Unser Großer macht mir Sorgen

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von muckel1204 01.04.11 - 12:27 Uhr

Es geht hier um unseren Sohn (im März 5 geworden) Er ist eigentlich ein aufgewecktes kleines Kerlchen, der sich gern ausprobiert, sehr sensibel ist, Sport liebt und eine enorme Auffassungsgabe hat. Er schaut gern Bücher an, spielt oder rauft und streitet sich mit seinem kleinen Bruder. Spielt Schach (freiwillig ein Kurs der Kita) und geht zum Krabbelkarate. Ein ganz normaler 5 Jähriger eben.
Seit 3 Wochen aber ist da ein Knacks in ihm. Es begann damit, dass ich ihn aus der Kita holte und er bitterlich im Auto geweint hat. Auf Nachfrage gab er an, das er sehr traurig darüber ist, dass sein Opa im Himmel ist #kratz
Seine Opas leben beide noch, muss ich dazu sagen und ich war echt geschockt und habe dann zu Hause versucht das irgendwie in Ruhe mit ihm zu klären. Hab ne große Tasse Kakao gemacht und mich allein mit ihm hingesetzt. Er weinte nur und meinte nur immer wieder das niemand sterben darf, niemals und das man dann eben mehr Häuser und Strassen bauen muss. Ich musste dann einen Brief an den Himmel schreiben, das niemand sterben darf auch er nicht. Tja, Ruhe ist seit dem nicht mehr. In der Kita ist nichts vorgefallen, jedenfalls nicht im letzten Jahr, im Jahr davor ist seine Erzieherin verstorben, was durch uns und die Kita aufgefangen und erklärt wurde. Er sagt mir jeden Tag das ich Briefe an den Himmel schreiben muss, das niemand auch keine Tiere sterben dürfen.
Er schläft nun schlecht ein, weint oft einfach los, kann sich sehr schwer von Dingen trennen und seien es nur die kaputten, zu kleinen Schuhe. Heute morgen wollte er die neuen Hausschuhe in der Kita zwar anziehen, aber die alten Schuhe durfte ich weder weg werfen, noch mitnehmen. Sie bekamen einen Platz im Gruppenraum der Kita damit er sie sehen kann.
So langsam weiß ich nicht mehr weiter. Diese Mama-Rede-Runde mache ich regelmäßig mit ihm. Nur wir beide und er darf mir erzählen, was er gerade doof findet, oder was toll ist.

Was kann ich denn noch machen, ich möchte mein fröhliches Kind wieder haben, ohne Traurigkeit und der ständigen Angst vor irgendwelchen Verlusten.
Es hat sich niemand getrennt, sein Papa und ich verstehen uns super, lieben uns wie am ersten Tag. Wir lieben unsere Kinder. Alle Omas und Opas sind zusammen und am Leben. Niemand ist gegangen, ach ich weiß auch nicht mehr, vielleicht habt ihr ja irgendwelche Ansätze für mich??

Vielen Dank
LG Carina

Beitrag von anne108 01.04.11 - 12:48 Uhr

Hallo Carina,

spontan ist mir das Erdbeben in Japan in den Kopf gekommen.
Hat er dies mitbekommen (Bilder in Zeitungen, Fernsehen) oder wurde im
Kindergarten darüber gesprochen? Ist mir eingefallen, weil er von Häuserbau und Strassen gesprochen hat...
Ich hoffe, Ihr findet einen Weg. Ich denke die Auseinandersetzung mit dem Tod und Sterben ist eine gewissen Phase, die die Kinder durchmachen - je nach Typ und Situation mehr oder weniger intensiv

Lg
Anne108

Beitrag von muckel1204 01.04.11 - 12:52 Uhr

Nein vom Erdbeben hat er bei uns zumindest nichts mitbekommen und in der Kitagruppe wird darüber auch noch nicht gesprochen. Wir lassen ihn keine Nachrichten sehen oder hören.
Ich hoffe das gibt sich irgendwie wieder, so langsam mache ich mir nämlich echt große Sorgen um ihn.

Danke
Carina

Beitrag von binnurich 01.04.11 - 12:58 Uhr

ich glaube, da liegst du falsch

im Kindergarten besprechen die Kids auch untereinander solche Themen

du musst da aufmerksamer werden, dein Kind lebt nicht in einer abgeschotteten Hülle


ich halte die Idee für nicht ganz falsch

Beitrag von muckel1204 01.04.11 - 13:05 Uhr

Ja ich habe ja auch an das Thema gedacht, nur reagierte er überhaupt nicht auf die Frage warum er plötzlich solche Angst hat. Wir sprachen auch mit den Gruppenerziehern, ob es ein Kind in einer größeren Gruppe gibt, der jemanden verloren hat, aber nichts. Da bei uns die Gruppen nicht gemischt sind, sehen sich die größeren und die kleinen Gruppen nur draußen im Garten.
Na ja, ich bin scheinbar nachlässig,. Sorry, aber es kommt für mich so rüber.
Ich weiß, das man Kinder nicht abschotten kann, das sie immer und überall etwas aufschnappen, das habe ich in meiner eigenen bescheidenen Kindheit gemerkt. Wir erklären und sind für ihn da. Auch wenn er kommt und fragt, winde ich mich nicht raus, sondern finde eine Antwort.

LG

Beitrag von brigge67 01.04.11 - 12:53 Uhr

Hi

oh mann, das ist ja ziemlich heftig! Kann mir vorstellen wie du dich fühlst...
Ich bin zwar nicht jemand der wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt oder Therapeuten rennt, aber da es deinen Kleinen anscheinend so heftig mitnimmt, würde ich mir überlegen vielleicht einen Kinderpsychologen mit hinzu zu ziehen. Einfach schon mal um den Grund für diese massiven Verlustängste heraus zu bekommen und einen Weg zu finden ihm diese zu nehmen.

Drück dir die Daumen dass er sich bald wieder fängt und fröhlich seine Kindheit geniesen kann

LG
brigge

Beitrag von bine3002 01.04.11 - 13:15 Uhr

Wie lautete denn die Erklärung als die Erzieherin gestorben ist.

Und was hast Du gesagt als Du den Brief schreiben solltest?

Wie geht Ihr sonst damit um, wenn etwas entsorgt werden soll und er es nicht möchte? Ist es die Regel, dass Ihr die Trauer vermeidet oder muss er manchmal da durch?

Beitrag von muckel1204 01.04.11 - 13:30 Uhr

Seine Erzieherin war schon lange krank und war dementsprechend auch nicht mehr oft in der Kita. Sie ist nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen wurde einfach umgefallen und starb. Es wurde erklärt, das sie schwer krank war und sie deshalb eben gestorben ist. Da kam eben zur Sprache das man glaubt, das es einen Himmel gibt und sie dort oben nun ist und es ihr viel besser geht. Wir haben auch extra mit der Kita abgesprochen, was den Kindern erzählt wird, damit die Kleinen nicht völlig durcheinander kommen.

Ich habe in der Akutsituation einen Brief geschrieben, den er unterzeichnen wollte.

Es wird nichts entorgt, was er nicht entsorgen möchte. Spielzeug wandert eh zwischen den Kinderzimmern hin und her. Klamotten und Schuhe waren bisher nie ein Problem, denn sie waren meistens kaputt und kaputte Sachen werden nunmal entsorgt, da gab es auch noch nie Probleme. Oftmals hat er Dinge selbst in den Müll geworfen. Wenn es wirklich mal Zeit ist das Zimmer zu sortieren, dann darf er mit machen und entscheiden. Ich möchte ihm ja nicht einfach etwas nehmen. Da wäre ja sie Angst noch größer, wenn plötzlich Dinge weg sind. Ich kann ja bei manchen Dingen nur erahnen, wie wichtig sie für ihn sind.

Wenn wir traurig sind, dann dürfen wir das auch zeigen. Gefühle sind eben da um auch gelebt zu werden. Wenn er traurig ist, darf er das. Wir trösten ihn, wenn er allein sein möchte akzeptieren wir das, sind aber in Ruf und Sichtweite, damit er auf uns zurückgreifen kann. Es gibt ja immer mal Situationen in denen er z.B. bockig ist, da möchte er dann eben bocken und weinen. Ich bin nur anwesend und weiß anhand seines weinens genau, wann ich mich mit Worten und Gesten nähern kann. Dann kann er darüber reden, wenn er möchte, oder eben nicht. Wenn ich z.B. mal weine, dann erkläre ich ihm auch warum ich gerade traurig bin und was ich dagegen mache, damit es mir besser geht.

Er war schon immer ein Kind, welches schon im Kleinkindalter auf andere zu ging, wenn es ihnen offensichtlich schlecht ging. Wenn ein Kind weinte, war er zur Stelle und versuchte zu helfen. Neuerdings erzählt er dann, das seine Mama Krankenschwester ist und sie dann ja helfen kann ;-) (ja bin ich wirklich)

Auch wünscht er sich sehnlichst eine Schwester, erzählte vor zwei Monaten in der Kita, das ich schwanger sei. Man wie ich beglückwünscht wurde ;-)
Wir erklären ihm auch, das man nicht entscheiden kann, was man bekommt. Na ja der Papa müsse sich eben anstrengen.

LG

Beitrag von bine3002 01.04.11 - 13:51 Uhr

"Ich habe in der Akutsituation einen Brief geschrieben, den er unterzeichnen wollte."

Absolut OK, das ist Trauerarbeit, die durchaus legitim ist. Habt Ihr den Brief auf das Grab gelegt? Weiß er, was mit einem Toten geschieht, abgesehen von der Himmelgeschichte? Das wäre vielleicht auch noch eine Möglichkeit, dem Tod etwas Schönes abzugewinnen. Wir haben unserer Tochter erklärt, dass jedes tote Lebewesen tausenden von anderen Lebewesen einen Lebensraum schenkt. Schön sehen kann man so etwas an einem toten Baum. Schaut doch ma im Wald. Es ist erstaunlich, was in und an einem toten Baum so rumkraucht und es ist spannend. Manchmal kann man auch sehen, wie der Baum zu Erde wird. Und vielleicht ist es tröstlich zu wissen, dass man in Tieren und Pflanzen weiterleben kann.

Außerdem würde ich bei einem 5jährigen durchaus dazu übergehen, aktuelle Geschehnisse zu besprechen, z. B. Japan. Auch wenn Ihr es vermeidet, wird er es mitbekommen. Ihr geht z. B. in den Supermarkt und er sieht das Titelbild in der Zeitung oder er hört es in Gesprächen anderer mit. Es lässt sich nicht vermeiden und deswegen wäre es besser, wenn man so etwas entspannt zu Hause bespricht.

Dass er sich so etwas zu Herzen nimmt, ist altersgemäß. Es ist sozusagen die Phase im Leben eines Menschen, wo er für sich einen Glauben entwickelt oder vielleicht auch den Gauben seiner Eltern in Frage stellt. Der Gauben an den Himmel ist erstmal tröstlich, nimmt dem Tod aber nicht die Willkür und das bekommt Ihr gerade zu spüren. Mit 5/6 Jahren stellen Kinder den Glauben an den Weihnachtsmann in Frage und bei Gott und Himmel ist es genauso. Überlegt Euch, ob Gott und Himmel weiter eine Rolle spielen soll, dann findet Antworten, schreibt also diesen Brief oder bringt ihm Gebete näher. Im Moment steht er mit einem "halben" Gauben da, der ihn irgendwie nicht weiter bringt.

Beitrag von muckel1204 01.04.11 - 14:24 Uhr

Ja er weiß, was mit den Verstorbenen passiert. Eben das die Hülle, der Kröper hier bleibt, beerdigt wird und das es für uns eine Stelle, eben das Grad gibt, wo wir dem lieben Menschen näher sein können.
Das mit den Bäumen ist ein super Ansatz für mich, danke dafür. Klar aus etwas altem, entsteht etwas neues, oft sehr schönes. Warum bin ich da nicht drauf gekommen #klatsch
Na manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Das mit den Gebeten wird ein wenig Schwer, da muss ich mal überlegen, wie ich ihm das Nahe bringe. Wir sind nicht gläubig im Sinne von Gott. Wir haben ihm auch schon erklärt, das jeder an etwas anderes glaubt, viele eben an Gott. Na ja auf den Gott war er eh nicht so gut zu sprechen und lehnte ihn gleich mal ab. Gut ok. Aber ich werde mal sehen, was ich ihm erleichternd alternativ anbieten kann. Er scheint ja dann doch weder Fisch noch Fleisch zu sein und muss seinen Weg finden, wie er damit umgeht.

Das mit den Nachrichten läuft eher unterbewusst ab. Der Fernseher läuft nicht, wenn die Kinder dabei sind. Kommen Nachrichten liegen die beiden im Bett. Eine Tageszeitung bekommen wir nicht (mein Mann findet die regionale einfach nur platt ;-)) und so erlesen wir uns die Nachrichten per Internet. Radio läuft irgendwie kaum dafür irgendwie immer CD´s.
Klar läuft doch mal ne Sendung, wird das Gesagte von mir kommentiert. Ich befrage ih dazu. Höre mir seine Meinung an. Er ist ja schließlich da und soll nicht ignoriert werden.

Vielleicht hilft eine Art Tagebuch für Kinder, nicht im Sinne von schreiben, sondern im Sinne von erzählen. Vielleicht ein Plüschtier, welches nur die Aufgabe hat, ihm ganz schwere Dinge zu nehmen und zu erleichtern, anders läuft es ja oft mit Gottauch nicht. Oft ist man ja froh, wenn man es mal los ist.

Ich danke dir, für diese hilfreichen Ansätze.
LG

Beitrag von bine3002 01.04.11 - 14:44 Uhr

"Klar aus etwas altem, entsteht etwas neues, oft sehr schönes."

Ich weiß nicht wo Ihr herkommt. Wir waren mal in der Waldstation Ellenriede (Hannover). Dort gibt es einen "Lebensweg", der aus fünf Teilen besteht. Im ersten Teil liegen ganz viele Bucheckern in einem begrenzten Bereich. Daneben steht ein Text "Hallo, ich bin Ecki und hier bin ich noch ein Baby....". Im nächsten Feld ist aus dem Baby ein Keimling geworden, eine etwa 50 cm hohe Buche und der Text "Jetzt bin ich ein Keimling..." und ein paar Infos, wo Buchen wachsen usw. Es geht dann weiter mit einem 5 Jahre alten Baum, einem 10 Jahre alten Baum, der schon sehr beachtlich hoch ist und einer 200 Jahre alten stattlichen Buche. Und daneben liegt eine tote Buche, das ist Eckis Großvater und er hat auch einen Text geschrieben: "Ich bin Eckis Großvater. Ich wurde 250 Jahre alt bis mich ein Blitz gefällt hat. Seitdem leben auf meiner Rinde Pilze und Bakterien und ich werde langsam zu Erde...." Meine Tochter hat das schwer beeindruckt und sie hat schon gesagt, dass sie Ecki mal wieder besuchen möchte. Vielleicht schaust Du dich mal im Wald um und suchst nach verschieden alten Buchen ;-) Den Text dazu kann man ja notfalls auch selbst schreiben.


"Er scheint ja dann doch weder Fisch noch Fleisch zu sein und muss seinen Weg finden, wie er damit umgeht."

Genau so sieht es aus und da ist er gerade bei. Und ich finde 3 Wochen für ein so schweres Thema noch relativ wenig (so lange scheint er ja daran zu "knabbern").

Der Ansatz mit dem Kuscheltier ist auch gut. Es ist eigentlich egal, an was man glaubt, Hauptsache es hilft einem mit dem Tod umzugehen. Aber das muss man lernen und deinem Sohn scheint es einfach etwas schwerer zu fallen.

Ich denke aber, dass er bei Euch die bestmögliche Unterstützung findet. Ihr scheint damit auf jeden Fall recht vernünftig umzugehen.

Beitrag von sign 01.04.11 - 13:50 Uhr

Hallo,

hmm, so im Großen und Ganzen finde ich gut wie du reagiert hast. Du redest mit ihm in Ruhe und tröstest ihn. Ich kann dir da erlich gesagt auch keinen Tipp geben woran es liegen könnte und wie du sonst noch auf ihn eingehen kannst, aber was ich für ein bißchen bedänklich halte ist dass du diesen Brief geschrieben hast. Ich weiß nicht wie ich in der akuten Situation reagiert hätte, aber ich denke du machst ihm damit falsche Hoffnung. Er denkt jetzt evtl. dass man "Gott" nur einen Brief schreiben muss damit niemand stirbt. Ich weiß das ist ein heikles und unangehnemes Thema (zum Glück musste ich mit meinem Sohn noch nicht über so etwas sprechen), aber ich denke man muss auch Kindern zu einem Gewissen Punkt die Wahrheit sagen, nämlich das man es nicht verhindern kann dass früher oder später jemand stirbt. Das ist zumindest meine Meinung.

Wenn du mit deinem Latein am Ende bist und meinst dass dein Sohn nicht alleine mit dem Thema fertig wird, kann ich dir nur raten dir unterstützung bei jemanden zu holen der sich mit sowas auskennt (Psychologe, Beratungsstellen..) Vieleicht ist es ja auch einfach eine Phase und es geht bald wieder vorbei.

Liebe Grüße,
--Sign

Beitrag von inajk 01.04.11 - 14:13 Uhr

Diese Briefe wuerde ich auf keinen Fall schreiben. Man MUSS ehrlich sein mit Kindern, alles andere raecht sich irgendwann gewaltig.
Schwierige Situation.
Ich wuerde, wenn das laenger als einige Wochen dauert, professionelle Hilfe suchen.

Ich weiss nicht wie du dazu stehst. Mich wundert hier immer, dass bei jedem Pups zum Arzt- oder KH-Besuch geraten wird ("lieber einmal zuviel als einmal zuwenig"), aber dass psychologische Probleme, Verhaltensprobleme oder Erziehungsprobleme ewig schleifen gelassen werden, bevor man die gewaltigwe Huerde nimmt, sich professionelle Unterstuetzung zu suchen.
Aber vielleicht (hoffentlich) trifft das ja auf dich ueberhaupt nicht zu :-)

LG
Ina

Beitrag von bine3002 01.04.11 - 14:54 Uhr

"Ich wuerde, wenn das laenger als einige Wochen dauert, professionelle Hilfe suchen."

Ehrlich gesagt finde ich es übertrieben, zum Psychologen zu laufen, weil das Thema Tod, Glauben und Gott manche Menschen ihr ganzes Leben lang beschäftgt. Auch ein Psychologe hat keine Antworten auf diese Fragen. Letztlich handelt es sich hier um die elementarste aller Fragen: Der Sinn des Lebens (dem Universum und dem ganzen Rest). Klar, kann man zum Psychologen gehen oder auch in die Kirche. Man kann aber auch "Per Anhalter durch die Galaxis" lesen. Und wenn selbst "Deep Thought" (ein extra dafür gebauter Computer) 7,5 Millionen Jahre für die Berechnung der Antwort brauchte (die übrigens "42" lautet") wird ein Kind das nicht in "einigen Wochen" erledigen können.

Es ist ein schweres Thema, aber deswegen sollte man es nicht gleich in professionelle Hände geben. Außer man ist so unkreativ, dass einem nichts mehr einfällt.

Beitrag von inajk 01.04.11 - 18:08 Uhr

Moment. Hier geht es nicht um das Thema Tod, und mit Glauben hat es schon gar nichts zu tun. Hier geht es um ein Kind das von heute auf morgen, ohne bekannten Anlass, traurig und aengstlich wird. Und das ist besorgniserregend (wenn es laenger dauert), und selbstverstaendlich kann eine qualifizierte psychologische Untersuchung weiterhelfen und moegliche Antworten finden. Das einfach so weiterlaufen zu lassen, finde ich fahrlaessig und fuer das Kind moeglicherweise gefaehrlich.

LG
Ina

Beitrag von pupi2 01.04.11 - 15:41 Uhr

Liebe Carina,

mir fällt spontan das Buch:"Leb wohl, lieber Dachs", ein.
Schau mal bei Amazon nach, da findest Du viele Bücher über das Thema, vielleicht hilft es euch weiter.

Oder einfach mal deine eigene Trauer zulassen, zeige deinem Sohn, dass es wichtig ist auch mal weinen zu dürfen- nicht gleich nach Lösungsvorschlägen zu suchen, die Trauer für einen Moment zulassen, mit ihm zu weinen...

Ich wünsche euch beiden viel Glück und hoffe, dass dein Sohn bald wieder herzhaft lachen kann.

LG

Johanna

Beitrag von josili0208 01.04.11 - 16:38 Uhr

Für mich hört sich das an als würde er sich jetzt mit Leben und Tod beschäftigen, eine ganz normale Entwicklung in diesem Alter. Da hilft nur weiter viel reden und trösten und irgendwann wird es wieder besser. Wenn Du ernsthafte Bedenken um seine Psyche hast, rede mit dem Kinderarzt, aber dieses fanatische Reinsteigern ist völlig normal. Kann es auch sein, dass im Kindergarten jemand vom Erdbeben erzählt hat, weil es von der Zeit ja passen würde?
lg jo

Beitrag von alpenbaby711 01.04.11 - 19:57 Uhr

Also ich verstehe ja das es schwer ist für euch aktuell. ABer diesen Brief an den Himmel finde ich Schwachsinn, schließlich weißt du genau das es nicht möglich ist das sowas passiert. Also hätte ich ihm lieber sanft erklärt wieso Gott oder so die anderen zu sich ruft.
Ela