Meine Oma wird Sterben.. Wie den Kindern erklären?

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von babydollbell 01.04.11 - 08:59 Uhr

Hallo Ihr Lieben!

Meine Oma ist 71 und die letzten Jahre immerwieder im Krankenhaus.

Wasser in der Lunge, ein schwaches Herz, immerwieder Grippale Infekte usw..

Am Montag dann der Hammer: Sie wollte auf die Toilette gehen und brach vor dem Klo zusammen. Mein Opa rief dann direkt den Notarzr und der forderte direkt den Helikopter an. Ins KH, Untersuchung und direkt in den OP, akuter Darmverschluss.

Aufwachen aus der Narkose wollte sie nicht mehr, also ließen sie sie bis Dienstag im Künstlichen Koma. Dienstag war sie kurz "wach" sagte zu meinem Opa immer wieder " Ich Liebe Dich " Dann sackte der Kreislauf ab. Wieder künstliches Koma und an die Beatmung, weil alleine Atmen wollte sie nicht.

Mittwoch der Zustand unverändert, eher verschlechtert. Durch den Darmverschluss war der Körper vergiftet. Also ab an die Dialyse.

Die Ärzte lassen Sie bis heute Abend dran, wenn sie bis dahin nicht wieder "FIT" wird.. Die Akten liegen schon beim Amtgericht.

Nun aber meine Frage: Wie erkläre ich das meinem Sohn? Er ist 3 Jahre alt und hatte eine gute Beziehung zu seiner UrOma.

Ich hoffe so sehr, das sie sich wieder aufrappelt, aber laut der Aussage der Ärzte wird der Körper nurnoch Unterstützt von den Maschinen :-(

Traurige Grüsse

Beitrag von michback 01.04.11 - 09:34 Uhr

Hallo,

ich habe mit meinen Kindern (5 u. 3 Jahre) ganz offen darüber geredet.

Bei uns sind erst mein Vater ganz plötzlich und 11 Tage später meine Oma gestorben.

Ich bin mit dem Thema Tod eigentlich immer offen umgegangen. Weil er einfach zum Leben dazu gehört.
Ich habe ihnen erklärt, dass es ganz natürlich ist, dass wenn Menschen alt oder krank sind, sterben können. Ich habe ihnen gesagt, dass der Opa ein krankes Herz hatte und deshalb gestorben ist. Dass er jetzt beim lieben Gott im Himmel ist und es ihm gut geht. Dass wir ihn zwar nicht mehr sehen können aber er mit Sicherheit uns. Als dann die Oma im Sterben lag, hab ich ihnen gesagt, dass der Körper von der Oma zu schwach ist um weiter zu leben und sie gern bei ihrem Sohn im Himmel wäre.

Das sie den Opa und die Uroma nicht mehr sehen können habe ich mit einem Luftballon verglichen.
Ich habe ihnen erklärt, dass, wenn aus einem Luftballon die Luft raus geht zwar der Luftballon ohne Luft da liegt, die Luft aus dem Ballon aber nicht weg ist, sondern wir sie nur nicht sehen können. Ich habe dann einen Luftballon aufgeblasen und die Luft raus gelassen um es ihnen zu zeigen. Der menschliche Körper war in dem Fall der Ballon, die Seele die Luft.
Ich habe ihnen gesagt, dass der Körper (also die Hülle) beerdigt wird und in einem Sarg unter die Erde kommt und die Seele (die Luft) in den Himmel zum lieben Gott geht und wir sie nur nicht mehr sehen können weil kein Körper mehr drum herum ist. Ich habe auch gesagt, dass sie trotzdem immer noch mit Opa und Uroma reden können. Dass sie zwar keine Antwort von ihnen bekommen können, aber die Verstorbenen ihnen zuhören und sich freuen wenn sie an sie denken.

LG
Michaela

Beitrag von maxundjan 01.04.11 - 09:41 Uhr

einfach nur #pro

Sandra

Beitrag von nane29 01.04.11 - 10:38 Uhr

Das Bild mit dem Ballon finde ich ganz toll!!!

Meine Tochter hat auch mit 3 ihre geliebte Oma verloren, ich habe mit 3 meine Mutter verloren.

Es ist ganz wichtig, dass man so ehrlich wie möglich ist - auf eine kindgerechte Art. Dass man ihnen Bilder mitgibt.

Meine Tochter wird jetzt 5 und sie will ganz ganz oft über ihre Oma reden, sie trauert manchmal noch richtig. Dadurch dass sie immer älter wird und mehr versteht, ändern sich auch unsere Gespräche.

Für mich ist das sehr bewegend und faszinierend. Weil ich eben selber mal in der Rolle der kleinen 3jährigen war, die verstehen wollte.

Ich werde mit Lena auch mal über den Ballon reden, :-)danke dafür!!

Beitrag von grinsekatze85 01.04.11 - 14:06 Uhr

Hallo Michaela!

Das ist wirklich super gut erklärt. Und ich werde es genauso meinen Sohn erklären, er ist zwar auch erst 3 aber mein Opa ist auch wirklich sehr sehr schwer krank und es wird immer schlimmer.

Aber so kann er sich das wohl sehr gut vorstellen und man muss keine Geschichten erfinden!!#pro

Danke!

Beitrag von schorti 01.04.11 - 13:07 Uhr

Das tut mir leid mit deiner Oma...

Ist dein Sohn schon im Kiga??? Wenn ja, frag dort mal nach Bilderbüchern. Ich selber arbeite im Kiga und wir haben für solche "Fälle" Bilderbücher zum ausleihen zum Thema Tod. Die sind sehr einfühlsam und erklären ganz toll den Kindern das Thema Tod.

Mach nur bitte nicht den Fehler: "Oma ist eingeschlafen!" Ganz viele Kinder bekommen danach panische Angst vorm Schlafen gehen.

Wenn du fragen zu den Büchern hast, melde dich bei mir und ich suche dir sonst was im Netz raus.

LG Schorti.

Beitrag von holidaylover 01.04.11 - 14:50 Uhr

mein mittlerer war auch 3 als meine oma starb. er hatte auch ein sehr gutes verhältnis zu ihr und ich habe versucht ihm zu erklären, daß sie alt und krank war und nun gestorben ist. er war allerdings nicht mit auf der beisetzung.
vielleicht ist ihm tod deshalb völlig abstrakt und nicht vorstellbar, was sicher auch an seinem alter liegt. er erzählt mir, daß sie gestorben ist, im nä. satz fragt er, wann er wir sie wieder besuchen.
als er sie das letzte mal sah (wir wohnen 300km weit weg und waren nicht so oft da), war sie zum glück noch ziemlich fit und nicht bettlägerig. d.h. seine erinnerung an sie (wie auch für mich) ist eine relativ fitte, fröhliche oma.
ich würde es auch versuchen mit einem kindgerechten buch zu erklären, wobei ein 3-jähriger glaube ich eh keine klare vorstellung vom tod entwickelt. für ihn ist sie einfach nicht mehr da. mein großer hat mal abends auf die sterne gezeigt und ihm erklärt, daß oma jetzt dort ist. #schmoll
für deine und meine oma´s #stern#stern#stern
lg
claudia

Beitrag von melle_20 01.04.11 - 14:54 Uhr

Hallo...

Als mein opa gestorben haben wir der grossen gesagt dass der Opa wieder zu einem Engel wird und man ihn dann am Himmel als Stern sehen kann, damals ist sie knapp 3 jahre gewesen....Mir fiel auf die schnelle nichts anderes ein.

Als mein vater ein Jahr drauf im sterb lag, kam mir die Idee mit dem Lebendsbuch. Ich bzw wir sagten ihr, dass jeder Mensch wenn er auf die Welt kommt vom lieben Gott ein Lebendsbuch bekommt, wo alles drin steht was in seinem Leben passieren wird, ob gutes oder schlechtes, und dass wenn die letzte Seite "gelesen" ist dass dann der Liebe Gott sich seinen Engel wieder holt.
Sie erzählte das im KiGa und die Erzieherin hat Tränen in den Augen, ich wusste auch nicht wie ich es erklären sollte sonst.

Und 2009 als ihr Bruder zur Welt kammeinte sie dann ob sie dieses "Lebendsbuch" mal sehen kann und da sagten wir dass dieses Buch nur der liebe gott anschauen kann...

Vll wäre sowas auch was für euch...

Alles gute