Wie sind denn 3,5 Jährige Jungs?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von lili1978 02.04.11 - 00:04 Uhr

Hallo Ihr Lieben,
ich wollte mal von Euch wissen, was eure Jungs so spielen.

Mein Sohn ist jetzt 3 1/2 und seit einigen Monaten spielt er nur Piraten, Ritter, die kämpfen, Schwerter und Waffen haben oder boxen....

Ich habe mir eigentlich vorgenommen Waffenfrei zu erziehen, sprich: es gibt bei uns keine Waffenspielzeuge. Er schaut auch nur "liebe" Filme wie Coco, Barbapapà, Der kleine Maulwurf und Biene Maja. Wir sind eine ganz ruhige Familie, wir lesen viel, unternehmen viel...
Wo hat er denn diesen aggressiven Input her?

Er war zwei Monate im Kindergarten. Wir haben ihn jedoch wieder dort abgemeldet, weil die dort herrschenden Zustände etwas beängstigend waren (2 Erzieherinnen auf 40 Kinder - sie haben mal Luca auf der Toilette vergessen...)

Aber das ist jetzt auch schon alles 3 Monate her....

Kann das davon kommen?
Oder ist sowas bei Jungs normal?
Kann man oder soll man etwas dagegen unternehmen oder macht man es dann nur noch schlimmer?

Über Berichte würde ich mich freuen :-)

Liebe Grüsse
Lili

Beitrag von niana 02.04.11 - 00:39 Uhr

Klingt für mich ganz ehrlich wie ein ganz normaler kleiner Junge ;-)

Jetzt ma ehrlich Piraten sind doch toll! Auf dem Meer segeln, immer Abenteuer erleben..
Oder ein Ritter in schimmernder Rüstung der stolz auf seinem Pferd reitet und alle Lieben Leute beschützt. So was finden viele kleine Jungen toll,(und manche Mädchen auch) und ein Pirat hat nen Krummsäbel! Is so.
Das das in irgend nem Sinne etwas mit Aggressivität zu tun hat glaube ich ganz und gar nicht.
Er will eben ein echter Mann sein, und dafür hat er sich eben Piraten und Ritter ausgesucht. Und die Kämpfen eben ab und an.
Sei froh das er kein Pferd, Papagei oder Holzbein will!#schock

Er ist einfach ein Junge, er kann sich doch nicht an männlichen Arbeiterbienen (ehem Pädagogisch wertvoll) oder Rosa Wackelpudding Männchen Orientieren...

Mach dir keinen Kopf darüber und lass ihn Kind sein. Ist doch schön dass er noch soviel Phantasie hat.

Lg. Niana, die Prinzessin sein immer super blöd gefunden hat und lieber als Indianer und mit Pfeil und Bogen die rosa Prinzessinnen abgeschossen hat. #cool

Beitrag von jabberwock 02.04.11 - 00:49 Uhr

Tja... die Testosteronschübe kann halt eine kleine Biene Maja nicht wirklich kanalisieren ;-)

Klingt für mich vollkommen normal. Warum willst du etwas dagegen unternehmen?

Und gehört nicht Aggression (im ursprünglichen Sinne des Wortes) zum Menschen?

LG, jw

Beitrag von claerchen81 02.04.11 - 07:25 Uhr

Hallo,

wie meine Vorschreiberinnen schon sagen: das ist normal, denn kleine Jungs werden schubweise mit dem Hormon Testosteron überflutet, was auch einfach Freude an Auseinandersetzungen und körperlicher Aktivität mit sich bringt. Spiele mit Waffen, viel Bewegungsdrang, eine höhere Lautstärke etc. sind da ganz normal. Zumal auch Aggressivität ein Teil der menschlichen Emotionen ist, mit denen auch Kinder lernen müssen, sich auseinander zu setzen.

Am Rande bemerkt: ich finde deine (eure?) Einstellung zu seinem aktuellen Verhalten -vorsichtig ausgedrückt- nicht fair eurem Kind gegenüber, es spiegelt jedoch den aktuellen "Mädchen-Hype" (wobei auch Mädchen sich teilweise aggressiv, laut, wild zeigen, was ebenfalls verurteilt wird) wieder, der es den Jungs derzeit so schwer macht und im Grunde das Gegenteilige bewirkt, als man eigentlich möchte.
Für uns Frauen, die nun mal das Bildungssystem dominieren, ist das Verhalten kleiner und auch größerer Jungs unverständlich. Da männliche Vertreter unseres Geschlechts nun mal mehr Testosteron haben - denn das macht sie ja zu männlichen Wesen - verhalten sie sich nicht überwiegend "ausgleichend", wie uns Frauen das eigen ist. Wir urteilen dies gern ab, weil wir es nicht verstehen, bzw. missverstehen. Dabei geht es nicht um Gewalt gegen andere, sonder es ist ein Spiel für die Jungs, es ist Wettkampf. Das finden sie normal, das löst dieses Hormon in ihnen aus.

Es ist erfolgversprechender, den Jungs diesen Raum zu lassen. Sie brauchen die Bewegung, den "Kampf", aus ausgeglichen zu sein. Verbieten wir dies und titulieren dies als negatives Verhalten, wird es a) unterdrückt - was schlimmstenfalls zu Autoaggressionen führen kann oder b) eben nicht erlernt, wann dieses Verhalten in welcher Form angemessen in unserer Gesellschaft ist. Zudem wirkt es auf die Kinder, als würden Sie in ihrer Art nicht angenommen. Und genau das hätten wir seit der Emanzipation lernen sollen: Männer und Frauen sind anders. Aber BEIDE sind genau richtig so, wie sie sind.

Biene Maja und lesen ist schön. Für einen Jungen ist es aber auch Wiki der Wikinger, Ritter Rost und die Drachenburg. Spiel doch draußen mal mit ihm Ritter, das lässt ihn wahrlich aufblühen. Ich habe auch einen 3,5 Jahren alten Wildfang zuhause und es macht herrlich Spaß, mit seinem Laufrad und einem langen Stock ein Lanzen-Turnier nachzuspielen. Danach ist er dann auch ganz ruhig und hört Jim&Lucas-Hörspiele....

Gruß, C.

Beitrag von schullek 02.04.11 - 12:08 Uhr

sher gut erklärt udn geschrieben, ich schließe mich gänzlich an.

Beitrag von babylove05 02.04.11 - 08:07 Uhr

Hallo

Sorry aber lass dein Junge Junge sein , solange er keinen richtig böse aggresive anfällt ist das glaub alles total normal .

Es sind halt jungs , obwohl ich auch einige Mädels kenn die gerne Boxen , Pirat oder Ritterspielen .

Mein Sohn ist auch ein typischer Junge , und alles wird automatisch zu "waffe" benutzt . Solange er aber keinen damit weh tut ist es vollkommen normal und gehört zu normalen entwicklung dazu.

Nur weil ein Junge spielt des er eine Waffe hat , heisst es ja nciht des er mit 20 zum Massenmörder wird .

Es ist ok wenn du die regel hast keine Waffenspielsachne zuhause ( bei uns gibt es z.b kein Kriegsspieltzeug , also keine Soldaten oder der gleichen , da mein Mann mometan selber in Afghanistan ist und da muss mein Sohn hier daheim kein Kriegspielen ) .

Und ich glaub auch nicht des es vom Kindergarten her kommt , mein Sohn hat es shcon lange gespielt bevor er wircklich gross TV geschaut hat , noch im Kindergaten war. Ich glaube echt des es einfach eine natürlich jungen sache ist .

Im Übrigen ist mein Sohn des totale gegenteil von Agrresive , er liebt zum beispiel zum ausgleich Pferde unheimlich und reitet für sein leben gern . Schmust gern und würde NIE ein Kind weh tun , weder Hauen , stubsen , Haare ziehen oder der gleichen .

Lg Martina

Beitrag von anarchie 02.04.11 - 09:28 Uhr

Ganz normal!;-)

Wir sind auch eine gewaltfreie familie..unser Ältester bekam ne Puppe genaauso wie Autos, wir lesen, spielen, toben, erziehen zur gewaltlosigkeit, zur Achtung von leben etc..
Und ich hatte auch mal den Vorsatz, keinerlei Waffen-Spielzeug zu kaufen...

Tja, Jungs haben zu 95% das Helden-Schurken-Räuber-Gen...das ist drin, da kann man nix machen.
Mittlerweile gibt es hier eine beantliche Anzahl Säbel, Pistolen, nen Morgenstern, Pfeil und Bogen, etc...#schein
Nur Kriegsspielzeug geht für mich garnicht. Egal was die kids wollen.

Max ist jetzt 8,5 und kein Psycho geworden;-)

Moritz ist 3,5...
er kämpft auch als Pirat, Monster, Ritter mit Allem, was er kriegen kann - ich sehs gelassen...;-)
Sehr gern spielt er aber auch Feuerwehr(er ist feuerwehrmann Sam;-)), er schaut gern Bücher, klettert spielt ball, buddelt im Garten, fährt Laufrad/Fahrrad, puzzelt, malt, bastelt...

Meine Tochter fand sowas immer öööööööööööööde...:-)

mein Kleinster ist erst 19 Monate - und hält nen Säbel, springt vor und ruft "haha!" - und das , wo nur "Mama", "Papa" und noch 2 Wörter sagt #rofl

Übrigens ist mein mann der sanftmütogste, geduldigste und gewaltverneinenste Mann, den ich kenne - und er hat als Kind auch massenweise als Cowboy Leute abgeknallt, als Pirat sie erstocken, etc...:-D

Und ich(dank Brüdern), hab auch mit Pistolen rumgefuchtelt..#schein

lg

melanie

Beitrag von perserkater 02.04.11 - 09:57 Uhr

Hallo

http://www.urbia.de/magazin/familienleben/jungs-sind-jungs-und-das-ist-gut

LG

Beitrag von schullek 02.04.11 - 12:06 Uhr

"Ich habe mir eigentlich vorgenommen Waffenfrei zu erziehen, sprich: es gibt bei uns keine Waffenspielzeuge. Er schaut auch nur "liebe" Filme wie Coco, Barbapapà, Der kleine Maulwurf und Biene Maja. Wir sind eine ganz ruhige Familie, wir lesen viel, unternehmen viel...
Wo hat er denn diesen aggressiven Input her? "

ja, das ist völlig normal udn auch nichts, was man verbieten muss. es ist die ganz normale entwicklung von jungs.
ich finde es immer albern, wenn ich höre, dass eltern ihren jungd keinerlei schwerter etc. zugestehen. ja, dann nimmt er eben einen stock. pistolen oder halbautomatsiche waffen, also nachgemacht, gibts bei usn auch nicht. aber die meisten jungs durchleben diese phasen in dieser kindheit und mit aller macht dieses zu verbitene ist meiner meinung nach nur kontraproduktiv.
erkläre lieber, was waffen sind, wozu sie wann egbraucht wurden, was sie für ein potential haben etc. das ist wichtig.
aber nicht das verbieten. denn: er wird es dennoch spielen.

mein sohn z.b. will immer der böse sein, dass ist das coolste. im normalen leben aber, hat er noch nie nem anderen kinder auch nur ansatzweise absichtlich weh getn. spiel ist spiel udn realität ist realität. dabei musst du unterstützen, aber nicht verbieten.

lg

Beitrag von zahnweh 02.04.11 - 12:09 Uhr

Hallo,

das spielt mein Mädel zur Zeit auch sehr aktiv:
"Mein Sohn ist jetzt 3 1/2 und seit einigen Monaten spielt er nur Piraten, Ritter, die kämpfen, Schwerter und Waffen haben oder boxen.... "

einerseits hat sie eine Vorliebe für Schuhe und sich schmücken. Andererseits mag sie weder rosa noch Glitzer.

Sie spielt sehr intensiv und liebevoll mit ihren Puppen. Und beißt sich aus dem Butterbrot Waffen, wenn sonst nichts greifbar ist...

Ich, selbst weiblich, hab mich nur auf Piraten, Ritter, kämpfen, Lego, Autos spezialisiert und den Teil mit den Puppen ganz weggelassen.
Meine Mutter war doppelt nicht begeistert. 1. Waffen 2. als Mädel #schock

Bei meiner schwanke ich noch, wie ich damit umgehen soll. Verbieten würde aus eigener Erfahrung gar nichts bringen, macht es nur noch interessanter. Und wenn sie sonst nichts hat... beißt sie sich das Butterbrot zurecht oder lässt die Spaghetti in Worten Schwertkämpfe ausführen...

Beitrag von mami29 02.04.11 - 13:06 Uhr

Hallo!

Meiner (4 Jahre) ist genauso und ich finde das völlig normal!!!!!!
Lasst ihn ein richtiger Junge sein!



LG Anita

Beitrag von lili1978 02.04.11 - 14:30 Uhr

Lieben Dank für Eure Anworten :-)

Ist echt gut zu hören, dass es normal ist :-)

Ich bin selbst nur in einem Frauenhaushalt aufgewachesen, liegt wahrscheinlich auch daran ;-)

ganz liebe Grüsse
Lili

Beitrag von cludevb 02.04.11 - 14:24 Uhr

Hi!

Das flaut ziemlich schnell ab... wenn du ihn machen lässt ;-)

Geh da nicht speziell drauf ein und rede stundenlang drüber bzw probier nicht ihm das zu verbieten... nimms neutral "guck mal mama ich bin ein ritter" ein uninteressiertes "aha" reicht als antwort ;-)

Es darf nicht toll (für dich) sein, aber auch nicht verboten. Ausser er macht Mist z.b. mit seinem "Schwert"... dann einmal kurz die Regeln erklären.

Das ist kein agressiver "Input", das ist einfach ein Junge ;-) Männer Jäger, Frauen Sammler, du erinnerst dich? :-P

Nur verbotenes ist interessant, willst du es loswerden, verbiete es nicht :-P

LG Clude mit Boys und Ü-#ei 13. SSW

Beitrag von cori0815 02.04.11 - 21:21 Uhr

hi Lili!

Du willst ihn "waffenfrei" erziehen? Hmm, gut, aber was kommt in dem Moment, in dem er sich deinem Mutterrock entziehen kann???

Ich halte ehrlich gesagt nichts von einer "waffenfreien" Erziehung. Das ist ungefähr wie eine komplett fernsehfreie Erziehung: das sind dann die Kinder, die bei sämtlichen Freunden stundenlang vorm TV sitzen, wenn sie dort zu Besuch sind.

Und dass Kinder mit Waffen spielen, ist seit Menschengedenken so. Es ist einfach eine Übung für sie, sich auszuprobieren und Macht zu "üben".

Vielmehr ist es doch so, dass es wichtig ist, mit den Kindern über Waffen und der Gefahr, die davon ausgeht, zu sprechen und ihnen zu erklären, dass man mit Waffen nicht auf andere Lebewesen zielen darf und dass es wichtig ist, verantwortlich mit Waffen umzugehen und Waffen Menschen und Tiere töten können. Das fängt bei uns schon am Tisch mit dem Messer an (meine Kinder durften schon mit 2 Jahren mit scharfen Messern schneiden, damit sie einfach merken, wie scharf sie sind und dass es weh tut, wenn man sich damit schneidet), z.B. wie man sie hält und trägt und geht weiter bei Spielzeugpistolen, Holzschwertern und anderem Spielzeugschrott.

Dass Jungs in dem Alter wild spielen, am liebsten Piraten, Ritter und andere abenteuerliche Figuren sind, finde ich völlig normal. Und das tun sie auch noch in 3 oder 4 Jahren. Ich glaube, das hat nicht unbedingt mit Aggressivität zu tun, sondern mit ausleben und toben dürfen und dem Ausprobieren von verschiedenem Verhalten.

Gerade WEIL er nicht im Kindergarten ist, wird er sich halt zuhause auspowern. Ich glaube, es ist für deinen Sohn sehr wichtig, dass du einen neuen Kindergarten für ihn findest (im Übrigen kann ich nicht glauben, dass es in dem letzten Kindergarten der Normalfall war, mit 2 Erzieherinnen 40 Kinder zu betreuen - sicher war jemand krank oder so, das ist auch in anderen Kindergärten nicht anders. Wie willst du es in der Schule machen, wenn im Falle einer Erkrankung von Lehrkräften mehrere Klassen zusammen betreut werden? Willst du ihn aus der Schule nehmen?).

LG
cori

Beitrag von lili1978 03.04.11 - 00:21 Uhr

Hallo Cori,
vielen Dank für Deine Antwort und Deine Meinung.

Um auf den Kindergarten zu kommen. Nein, es war keine Ausnahme. Es war normal: 2 Erzieherinnen und 40 Kinder und wenn eine mal krank war kam halt irgendeine Praktikantin aus dem Büro, die keine Ahnung hatte von Kindern oder auch gar keiner. Oder die eine Erzieherin brachte ihren Lebensgefährten zum Helfen mal mit....
Es klingt irreal, war aber so. Es ist ein italienischer Kindergarten in Zürich (geführt vom italienischen Staat). Uns war es eigentlich wichtig, da wir zweisprachig erziehen. Aber nicht unter diesen Umständen....

Da wir in der Schweiz leben, müssen wir auf einen Schweizer Kindergarten noch 7 Monate warten. Die Kindergarten - "Einschulung" ist hier erst mit 4. Alles, was vorher ist ist für uns momentan unbezahlbar (100 CHF = ca 70 € pro Tag) für vier Stunden ohne Essen.....

Ich habe jezt verstanden, dass es OK ist, wie es ist :-)

Liebe GRüsse

Lili