Topiramat und Valproat

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Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von kati543 02.04.11 - 16:00 Uhr

Nachdem meine Epi nun offensichtlich wieder beschlossen hat, aktiv zu werden :-( und Valproat nun nicht mehr hilft, meinten meine 3 Neurologen, es müsse ein zweites Antiepileptika rein. Naja...man hat sich dann für Topiramat entschieden. Aber so richtig glücklich bin ich damit nicht. Jetzt habe ich vom Valproat Tremor und vom Topiramat Wahrnehmungsstörungen, Halluzinationen und Konzentrationsstörungen. Man, wo soll denn das noch enden? Oh...und ich nehme bisher nur 50mg täglich vom Topiramat - das wird erst eingeschlichen. Der letzte Anfall war vor 1,5 Wochen - Grand mal.
Hat jemand von euch Erfahrung mit Topiramat, ob das dann aufgehört hat nach der Anfangsphase? Oder ist das schlimmer geworden?

Beitrag von krokolady 02.04.11 - 19:09 Uhr

Wenn du Grand mal Anfälle hast ist Topamax wirklich ein ideales Medi.
Das wird selbst bei kleinen Kindern sehr gern angewendet - eben weil es wenig Nebenwirkungen hat........wie auch Valproat.

Was allerdings bei Topamax auftreten kann ist Probleme mit dem Schwitzen.....bei Kindern ist das jedenfalls oft so.

Ansonsten würde mir noch Keppra einfallen.......was ich persönlich noch vor Topamax testen würde.
Oder auch Brom!

Beitrag von kleinemaus873 04.04.11 - 09:46 Uhr

Hallo


Mein kleiner nimmt seit über einem jahr schon Topiramat und ist seitdem "fast" anfallsfrei. Er hat nur minimale kleine anfälle und das wars. Er bekommt frühs 50mg und abends 37,5mg.


Er hat auch keinerlei nebenwirkungen und entwickelt sich sehr gut(ausser sprachlich^^ aber das hat damit ja nichts zu tun.) Wir laufen sehr gut damit und werden es auch noch ein bissl behalten....


ich drück dir die daumen das du richtig eingestellt wirst.

ich würde auch nochmal mit deinem Neuro reden wegen den Nebenwirkungen.


Lg kleinemaus mit zwuck 25monate

Beitrag von kati543 04.04.11 - 14:04 Uhr

Danke euch beiden. Ich habe nächste Woche wieder einen Termin bei meinen Hauptneurologen. Mal sehen, was er meint.

Beitrag von aoiangel 05.04.11 - 11:21 Uhr

Ich nehme seit ca. nem halben Jahr Topiramat, habe jetzt in den letzten 2 Wochen recht zügig von 50 über 75 auf 100mg gesteigert.
Aber auch nur weil wie meine Ärztin auch sagt es wohl "relativ" problemlos vertrage.

Wie lang nimmst du es jetzt? Als ich angefangen habe, waren soweit ich mich noch erinnere die Nebenwirkungen heftiger, wurden dann mit der Zeit aber weniger.

Ganz konkret hatte ich anfangs ganz selten mal kurze "Halluzinationen" bzw. eher so das ich abends im Bett lag und mir Bilder in den Kopf schossen, meist recht grausige.
Ich habe nur ganz leichte Probleme mit dem Gedächtnis, was meines Wissens nach auch vom Topi kommt, teilweise ist es so das ich genau weiß welches Wort mir vorschwebt, mir es aber einfach nicht einfallen will, gerade bei Fremdwörten.
Ganz zu Anfang, ich glaub da hab ich es keine 2 Wochen genommen fiel mir nicht ein das die Verkehrsregel "Rechts vor Links" auch "Rechts vor Links" heißt.
Da hatte ich dann kurzzeitig mal beschlossen falls es so weitergeht wieder abzusetzen.
Aber das war eigentlich das was mir die ganze Zeit am einprägendsten im Kopf geblieben ist.

Was ich öfter mal habe sind Parästhesien, also Kribbeln in den Extremitäten, meist in den Fußsohlen. Das wird deutlich besser wenn man auf kaliumreiche Ernährung achtet. Hat mir die Ärztin empfohlen, seitdem gibts jeden Tag 1-2 Bananen (Avocados, Datteln, Linsen, Spinat und Fenchel haben auch noch einen recht hohen Kaliumgehalt).

Worauf du auch achten solltest ist dein Essverhalten, gerade wenn du eh schon so große Veränderungen an dir bemerkst. Viele Leute die Topiramat nehmen, hören einfach auf zu essen.
Ich kann nicht sagen wie es bei mir ist, denn ich war extrem übergewichtig, mache seit 16 Monaten Weight Watchers und habe jetzt gut 32 kg abgenommen damit.

Also, ich würde vielleicht noch ein wenig abwarten.

Ach, da fällt mir gleich noch was ein, was ich anfangs tierisch hatte, war Übelkeit, mir war morgens oft kotzübel, das ging teils bis mittags, wurde mit der Zeit aber auch besser (ich weiß nicht wie du verhütest, aber orale Kontrazeptiva können auch unwirksam werden durch Topiramat).

LG Anne

Beitrag von kati543 05.04.11 - 12:48 Uhr

Hallo Anne,
du bist ein Schatz... :-) Ja, solche Sachen sind das eben. Aber ziemlich heftig. Ich vergesse permanent wie Sachen heißen mitten im Gespräch (mein Mann hält mich langsam für verrückt). Dazu kommt dann noch eine allgemeine Vergeßlichkeit (die aber vorher schon da war ;-) man muß ja nicht immer alles auf die Medis schieben), eine gaaaanz leichte Gangunsicherheit (arg....) und fiese Halluzinationen (Dinge hören und sehen). Aber am allerstörendsten ist es, dass sich jetzt alles irgendwie anders anfühlt. So als würde man alles durch eine dicke Gelschicht spüren --> also fast gar nicht.
Kein Wunder, dass dieses Medikamen eingeschlichen werden MUSS. Bei den Nebenwirkungen.
Naja, auf die Eßnebenwirkung hoffe ich ja. 20 kg weniger kann ich gut brauchen. Immerhin hat das Topiramat noch Valproat als Nebenspieler und das bewirkt genau das Gegenteil :-)