Kind zum Vater?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von reethi 02.04.11 - 09:47 Uhr

Hallo!

Mein Sohn wird 10 Jahre alt. Vom Vater bin ich getrennt seit der "Kleine" knapp 2 Jahre alt ist. Nun kommt immer öfter zur Sprache, dass er gerne bei seinem Vater leben würde.... Tja, und ich weiß damit schlecht umzugehen.
Er ist kein einfaches Kind-es besteht Verdacht auf Asperger Autismus. Er hat viele Probleme in der Schule. Hatte lange keine richtigen Freunde, dass hat sich alles erst im letzten Jahr ergeben.
Seinen Vater hat er regelmäßig gesehen jedes zweite Wochenende und eine Teil der Ferien. Seit 3 Monaten lebt mein Ex nun mit seiner Freundin zusammen und anscheinend kann er es sich auch vorstellen.

Ich möchte meinem Kind nicht im Weg stehen, wenn er unbedingt zum Vater möchte. Aber ich sehe auch die vielen Probleme. Und ganz ehrlich, auch wenn manche Bekannten sagen, dass es mir auch gut tun würde, wenn ich die vielen Probleme mit ihm nicht mehr hätte-ich kann mir das nicht vorstellen ihn nur noch so selten zu sehen...

Gibt es unter Euch Mütter die "ohne" Ihre Kinder leben? Wie sind Eure Erfahrungen?

VG
Neddie

Beitrag von blaue-rose 02.04.11 - 10:04 Uhr


Hallo Neddie,


ich kann dich verstehen das du es dir nicht vorstellen kannst dein Kind dann nur zu selten zu sehen. Vielleicht ist es aber den Versuch wert, da ich davon ausgehe das dein Sohn wieder zu dir zurück möchte. Er ist jetzt nur zeitweise bei seinem Vater, also als Besucherkind. Wenn er ständig bei ihm lebt wird sich auch etwas an dem Vater-Sohn-Verhältnis ändern. Ich denke dann gibt es vielleicht nicht mehr so viel Freiheiten für deinen Sohn, er hat sich dann an mehr Regeln zu halten. Sein Vater wird merken das es doch anders ist wenn sein Sohn ständig bei ihm wohnt. Ich würde dir empfehlen wenn dein Sohn wirklich beim Papa wohnen möchte es erst einmal auf Zeit zu versuchen und dann nach circa einem halben Jahr noch einmal alles zu bereden.


Freundliche Grüße

Beitrag von ich-habe-zwei-davon 02.04.11 - 13:36 Uhr

genau das hätte ich auch gerade schreiben wollen

#pro#pro

Beitrag von comapo 02.04.11 - 17:42 Uhr

Moin,

warum versucht ihr nicht ein Wechselmodell?
Woche 1 Mo - So Papa
Woche 2 Mo - So Mama
Woche 3 Mo - So Papa

So hat Kind Papa und Mama gleich und Mama und Papa aber auch mal Zeit für sich. Wenn er dann merkt, dass er bei einem von beiden "ganz" leben will, weiß er zumindest, was ihn im Alltag erwartet.

Ansonsten zahlt jeder für die Zeit, die das Kind bei ihm ist den Aufwand und größere Anschaffungen werden geteilt.

Comapo

Beitrag von schnuki28 03.04.11 - 16:51 Uhr

klasse wenn der vater 120km entfernt lebt

Beitrag von parzifal 04.04.11 - 09:02 Uhr

Warum sollte das entgegenstehen?

Warum findest Du es nicht wert alle zwei Wochen 240 km zu fahren?

Beitrag von parzifal 04.04.11 - 09:03 Uhr

Nachtrag:

Vergiß meine Antwort. Ich habe das Schulproblem übersehen.

Beitrag von comapo 04.04.11 - 18:29 Uhr

Das steht im Ausgangspost aber nicht!

Beitrag von stormkite 03.04.11 - 09:36 Uhr

Hallo Neddie,

ohne eure spezielle Situation zu kennen: Du könntest sehr viel Schaden anrichten, wenn du dich querlegst.

Ein ähnliche Situation hatte eine Freundin von mir: Der Vater (und seine Lebensgefährtin) wollten das Kind, das Kind wollte zum Vater, die Mutter-Sohn Beziehung war sehr schwierig. Mehrere Jahre lang gab es immer wieder Streit vor den Gerichten, ob und wann und wie der Umgang stattfinden darf. Jeder Pups wurde zum handfesten Problem. Die Situation ist immer mehr eskaliert.

Das ging so lange, bis das Kind (dann 13) einfach nach der Schule nicht nach Hause gegangen ist, sondern zum Jugendamt, und sich geweigert hat, wieder zur Mutter heimzugehen.

Er war dann eine Woche in einer Pflegefamilie, jetzt ist er seit einem halben Jahr beim Vater. Er verweigert Besuchswochenenden, sieht seine Mutter nur gezwungenermaßen.

Sein Mutter will ihn inzwischen gar nicht mehr zurück, weigert sich aber, das Sorgerecht zu teilen bzw. abzugeben, und macht weiter Stress. Stress für den Vater, und vor allem Stress für sich.

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Wenn dein Sohn ernsthaft lieber beim Vater leben würde, UND er dort gerne aufgenommen wird, und es gut hat: Dann setzt euch zusammen, und überlegt, wann und wie ein Umzug stattfinden kann. Wie dein Umgang geregelt wird. Und ob und wie es eine "Probezeit" beim Vater geben kann. Ist ein Schulwechsel nötig? Das wird man kaum 2 mal machen. Auch wenn du in eine billigere Wohnung umziehen musst weil dein Geld sonst nicht mehr reicht (Statt Unterhalt zu kriegen musst du ja dann welchen bezahlen) kann das nicht mal eben wieder rückgängig gemacht werden.

Wichtig ist, das auch die neue Partnerin einbezogen wird. Möchte sie das Kind? Mag sie das Kind? Kann und will sie mit einem "schwierigen" Kind auf Dauer zusammen leben? Die beiden sind erst seit 3 Monaten zusammen. Das wäre in der Situation mein Hauptproblem. ICH als neue Partnerin würde mir nicht gerade einen Ast freuen, wenn ich mit einem schwererziehbaren 10-Jährigen zusammenleben müsste. Aber jeder Jeck ist anders.

Schaut gemeinsam, was das BESTE für das Kind ist. Das muss nicht unbedingt deine Lebenssituation sein.

Kite

Beitrag von reethi 03.04.11 - 09:51 Uhr

Hallo!

Bisher war das Verhältnis zwischen uns ganz entspannt. Es gab nie Streit in Bezug auf den Umgang. Mir wäre es sogar lieber gewesen er hätte öfter stattgefunden. Mein Sohn wollte zum Beispiel öfter und länger in den Ferien beim Vater sein, aber das ist von der Seite aus geblockt worden, weil der Vater sagte er braucht seine freie Zeit für sich...
Die ganzen Förderungen, Arztgänge, etc habe ich alles gemacht. Vom Vater hieß es meist, dass er sich nicht freinehmen kann bzw es bestand auch kein Bedarf mal nachzufragen wie es denn war.

Nach großem Kampf haben wir ihn an einer Realschule angemeldet bekommen, und das wäre nun auch umsonst gewesen (er wechselt diesen Sommer von der Grundschule auf eine weiterführende Schule). Sprich wenn die "Probezeit" beim Vater nicht klappt, dann hat er hier keine gute Schulalternative.

Natürlich möchte ich das beste für meinen Sohn, aber ich frage mich, ob es das ist... Bisher war der Vater ja ein Wochenend Vater, bei dem man spät ins Bett durfte, PC Spiele ab 18 gucken. Natürlich möchte mein Sohn lieber dort hin. Ich glaube er kann es auch nicht absehen was es heißt seine Freunde hier nicht mehr zu sehen, seine Großeltern, seine Schwester, seinen Stiefvater.
Ach, es ist einfach schwierig...

Beitrag von parzifal 04.04.11 - 09:08 Uhr

Das mit dem Umziehen ist doch ein Schnellschuss aus der Hüfte.

Möchte der Vater denn überhaupt dass Euer Kind zu ihm zieht?

Mehr als ein Umzug auf Probe in den Ferien sollte m.E. zunächst nicht erfolgen.

Beitrag von lunacy 04.04.11 - 11:51 Uhr

Genau das wollte ich auch vorschlagen - Dein Sohn könnte doch mal die kompletten Ferien beim Vater verbringen um zu sehen, wie es ist, wenn Papa nicht mehr "nur" (nicht abwertend gemeint!) der Spaß-Wochenend-Papa ist, usw.