Das Ende?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von rosenrot1974 01.04.11 - 07:23 Uhr

Hallo und Guten Morgen zusammen!

Kurz zu meiner Vorgeschichte: Ich bin aus einer eher schwierigen on-off-Beziehung heraus schwanger geworden. Mein Freund wollte das Kind damals nicht aber ich habe mich dennoch dafür entschieden. Im Laufe der SS fing er dann doch an sich zu freuen und seit der Geburt ist er einfach nur noch verliebt in unsere Tochter. #verliebt

Das ist jetzt ein Jahr her.

Wir (er?) hatten entschieden, erst einmal nicht zusammen zu ziehen. Seit der Geburt unserer Tochter schliesst er es zumindest nicht mehr völlig aus, hat sich auch schon eine Wohnung mit mir angesehen, ist aber zeitweise nicht ganz sicher, ob er das wirklich will.

Das getrennte wohnen an sich hat auch in meinen Augen Vorteile und so habe ich mir meistens diese vor Augen geführt und war alles in allem zufrieden mit diesem Zustand. Zeitweise war auch ich mir nicht ganz sicher, ob ich das wirklich will und so war alles in allem so weit gut.

Immer öfter stelle ich jedoch fest, dass ich neidisch auf all jene blicke, die ganz selbstverständlich auf eine gemeinsame Zukunft hin arbeiten, zusammen wohnen... bei denen eben alles "normal" läuft.

Und im Zuge dessen fehlt mir die Freude und Wärme MIR gegenüber von meinem Freund. Da ist das zusammen ziehen nur EIN Punkt. Das Gefühl "ich will das alles und ich will das mit Dir". Heute fühlt es sich eher an wie ein "es ist passiert und Heute bin ich glücklich über unser Kind". Ich komme in der Geschichte meinem empfinden nach nicht wirklich vor!

Angesprochen habe ich das schon. Aber selten und nur ganz vorsichtig, weil ich das Gefühl habe dass das ganz schnell nach "ich will dass Du mich mehr liebst" klingt. Ausserdem habe ich keine Lust darauf, dass er irgendwann Dinge sagt oder tut, nur weil er Angst hat, dass es sonst "Stress gibt". Also habe ich es überwiegend tatsächlich still hingenommen, nur zwischendurch leise Zweifel an seinem Verhalten geäussert... Komischerweise reagierte er in diesen Momenten oft mit einer sofortigen Verhaltensänderung (kurzfristig), die mir sehr entgegen kam. Was mein Gefühl noch verstärkte, dass er irgendwann Dinge tut und sagt, weil ich sie erwarte. Nicht weil er sie aus tiefstem Herzen so will...

Fast bin ich schon davon überzeugt, dass unsere Beziehung am Ende angekommen ist. Ich tue mich so schwer damit, mit ihm darüber zu reden, weil ich doch Gefühle nicht einfordern kann. Auch kein gefühlvolles Verhalten, oder?

Aber er muss/sollte doch vielleicht doch wissen, was in mir vorgeht, bevor ich die Koffer packe, oder? Kann/soll ich ihm Gelegenheit geben, etwas zu ändern, oder ist das schon zum scheitern verurteilt...? Wenn er nach einem Jahr immer noch nicht aus vollstem Herzen mit uns zusammen ziehen will... Sagt das nicht alles????

#danke schon mal.

Rosenrot

Beitrag von lichtchen67 01.04.11 - 09:25 Uhr

> Heute fühlt es sich eher an wie ein "es ist passiert und Heute bin ich glücklich über unser Kind".<

Aber genauso war/ist es doch auch wie Du erzählst. On-off Beziehung, schwanger geworden, er wollte nicht, dann freute er sich doch, verliebt in das Baby...... Er tut Dinge, weil Du sie erwartet und nicht aus tiefstem Herzen.... stimmt.

Weil das bei euch eben "so passiert ist" und man sich jetzt damit "arrangiert" und das beste draus macht. Gefühlvolles Verhalten einfordern.. nein ich denke das geht nicht. das hat jemand.. oder nicht.

Du willst eigentlich was anderes.. als das was Du jetzt hast. Deswegen überlegst Du zu gehen....

Wenn er es möchte, dann ja, dann sollte er wissen, was in Dir vorgeht. Welche Gelegenheiten willst Du ihm geben, was zu ändern? Es ist wie es ist, er ist wie er ist... könnte sein, dass er dann laut hurrah schreit, wir ziehen zusammen, ja ich liebe euch, ich will nur euch. Wieder nur, weil Du es erwartest... von wie langer Dauer wird das dann sein?

Das nicht zusammenziehen wollen.... das sagt zumindest aus, dass er was anderes möchte als Du. Schwierig.

Lichtchen

Beitrag von rosenrot1974 01.04.11 - 11:33 Uhr

"Aber genauso war/ist es doch auch wie Du erzählst. On-off Beziehung, schwanger geworden, er wollte nicht, dann freute er sich doch, verliebt in das Baby...... Er tut Dinge, weil Du sie erwartet und nicht aus tiefstem Herzen.... stimmt. "

Nein, nicht ganz.

Ich habe ihm immer offen gelassen, dass er die Beziehung zu mir beenden kann. Und wenn er mich nur ein klitzekleines bisschen kennt, dann weiss er, dass das keine Auswirkungen auf die Papa-Kind-Beziehung gehabt hätte. Das habe ich ihm so oft versichert.

Ich will nämlich alles, nur keinen Mann, der nur aus Pflichtgefühl bei mir ist! Auch das weiss er.

Er hat es nie (weder in der SS noch Heute) geschafft (gewollt?) die Beziehung zu MIR zu beenden. Das war in den 2 1/2 Jahren vor der SS nicht anders...

Bisher waren meine Gefühle für ihn einfach nicht kaputt zu kriegen, also habe auch ich es nicht geschafft... Langsam kippt das Gebilde... Und die Situation wird so belastend für mich, dass die Gefühle in den Hintergrund treten...

Beitrag von lichtchen67 01.04.11 - 11:43 Uhr

ja ich habe jetzt Deine anderen Antworten gelesen und gesehen, dass es wohl "ganz so einfach nicht ist". Dennoch ist an der einfachen Formel, wie ich sie quasi runtergerechnet habe, auch oft ein Körnchen Wahrheit.

Letztendlich kann man in ihn ja nicht hineingucken.. und Du fühlst Dich unwohl, bei Dir kippt das ganze Gebilde wie Du selber schreibst.. du spürst da ist irgendwas nicht so wie es sein sollte....

Eure Beziehung ist und war offensichtlich nicht so einfach... da kann man hier echt nur schwer was raten oder sich da reinfinden. Eine Beziehung hat so viele kleine Facetten... und wenn dann noch der Partner erzählen würde, hätten wir wahrscheinlich wieder eine andere Geschichte. Schwierig.

Es ist aber auch - mal an seiner stelle gesprochen - für ihn vielleicht schwierig? Du bietest ihm an, er kann ja gehen, die Beziehung beenden, er bleibt, er liebt Dich, irgendie, er plant keine zukunft aber kümmert sich um Dich und das Kind, ist für euch da, käme sich wie ein "schwein" vor wenn er ginge? Aber so ganz, Mama papa Kind ist es vielleicht auch nicht? Du fragst ihn zu Eurer Beziehung, er sagt alles ok. aber empfindet er es wirklich so? Vielleicht weiß er es selber nicht so genau... grübelt selber.

und sowas ist nicht immer so leicht in Worte zu fassen... zumal man weiß, dass der andere eine andere Vorstellung hat. Da kannst du ihm tausendmal anbieten, er müsse aus Pflichtgefühl nicht bleiben....

Lichtchen

Beitrag von rosenrot1974 01.04.11 - 12:00 Uhr

Ja, das ist die schwierige Situation in ihrer Gesamtheit. Das hast Du sehr gut erkannt und zusammengefasst...

Ich werde ihm wohl immer dankbar dafür sein, dass er mich/uns in der SS und der ersten Zeit danach nicht alleine gelassen hat. Und gleichzeitig werde ich ihn dafür hassen, dass er mich in genau dieser Zeit so hat in der Luft hängen lassen... Nicht zu wissen wie es weiter gehen wird, war sehr belastend für mich. Immer das Damokles-Schwert über mir, dass er vielleicht doch von Heute auf Morgen weg sein kann... Dass er das Kind nicht lieben wird, sich nicht kümmern wird... Auch in meiner Brust schlagen zwei Herzen.

Manchmal sehe ich vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. Weiss nicht mehr, ob ich zu viel verlange, er zu wenig gibt... Die Wahrheit liegt wohl -wie bei allem- irgendwo in der Mitte.

Nur habe ich mich gerade -mal wieder- verlaufen und weiss den Weg nicht mehr...

Beitrag von lichtchen67 01.04.11 - 12:10 Uhr

Ja ich kann mir vorstellen, dass einen sowas eben auch nicht loslässt... zu wissen wie kacke er sich da verhalten hat, wo man einen Partner bräuchte, der einen unterstützt. Als Frau ist man genauso ungeplant schwanger wie als Mann.....

Lass Dich mal #liebdrueck

Den Weg zu finden ist manchmal schwierig... aber auch Umwege und verlaufen führt zum Ziel..manchmal braucht man einfach länger um etwas zu erkennen.

Und da Du in Deiner Ehe ja anderes erlebt hast weißt Du, wie wichtig reden, reden reden ist..... Und dass Kopp in den Sand stecken auf Dauer nicht hilft.

Lichtchen

Beitrag von rosenrot1974 01.04.11 - 12:25 Uhr

"Als Frau ist man genauso ungeplant schwanger wie als Mann..... "

Danke auch für diese Worte...

Denn in der Regel wird eine Frau über dreissig damit konfrontiert, dass sie es ja wohl darauf angelegt hat. Schliesslich wüssten wir ja alle wie Verhütung ginge #bla. Und immerhin: Es gibt ja immer noch die Möglichkeit der Abtreibung! Wer sich dagegen entscheidet hat es erst Recht darauf angelegt! E basta.

Es wundert mich nicht, dass in unserer Wegwerf-Gesellschaft selbst das Leben zu etwas geworden ist, was frau problemlos "wegwerfen" kann. Ebenso wundert es mich daher nicht, dass sich viele nicht vorstellen können, dass ich das Leben, was unter meinem Herzen wuchs, welches von einem Mann war, den ich über alles liebte, nicht einfach bei lebendigem Leibe aus meinem Körper habe saugen lassen...

Aber das ufert jetzt etwas aus und ich komme vom Thema ab. Ich bin übrigens kein Abtreibungs-Gegner. Verurteile niemanden, der diese Entscheidung treffen musste...

Beitrag von quasiratlos 01.04.11 - 10:25 Uhr

Also, wenn ich dich richtig verstanden habe, dann macht dir eine Beziehung ohne absehbare Zukunft zu schaffen bzw. ergibt keinen Sinn für dich.

Ich denke, du solltest mit ihm ein offenes und klärendes Gespräch führen...Männer verstehen so manche Anspielung nicht und für Entscheidungen, die ihr persönliches Umfeld anbelangt, brauchen sie erheblich länger als Frauen und einen Schubs

Bevor du mit ihm sprichst, überleg dir nochmals genau (und schreib es auch auf) was DU möchtest, dir wünscht, wie du dir eine Beziehung vorstellst damit du im Gespräch auch konkret Dinge sagen kannst (Daten und Fakten ;-) )

Auf jeden Fall solltest du ihm die Gelegenheit geben, sich in Ruhe nochmals das, was du gesagt hast, zu überlegen, nicht nur "Pistole auf die Brust" und von ihm Ehrlichkeit, dir UND ihm gegenüber einfordern, denn was bringt es dir, wenn du immer das Gefühl haben musst, er macht es, weil du es so erwartest und nicht, weil er das ebenfalls will.

Ich drück dir die Daumen, auch wenn es das Ende bedeutet, aber einen Weg zu gehen und keine Ahnung vom Ziel zu haben stelle ich mir als äußerst erdrückend vor.

#liebdrueck und alles Gute #klee

Beitrag von rosenrot1974 01.04.11 - 11:22 Uhr

Dass wir unterschiedliche Vorstellungen von einer Beziehung haben ist uns schon lange klar und war einer der Gründe (wenn nicht sogar der Hauptgrund) für die on-off-Zeit.

Er kann sich die konservative Schiene mit heiraten, Haus bauen und Kinder kriegen nicht vorstellen. Ein Kind gehörte zwar immer in seine Lebensplanung, aber nicht auf diesem konservativen Wege...

Er geniesst diese unkonventionelle Art zu leben (ohne dass er das für sich ausnutzt) und möchte alles, nur nicht spiessig werden!

An sich will ich auch gar nicht so sehr auf dem zusammen ziehen herumreiten. Tatsächlich hat das seine positiven Seiten, die auch ich geniesse... Es ist nur ein Symptom. Ein Ausdruck dafür, dass er nach wie vor keine gemeinsame Zukunft plant... Er schliesst es nicht aus... Nicht mehr und nicht weniger.

Aber Du hast Recht: Ich muss mir selbst erst mal klar darüber werden, was ICH will! Mir dünkt... Es ist mehr als er geben kann/will.

Aber DAS muss er mir dann doch in einem Gespräch bestätigen....

Nur weiss ich gar nicht so Recht wie ich das formulieren soll. Denn das zusammen ziehen alleine IST es ja nicht. Es sind die vielen kleinen Dinge, die ein grosses Bild ergeben, dass ich wohl so nicht gemalt hätte.

Beitrag von sniksnak 01.04.11 - 10:31 Uhr

Hallo Rosenrot,

ich stelle mir deine Situation sehr anstrengend vor!
Und ich denke auch, wie oben bereits erwähnt, dass da ein klärendes Gespräch her muss. Rücksichtnahme wird dir auf Dauer nicht helfen. Genau so wenig wie "ich will nicht, dass er denkt, dass.....".
Werde dir klar, was du brauchst (und natürlich auch, was euer Kind braucht!) und ob du das so kannst. Und wenn nicht, ändere deine Situation...

Für ihn ist das ja echt alles super bequem, wa? Mein Ding wäre das nicht. Im Prinzip hat er doch so nur das Positive der Beziehung und der Elternschaft!
So kann er dem Nachtsaufstehen aus dem Weg gehen, oder kommt halt nicht vorbei, wenn er keine Lust auf Frau und Kind hat. Er hat sich so das Sahnestückchen rausgesucht, versuch dir das mal vor Augen zu führen. Die Unannehmlichkeiten, die ein Kind/ein Baby mit sich bringt, hat er nur begrenzt und das Meiste bleibt wohl an dir hängen - ich glaube, DAS würde mich am meisten stören. Oder interpretiere ich das gerade über und eigentlich läuft es entspannter und gerechter? Schwer vorstellbar gerade...

LG
sniksnak

Beitrag von lichtchen67 01.04.11 - 10:38 Uhr

So habe ich das auch verstanden sniksnak..... eben als Kompromiss und wir machen nun das beste aus der SItuation die ist wie sie ist. Er wollte das Kind nicht, er träumte nicht von Frau und Kind und heiler Familie.... ich finde das sollte man nicht vergessen.

lichtchen

Beitrag von rosenrot1974 01.04.11 - 11:11 Uhr

Jein. Sicher hat er eher mal die Möglichkeit sich auszuklinken, aber das tut er eher selten... Und er entzieht sich weder der Verantwortung, noch der "Arbeit", die ein Kind bedeutet. Sicher bleibt mehr an mir hängen, aber nicht mehr als bei allen anderen Frauen in meinem Umkreis auch (die mit ihren Partnern zusammen leben). Er nimmt sich nicht mehr Freiräume, als er mir gleichzeitig auch einräumt. Es war uns ist nie ein Problem, wenn ich abends verabredet bin. Er macht wie selbstverständlich dann Papa-abende.

Ich habe auch nicht das Gefühl, dass er getrennt wohnen bleiben will, weil er nur die angenehmen Seiten haben will, sondern weil er tatsächlich nur so halb oder eben weniger eine Zukunft mit mir plant...

Wenn ich ihn frage... Oder etwas sage... Dann behauptet er schon weiterhin mich zu lieben. Aber auch schon vor unserem Kind hat er oftmals gesagt, dass zu einer Beziehung mehr gehört als "nur" Liebe. Was ihm nun tatsächlich fehlt dafür, weiss ich nicht so wirklich. Er vielleicht auch nicht...

Wir haben in der SS eine Paartherapie gemacht, in der ich mir sehr gewünscht hatte genau DAS herauszufinden: Was trennt uns immer wieder und ist es überwindbar... Die Therapie hat uns in einigen Punkten geholfen, aber nicht in diesem #schmoll.

Ich weiss echt nicht so recht weiter... Es verbindet uns seit jeher mehr als unser Kind, aber trotz Kind offensichtlich nicht genug für eine Zukunft #heul. Ich muss schaun was ich aus dieser Erkenntnis mache...

Danke dennoch für die Antworten!

Rosenrot

Beitrag von nele27 01.04.11 - 11:26 Uhr

Hallo!

Für mich klingt Deine Beziehung nach einer deutlichen Schieflage. Er will dies, er lehnt jenes ab, ER ER ER.

Und da Du ihn liebst. bist Du - so liest sich Dein Thread - immer auf der Hut, diesen Supertypen bloß nicht zu vergraulen. Mal übertrieben gesagt.

Du schreibst ja regelmäßig hier im Forum und immer klingst Du, als ob Du Dich damit abgefunden hast, weil Du mehr halt nicht von ihm bekommst. Aber richtig gelöst, überzeugt, zufrieden - so klingst Du nicht.

Daher kann ich diesen Beitrag heute mehr als verstehen.

Nein, Du kannst Gefühle nicht einfordern und Du kannst von ihm auch nichts erzwingen. Das hast Du von Anfang an erkannt und Dich quasi nach der Decke gestreckt. Du hast nichts für Dich und Deine Tochter selbst entschieden und geändert, weil Du weißt, dass es wohl das Aus ist.

Aber genau das rate ich Dir, nun zu tun. Entscheide DU mal über DEIN Leben. Wie möchtest Du leben? In einer On-Off-Beziehung? Die große Freiheit (va. für ihn) trotz Kind? Die Warteschleife, falls er zum 100%-Familienpapi mutiert? Tja, und wenn nicht?

Daher, entscheide DU mal was. Überlege Dir, wie Du mit Deiner Tochter leben willst und welche Art von Beziehung DIR gut tut.
Und wenn Du zu der Antwort kommst, dass Dir eine ganz spießige Kleinfamilie gut tut, die eben zusammenlebt, wo nicht einer immer großen Freiraum braucht und der andere sich nicht nach der Decke strecken muss ....
tja, dann ist das Ende wirklich nah.

Ich denke, Du wirst am Ende gewinnen, wenn Du es beendest. Ein tolle Papa in einer anderen Wohnung kann er ja für Eure Tochter bleiben. Aber er wird Dir niemals das geben, wonach Du Dich sehnst, denke ich.

Ich vermute, Du wirst erst ganz doll leiden, weil Du Dich ja nicht aus tiefstem Herzen trennen willst. Aber am Ende wird alles gut ausgehen - entweder, weil er auf einmal doch ALLES mit Dir teilen will (unwahrscheinlich) oder aber, weil DU selbstbestimmt lebst und evtl. irgendwann mal in einer spießigen Patchwork-Kleinfamilie ;-)

Alles Gute!

LG, Nele
die nur sehr selten rät, sich zu trennen

Beitrag von rosenrot1974 01.04.11 - 11:45 Uhr

Hmmm... jaaaa... da ist was dran. Und sollte sich mittelfristig nichts ändern, wird es wohl -ob ich will oder nicht- daraus hinaus laufen. Denn meine Kräfte und Gefühle schwinden langsam ob dieser für mich belastenden Situation.

Ich habe meine Unzufriedenheit ihm gegenüber bisher ja immer nur sehr vorsichtig formuliert. Aber nicht, weil ich Angst habe, dass er dann geht. Ich durfte beobachten, dass eher das Gegenteil passierte: Er machte einen auf "lieb Kind". Aber genau DAS will ich nicht. Nicht so. Nicht, wenn es ihm kein Bedürfnis ist.

Ich weiss nicht, ob er sich vorstellen kann, wie es tatsächlich in mir aussieht. Weil ich es einfach nicht besser zu formulieren wusste habe ich in der einen oder anderen Situation angedeutet, dass ich unter diesen Umständen früher oder später gehen werde. Ich weiss nicht, wie ernst er das genommen hat, denn in der Vergangenheit habe ich ihm viel schlimmeres problemlos verziehen... Ob er sich da überhaupt vorstellen kann, dass ich unter diesen "tollen" Umständen, wo er sich nichts grossartig zu schulden kommen lässt und mit dem Kind einfach meine Koffer packen werde...

Aber ich musste es so sagen, denn langsam komme ich mir so unfair vor wie mein Ex-Mann, der vieles jahrelang wortlos hingenommen hat um mir dann -als es zu spät war- vor die Füsse zu werfen, wie schlimm doch alles mit mir war... Mein einzigen Gedanken waren: Hättest Du mal was gesagt... Ich wäre ganz sicher bereit gewesen etwas zu ändern, als es noch nicht zu spät war!

Fast hilflos werfe ich ihm also -selten- diesen Satz vor die Füsse. Ein Mal mit dem Hinweis darauf, dass ich nicht so unfair sein will wie mein Ex-Mann. Dass er wissen sollte was ist, noch bevor alles zu spät ist. Ich glaube dieses eine Mal hat er es -kurz?- ernst genommen...

Beitrag von nele27 01.04.11 - 12:20 Uhr

Naja, aber bei Euch sind die Fronten doch in sofern geklärt, als dass Ihr beide wisst, dass der andere andere Vorstellungen hat #kratz So unausgesprochen ist das doch alles nicht...

Mir fällt noch was ein: Deine Beiträge hier klangen zwar nicht total unzufrieden, aber immer irgendwie angestrengt. Du wirkst immer sehr verliebt in ihn, aber eben auch ruhelos in der Beziehung.
Du bist keine Anfang 20 mehr - was für Dich vor einigen Jahren akzeptabel war, muss nun nicht mehr ok sein. Und das ist dann kein "Warum hast Du nie was gesagt", sondern eher ein "Kacke, sie hat sich geändert" :-)

Ich war auch im jüngeren Alter keine, die mit dem Lover zu Hause vor der Glotze hing.
Auch immer eher extroviertiert, ungebunden, spontan. Party, Kultur, Spaß, immer her damit. Aber: Alles hat seine Zeit. Im Moment mag ich unsere spießige Familienphase (und gestalte sie hoffentlich dennoch nicht langweilig). Durchdrehen können wir später wieder (oder, wenn der Babysitter da ist ;-))

LG

Beitrag von rosenrot1974 01.04.11 - 15:58 Uhr

Ja, die Fronten sind geklärt... Das stimmt. Und dennoch bin ich mir nicht sicher, ob er meinen inneren Kampf mit dieser Klärung kennt. Rein äusserlich wirke ich sicher, als wenn ich inzwischen "ganz gut damit leben kann und will".

Angestrengt und verliebt sind auch die richtigen Worte. Das trifft es. Wenn auch nicht mehr so wahnhaft verliebt wie vor einiger Zeit noch. Gott sei Dank.

Aber dieses Verhalten war auch vor einigen Jahren nicht akzeptabel für mich. Allerdings war alles besser als die Trennung... Heute sieht das tatsächlich alles nicht mehr ganz so dramatisch aus!

Momentan empfinde ich persönlich es so, dass ich ihm wohl nicht genug klar gemacht habe, wie es in mir aussieht. Nach allem was ich in der Vergangenheit so hingenommen habe kann ich mir kaum vorstellen, dass er meine Koffer-pack-Phantasien bei diesen "Lapalien" ernst nimmt. (Mein Ex-Mann sagte hinterher auch, dass er mir im Streit öfter gesagt hat, dass er irgendwann weg ist. Ich kann mich zwar nicht daran erinnern, aber ich habe es im Streit bestimmt auch nie ernst genommen. Damals konnte ich einfach nicht verstehen wie er diese -aus seiner Sicht- Misstände jahrelang wortlos so hinnehmen konnte. Heute verhalte ich mich fast genauso...)

Ich muss wohl früher oder später das Gespräch suchen. Ich muss wohl auch ganz klar formulieren was ICH will. Auch wenn meine grosse Angst dabei ist, dass er Dinge tut, weil ich es mir wünsche und nicht weil sie ihm ein Bedürfnis ist...

Aber dafür muss ich erst mal ganz tief in mich gehen und ganz klar abgrenzen was ICH will...

Beitrag von seelenspiegel 01.04.11 - 11:37 Uhr

Mhh...nicht jeder trägt sein Herz auf der Zunge oder ist ein Kletten/Kuscheltyp der auf heititei und watteweich steht, oder der dauernd die Nähe sucht.

Das mit dem zusammenziehen ist ebenfalls nicht unbedingt ein Indikator dafür, dass er Dich und Junior/ette nicht liebt.

Ich würde mit der "geballten Weisheit" der ganzen Sch....önen Dinge die ich schon erlebt habe auch nicht unbedingt 24/7 am Tag jemanden auf der Pelle haben wollen. Das gäbe nach spätestens 4 Wochen Mord und Totschlag !

<<<Wenn er nach einem Jahr immer noch nicht aus vollstem Herzen mit uns zusammen ziehen will... Sagt das nicht alles???? >>>

Wenn Du nach einer doch scheinbar recht tollen Zeit nur wegen diesem einen Punkt eine Trennung anstrebst, sagt das in meinen Augen noch viel mehr.

Mfg

Beitrag von binnurich 01.04.11 - 11:48 Uhr

wo bleibtst du bei dieser Geschichte?
deine Bedürfnisse?
deine Ziele?
dein Lebensplan?

Beitrag von rosenrot1974 01.04.11 - 11:50 Uhr

DANKE.

Genau DARUM geht es.

Beitrag von quasiratlos 01.04.11 - 11:57 Uhr

Hallo nochmal,

nachdem ich deine Antworten gelesen habe, verstehe ich nicht, was dir schwerfällt in Worte zu packen, du nennst es doch deutlich und klar..."das Bild einer Beziehung, das ich so nicht gemalt hätte" Klasse!!!

Manche Dinge ändern sich, zum Beispiel Agreements wie eure Beziehung, die mir von seiner Seite aus immer noch mit einem Bein draußen vorkommt bzw. nie so ganz.

Tu dir wirklich den Gefallen und überleg DIR, was DU möchtest.

Und zum Thema "was einen trennt":
ich stelle mir jede Person als geometrische Figur dar...der Mensch, der drum rum läuft und sagt "Jawoll, gefällt mir" bei dem fühlt man sich voll und ganz angenommen und geliebt.
wenn ich das Bild weiterspinne dann sagt er diese Seite gefällt mir, und diese Seite gefällt mir, das und das will ich aber nicht haben.
Und das ist es, was euch trennt.

Im Ähnlichen habe ich das (mit einem anderen Thema) mit meinem Partner, wo ich mir nicht sicher bin, ob er mich vollständig und ganz, genau mit allen Kanten und Facetten, tatsächlich annehmen kann oder ob es Seiten gibt, die ihm wohl Angst bereiten...


Also, geb dir einen Ruck, denn glücklich scheinst du schon lange nicht mehr zu sein.

Beitrag von joulins 01.04.11 - 12:15 Uhr

Hallo Rosenrot,

was du beschreibst, klingt nach einem Eiertanz um das schwierige Thema "ich will dich mehr als du mich" herum. Besonders, da du ja möchtest, dass er VON SICH AUS mehr Bekenntnis zeigt, sei es in Form von geäußerten Zukunftsplänen oder konkreten Handlungen zum Thema gemeinsame Wohnung.

Mit einem einjährigen Kind scheint dir momentan (und sicher noch die nächsten 2-3 Jahre) ein ständig vorhandener zweiter Erziehungsberechtigter eine schöne, praktische Lösung, die noch dazu ein wenig heile Welt verspricht.

Aber du wirst dich sicher auf das Allein-Leben mit Kind gut einstellen können, und irgendwann auch die Freiheiten geniessen, die du hast, wenn dir nicht dauernd der Mann auf der Bude hockt. #schein Und zwar, was deine Freizeitplanung angeht, als auch deine emotionale Freiheit.

Was du beschreibst, klingt für mich nach einer Beziehung, deren Ungleichgewicht mit viel Kraft in einer annähernden Balance gehalten werden muss - sowas wird durch Zusammenziehen nicht besser. Dann wird er sich seine Rückzugsräume innerhalb eurer Beziehung, und IN DEINER WOHNUNG suchen, und das ist noch viel verletzender.

Im Prinzip sagt dir dein Bauchgefühl ja schon, dass es keine gute Idee wäre ... sonst würdest du nicht so viele Gedanken hin und her schieben. Vielleicht kommt er ja eines Tages unerwartet bei euch vorbei und sagt aus dem Bauch heraus: ich will mit euch leben, und zwar besser heute als morgen. Dann weißt du, dass er es wirklich will.

Solange du das Gefühl hast, dass du ihm seine Bekenntnisse irgendwie abgequängelt hast, lass es besser bleiben. Er verschwindet ja nicht einfach aus deinem Leben. Ihr werdet so oder so in Verbindung bleiben durch das gemeinsame Kind. Und vielleicht genügt dir das ja auch irgendwann? Vielleicht braucht ihr beide noch Zeit, um das Bedürfnis nach eigenem Leben, eigenem Raum und Rückzug beim anderen zu erkennen und zu akzeptieren?

Ich bin fast 40 und erlebe im Prinzip zu ersten Mal eine Beziehung, in der das Thema "Wieviel 'wir' wollen wir?" und "Wieviel 'ich bin ich und du bist du' muss bleiben?" sehr offen, fair und auf Augenhöhe besprochen werden kann, ohne dass es auf einer Seite Verlustängste schüren würde. Das ist SEHR befreiend für zwei Menschen, die gern ein gemeinsames Leben haben möchten, aber auch gewisse eigene Bewegungsräume brauchen ... und vielleicht habe ich auch die Jahre gebraucht, um da eine gewisse Reife zu erlangen, meine Vorstellungen formulieren zu können und auch andere Vorstellungen annehmen zu können, ohne mich entweder erdrückt oder ungewollt zu fühlen.

:-)

Ich denke, du weißt, dass in den Beziehungen um dich herum, in denen es scheinbar "normal" läuft, auch nicht alles Gold ist, was glänzt. Vielleicht solltest du dir einmal die Vorteile eurer Konstellation vor Augen halten. Auch perspektivisch. Triff deine eigenen Entscheidungen, und versuche, dich emotional unabhängig zu machen.

Trotzdem wäre ich auch dafür, dass du vor dem innerlichen Kofferpacken mit ihm redest. Liebe braucht Mut, und vielleicht muss er ja einmal schonungslos ALLES hören, was du denkst, fühlst und willst - vielleicht ist ihm gar nicht so klar, was du wirklich willst, weil du es seit Monaten (Jahren?) immer so vorsichtig verpackst, dass er sich dadurch auf gar keinen Fall gedrängt gefühlt ... vielleicht braucht er mal Klartext.

Ich wünsch euch jedenfalls alles Gute.
Joulins

Ups, lang gworden. Joulins muss heute nicht arbeiten. ;-)

Beitrag von lichtchen67 01.04.11 - 12:22 Uhr

toll geschrieben! Super Gedanken zu dem Thema.

> Ich bin fast 40 und erlebe im Prinzip zu ersten Mal eine Beziehung, in der das Thema "Wieviel 'wir' wollen wir?" und "Wieviel 'ich bin ich und du bist du' muss bleiben?" sehr offen, fair und auf Augenhöhe besprochen werden kann, ohne dass es auf einer Seite Verlustängste schüren würde. Das ist SEHR befreiend für zwei Menschen, die gern ein gemeinsames Leben haben möchten, aber auch gewisse eigene Bewegungsräume brauchen .<

Genauso geht es mir auch gerade, mit 44. Und der bewussten Entscheidung zu einer Partnerschaft und zwei Wohnungen. auch nach fast 3 Jahren zusammensein. Hier braucht jeder seins und hat keine Angst, den anderen dadurch zu verlieren. im Gegenteil.. ich möchte mich nicht mehr so abhängig machen wie ich es in meiner Ehe war. So, das nur als Nebenstrang zu rosenrot, sorry #hicks

Lichtchen

Beitrag von joulins 01.04.11 - 12:46 Uhr

Ja, Lichtchen, manchmal sind die Nebenstränge auch sehr interessant. :-)

Vielleicht muss man erkennen, dass eine Beziehung auch kontinuierliches (und am besten zugewandtes und gemeinsames) Reflektieren über den Ist-Zustand bedeutet. Das war für mich, als "Wenig-Kommunikatorin" in Beziehungsdingen, auch ein Lernprozess. Mittlerweile bin ich froh, dass sie mich immer wieder ermuntert hat, die unausgesprochenen Dinge nicht einfach so unausgesprochen zu lassen - das hat uns die Grundlage für das vertrauensvolle und faire Miteinander gebracht.

Euer Konzept hört sich gut an. Zumal deine Kids ja auch schon groß sind. ;-)

Beitrag von armyofme 01.04.11 - 13:44 Uhr

Aber wenn joulins was kann, dann schreiben. Nein, du kannst noch viel mehr. Schön geschrieben!
#liebdrueck

Beitrag von joulins 01.04.11 - 14:11 Uhr

Danke. #liebdrueck

Ich beantworte dir auch noch deine Mail. Hatte jetzt vier Agenturtage (wie du ja gelesen hast ;-) ) und bin zu nix gekommen ... tja, so wird das werden, wenn ich ab demnächst mehr für mein eigenes Einkommen sorgen muss. Dann muss ich eindeutig mehr arbeiten ... und werde vermutlich ein bißchen um meinen Freizeit-Lenz trauern ... Aber so soll es dann eben sein. :-)

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