Schlachtes Sozialverhalten=Sonderschule?

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Beitrag von 1234ich 31.03.11 - 22:16 Uhr

Hallo

Der Sohn meiner Freundin geht in die 1. Klasse kommt Schulisch super mit kann auch schon lesen etc. nur sein Sozialverhalten ist echt bescheiden.
Er haut(auch mit Gegenständen)/tritt /bewirft andere Kinder ,hat schon die Lehrerin angegriffen kann sich überhaupt nicht in die Klassengemeinschaft intregieren .Er Räumt seine Schulsachen alleine weder ein noch aus (macht die Lehrerin für ihn) und in schlechtenphasen nimmt er nichtmal am Untericht teil auch bei arbeitennicht dann sitzt er nur da und macht nichts. Wenn er die Arbeiten dann zuahuse nachmachen muß ist das Geschrei natürlich groß. Meine Freundin meint er müsse wohl auf die Sonderschule nur Schulisch ist bisher ja alles ok da ist er da doch eher fehl am Platz. Gibt es noch andere alternativen? Ich weiß das er so nicht tragbar ist aber einen 6. Jährigen gleich so abzustempeln find ich auch nicht gut.

lg

Winni

Beitrag von 1234ich 31.03.11 - 22:21 Uhr

#hicks#winke

Beitrag von tauchmaus01 31.03.11 - 22:27 Uhr

Sonderschule heißt ja nicht Dummenschule. Sondern eben SONDERschule.
Und der Junge scheint ja auch etwas Besonders zu sein, sonst würde er sich nicht so aufführen.
Kann mir auch kaum vorstellen dass er plötzlich so wurde. Sorry, aber ein Kind was andere schlägt und die Lehrerin angeht, braucht vielleicht doch eine beSONDERE Schulische Betreuung.
Die Lehrerin hat sicher auch besseres zu tun als ihm den Schulpack einzuräumen, da scheint schon zu Hause etwas schief zu laufen, oder?

Mona

Beitrag von 1234ich 31.03.11 - 23:03 Uhr

Er ist ein Pflegekind also nicht ihr eigenes allerdings aus der nähren Familie.
Ltd Jugendamt soll er ja auf eine Förderschule nur die meinen der Junge wäre Geistigbehindert.

lg

Winni

Beitrag von ilva08 31.03.11 - 22:47 Uhr

Hallo,

es gibt Förderschulen mit dem Schwerpunkt "emotionale und soziale Entwicklung". Das hat mit dem IQ nichts zu tun.

http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Schulsystem/Schulformen/Foerderschulen/EmotionaleUndSozialeEntwicklung.html

Ich würde dir dringend raten, aktiv zu werden. Die Probleme deines Kindes scheinen wirklich massiv zu sein.
Schau, wo es bei euch in der Nähe eine Erziehungsberatungsstelle gibt. Dort kann man dir sicher weiterhelfen.

LG #winke

Beitrag von 1234ich 31.03.11 - 23:05 Uhr

Es ist wirklich nicht mein Sohn ich hab nur 2 Töchter und davon ist eine auf einer Förderschule mit schwerpunkt lernen. Sie gehört da ja auch nicht hin nur bei ihr ist sehr viel schiefgelaufen deshal haben wir damals den Schritt getan und sie von der Regellschule genommen.

Beitrag von ilva08 01.04.11 - 11:00 Uhr

Sorry, ich hatte nur nicht richtig gelesen! ;-)

Beitrag von schmunzelmonster123 31.03.11 - 23:12 Uhr

Hallo Du,
ich will hier keine Ferndiagnosen stellen und auch nicht zuviel laut denken, aber der Sohn meiner Freundin hat genau die gleichen Probleme. Bei ihm steht jetzt die Diangnose Aspergers Syndrom, was in das Autistische Sprektrum faellt, er hat keinerllei ahnung was in anderen Menschen vor sich geht, kann bestimmte Situationen nur mit Wutausbruechen, Schlagen und Beissen (und das durchaus auch Lehrer) bewaeltigen - ganz strukturierte Tage geben ihm halt, er muss vorher gesagt bekommen, wenn was anders als normal laeuft. Viele Menschen in einem Raum kann er nicht gut ertragen, er wird auch dann aggressiv - und er kann nicht verstehen, das seine TAten anderen Menschen wehtun. Er ist nicht boese - er kann es wirklich einfach nicht nachvollziehen... Ich will damit nicht sagen, dass dies bei dem Kind Deiner Bekannten auch so ist - aber ich wuerde ihr raten, beim Kinderarzt vorstellig zu werden, evtl. einen Kinderpsychologen einzubeziehen und gucken, ob auf der Ebene vielleicht was liegt. Wie steht er denn zu diesem Verhalten? Was sagt er wenn er zur Rechenschaft gezogen wird? Was sagt die Lehrerin??
Wie gesagt, ich will will kein Kidn in irgendweine Schublade stecken und ich bin auch kein Experte auf dem Gebiet, aber was Du beschreibst erinnert mich 100% an den bekannten, und schaden kann es nicht wenn man es ausschliessen kann.
Liebe GRuesse
Sabine

Beitrag von ungeheuerlich 01.04.11 - 08:17 Uhr

Hallo,

genau so war das bei meinem Sohn damals zum Schuleintritt auch.

Wir sind zum Kinder und Jugendpsychologen gegangen da mein so "unbeschulbar" war.
Die Psychologin empfahl uns ihn stationär in die Kinder und Jugendpsychiatrie zu geben um ihm genau testen zu können und um Fehldiagnosen ausschließen zu können.
Naja was soll ich sagen, zurück kam er dann mit ADHS und dem Asperger Syndrom (Autist). IQ 136.
Mittlerweile geht er auf die Realschule und ist ein 2er Schüler. Probleme gibt es zwar immer noch, aber eben auch eine Erklärung darauf. Er nimmt Medikamente.

Also den Weg zum Psychologen muß sie jetzt dringend gehen. Die Wartezeiten sind eh schon sehr lang, sie soll es dringend aufgrund der Schule machen.

In der Sonder o. Förderschule hat dieses Kind mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit nichts zu suchen.

LG

Kerstin

Beitrag von leahhh 01.04.11 - 11:08 Uhr

Hallo,
also ich kann Deiner Freundin auch nur raten, aktiv zu werden. Ihn gründlich psychisch untersuchen zu lassen. Aus eigener Erfahrung - ich habe mit Absolventen von Förderschulen gearbeitet - muss ich leider sagen, dass oft auch Kinder auf sog. Sonderschulen landen, die da gar nicht hingehören. Es gibt natürlich auch Sonderschulen für Verhaltensauffällige, psychisch kranke Kinder, aber sehr wenige. Bei uns in der Stadt war es wirklich so, dass lernbehinderte Kinder und auch nur verhaltensauffällige Kinder auf die Förderschule gekommen sind. Diese beiden Gruppen müssten natürlich komplett anders gefördert werden. Aber das sieht leider im Alltag ganz anders aus. Wenn er die normale Schule von dem Intellekt her schaffen sollte, dann würde ich wirklich alle Hebel in Bewegung setzen, dass er nicht auf die Förderschule kommt. ABER: In einer normalen Schule kann er mit diesem Verhalten auch nicht bleiben, denn er stört nicht nur sich beim Lernen, sondern auch die anderen Kinder. Und das ist ja auch nicht fair. Er hat massive Probleme, also sollte sich Deine Freundin dringend Hilfe suchen. Z. B. auch in der Kinder- und Jugendpsychatrie. Auch wenn sie nur die Pflegemutter ist, vielleicht kann dem Kind jetzt noch geholfen werden, in ein paar Jahren ist es zu spät und was für eine Karriere auf ein Kind mit so einem Verhalten wartet, kann man sich ja denken. Ich denke, dass hat kein Kind verdient. Ihr seid die Erwachsenen, ihr müsst ihm helfen, aber schnell.
Viele Grüße Leah

Beitrag von manavgat 01.04.11 - 15:45 Uhr

Kein Kind muss auf die Sonderschule! Stichwort Inklusion. Ich würde beim Schulamt eine Sozialassistentin beantragen und außerdem einen Kinderpsychiater aufsuchen, der dann verschiedene Tests macht. Das Verhalten kann verschiedene Ursachen haben, da muss genau hingesehen werden.

Gruß

Manavgat

Beitrag von ilva08 01.04.11 - 16:10 Uhr

Manavgat hat insofern recht, als das letzte Wort zur Entscheidung über den Förderort bei den Eltern liegt.
Dass die Eltern das Recht haben, sich für eine Regelgrundschule zu entscheiden, heißt jedoch nicht, dass diese Entscheidung fürs Kind immer die beste ist.

An den Kindern mit Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung wird sich m. E. zeigen, wie ernst es die Politik mit der Inklusion meint. Diese Kinder sind die Pädagogen die größte Herausforderung, weil sie ganz besonders engmaschig betreut werden müssen. Wenn für eine Gruppe mit 20-30 Kindern vernünftigen Unterricht gewährleistet werden soll, braucht es das entsprechende Personal.

Dieses Problem werden die Eltern des Jungen nicht lösen können. Wichtig ist: Mit der Diagnose ist es nicht getan, die Eltern müssen sich anschließend Hilfen holen und auch umsetzen, was ihnen geraten wird. Idealerweise arbeiten Eltern, Lehrer und Experten (Ärtze, Erziehungsberatung, Familienhelfer, Jugendamt...) engmaschig zusammen.

Es wird sicherlich ein langer und anstrengender Weg, in dem es auch Rückschläge geben wird, doch die gehören dazu. Alles Gute für deine Bekannte!


LG #winke