Nachdenken angeregt. #blume

Liebe Grüße von Adlina

Beitrag von almararore 02.04.11 - 12:35 Uhr

Ich kenne das. Habe gestern Abend erfahren, dass wir unser viertes Sternenkind haben.
Wir haben uns so gefreut über den kleinen Zwerg. So komplett und jetzt sollen wir noch mal oder nicht. Sollen wir uns den Schmerz noch mal antun, obwohl wir drei gesunde Kinder haben. Irgendwo ist da in den letzten sechs Jahren immer der Wunsch da gewesen, obwohl es nie funktionierte (aus vielen Gründen). Wir hatten uns damit abgefunden und jetzt hat es doch eingeschlagen und gestern kein Herzschlag. Komisch welche Wege man manchmal gehen muss.

Mal sehen, was wir weiter machen.

Alles Gute an Euch
Alex

Beitrag von chrissiemaus 31.03.11 - 12:57 Uhr

Hallo,

ich kann Mandy da nur voll und ganz Recht geben.

"Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren!!!"

Alles Gute
Chrissie

Beitrag von turrita 01.04.11 - 08:34 Uhr

Oh, danke für den Spruch (den ich eigentlich schon kannte).
Der tut mir gerade auch gut.
#danke

Beitrag von maxi03 31.03.11 - 13:40 Uhr

Hallo,

meine 1. SS war eine ELSS mit Ausschabung und dann leider noch OP, wo ein EL entfernt werden musste. Wir haben nur wenig getrauert. 3 Mon. später war ich wieder schwanger und diese SS ging "gut".

nach langem hin und her haben wir uns überlegt noch Kind zu haben. Es hat lange gedauert, bis sich die gewünschte SS einstellt. Dann war bald klar es werden zwei. In der FrühSS hatte ich Blutungen und als die 12. Woche rum war, war ich etwas ruhiger. Nach der 20. SSW noch ruhiger, denn die beiden waren foll im Rahmen. Dann kam die schicksalhafte 26. SSW - eine unerkannte Infektion löste die Geburt aus. Sie wurden per KS geboren und haben es trotz Intensivmedizin nicht geschafft.

Der Kiwu nach den beiden war unheimlich groß und als wir wieder Durften haben wir es nochmals versucht. Die NachfolgeSS war mit unheimlich vielen Ängsten besetzt, ABER ich hatte einige liebe Menschen um mich, die mich begleitet haben. Das "Ergebnis" hat inzwischen seinen 1. Geb. gefeiert.

Es ist mit Sicherheit ganz schwierig nach FGen es zu wagen, aber es lohnt sich.

Am besten suchst du dir / ihr euch liebe Menschen, die euch begleiten und mit denen ihr eure Sorgen besprechen könnt.

Alles Liebe
Maxi

Beitrag von adlina 01.04.11 - 07:54 Uhr

Danke für deine Antwort. #blume

Ich habe viele liebe Menschen an meiner/unserer Seite, die uns begleiten. Dazu zählt auch unsere Hebamme, die uns bei unserer Tochter UND bei den FG betreut hat.

Wenn da noch jemand zu uns möchte, findet er den Weg! Die Hoffnung habe ich einfach.

Danke #blume

Beitrag von turrita 01.04.11 - 08:37 Uhr

Wir haben vor einer Woche unser erstes Kind gehen lassen müssen. Deine Frage hat mich daher interessiert.

Ich muss sagen, auch wenn ich immer wieder darüber stolpere, dass hier so viele sind, die schon Kinder haben (das reibt ganz schön!), so muss ich unterm Strich auch sagen, dass das ein starker Hoffnungsschimmer für mich ist. Der Anfang kann doch nicht das Ende sein, oder?

Beitrag von sephi 01.04.11 - 09:24 Uhr

hallo!
ich habe mich auch lange gefragt, ob ich mir das antun möchte immer wieder enttäuscht zu werden, aber der kinderwunsch war bei mir (nach 1 Kind und 4 fg) immer stärker als die trauer und angst.
allerdings glaube ich, dass das jeder nur für sich selbst entscheiden kann, ob er/sie mit dieser angst und enttäuschung leben kann.
ich bin froh, dass ich nicht aufgegeben habe. nach 3 aufeinanderfolgenden fg habe ich doch noch ein kind bekommen. ich habe die ganze ss über viele ängste gehabt dass ich den zwerg verliere, aber das war es mir wert. er hat es doch geschafft.
mein freund war mir auch eine große unterstützung, weil er nie daran gezweifelt hat, dass wir noch ein kind haben werden, auch wenn noch einige fg folgen sollten.
viel glück,
sephi

Beitrag von karotta78 02.04.11 - 10:20 Uhr

Hallo Adlina!
Es ist interessant, dass auch Frauen, die schon ein Kind zur Welt gebracht haben, diese Angst so stark haben. Ich habe vor drei Monaten mein erstes Kind verloren, und ich habe ganz schreckliche Angst, dass ich nie ein Kind haben werde, dass ich vielleicht nicht fähig bin, ein Kind auszutragen... Ich beneide jede Frau, die schon ein Kind oder mehrere hat... Es gibt mir jedes Mal einen Stich, wenn ich in der Stadt oder sonst irgendwo jemanden mit einem Kinderwagen sehe (also sehr oft!). Alle meine Freundinnen haben bereits Kinder, und treffen sich mit ihnen untereinander. Und ich gehöre nicht dazu. Trotzdem kann ich im Moment noch keinen neuen Versuch wagen, schwanger zu werden. Die Angst ist noch zu groß. Aber irgendwann werden wir es wieder versuchen, denn ein Leben ohne Kind ist für mich unvorstellbar.
Du weißt ja schon, dass du ein gesundes Kind zur Welt bringen kannst. Ich habe mir immer vorgestellt, dass das sehr tröstlich sein muss. Aber ein Verlust tut eben immer weh #heul
Alles Gute für dich! #liebdrueck