Gründe für eine Hausgeburt und viele Fragen

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von uta27 31.03.11 - 12:27 Uhr

Hallo Ihr lieben!
Ich erwarte nach nunmehr fast 8 Jahren mein 4.Kind. Auch wenn ich erst in der 15.Schwangerschaftswoche bin, denke ich fast täglich daran, wie die Geburt wohl sein wird.
Ich bin erschrocken über die heutzutage übliche „Geburtsmedizin“. Wo ich auch schaue und lese und auch höre: Einleitung, Wehenmittel, PDA, Kaiserschnitt, vaginale operative Geburtsbeendigung durch Schnitt, Zangen-oder Saugglockengeburten, schwere Geburten.
Geburten ohne Interventionen sind ja kaum zu finden. Und wenn, dann sind es die, die auf dem letzten PO eng in die Klinik kommen oder die außerklinischen Geburten.
Warum hat sich die Geburtshilfe in den letzten Jahren so verändert?
Warum ist das Vertrauen in die „Götter in weiss“ so groß?
Und vor allen Dingen, warum lese oder höre ich im Anschluss immer noch ein Danke an die Ärzte, ein Glück ist meinem Baby nichts passiert?
Oder ein „Hauptsache dem Kind geht’s gut!“
Aber was ist denn mit der Mutter? Sind denn die Mütter nicht traumatisierst?
Die Geburt ist doch ein Moment höchster Würde im Leben einer Frau.
Warum wird diese Würde mit Füßen getreten, wenn man in der Schwangerschaft schon anfängt, die Frau in die Interventionen zu drängen?
Warum wird nach Geburtstermin nicht mehr gewartet, bis die Kinder sich alleine auf den Weg machen?
Ich frage mich immer wieder, warum macht sich Frau nicht schlau?
Was macht ein Wehenmittel mit Frau und Kind? Was kann passieren?


Im Allgemeinen ist das Ärzteverständnis immer noch geprägt von einer tiefen Autoritätsgläubigkeit! der Götter in weiss .
Wir meinen, gehorchen zu müssen und vergessen oft, dass es unser Leben ist, für das WIR Verantwortung tragen. ärzte sind keine Halbgötter, sondern Partner, die uns Ihr Spezialwissen anbieten!!! Das gilt in besonderem Maße, wenn es um Schwangerschaft und Geburt geht! Wir sind doch wenn wir schwanger sind oder unter der Geburt in den meisten Fällen keine Patientinnen, und somit nicht krank! Deshalb sollte auch der Grad der Selbstbestimmung besonders hoch angesetzt werden! Man muss bei jeder ärztlichen Maßnahme das Gespräch suchen und hinterfragen! Jeder noch so kleine Eingriff benötigt dein Einverständnis! Man sollte viele Sätze, die unter der Entbindung fallen, nicht unwidersprochen lassen!

Ihr Kind ist reif für die Geburt! - Herzlichen Glückwunsch, du hast einen Hellseher zum Arzt!
Diese Aussage ist ja wohl kein Grund zum Einleiten! Größe und Gewicht des Kindes sagen wenig aus über seine Reife. Nur Vertrauen in dich selbst und in dein Baby!!! Niemand sonst weiß auf dieser Welt, wann die Zeit für die Geburt gekommen ist!

Wir müssen was unternehmen, der Muttermund geht nicht auf!
Wie oft hört eine Frau dies in der Klinik und verzweifelt? Da glaubt man doch irgendwann, dass man wirklich unfähig ist!
Die passende Antwort- Jut, dann warten wir eben!
So viele großartige Dinge passieren damit ein Kind entstehen und im Bauch heranwachsen kann, warum sollte dann ausgerechnet der MuMu nicht aufgehen? Unser Mund öffnet sich von selbst, wenn wir etwas sagen wollen, der Muttermund öffnet sich, wenn es soweit ist!
Es kommt heute leider unter die Räder, es wird verleugnet, wenn es sich nicht nach Plan verhält! es muss unbedingt korrigiert werden und an das Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden. Für das Geheimnis es ist kein Platz und keine Zeit!

Ich habe bei meinem großen Sohn auch zu hören bekommen- sie haben eine Wehenschwäche !
Von wegen Wehenschwäche! Ich hab einfach nur eine Kraftanstrengung hinter mir und brauch mal ne Pause! Ich wollte Ihn noch nicht hergeben! Ich wollte ganz in Ruhe Tschüssi sagen zu meinem Babybauch, war noch gar nicht richtig bereit, Ihn willkommen zu heißen! Ich wollte nur meine Ruhe! Wenigstens für ein paar Minuten! Aber da war niemand Mensch und hat das verstanden! Und ich mit meinen damals gerade 20 Jahren hab mich unter Tränen nur gefügt! Was dann folgte, war nicht schön. 30 Stunden Wehentropf! Was fallen mir spontan für Worte ein? Vergewaltigung, Misshandlung, Traumatisierung, Verletzung meiner Würde.
Und nein, ich habe nicht gesagt, Hauptsache dem Kind geht’s gut!
Ich wollte es nach der Geburt gar nicht haben und hatte ganz fiese Depressionen.
Nie habe Ich so viel geweint, wie in der Zeit nach der Geburt.
Ich weine heute noch aus Schamgefühl, aus dem Gefühl der Verletztheit, dem Schuldgefühl meines Sohnes gegenüber, dass ich Ihm die Schuld gab
Das wird mir niemals mehr passieren!
Geburt ist wichtig! Gebären soll schön sein! Ich möchte nicht genötigt werden und bevormundet! Es hat sehr lange gedauert, bis ich im Stande war, meine Wünsche und Gedanken auch klar in Worte zu fassen und sie auch hervorzubringen! Ich habe immer und immer wieder Diskussionen mit Ärzten gehabt, bis ich endlich die gefunden habe, die mich als Frau akzeptieren, die mich ernst nehmen und mir zuhören. Ich werde niemals mehr zulassen, dass ich nicht zu Wort komme!
Und mein Gott, das war vor 17 Jahren!
Was hätte man wohl heute mit mir gemacht?

Ich weiß für mich und dieses Kind, was in mir heranwächst, dass die außerklinische Geburt die einzige Möglichkeit ist, Interventionen zu entfliehen.
Ich habe schlicht und ergreifend panische Angst vor der „modernen Geburtsmedizin“!

Genau aus diesem Grund hatte Ich beim 2.Kind eine Hausgeburt. Beim 3.Kind war diese ebenfalls geplant, musste aber abgebrochen werden, da ich nach 36 Stunden immer noch keine Wehen hatte. Ich hatte eine neue Hebamme kennengelernt und wir waren uns nicht so grün.
Sie hat mich gestört mit ihrer Art und Weise. Immer wenn sie da war, sind die Wehen wieder weggegangen. Ich bin dann in die Havelhöhe gefahren, ein anthroposophisches Krankenhaus.
Allein, ohne Hebamme. Da hat man mich ernst genommen und mich machen lassen.
Ich durfte trotzt Blasensprung in die Wanne, man hat mir keine PDA oder Wehenmittel aufgedrängt und ich habe sie in der Hocke bekommen, meine kleine Tochter.
Aber ich möchte nicht wieder ins Krankenhaus!
Meine liebe Vor-und Nachsorgehebamme macht keine Geburten. Also muss ich wieder eine neue Hebamme kennenlernen!
Ich hoffe so sehr, dass die, die Ich in unsrem Geburtshaus um die Ecke kennengelernt habe, mich respektiert und meine Wünsche und Einstellung ernst nimmt.
Ich will meine Ruhe! Ich möchte alleine sein!
Ich möchte nicht angefasst werden, ich möchte nicht untersucht werden, ich möchte keine Kommandos, die mich aus dem Konzept bringen.
Ich will mich nicht erklären!
Sie kann ja im Zimmer nebenan sitzen und nur dann kommen, wenn ich es möchte.
Macht eine Hebamme sowas mit?
Ich spiele schon mit dem Gedanken, dieses Kind alleine zu bekommen.

Geht’s denn hier jemandem genauso?
Was sind Eure Gründe, eure Kinder daheim zu bekommen?
Ob ich das hinbekomme mit der Hebamme?

Oh, das ist jetzt aber lang geworden!
Trotzdem Danke fürs lesen und vielleicht für eine Antwort!
Liebe Grüße, Uta

Beitrag von anarchie 31.03.11 - 12:43 Uhr

Hallo!

meine 4 Kinder sind aus genau den Gründen alle zuhause geboren.

und ja, meine hebamme sass im Nebenraum, trank kaffee und las den neuen IKEA-Katalog - ich wollte nämlich nur in Ruhe gebären, ich brauchte nichts, ausser meiner Ruhe.
Und ich habe das große Glück eine Hebamme zu haben, die mir das ermöglicht, die auch eine 20jährige ihr erstes kind zuhause im Wasser gebären lies, die mich, gerade 22, mein 2 Kind 16 Tage übertragen lies, weil es unsgut ging und ich wusste,m was ich wollte, die mich einen 4kg-Sternengucker mit 37cm KU ohne intervention im Wasser zuhause gebären lies, obwohl die Kollegin schon verlegen wollte - ich aber nicht und ich weiss, was ich kann und will, eine die die geburt meines 4. Kind in meiner Küche vernrachte, während ich im Wohnzimmer im pool mein kind gebar...

Liebeserklärung an meine hebamme#verliebt

wenn du irgendwas wissen willst, schreib gerne, ich muss nur jetzt mien goßen aus der schule holen..

lg

melanie und die 4 (8,7,3,1)

Beitrag von uta27 31.03.11 - 14:22 Uhr

Hallo Melanie!
Du hast meine absolute Hochachtung, alle Kinder daheim geboren zu haben!
Hätte Ich doch damals schon gewusst, dass es Hebammen gibt, die schon in der Schwangerschaft für einen da sind, hätte Ich doch nur hinterfragt und verdammt noch mal, hätte Ich doch gemacht, was ich im Kopf hatte beim Anfang der Geburt: abhauen! Ich hätte mich am liebsten irgendwo eingeschlossen. Habe mich noch selbst gegeisselt wegen der Gedanken und versucht sie wegzuschieben. Aber Ich hatte von Stunde zu Stunde mehr das Gefühl, dass es falsch ist, was da mit mir gemacht wird und was da passiert.

Ich möchte auch so eine Hebamme haben!
Ich glaube, ich muss sie suchen gehen!
Und ich muss ernsthaft üben, auch alles zu sagen, was ich denke und fühle.
Nein sagen lernen ist sehr schwer.

Meine Freundin hat Ihren Sohn binnen von Minuten ganz allein in meiner Badewanne zur Welt gebracht, auch er war ein Sternengucker. Absolut wunderschön, problemlos, schmerzfrei, ruhig und superschnell.

Meine Nachbarin ist sehr klein und zierlich und hat beide Kinder im Geburtshaus geboren, ihr Sohn war fast 5kg schwer und 59cm groß, WOW!
Es geht!

Warum beschleicht mich dann manchmal die Angst?
Ich weiss doch, dass ich es kann!
Wo bekomme Ich mehr Vertrauen in mich selber her?

Vielen Dank für Deine Worte!
Liebe Grüße, Uta

Beitrag von nisivogel2604 31.03.11 - 12:52 Uhr

Du sprichst mir aus der Seele!

Du brauchst keine Gründe anderer Frauen, du hast bereits alles aufgezählt. Ich hab das dritte zu Hause bekommen. Warum? Ich hatte panische Angst vor der modernen Geburtsmedizin. Ich wollte meine Ruhe, ich will nicht diskutieren, nicht untersucht werden, wenn ich das nicht wünsche, ich will mich nicht erklären. Du siehst, meine Worte spiegeln deine nur wieder.

Und ja, es gibt sie die Hebammen, die im Nebenzimmer aufs Kommando warten, Tee trinken, ein Buch lesen und dich in Ruhe lassen. Du musst sie nur suchen und finden. Und dich auf deinem Weg nicht beirren lassen.

Die Ärzte haben so viel macht, so eine große Lobby, die oft schamlos ausgenutzt wird. Da wird bewusst mit der Angst gespielt um den Zeitplan einzuhalten, die internen Klinikrichtlinien einzuhalten oder eben alleine 3-5 Frauen gleichzeitig gerecht zu werden.

Mich hat die Hausgeburt sehr verändert. Ich kann meinen Körper lieben, ich habe eine unglaubliche Kraft bekommen und sie hat mich so selbstsicher werden lassen, wie nichts zuvor.

Ich hatte nach den Klinikgeburten (eine davon kaiserschnitt) ganz ganz böse Gedanken meinen Kindern gegenübern. Ich habe geheult wie ein Schloßhund, ich wollte sie gar nicht haben. Gefangen hab ich mich nur dank meines Mannes. nach der Hausgeburt gab es sowas nicht. Da hab ich mich einfach nur glücklich gefühlt.

Es gibt sogar die Hebammen, die man erst nach der Geburt anruft. Oder auch gar nicht.


http://meinegeburt.blog.de/

LG Denise

Beitrag von uta27 31.03.11 - 14:45 Uhr

Liebe Denise!

Ich finde es richtig Klasse, Das Du den Mut hattest, nach einem Kaiserschnitt eine HG zu wagen.

Schön, dass Ich mit meinen Gedanken nicht alleine bin.
Mich hat meine Hausgeburt von Maximilian auch sehr verändert.
Ich habe plötzlich mein Selbst endeckt, es ist mir bewusst geworden.
Man hat mir in einem der würdevollsten Momente die Chance gegeben, zu sagen, wie ich etwas möchte, ohne nach dem Warum zu fragen, ohne mich zu etwas zu drängen.

Die Ärzteschaft macht mir Angst! Der Ruhm und die Ehre und die immer größer werdende Lobby lässt mir wirklich Angst und Bange werden.
Meinen Mann haben sie schon verpfuscht! Berufsunfähigkeit durch Falschbehandlung.
Was das mit einem Menschen macht und was es für Folgen für die Partnerschaft und die gesamte Familie hat, nicht zu reden vom finanziellen Nachteil...das denkt sich kein Arzt!
Und wir müssen damit leben!

Ich bin meinem Mann sehr dankbar dafür, dass wir doch noch einmal ein Kind bekommen! Wir wollten uns eigendlich an dem erfreuen, was wir haben, nachdem es verg. Jahr 2 mal nicht geklappt hat.
Tief in mir war der Wunsch schon lange da, noch eins zu bekommen. Ich möchte gerne noch einmal dieses heilsame euphorische Gefühl der selbstbestimmten Geburt erleben, ich möchte noch einmal stillen, ich möchte meinen Kindern gerne noch ein Geschwisterchen schenken und ich möchte noch einen Jungbrunnen für meinen Mann und für mich!

Weisst Du, ich habe manchmal ein bisschen Angst, dass Ich untergraben werde, wenn Ich meine Gedanken und Wünsche äußere beim Gespräch mit der Hebamme. Ich war letztes Mal kurz davor, habs mir dann im letzten Augenblick wieder anders überlegt.
Ich glaube, ich muss das ein wenig üben!

Ich finde es sehr schön zu lesen, dass Ich mit meinen rabenschwarzen Gedanken meines Sohnes gegenüber nicht so alleine dastehe.
Ich habe mich gehasst für diese Gedanken, aber was kannst Du schon gegen Gefühle tun? Wenn Du sie verdrängst, kommen sie ganz fies woanders wieder hoch. Vielleicht habe ich deshalb jahrelang Panikattacken gehabt?

Diese Internetseite ist ja super!
Ich werde heute Abend mal ein bisschen mehr lesen!
Das Geburtsvideo, wo eine Frau Ihr Baby im Garten bekommt, schau Ich mir ganz oft mit meiner Tochter an (die sich ganz sicher ist, dass sie mit bei der Geburt dabeisein darf)
Meine Freundin hat Ihren Sohn in meiner Badewanne alleine bekommen.
Sie ist so unbedarft an die ganze Sache herangegangen. Ohne drüber nachzudenken, hat sie einfach geboren. In unsere Mitte hinein! Mein Sohn war 5 min. vorher noch auf dem Klo!
Meine Nichte hat mit ihrem Mann in der Küche gesessen und sie hat einfach innerhalb weniger minuten ihr Kind geboren.
Warum hab ich dann manchmal so Angst?
Ich weiss doch, dass ich es kann.

Liebe Grüße, Uta

Beitrag von krischi-1508 31.03.11 - 14:20 Uhr

Hallo Uta,

ersteinmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft!

Ich hoffe, du kannst auch eine gegenteilige Meinung akzeptieren und fasst sie nicht falsch auf.

Ich kann deine Ängste bezüglich Interventionen in der Klinik nicht ganz teilen. Im Rahmen meiner Ausbildung zur Krankenschwester habe ich unter anderem auch einige Geburten mit begleitet. Diese verliefen fast alle komplikationslos und weitesgehend ohne Interventionen. Auf die Wünsche der Frauen wurde kompromisslos eingegangen und sie konnten selbstbestimmt gebären. Ich kenne natürlich nur diese eine Klinik und kann nicht davon auf andere schließen.

Für mich ist diese Sicherheit der indirekten Anwesenheit von Ärzten, von einem OP Team Gold wert. Das ist eine Errungenschaft unserer modernen Gesellschaft und darf nicht verteufelt werden. Sie hat sicher schon wahnsinnig vielen Frauen und Babys das Leben gerettet.
So natürlich eine Geburt auch sein mag, da geb ich dir Recht, so viele verdeckte Risiken birgt sie auch für Mutter und Kind.
Nabelschnurumschlingungen, Plazentalösungsstörungen, Anpassungsstörungen beim Säugling, hoher Blutverlust bei der Mutter...etc.
Es gibt einfach Situationen, bei denen ein Weg in die Klinik nicht mehr zu schaffen ist.
Ich könnte dieses Risiko für mich vielleicht eingehen, aber nicht für mein Kind. Es hat verdient, sicher und schmerzfrei ins Leben begleitet zu werden, ohne jedes unnötige zusätzliche Risiko. Das es meinem Kind gut geht ist mir viel wichtiger, als meine Bedürfnisse.

Ich habe definitiv auch ein Geburtstrauma. Ich hatte einen Notkaiserschnitt. Mein sohn lag in BEL und ich wollte unbedingt trotzdem spontan entbinden. Es lief auch alles gut an und wie gesagt, mein Heimatkrankenhaus hat sich super verhalten, aber unter den Presswehen hat mein Kleiner ein Knie in den Geburtskanal gestreckt und ist stecken geblieben. Das waren die schlimmsten Momente in meinem Leben. Ich fühle mich, als hätte ich versagt, damit muß ich leben aber der Gedanke, dass meinem Kind geholfen wurde und es ihm gut geht, hilft mir es zu verarbeiten.
Ich weiß zwar, dass es eine Risikogeburt war und deswegen nie zu Hause hätte stattgefunden, aber trotzdem ist diese Lage auch natürlich. Früher hatten die Frauen auch BEL zu Hause spontan entbunden und das wäre auch heute möglich. Mein Sohn wäre aber wahrscheinlich dabei gestorben oder schwer behindert...

Ich will dir auch gar nichts einreden, jeder soll das selbst bestimmen, aber ich mache in solchen Momenten gerne darauf aufmerksam, dass wir dankbar sein müssen, solche Möglichkeiten der Interventionen zu haben. Ich bin also eindeutig kontra Hausgeburten.

Ich wünsch dir noch eine schöne Schwangerschaft,
liebe Grüße Krischi

Übrigens muss ich gleich los, kann dir also eventuell nicht mehr antworten, falls du Fragen hast.

Beitrag von widowwadman 31.03.11 - 14:53 Uhr

Dein Posting zeigt doch mal wieder eine voellig verschobene Risiko-Wahrnehmung. Natuerlich ist eine interventionsfreie und komplikationslose vaginale Geburt der Idealfall. Der tritt aber leider nicht immer ein, und es kann niemand vorraussagen, ob er eintritt oder nicht.

Alles ist mit Risiken verbunden. Und wenn dann ein gesundes Kind per KS geboren wird, bei dem der APGAR ok ist, dann wird geschrien, dass die arme Mutter "vergewaltigt" wurde, waer das Kind bei einer vaginalen Geburt verstorben oder behindert worden, waer's auch wieder die Schuld der Aerzte gewesen, die haetten's ja verhindern muessen.

Hinterher zu sagen "Aetschibaetch, ist doch alles gut gegangen" vergisst dabei, dass man es halt immer erst hinter her sagen kann.

Beitrag von uta27 31.03.11 - 20:14 Uhr

Ich gehe einfach mal von einer komplikationslosen Geburt aus!
Ich habe keinerlei negative Erwartungshaltung, was irgendein Risiko angeht!
Bei einer vor dem Muttermund liegenden Plazenta bin Ich beruhigt, dass es die Möglichkeit des Kaiserschnittes gibt, denn sonst würden wir beide diese Geburt nicht überleben.
Wie viele Kaiserschnitte sind Produkte aus unnötigen Interventionen? Wie viele aus Profitgier der Kliniken? Wie viele ergeben sich aus Angtsmacherei durch die Ärztelobby (Na ein 4Kilo Kind passt da nicht durch!)?
Warum wird so viel eingeleitet? Damit man sagen kann, tja ein Glück gibt es den Kaiserschnitt, dass hätten sie und das Kind sonst nicht überlebt! Es hatte total schlechte Herztöne oder sie haben einen Geburtsstillstand!? Kommt da vielleicht irgendjemand auf die Idee, dass es diese Dreckstabletten waren, die in Deutschland zur Geburtshilfe überhaupt nicht zugelassen sind?

Ich lasse mir auf gar keinen Fall einreden, dass ich in Sicherheit bin, wenn ich in einer Klinik entbinde!
Ganz das Gegenteil ist der Fall! Ich werde mich freiwillig nicht in die Mühlen der ach so tollen 200% sicheren, modernen Geburtsmedizin begeben!
Da komme ich nämlich unter die Räder!
Ich kacke auch am liebsten zuhause, da kann ich mich gut entspannen und habe niemanden dabei, der mich anfeuert oder mir zur Erleichterung eine andere Haltung empfielt oder noch ein Klistier hinten reinschiebt, damits leichter geht.

Und ja, ich habe es als Vergewaltigung empfunden, was mit mir veranstaltet wurde! Es gibt keinen Grund, einer Frau die Beine in Beinhalter zu schnallen, weil sie sich wehrt, auf dem Rücken zu liegen! Und es gibt auch keinen Grund, sich alle 30 minuten eine Hand in die Scheide schieben zu lassen unter Anwesenheit mir völlig fremder Medizinstudenten! Und es gibt auch keinen Grund, eine Kopfschwartenelektrode bei einem Muttermund von 1cm zu legen, nur damit man ans Bett gefesselt ist und nicht weggehen kann.



Beitrag von goldengirl2009 31.03.11 - 15:08 Uhr

Hallo Uta,

zum Anfang einmal mein Geburtsbericht meiner Tochter:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=43&tid=2211391&pid=14088423

Wie Du liest eine Einleitung und so weiter.
Noch heute denke ich an die Entbindung und es kommt immer wieder der Gedanke, wie wäre es gewesen wenn man nicht eingeleitet hätte ?
Wäre es dann langsamer gegangen? Eine ganz andere Erfahrung ?

Für mich persönlich steht fest(sollte sich noch einmal was kleines anmelden),wenn die Schwangerschaft ohne Komplikationen verläuft und ich eine Hebamme finden würde die eine HG betreut würde ich zu Hause entbinden.
Sollte ich keine HG-Hebamme finden würde ich wirklich auf den letzten Drücker in die Klinik.

Du wirst hier so viele verschiedene Meinungen lesen,aber entscheiden musst Du.


Gruß

Beitrag von durcheinander80 31.03.11 - 16:39 Uhr

Hallo Namensvetterin ;-)

dein Beitrag hat mich ebenfalls sehr berührt, ich bin noch nicht schwanger, die Schilderungen von meinen Freundinnen und deren Geburten haben mich allerdings in manchem bestärkt, in manchem tatsächlich fassungslos gemacht.

Es kommt sehr auf die Klinik und die Haltung der Ärzte an.
Oftmals liest man hier, dass kaum fangen die Wehen an, ist einem alles egal.
So ganz kam das bei mir nicht rüber, im Gegenteil, viele werden noch aufmerksamer, was das unmittelbare Umfeld anbelangt.

Umso verstörender wirken dann Ärzte, die reinkommen, einen in der Intimszone untersuchen und sich noch nicht mal namentlich vorstellen.
Das wäre für mich Horror und ich könnte da auch nicht entspannen und gebären.

Auch die Art und Weise der Nachversorgungen lassen mir die Haare zu Berge stehen.
Ich finde nicht, dass die Frauen daran schuld sind, was sie mit sich machen lassen, nach einer Geburt ist man erstmal fertig und kann sich gar nicht klar ausdrücken.
Meist wird dann noch der Partner mitgenommen, um das Baby zu baden und wickeln, also der Mensch, der für einen eintreten könnte, um die Interessen zu wahren.

Bei einer Freundinn hat der Arzt ohne Betäubung das Nähen angefangen und auch noch blöde Kommentare gemacht (sie soll sich nicht so sträuben, sie hat doch eine Geburt hinter sich..).
Die Rechnung hat er ohne deren Mann gemacht, als dieser wieder ins Zimmer kam und seine Frau weinend und bibbernd vor Schmerzen auf der Liege gesehen hatte, hat er dem Arzt tatsächlich eine reingehauen *yeah* und darauf bestanden, dass 1. ein anderer nun weitermacht und 2. seine Frau eine anständige Betäubung bekommt
Dazu wäre sie gar nicht in der Lage gewesen und seitdem ist für sie ihr Mann ein absoluter Held ;-) kann ich verstehen.

Ja, die moderne Medizin hat vielen Frauen und Kindern geholfen, dass darf man nicht vergessen, aber wie immer sind wir in Deutschland 150% und überspannen den Bogen maßlos.
Eine Geburt mit vielen natürlichen Vorgängen, die selbst erfahrene Hebammen nicht immer genau beschreiben können, wird auf eine hochtechnisierte Ebene gebracht, das kann nicht gutgehen.

Und ich finde, auch und gerade im Moment der Geburt darf niemand vergessen, dass er sich der Intimszone eines anderen Menschen nähert.
Dies verlangt Respekt und Achtung!
Beides geht mir in so manchem Geburtsbericht ziemlich ab.

Beitrag von uvd 31.03.11 - 18:22 Uhr

ich hab mein 4. kind zuhause im geburtspool bekommen, in aller ruhe, selbstsbestimmt, mit einer wundervollen hebamme.

heute bedauere ich, daß ich die ersten 3 kinder in der klinik bekommen habe.

das sind WELTEN!!!

nie wieder würde ich freiwillig in ein KH gehen, um ein kind zu gebären, jetzt, wo ich weiß, wie geburt sein kann, sein sollte, sein müsste, wie geburt IST.

was heutzutage in den kliniken abläuft, ist echt erschreckend, von einigen wenigen ausnahmen abgesehen. da hat man beim russisch roulette noch bessere chancen auf ein angenehmes erlebnis.

alles gute für deine geburt und deine entscheidung!

Beitrag von itsmyday 31.03.11 - 20:04 Uhr

Ärzte machen Angebote....sie berichten über ähnliche Fälle, wo so und so gehandelt wurde....sie schlagen vor......ABER entscheiden muss die betroffene Frau selber! #schwitz

Wenn ich mir die ganzen Geburtsberichte lese/anhöre, scheint mir das größte Problem, dass Frauen selbst keine Geduld mehr für das Wunder der Geburt aufbringen. Sie wollen die Kinder früher, schneller....am besten unter guter Planung bekommen. Einleiten ist vielen grade recht, da kann man doch ein wenig mitbestimmen und überträgt nicht so nervig lange.
Und wenn die Einleitung nicht anschlägt, sind es meist die Frauen, die "nicht mehr können" und sich den KS gerne anbieten lassen. #augen

Ärzte sind aus haftungsrechtlichen Gründen zu umfassender Aufklärung gezwungen....da fällt auch mal das Wort "KS". Mehr aber auch nicht. Mir tun die heutigen Ärzte eigentlich nur noch leid....wie auch immer sie sich verhalten, man unterstellt entweder Nachlässigkeit oder Übereifer. #schock

Eine Frau, die weiß, wie sie die Geburt ihres Kindes verleben möchte, wird auch (oder gerade!) im KH Gehör finden, wo eben eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten zur Verfügung steht. Alles andere sind sehr unschöne Unterstellungen von Frauen, die sich vermutlich über ihre eigene lasche, unsichere Haltung ärgern und einen Schuldigen (die Ärzteschaft??) suchen.....#cool

LG Itsy

Beitrag von nele27 01.04.11 - 10:30 Uhr

Ich würde es nicht so radikal ausdrücken wie Du, aber im Grunde genommen gebe ich Dir Recht.

Ich hatte eine schöne und eine nicht so schöne KH-Geburt (die nicht so schöne lag aber nicht an den Ärzten, sondern an den Umständen).
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man, wenn man selbstbewusst und bestimmt auftritt, auch bestimmen kann, was man haben oder nicht haben will. Die halten einen ja nicht mit 2 Mann fest und machen einen KS #schock

So habe ich in einem KH, in dem routinemäßig Venenzugänge gelegt werden, diesen verweigert. Sicherlich hat man erstmal ne Diskussion am Hals im Vorgespräch - aber das war für mich ok und hat die Vorteile, die ich im KH habe, FALLS was passiert, nicht aufgewogen.

Wer im KH nichts von sich gibt oder alles abnickt, was die Ärzte vorschlagen, wird evtl. hinterher frustriert sein. Man sollte schon den Mund aufmachen.
Und das Ärzte immer eher mehr Rumfummeln wollen ist auch klar, sehen sie doch immer, was alles schief laufen kann.

Meine beste Freundin ist Ärztin und nach ihrem Seminar "Geburthilfe" in der Uni konnte sie sich erstmal gar nicht mehr vorstellen, dass auch einfach NICHTS passieren kann...

Ich bin nicht gegen Hausgeburten und kann auch die Gründe dafür verstehen. Im Grunde genommen habe ich ähnliche Wünsche wie die HG-Frauen.
Aber für MICH war es richtig, selbstbestimmt und zumindest beim 2. Mal auch ohne jegliche Intervention (kein CTG, keine Tastuntersuchung, keine Medikamente) im KH zu gebären.
Schade, dass einem von HG-Verfechterinnen gern mal abgesprochen wird, auf diese Weise ein natürliches und tolles Geburtserlebnis gehabt zu haben.

LG, Nele

Beitrag von anarchie 02.04.11 - 09:15 Uhr

Ja, das ist oft so...

Dennoch:
ich bin sehr informiert, sehr straight und weiss genau was ich will/nicht will.
Trotzdem habe ich viel diskutieren müssen(nicht zur geburt, ich habe zuhause geboren), mir wurde unterstellt, ich sei verantwortungslos und würde mein baby riskieren.

Es gehört schon viel dazu sich durchzusetzen, während man starke wehen hat und man gefragt wird : "Sie wollen doch ihr baby nicht riskieren, oder?!"
Und ja, das gibt es leider auch.

Ich kenne Frauen, die sehr schöne KH-geburten hatten.
Und viele, die es grauenvoll fanden.
Nur: du WEISST nicht, was für ein Arzt da rum hüpft, wenn du gerade dein Kind bekommst - und damit steht und fällt viel.

dennoch finde ich auch, dass viele Frauen da viel zu viel mit sich machen lassen - aber es ist eben schwierig sich durchzusetzen manchmal..

Beitrag von itsmyday 02.04.11 - 12:40 Uhr

""aber es ist eben schwierig sich durchzusetzen manchmal.. ""

Das stimmt definitiv! #pro

Aber ich hatte -wie die meisten Frauen- zur Sicherheit meinen Mann als "Anwalt" dabei....#cool

Der hätte sich nicht getraut, mich nicht zu unterstützen. :-p ;-)

Ich hatte ihn ziemlich genau instruiert, was ich will und was nicht und fand diese Diskussion mit ihm vorab auch ganz toll für uns als werdende Eltern, die ja auch in Zukunft die Verantwortung für unser Kind teilen wollen. #verliebt
LG

Beitrag von anarchie 02.04.11 - 13:18 Uhr

ja, mein mann war für den fall der Fälle auch immer instruiert - hat aber in Vielem nicht mein Wissen und ich bin nicht sicher, ob er in meinem Sinne entscheiden hätte,wenn ihm ein Arzt sagt :" nein, JETZT würde ihre Frau das auch anders sehen, JETZT geht es um ihr Kind..."
Und ersteckt nicht in meinem Körper...

Diskutieren mussten wir da quasi nix, wir sind da sehr auch einer Welle und waren beim 4. kind schon "alte haden" bezüglich meiner Ansprüche;-)

Beitrag von supermutti8 31.03.11 - 20:40 Uhr

aus genau diesen Gründen gibts bei mir auch keine Klinikgeburt :-) ..1 Traumageburt vor fast 22Jahren reichte mir :-( sie glich der deinen wie aufs I-Tüpfelchen ...

und ich kann dir ein JA geben, auf deine Frage `Macht eine Hebamme sowas mit`....meine schon ... hier wurde nicht untersucht (es sei denn ich wollte es), sie hat mich weder gedrängt noch zu irgendwas genötigt ....sie hat mich machen lassen ....bei allen Geburten.

Vor 1 woche war ich es, die dann -nachdem die wehen wieder fast weg waren obwohl der Mumu schon 7cm war!!- ins Geburtshaus wollte, um ein CTG zu schreiben -wir fanden die Herztöne von Nico nicht (aber ich merkte das er sich gut bewegte). Und unterwegs -20min später- kam er im Auto zur welt ....mein Mann nahm ihn in Empfang ..die Hebi half nur etwas bei Kopf und den Schultern, weil im Auto ja nun nicht soooo bequem.

Übrigens, meine Hebi hatte vor 4 wochen eine Mama, die ihr Kind völlig alleine bekommen hat,sie hat einfach nur de Schwester im Nachbarzimmer sitzen gehabt (für den Notfall,zum Telefon) und hat ansonsten nur mit der Hebi telefoniert :-) Meine Hebi hätte mich auch alleine machen lassen ;-) ,aber sie ist auch meine Freundin und daher wollte ich sie dabei haben (aber im Hintergrund)

Such dir ne Hebi die zu dir apsst ..das ist dabei das wichtigste ...

Lg Annett

Beitrag von sandra103 31.03.11 - 20:45 Uhr

Hallo!

Du sprichst mir ebenfalls aus der Seele. In solchen Mainstream-Foren kann man aber nicht sinnvoll über dieses Thema reden. Sieht man hier mal wieder an so mancher Antwort.

Klar gibts (wirkliche) Komplikationen, aber die sind extrem selten und nicht wie im KH bei jeder 3.Geburt. Jede dritte Frau denkt heute, sie wäre ja gestorben, wäre sie nicht im KH gewesen und ähnliches. Dass die meisten Komplikationen im KH hausgemacht sind, darüber denkt keiner nach. Anscheinend hat die Natur der Frau innerhalb der letzten 5-6 Jahrzehnte ihre ureigenste Kraft und Funktion verloren.

Viele geben halt nur zu gerne Verantwortung an Ärzte ab. Manchmal hab ich echt so das Gefühl, die meisten Frauen heute machen sich mehr Gedanken um Schnickschnack im KiZi als um die Geburt ihres Kindes. Klar geht es an vielen Stellen nicht über die Standardinformationen hinaus, aber wenn man will und sucht, findet man auch wirklich professionelles Wissen. Und um selbstbestimmt zu gebären, muss man sich halt Wissen zulegen. Aber nicht solch gefährliches,naives Halbwissen, was man in den meisten Foren usw. zu lesen bekommt. Ich bin übrigens auch Krankenschwester.

Ich kann bei dir auch keine Angst vor dem Fortschritt raus lesen. Hat ja auch gar nichts damit zutun! Genau das Gegenteil ist eher der fall. Wenn man sich mal mit wirklich fundierten Studien auseinander setzt, möchte man eigentlich erst recht nur daheim entbinden.

Ich würde es gut finden, wenn sich mal mehr Frauen wirklich kritisch mit diesem Thema auseinander setzen und aufhören sich alles schön zu reden.

Es gibt eigentlich so gut wie nur gute Gründe, daheim zu bleiben, wenn man eine fähige,professionelle Hebamme an seiner Seite hat und anfängt Eigenverantwortung für sich und sein ungeborenes Kind zu übernehmen. In den wenigsten Fällen ist die Behandlung im KH angezeigt. Könnte jetzt einen Roman darüber schreiben. Ich kann dir aber z.B. sehr die Bücher von Ina May Gaskin, "Gebären ohne Aberglaube" von Dr.Alfred Rockenschaub empfehlen.

LG und alles Gute,
Sandra

Beitrag von golm1512 31.03.11 - 22:12 Uhr

Nachdem ich viele Jahre im Krankenhaus gearbeitet habe, war für mich klar, dass meine Kinder nicht dort geboren werden, wenn es sich vermeiden lässt.
Es ließ sich vermeiden: Kind 1 kam im GBH und Kind 2 ungeplant zuhause zur Welt. Beide Geburten war leicht und angenehm und ich habe keinerlei schlimme Erinnerungen. Im Gegenteil.

Wenn ich die Geburtsberichte der anderen höre, bin ich immer ganz erstaunt, was da so alles passiert ist und wie sehr eingegriffen wurde. Ich kann einfach nicht mitreden. Darüber bin ich froh, werde aber auch immer ein wenig als "Alien" gesehen.

Neulich hat eine meiner Freundinnen ihr Kind im KH bekommen. Es "musste" mit der Zange nachgeholfen werden. Das hat sie nicht als so toll empfunden. Sie wäre froh, nicht im GBH gewesen zu sein. Ah ja, aber vielleicht wäre das im GBH gar nicht so weit gekommen? Sie wüsste auch nicht, ob sie sich beim nächsten Mal ins GBH trauen würde.
Ich kann dieser Argumentation nicht folgen: Das Doofe fand im KH statt, aber ich traue dem GBH nicht.

Ich wüsste auch gern, woher dieses 100%ige Vertrauen ins Kh kommt. Ich hatte das noch nie. Ich habe sehr gern im KH gearbeitet und finde, es kann ein guter Ort sein für Leute, die akut so richtig krank sind. Es ist kein guter Ort für chronisch Kranke und Alte. Und schon gar nicht ist es ein guter Ort für Gebärende. Jedenfalls nicht, wenn alles nach Plan läuft. Und miestens tut es das. Leider haben die viele nur die Horrorgeschichten im Kopf und vergessen ganz schnell, was sie Positives gehört haben. Gute Geburten sind die Ausnahmen, wie es scheint.

Ich finde das genauso seltsam wie du und weiß bis heute nicht, warum das so ist. Ich bin so sehr froh, dass ich meine Kinder nach meinen Vorstellungen geboren habe. Manchmal versuche ich zu "missionieren", aber irgendwie glaubt mir selten eine.

Gut, mittlerweile ist das nicht mehr so mein Thema, weil ich keine Kinder mehr bekommen werde. Trotzdem bin ich immer wieder erstaunt wie man sich so sehr entmündigen lassen kann. Das gilt nicht nur für die Geburt....

Beitrag von belala 31.03.11 - 22:45 Uhr

Hallo golm,


"gute Geburten" interessieren keinen. Interessant sind die Geburten bei denen es richtig zur Sache ging.
Häufig gehört und gelesen:
>Oberarzt drückt auf den Bauch während der Arzt mit der Saugglocke das Kind aus dem Bauch zerrt
>am Ende wurde es doch ein Kaiserschnitt
>die Herztöne gingen runter
>mehrmals die Nabelschnur um den Hals
>Blutentnahme aus dem Köpfchen des Kindes unter der Geburt

Dagegen ist eine 3h Geburt total langweilig.

LG,belala

Beitrag von golm1512 01.04.11 - 07:31 Uhr

Jene genannte Freundin meinte, ich wäre die einzige, die ihr von einer normalen und schönen Geburt erzählt hat. Alle anderen -und sie kennt viele- hatten nur schlimme Geschichten am Start. Deshalb hat sie sich auch nicht ins GBH getraut.

Irgendwie ist es ja mit allem so. Mein Sohn hat die Windpocken und alle wollen mir ihre Schauergeschichten erzählen. Nee, will ich nicht hören. wir machen unsere eigenen Erfahrungen.
Aber gerade beim Thema Geburt ist es so schade. Aber gut, du weißt, was ich meine.

Gruß
susanne

Beitrag von sunshine-1981 01.04.11 - 07:27 Uhr

Du sprichst mir aus der Seele! Und das komische ist: Die wenigsten werden verstehen was du sagst...
Als ich damals schwanger wurde habe ich ziemlich intensiv über eine Hausgeburt nachgedacht und war sehr überrascht, welch negatives Feedback ich bekam!!! "Ein Kind MUSS im Krankenhaus geboren werden" ist anscheinend der weit verbreitete Tenor #kratz

Nun gut, ich wusste nicht was auf mich zu kommt (erstes Kind) und hab mir eine Beleghebamme gesucht, die mich schon wärend der SS begleitete. Die Geburt selbst fand im KH statt, allerdings im Hebammenkreissaal, d.h. zur "Austreibungsphase" wurde eine zweite Hebamme dazu gerufen, kein Arzt... Und ich hatte eine tolle Geburt! Selbstbestimmt, ohne PDA oder sonstige Mittel, und erst recht nicht auf dem Gebärstuhl... hätte man mich dort "festgeschnallt", ich weiß nicht wo ich dem Arzt hingetreten hätte sobald ich gekonnt hätte, denn im Liegen hätte ich keine einzige Wehe ertragen #schwitz Vier Stunden später bin ich mit Mann und Baby aus dem KH spaziert und wir sind nach Hause gefahren ;-) Der Witz ist: Ich hab´s vorher angekündigt, dass ich ambulant entbinden möchte... aber als es soweit war und wir von zu Hause anriefen um zu sagen, dass das Kind da ist, wollte uns keiner glauben #rofl

So, und meiner Erkenntnisse:

1. Ohne meine Hebi hätte ich ne PDA bekommen, und die Geburt wäre wahrscheinlich dann anders gelaufen, und erst recht nicht ambulant... Ich war zwischendurch nämlich zwei Stunden in der Wanne (nachdem ich die ganze Nacht schon wach war), und es tat sich für zwei Stunden nichts... ich habe mich wirklich ausgeruht... weil ich nicht mehr konnte... und? Habe später erfahren, dass der Oberarzt im Hintergrund Stress gemacht hat ("Warum geht´s bei der Frau nicht voran? Warum ist der Muttermund immernoch bei nur 4 cm??? Die braucht ne PDA!")... aber meine Hebamme dem wohl gesagt hat ich wolle keine PDA, und ich würde das schon machen... stimmte ja auch, nach zwei weiteren Stunden Gang rauf und runter marschieren machte es "Plop", die Fruchtblase platzte und mein Mumu war komplett auf! Meine Hebi konnte dem Arzt aber nur so contra geben, weil sie freiberuflich arbeitet, also nicht beim KH angestellt ist und der OA nicht ihr Vorgesetzter ist.

2. Nach der Geburt war ich UNHEIMLICH stolz auf mich, dass ich das alleine so super gemeistert habe, war ein tolle Gefühl! Und meine Hebamme sagte zu mir, dass ich das Kind auch ohne Probleme zu Hause hätte bekommen können... mal sehen ;-) Auf jeden Fall soll "meine" Hebamme wieder dabei sein...

Beitrag von amaia 01.04.11 - 11:33 Uhr

Ich melde mich auch mal zu Wort, obwohl ich zu dem Thema eigentlich außer meiner eigenen Meinung nicht viel beitragen kann.

ICH bin kein Freund von Spontangeburten. Ich habe Angst davor. Gut, ich habe eine langjährige Kinderwunschgeschichte und etliche Behandlungen hinter mir, so dass ich wahrscheinlich nicht meinem Körper und dem Wunder der Natur vertraue.

Ich entbinde NUR per KAISERSCHNITT. Da fühle ich mich am sichersten. Nächste Woche bekomme ich meinen zweiten KS und freue mich wie ein Schneekönig. Jeder Mensch ist halt anders.

Würde ich aber spontan entbinden wollen (jedes Mal wurde es mir frei gestellt, die Entscheidung habe ich getroffen, kein Arzt hat mich zu irgendetwas genötigt), dann würde ich NIE in eine Klinik gehen. Entweder Geburtshaus, Hebammenkreißsaal (ok, ist in einer Klinik) oder daheim.

Warum?
Fast keine meiner Freundinnen die unbedingt spontan entbinden wollen, weil ich ja bekloppt bin und mir den Bauch aufschneiden lassen will, hatte eine tolle Klinikgeburt. Da ist alles dabei: Tagelanges Einleiten, Saugglocke, schlecht gelegte PDA mit einer Woche Kopfschmerzen, Risse, Schnitte, sekundär KS, Not-KS mit Intensivstation usw. SOWAS möchte ich nicht erleben. Ich kenne Frauen die im Geburtshaus entbunden haben. Die können solche Horrorstories nicht bestätigen.

Da ich aber zu feige für sowas bin und zuviel Angst habe, eine spontane Klinikgeburt aber in seltenen Fällen ohne Eingreifen oder sonstigem Stress abläuft, lege ich mich lieber gleich unters Messer. Da weiß ich was ich bekomme!

Ansonsten kann ich jede Frau nur unterstützen, die sich diesem Rumexperimentieren (was anderes mache ich ja mit dem KS auch nicht, da wird nicht groß experimentiert) widersetzt und ihr Kind zu Hause oder im Geburtshaus bekommen möchte.

Also, Daumen hoch.
Gruß
Amaia

Beitrag von golm1512 01.04.11 - 12:15 Uhr

Wenn ich von meinen Geburten erzähle, dann geht es mir darum zu sagen, dass es auch "normal" und ohne Komplikatinen geht. Während der ersten Schwangerschaft bin ich in den ersten Wochen noch zu einem Gyn gegangen und irgendwie ging es JEDES Mal darum, was alles schief gehen kann und wie ich noch besser aufpassen kann. Herrje!
Ich hatte schon das Gefühl, dass man als Schwangere ein medizinischer Fall ist oder zumindest dazu gemacht wird.

Trotzdem weiß ich, dass jede Frau für sich entscheiden muss, was sie wie will. Für mich wäre ein KS ein Graus, für dich ist es die sicherste Variante. Deiner Argumentation kann ich folgen, auch wenn sie für mich nicht stimmt.
Für dich ist es aber richtig so.

Ich wettere weder gegen Kaiserschnitte noch gegen Klinikgeburten. Ich finde es nur so schade, dass man sich für alles rechtfertigen muss. Du für deinen KS, ich für meine Hausgeburt.
Ich wünsche mir, dass man jede Frau in ihre Vorstellungen unterstützt und nicht die spontane Klinikgeburt als das einzig Wahre hinstellt. Es gibt viele Wege, ein Kind zu bekommen und jede benötigt einen anderen Ort und ein anderes Umfeld um sich sicher zu fühlen.
Mich ärgert, wenn einem von vorneherein etwas "ausgeredet" und vorgegaukelt wird. Eine Hausgeburt ist nicht 100% sicher, eine Klinikgeburt ist es auch nicht. Ein KS ebenfalls nicht. Trotzdem kommen über 99% der Kinder gesund zur Welt.
Ich wünsche mir, dass Frauen einfach "guter Hoffnung" sein dürfen und sicher ihre Kinder bekommen dürfen. Wo auch immer!

Gruß
Susanne

Beitrag von amaia 01.04.11 - 13:55 Uhr

Genau,

dem kann ich nur zustimmen.

Amaia

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