Fußball-das leidige Thema!

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von nurse1984 02.04.11 - 11:08 Uhr

Hallo,
mein Freund und ich sind seid fast 10 Jahren zusammen, 7 Jahre haben wir eine wochenendbeziehung geführt, seid fast 3 jahren wohnen wir nun zusammen-bin damals in seine heimatstadt gezogen.

Seitdem ich meinem Freund kenne ist er großer Fußballfan. Das oll er auch ruhig sein. Auch dass er sich für jeglichen anderen Sport interessiert ist in Ordnung.

Mittlerweile ist es aber so, dass er praktisch alles vom Fußball abhängig macht. Eigentlich hatten wir vor dieses Jahr im September zu heiraten. Was er nun doch nicht will, weil er ja gar nicht weiß wie der Spielplan aussehen wird......das hat mich schon sehr gekränt und verletzt. Außerdem würde er nur im Fußballstadion seines Liebelingsvereines heiraten wollen. Nun sagte er letzte woche wir warten ab wann der spielplan rauskommt und dann heiraten wir eben irgendwo kurzfristig und nur standesamtlich und mit den engsten verwandten, was allerdings völlig anders geplant war. das hat mich sehr gekränkt und verletzt so dass ich gesagt hab, ich weiß gar nicht ob ich noch will.

Familienfeste sind auch immer so eine sache, egal ob hochzeiten große geburtstage taufe-er kommt nur dann mit wenn kein fußball läuftt.

Ich muss noch dazu erwähnen dass wir uns hauptsächlich an den wochenenden sehen da wir beide im schichtdienst arbeiten.
Grundsätzlich läuft der fernseher wenn er zu hause ist-in ca.85 % nur fußball oder anderer sport. unternehmungen sind kaum noch da, weil ja sicherlich grad irgendwas im fernsehen äuft was mit fußball zu tun hat.
sobald er kann fährt er zum fußball, so auch an meinem geburtstag, an unserem letzten jahrestag und und und. Seinen urlaub legt er auch so, dass er möglichst viele heimspiele sehen kann (dauerkarte) weshalb wir schon seid mehreren Jahren nicht mehr richtig im urlaub waren.

Wenn er nicht zum spiel kann ist er tagelang sauer und schlecht gelaunt. Mittlerweile kommen öfters mal sprüche, wie am liebsten würde ich meinen job kündigen, damit ich zum spiel kann.
Zeit für mich hat er in den setensten fällen, wenn er nach hause kommt ist er meist müde und will seine ruhe und am wochenende läuft permanent sport im fernsehen, abends im bett, morgens nach dem aufstehen und über den tag verteilt, pflichten im haushalt nimmt er gar nicht mehr wahr.

Weiß nicht wie ich mich verhalten soll, ich kann und will ihm sein Hobby nicht nehmen aber sprüche wie "Wenn du versuchst mir meinen fußball zu nehmen dann mach ich schluß" oder "Fußball ist mir nunmal wichtiger als alles andere" sind sehr verletzend. Ich überlege mittlerweile ob ich mich trennen sollte, aber bringe es bisher einfach nicht übers Herz. Wenn er Fußball schaut versuche ich mich anderweitig zu beschäftigen oder setzte mich dazu aber sobald ich einen pieps von mir gebe kriege ich zu hören, dass ich bitte still sein soll er schaut ja schließlich fußball. des öfteren war ich mit im stadion aber es ist sehr schwer karten zu kriegen.

Also läuft es meist darauf hinaus dass er fern sieht (sport) und ich lese.
Weiß nicht wie ich damit umgehen soll, weil ich mich schon irgendwie vernachlässigt fühle aber ihm das deutlich zu machen ist leider nicht so leicht.

Hoffe auf Tips von Gleichgesinnten

Beitrag von keine Lust 02.04.11 - 11:28 Uhr

So einen süchtigen Mann würde ich in den Wind schießen.
Denk mal, wie es in 10 Jahren wäre, mit zwei Kindern. Der Vater hat nie Zeit für irgendwelche Veranstaltungen, Familienfeiern, du stehst mit allem allein da.
Du könntest dich nichtmal beschweren, denn er könnte sagen, du hast gewusst, dass mir Fußball das Wichtigste ist.

Beitrag von nurse1984 02.04.11 - 11:44 Uhr

Das stimmt schon, aber ich hoffe ja immer dass es sich bessert, so extrem wie es im moment ist war es noch nie. Werde morgen versuchen ihn ma aus der wohnung zu kriegen um mit ihm ein letztes mal drüber zu reden, ändert sich dann nichts, werde ich gehen.

Beitrag von der.maulwurf 02.04.11 - 11:37 Uhr

Hallo Nurse.

Das ist echt ein Thema für mich. Ich hab auch so nen Fußball-verrückten daheim....Allerdings ist meiner noch garnix gegen deinen, wenn ich mir das so durch lese. Für mich hört sich das ganz so an, als hätte dein Mann ein ernsthaftes Problem. Und zwar ein SUCHT-Problem.

Spätestens nach der Tatsache das er erst auf den Spielplan schauen muss, um sagen zu können ob und wann er heiratet, wäre ich erstmal WEG gewesen. Geht ja absolut nicht. Und erst wenn er wieder normal geworden ist, wäre ich "vielleicht" zu ihm zurück.

Ich würd mich in einer ruhigen Minute mal mit ihm zusammen setzen und wirklich ernsthaft mit ihm drüber reden. Ich würd ihm sagen, das er sein Hobby gerne weiter ausleben kann, aber die Familie sollte nicht drunter leiden müssen, und vor allem, darf der Fußball NIEmals nie nicht, never EVER an ERSTER Stelle stehen.

Was macht er denn, wenn du mal angefahren wirst? (Gott bewahre das es nie dazu kommt, aber was wäre wenn?) Sagt er dann auch "Och, ich muss erstmal das Spiel zu ende gucken, dann schau ich mal nach meiner Frau?"

Gut, vielleicht ein Krasses Beispiel, aber so wie du es beschreibst, ist das vielleicht gar nicht so abwegig.

REDE mit ihm. Sag ihm, wenn sich nichts ändert, muss er die Konsequenzen tragen. Und bei mir würden die so aussehen:
Koffer packen, und tschüss.

Viel Glück!
Gruß Mauli

Beitrag von nurse1984 02.04.11 - 11:43 Uhr

Danke erstmal für deine antwort.

Aufgrund längerer Krankheit und mehreren Operationen war ich letztes Jahr viele Wochen im Krankenhaus, wo ich dazu sagen muss dass er den Sport etc da etwas hinten angestellt hat, nicht ganz aber wenigstens etwas.

Ich hoffe schwer dass ich ihn morgen mal überreden kann rauszugehen und wenn es nur mal spazieren gehen ist. Hier in der Wohnung kann ich da nicht mit ihm drüber reden.

Er soll sein Hobby ja haben, keine Frage, aber er muss das ganz einfach reduzieren sonst werde ich verrückt.

LG

Beitrag von der.maulwurf 02.04.11 - 11:53 Uhr

Ich würde da auch verrückt werden!

Mein Mann war früher mal (fast) Profi-Fußballer.
In Karlsruhe gibts ja den KSC. Sein Lieblingsverein.
Es hätte nicht viel gefehlt, dann wäre er genau da aufgenommen worden.
Er hat ja sogar mit dem Kahn, und dem Mehmet Scholl zusammen gekickt.
Wäre eine schlimme Fußverletzung nicht dazwischen gekommen, hätte er eine Hammer Fußball-Kariere vor sich gehabt.

Als ich ihn kennen gelernt hab, hat er auch noch im Verein gespielt.
2mal die Woche Training, und Sonntags dann das Spiel.
Das hieß dann für mich und unsere Tochter SECHS Stunden aufm Sporplatz dahin vegetieren und vor Langeweile fast sterben. ODER zuhause bleiben, und da den Tag vergeuden.

Und dazu muss gesagt sein, das der Sonntag unser einziger gemeinsamer Tag in der Woche ist. Mich hat das so angekotzt, das ich irgendwann auch gesagt hab, HEY, der Fußball beherrscht hier voll den Alltag, wir haben deswegen immer wieder Stress, das kanns echt nicht sein.
Verboten hab ichs ihm nie, aber genervt hat es trotzdem ohne Ende.

Zum Glück ist er dann von allein irgendwann gekommen, und meinte er hätte keine Lust mehr, weil er sich zu Alt fühlt, und nicht mehr Fit genug.
Jetzt will er vielleicht demnächst mal mit alten Kumpels einfach so aus Spaß kicken. Soll er auch, ich freu mich für ihn. Aber mir graust es schon wieder davor, weil er mich unbedingt dabei haben will....

Naja...aber zum Glück spielt er nicht mehr im Verein.
Das war echt übel.

Gruß Mauli

Beitrag von nurse1984 02.04.11 - 12:40 Uhr

Oh das kann ich verstehen, selber fußball gespielt hat er schon lange nicht mehr. war auch immer nur privat mit freunden. Das fand ich auch völlig okay, ergeht viel arbeiten das war ne willkommene Abwechslung, aus lauter Faulheit spielt er nur noch an der P3 Fußball. Das Schlimme ist einfach, dass er alles davon abhängig macht, nichts geplant werden kann ohne Rücksicht auf den Fußball zu nehmen und er nur noch Sport im Kopf hat. Der kennt Städte, die habe ich noch nie gehört, aber die kennt er auch nur vom Sport.

Ich will und kann ihm sein Hobby nicht verbieten, ich freue mich auch, dass er ein Hobby hat das ihm wirklich wichtig ist aber es gibt einfach Grenzen. Dem Verein tut es nicht weh wenn er mal nicht zum Spiel kommt, mir tut es aber sehr wohl weh wenn er wieder mal an unserem einzigen gemeinsamen Tag nicht da ist.

Beitrag von badguy 02.04.11 - 18:20 Uhr

Schalke-Fan?

Beitrag von nurse1984 03.04.11 - 14:51 Uhr

Nein denke aber auch nicht dass das was zur sache tut ;-)

Beitrag von badguy 03.04.11 - 23:30 Uhr

Nu ja, es gibt solche und solche und die einen sind eben ein wenig mehr verstrahlt als die anderen...

Beitrag von vifrana58116 02.04.11 - 21:43 Uhr

Ich will dir nicht die Hoffnung nehmen, aber das hört sich für mich nach einem hoffnungslosen Fall an.
Mein Schwiegervater war ein ähnliches Exemplar. Nicht ganz so extrem, aber für meine SchwieMu nervig genug. Er war unter der Woche auswärts arbeiten, kam freitags heim, griff seine Sporttasche und war erstmal weg zum Spiel (selber spielen). Am Samstag Nachmittag zum Spiel schauen und Sonntags ggf. auch. Irgendwer spielt bei solchen Dorfvereinen ja immer und wenn es die F-Jugend ist. Falls nix war, gab es Fußball und sonstigen Sport im TV. Montags wieder los zur Arbeit. Der Sport hat ihn beherrscht bis zu seinem Tod. Sogar die Trauerrede hat sich zu 95% um den Fußball gedreht. Meine SchwieMu kam so gut wie nie dagegen an. Ich kann gar nicht sagen, wie oft er mir erzählt hat, wieviel fußballerisches Talent mein Mann doch hatte und wie schade es wäre, dass er nichts daraus gemacht hat.

Versteh´ mich richtig (bei uns bin ich der (sehr moderate) Sport- und Fußballfan), ich habe sehr gern mit meinem SchwiePa Sport aller Art im TV geschaut, aber es dominiert nicht mein/ unser Leben.

So wie es sich bei dir anhört, hätte meine SchwieMu vor knapp 37 Jahren wahrscheinlich auch geredet, nur leicht abgewandelt und ohne PS 3 #rofl

Ich kann mir nicht vorstellen, dass er dein Problem überhaupt begreift. Dir bleiben, wenn du eine erfüllte und erfüllende Beziehung führen willst, nicht so irre viele Möglichkeiten, auch wenn dieser Schritt nach 10 Jahren Beziehung extrem hart ist!

Berichte dann mal, ob du ihn vor die Tür bekommen hast und wie er reagiert hat.

Beitrag von girl08041983 02.04.11 - 21:59 Uhr

Wenn du das seit 10 Jahren weiß und auch schon Jahrelang akzeptierst, selber schuld.

Kompromiss: Heiratet an einem Wochentag oder gar nicht, wenn du damit nicht klar kommst.

Ändern wirst du nach solanger Zeit der Akzeptanz das 100% zu Zufriedenheit von euch beiden nicht mehr

Beitrag von nurse1984 03.04.11 - 14:54 Uhr

Natürlich weiß ich das und akzeptiere dass er Fußball-Fan ist. So wie es im Moment ist war es allerdings noch nie, dieser extreme Zustand ist auch erst seid ca.6-12 Monaten so.
Ich will ihn nicht ändern, ich will nur nicht mehr dass vom Fußbal alles abhängig ist, zumal wir an unserem Jahrestag heiraten wollten, was aber nun mal ein Freitag ist-das Thema stellt sich für mich im moment aber auch gar nicht. Ich möchte nur dass er es wieder etwas reduiziert und damit meine ich vor allem den Fußball Konsum hier zu Hause.

Beitrag von girl08041983 03.04.11 - 15:25 Uhr

Dann versuch mit ihm zu reden, klappt das nicht und Fussball ist ihm wichtiger als an euren Jahrestag zu heiraten, würd ich es definitiv lassen.

P.s. ich hab zu meinem gesagt dass er gern nach der Hochzeit ins Stadion kann und er hat mir den Vogel gezeigt. Wir heiraten auch an unserem Jahrestag was glücklicherweiße ein Freitag ist

Beitrag von nurse1984 03.04.11 - 16:02 Uhr

So sehe ich das auch, wäre das früher schon sooo schlimm gewesen wie im moment, wäre ich vieleicht gar nicht hieher gezogen, da haben wir uns in unserer wochenendbeziehung öfter gesehen und zeit miteinander verbracht

Beitrag von girl08041983 03.04.11 - 16:57 Uhr

Vielleicht sieht er dich nun als selbstverständlich an und da du die ganze Zeit nichts sagst, denkt er du akzeptierst es.

Beitrag von vifrana58116 03.04.11 - 21:30 Uhr

Konntest du denn nun mit ihr reden? Da du nachmittags geschrieben hast, scheint ihr ja nicht vor der Tür gewesen zu sein?!

Beitrag von nurse1984 04.04.11 - 14:53 Uhr

Nein leider nicht, was aber nicht seine schuld war, er musste gestern arbeiten hat das aber erst am samstag erfahren -hatten verkaufsoffen und musste für nen kranken kollegen einspringen.
hoffe dass wir dann heute abend dazu kommen, wenn er denn pünktlich feierabend machen kann sollte er gegen sechs hier sein.

Beitrag von fussverbieger 06.04.11 - 14:38 Uhr

Extrem Fußballverrückt sind viele Männer,- das kann sehr ausaten und wird auf lange Sicht auch dazu führen, dass (zu eilig geschlossene) Ehen recht schnell scheitern werden.
Gehört die Partnerin zu den Frauen, die "klammern", bzw. den Mann für sich haben wollen, dann kann die Ehe nur scheitern.

Ich selbst bin zwar absolut kein Fußballfan, habe dafür aber zahlreiche andere Interessen. Als Workoholic witme ich den Überwiegenden Teil der Woche meinem Job und weil das anscheinend nicht genug ist, helfe ich auch zahlreichen Eltern und Kindern in meiner Freizeit (etwa hier im Forum).

Daneben brauche ich aber auch Abwechslung. Also habe ich eine Modellbahnanlage, die einen Raum von knapp 30qm füllt und sehr zeitintensiv sein kann.
Weil dieses aber nicht alles sein kann, übe ich noch mein Foto- und Filmhobby aus. Es kommt Sonntags oft vor, dass ich drei Stunden (auch ehrenamtlich) arbeite, danach 5 Stunden mit einem Filmschnitt beschäftigt bin und danach zwei drei Stunden an der Modellbahn arbeite oder nur spiele.
Zwischendurch muss ich mit dem Hund raus...

Für eine "echte" Familienbeziehung, so wie die meisten Frauen es sich wünschen, habe ich also überhaupt keine Zeit und ehrlich gesagt auch keine Lust.
1990 habe ich den Fehler gemacht und geheiratet,- 1991 - 1995 war ich nur wegen der Kinder zuhause,- aber seit 93 hatte ich im Haus zwei eigene Zimmer für mich. Das funktionierte aber nicht, so zog ich 1995 aus und lies mich scheiden. Meine Frau akzeptierte mein Leben nur bis zum Hochzeitstermin und meinte später, mich umkrempeln zu können....

Für meine Kinder war ich selbstverständlich auch nach der Scheidung noch da und hatte sogar ein Kinderzimmer. Später ist eine Tochter sogar bei mir eingezogen....

Kurz um: Ich bezeichne mich seit der Scheidung selbst als nicht beziehungsfähig, eben weil ich meinen Job liebe und Hobbys habe, die ich niemals nur für eine gesunde Ehe aufgeben würde.