Nochmal Frage:Komplikationen in großen KH oft "hausgemacht"?

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von derhimmelmusswarten 02.04.11 - 19:54 Uhr

Wie ich schon letztens berichtet habe, ist die Geburt meiner ersten Tochter sehr schlecht gelaufen (s. Bericht weiter unten). Ich war in einem Krankenhaus, das ca. 1200-1300 Geburten im Jahr hat. Das größte im nördlichen Rheinland-Pfalz mit Kinderstationen und Kinderintensivstation. In dieses Krankenhaus gehen alle Leute aus der ganzen Umgebung mit Frühgeburten, Komplikationen im Vorfeld, Mehrlingsschwangerschaften. Die umliegenden kleineren Krankenhäuser (die so bei 500 Geburten im Jahr liegen) haben alle keine Kinderstationen und keine 24 Stunden anwesenden Kinderärzte. Passiert also was mit dem Kind, wird es in das Krankenhaus transportiert, in dem ich war.

Nun ist dort meine Geburt schief gelaufen. Bei einer Bekannten lief vor Monaten der Kaiserschnitt schief und das Kind kam auf die Intensivstation. Und nun habe ich noch gehört, dass eine Frau, deren Kind aufgrund der schief gelaufenen Geburt behindert ist, auch dort entbunden hat :-( Klar- es kann überall was passieren. Aber alle anderen Leute, die ich so kenne haben in den kleineren Krankenhäusern entbunden und die hatten schlichtweg echt alle Glück. Keine Komplikationen. Alle konnten nach 3 Tagen heim etc.

Ich frage mich nun ernsthaft, ob in so großen Kliniken, wo es täglich so viele Geburten gibt, es auch zu mehr Komplikationen kommt? Ich meine, das sind nun allein drei Geburten in den letzten 2 Jahren, von denen alleine ich weiß. Da ist es ja wahrscheinlich, dass die Zahl von schief gelaufenen Geburten noch weitaus höher ist. Macht man dort vielleicht zu viel Panik? Hat man dort zu wenig Zeit?

Wir überlegen nun, ob wir uns doch für ein anderes Krankenhaus entscheiden sollten. Aber die umliegenden haben wie gesagt alle keine Kinderstationen und keine ständig anwesenden Kinderärzte. Natürlich gibt es auch andere größere Krankenhäuser außer dem, in dem ich war, die auch Kinderstationen haben, aber die sind dann auch noch weiter entfernt. Und zu dem, zu dem ich wollte, sind es schon ca. 25 km.

Vielleicht sind ja auch Krankenschwestern hier, die was dazu sagen können. Ich bin nun wirklich unsicher.

Beitrag von sandra103 02.04.11 - 20:06 Uhr

Hallo!

In großen Krankenhäusern (v.a. Uni-Kliniken) und Privat-Kliniken ist sehr häufig die KS-Rate sehr hoch. Allgemein geht die ja immer höher in der klinischen Geburtshilfe, aber anhand der KS- und Komplikationshäufigkeit (kannst ja überall deren Statistiken erfragen- v.a. anhand von "Geburtsstillständen" und so ) lässt sich schon sehr gut ableiten, wie das jeweilige KH so drauf ist.

Wäre ein Geburtshaus keine Alternative für dich? Oder gibts in deiner Nähe keinen hebammengeleiteten Kreißsaal (da kommen nur im WIRKLICHEN Notfall Ärzte).

LG,Sandra

Beitrag von derhimmelmusswarten 02.04.11 - 20:10 Uhr

Die Kaiserschnittrate in dem Krankenhaus, in dem ich war liegt wohl bei 40 %: Ich glaube, das ist recht viel, oder? Hebammengeleitete Kreissääle gibt es meines Wissens nach hier in der Nähe nicht. Da sind immer Ärzte bei der Geburt anwesend. Halt Assistenzärzte. Und auch Geburtshäuser sind erst in weiterer Entfernung und ich bin ja auch schon recht weit. Für sowas wird es wohl schon zu spät sein, was die Planung angeht.

Beitrag von tragemama0709 02.04.11 - 20:24 Uhr

Hallo,

wir haben uns extra für ein kleines Krankenhaus ohne Kinderklinik entschieden.

Der KIA ist innerhalb von 5 Minuten da. Er hat mehr Erfahrung mit Kindern als mache Ärzte in der großen Klinik. Und viel wichtiger hat hat nicht schon 24 Stunden und länger gearbeitet.

Bei uns gab es damals das Probelm das die Herztöne ganz ganz schlecht waren. Die Arzte und Hebammen haben total toll reagiert. Bei den ersten Problem schon lange vor der Geburt wurde der KIA vorinformiert das es evt. Probleme gibt. Er hat zwischendurch angerufen und immer gefragt wie es läuft.

Als das CTG immer schlechter wurde, wurde im Hintergrund ohne mir was zu sagen und mir Angst zu machen, als für einen Notks fertig gemacht

Im großen Krankenhaus hätte ich nicht mehr aufstehen dürfen, in dem Krankenhaus wurde ich "gezwungen" aufzustehen.

Dadurch brauchte ich keinen KS und keine Saugglockengeburt.

WAs ich da auch toll fand war, das ein Kind mit einer leichten Neugebornengelbsucht oder infektion immer auf dem Zimmer gehandelt wird und nicht in die Kinderklinik kommt

Beitrag von marion2 02.04.11 - 20:27 Uhr

Hallo,

der Eindruck trügt.

Die Kaiserschnittrate in "meinem" KH war vergleichsweise niedrig. Ich hätte einen haben können (Zwillinge) - mir wurde aber vom KH her schon davon abgeraten.

Gruß Marion

Beitrag von svala 02.04.11 - 20:54 Uhr

Hallo,

das ist eine interessante Frage, die man meiner Meinung nach aber nicht pauschal beantworten kann.

Es beginnt ja schon bei der Frage, ab wann man von Komplikationen spricht. Ich habe in einem KH entbunden ohne Kinderklinik und ohne 24 h Kinderarzt. Trotzdem endete die Geburt in einem NotKS und damit, dass mein Kleiner auf die Kinderintensiv der nächsten Kinderklinik verlegt wurde. Bis heute beschäftigt mich die Frage, warum es soweit gekommen ist und ich habe für mich eine Antwort gefunden von der ich überzeugt bin.

Ich glaube, es hängt weniger an der Größe des KH sondern einfach an der Einstellung der jeweiligen Ärzte und Hebammen. Meiner Meinung nach wird heutzutage einfach zuviel in den natürlichen Geburtsverlauf eingegriffen :-(. Versteht mich nicht falsch. Im Einzelfall wird ein durchdachter Eingriff vielleicht sinnvoll sein, aber ich habe einfach das Gefühl, dass die Kliniken heutzutage einfach durch solche Eingriffe aufs Gaspedal drücken nach dem Motte "Zeit ist Geld" und "je länger die Geburt geht, desto eher gerät man in die Haftung wenn was schief geht, da man eben eine lückenlose Überwachung gewährleisten muss".

Konkret: Bei mir wurde - kaum war ich mit aushaltbaren regelmäßigen Wehen im 3 Minutentakt und 2 cm Mumu im KH angekommen - die Fruchtblase gesprengt mit dem Argument "das kann sonst noch 3 Tage dauern und dann können sie nicht mehr wenn die Presswehen kommen". Das war im Nachhinein der totale Schwachsinn #klatsch. Resultat: die Wehen waren von jetzt auf gleich kaum auszuhalten. Also wurde mir die PDA schon fast aufgezwungen mit dem Argument "sonst ist die Muskulatur verkrampft und das Kind kommt schwerer durch"#klatsch . Ergebnis: Drei Versuche die PDA zu legen endeten erfolgreich aber mit dem Nachteil, dass mein Blutdruck ins Bodenlose gefallen ist. Also ständig blutdrucksteigernde Medikamente etc #aerger.

Sie hatten damit recht, dass sich der Mumu mit der PDA sehr schnell geöffnet hat, aber sie hat eben auch den Geburtsverlauf verändert (was oft durch die PDA passiert was Studien belegen). Nach 2 h Presswehen stellten sie dann bei einer MBU fest, dass die Sauerstoffversorgung meines Kleinen eine Katastrophe war und es musst daher noch auf dem Kreißssaalbett ein NotKS in VN gemacht werden #schmoll.


Natürlich weiß ich nicht, wie die Geburt verlaufen wäre, wenn man die Blase nicht so früh gesprengt und keine PDA gelegt hätte, aber niemals mehr werde ich ohne gravierende Gründe derartigen Maßnahmen zustimmen #nanana.

Ich kenne zwei Frauen mit Uterusrupturen bei der zweiten Geburt nach einem KS. Bei beiden Frauen wurde eingeleitet. Bei einer davon 4 Tage nach ET. Grund für die Einleitung: "man will bei Zustand nach sectio nicht über den ET gehen". Ich kann mir da nur an den Kopf fassen #klatsch. Warum denn nicht? Wenn Fruchtwassermenge und die Versorgung stimmen und es der Mutter noch einigermaßen gut geht, warum soll man da nicht noch ein paar Tage warten. Nein, mal leitet ein, erhöht damit das Risiko der Ruptur und am Ende kommt per NotKS ein schwerbehindertes Kind auf die Welt und das Leben einer ganzen Familie ist zerstört #heul.

Ich habe nach meiner Vorgeschichte nicht den Mut in ein Geburtshaus zu gehen. Aber ich werde dieses Hineinpfuschen in eine Geburt nicht mehr zulassen, wenn die Ärzte mir davor nicht plausibel erläutern können, dass schwerwiegende Gründe das jetzt unbedingt erfordern.

Und um zu Deiner Frage zurück zu kommen: Ich glaube, dass eher in größeren KH diese Tendenz besteht, den Geburtsverlauf zu beschleunigen, aber eben durchaus auch in kleineren KH. Deswegen würde ich meine Entscheidung wo ich entbinde auch davon abhängig machen, wie man im Vorfeld auf meinen Wunsch, dass ich ohne Einflussnahme in den Geburtsverlauf entbinden möchte, auch wenn es lange dauert - reagiert.

Viele liebe Grüße und eine komplikationslose Geburt
Svala
Viele liebe Grüße
Sarah


Beitrag von seikon 02.04.11 - 22:39 Uhr

Genau sehe ich es auch. Es kommt weniger auf die größe des Hauses an, sondern auf das Personal und die Einstellung der Mutter.

Ich finde auch, dass manche Ärzte und Hebammen zu sehr pfuschen. Manche wollen sicher den Frauen was gutes tun indem sie die Geburt anschubsen, damit es nicht so lang dauert. Aber oft ist es für die Frauen dann schlimmer, als wenn man einfach die Natur machen lässt.

Bei meiner zweiten Geburt hatte ich meine eigene Hebamme und da wurde (ausser dem AB Tropf wegen Streptos) nichts gemacht. Ich hatte insgesamt glaube ich 3 MuMu Untersuchungen. Einmal zuhause, um zu sehen, obs wirklich los geht oder falscher Alarm is, einmal im KH und einmal kurz vor den Presswehen.
Ich wurde völlig in Ruhe gelassen und durfte alles so machen, wie ICH das wollte.
Wir waren keine 3 1/2 Stunden im KH und mein Sohn war putzmunter auf der Welt.

Ich würde mir persönlich wieder ein eher kleines Haus suchen, mit wenigen Geburten (da ist es nicht so hektisch) und meine eigene Hebamme mit nehmen. Aber beim nächsten mal entbinde ich auch ambulant.

Beitrag von sillysilly 02.04.11 - 22:06 Uhr

Hallo

also bei uns sind die großen Kliniken mit Kinderstationen eben bei Problemfällen, Behinderungen, Auffälligkeiten ect. so beliebt.
Eben wegen der guten Überwachung.

Dadurch ist zum Beispiel die Kaiserschnittrate sehr hoch, aber eben weil es z.B. viele Zwillings, Drillingsgeburten oder Kinder mit Herzfehlern sind
das verzerrt das Bild auch etwas

aber was ich sagen kann, bei mir und meinen Freundinnen wo es ganz, ganz unschön gekippt ist, ist es weil man es zu lange ausgereizt hat.

Bei mir war es ein klarer Hebammenfehler die um jeden Preis die normale Geburt wollte. Obwohl die Ärzte für den Kaiserschnitt waren, ich mittlerweile auch ..... wollte sie es unbedingt weiter probieren .........
Bei Freundinnen war es ganz ähnlich

Eine Freundin arbeitet im Kreissaal Op und kann das nur bestätigen.
Ist wohl aber auch so, weil ein wahnsinniger Konkurrenzkampf unter den Hebammen besteht, wer eben wenige Kaiserschnitte braucht


Grüße Silly

Beitrag von diana1101 02.04.11 - 22:16 Uhr

Hi,

das "Problem" bei großen Krankenhäusern ist ja, das viele Frauen dort entbinden und das dadurch die Komplikationsrate schon höher ist, als in Krankenhäusern mit weniger Entbindungen. Alleine durch die Patientenanzahl.

Ich habe z.B. auch in einem Krankenhaus mit Kinderklinik und Kinderintensiv entbunden und kenne noch ganz viele andere Frauen bei denen alles gut gegangen ist.
Für mich persönlich kommt immer nur rein Krankenhaus mit Kinderintensiv in Frage, alleine schon aus gesundheitlichen Gründen meinerseits.
Meine Kleine ist 2 Tage nach der Geburt auf die Intensiv gekommen.. und ich bin 6 Tage im KH geblieben!

Allerdings kenne ich auch eine Frau mit ihrer Tochter, wo in dem besagten Krankenhaus super viel schief gegangen ist. Die Kleine wird ihr lebenlang behindert sein.

Die Klinik ist ca. 25 km entfernt.

Wir haben auch noch ein Krankenhaus, welches nur 5 min entfernt ist - allerdings ohne Kinderklinik.
Bis vor ca. 1 Jahr war es dort so, das sich das KH nur halten kann, wenn mindestens 500 Geburten dort stattfinden.... es war immer kanpp.
Ausserdem wurden dort viele Kaiserschnitte gemacht, weil die mehr Geld bringen,als eine spontan Geburt.

Ich kann dich verstehen, das du bedenken hast.. aber ich würde nur dort entbinden wo ich mich gut aufgehoben und wohlfühle...
... und wenn keine medizinischen Gründe dagegen sprechen auch in einem KH ohne Kinderklinik entbinden.

LG Diana - die zwar Krankenschwester ist, aber von Gynäkologie keine Ahnung hat...#augen - man wird mit der Zeit ein "Fachidiot"

Beitrag von qrupa 03.04.11 - 09:51 Uhr

Ich denke das ist ein ganz einfaches rechenexempel.
Bei nur 500 Geburten im Jahr stehen die Chancen dass du ganz allein im Kreißsaal bist ziemlich gut. Das heißt auch dass die Hebamme, wenn sie ihren Job gut macht, sehr viel Zeit für dich hat, sich damit nicht beinahe ausschließlich auf die Technik verlassen muß, weil sie Zeit hat bei dir zu sein und sich eben nicht nebenbei noch um 3 anderen Frauen kümmern muß.
Und je besser deine Betreuung um so schneller können Komplikationen erkannt werden und meist noch behoben bevor sie zu einer echten Notsituation führen. Wenn du eine Kliniken hast wo die Hebammen völlig überlastet sind und nur alle 2 Stunden mal den Kopf zur Tür reinstecken, schnell nen Blick auf's CTG werfen und wieder weg sind, der Raum schnell wieder frei werden muß weil die nächste Frau schon vor der Tür steht,...

Klar, in großen Kliniken kommen mehr Sonderfälle, aber alles in allem ist eine KS Rate von mehr als 10% nicht nötig, Sonderfälle eingeschlossen.

Beitrag von hoernchen123 03.04.11 - 11:13 Uhr

Ich denke, so pauschal kann man das wirklich nicht sagen. Ich habe beide Kinder in sehr großen Kliniken bekommen (einmal Charité Berlin, ca. 4000 Geburten/Jahr, einmal Klinkum Westend, ca. 2000 Geburten pro Jahr).

Beide Male ist alles wunderbar gelaufen, wir hätten sofort (also nach ambulanter Geburt) gehen können, aber ich wollte das einfach nicht. Wir sind jeweils 2 bzw. 3 Tage geblieben. Die Geburten liefen gut, keine "hausgemachten" Komplikationen, beide Male kein Dammschnitt (und auch kein Riss). Ärzte habe ich jeweils erst bei der eigentlichen "Pressphase" gesehen (und beim zweiten Kind mal kurz zwischendrin, als der Hebamme das CTG nicht gefiel und die Oberärztin nur mal SCHAUEN sollte - mehr hat sie auch nicht getan), sonst wurde ich nur von einer Hebamme betreut, die nicht gedrängelt hat oder irgendwas...Es waren Geburten, wie man sie auch im Geburtshaus hätte haben können - aber da man ja vorher nie weiß, wie es läuft, war mir persönlich ein großes KH wichtig.

Zumal die Kinder halt (zumindest hier in Berlin) meist ALLEIN verlegt werden aus den kleinen KHs. Das heißt, am Ende sitzt du in dem einen KH und das Kind ist im anderen KH. Das wollte ich unbedingt vermeiden.

Du musst bei den großen Kliniken bedenken, WER dort entbindet. Wer eine Risikoschwangerschaft hat, wird nicht in ein kleines KH gehen - sondern in ein großes mit Neonatologie etc.. Nun ist aber bei einer Risikoschwangeren eher davon auszugehen, dass die Geburt nicht so reibungslos verläuft. Nicht umsonst wird bei bestimmten Risikofaktoren auch ein Geburtshaus die Schwangere ablehnen....

Und es ist einfach mal so, dass bei Frühchen, Risikoschwangerschaft etc. die Geburt eher mal mit Kaiserschnitt oder Dammschnitt endet (ja, sogar bei Frühchen, deren Kopf hält nämlich nicht so viel Druck aus). Das schlägt sich natürlich in der entsprechenden Rate nieder. So gesehen kann man nur Kliniken vergleichen, die auch in etwa die gleiche "Zielgruppe" an Patienten haben.

Geh einfach in das KH, in dem du dich am wohlsten fühlst.

LG

Beitrag von lebenslichter 03.04.11 - 16:42 Uhr

Hallo,

ich denke, pauschal kann man das nicht sagen. Ich habe letztes Jahr in einem KH mit ca. 1100 Geburten pro Jahr entbunden und die Geburt war super. Grund war v.a. auch, dass ich vorher einen Geburtsplan abgegeben habe, in dem stand, was ich will und was nicht. Und es haben sich auch alle daran gehalten. Außerdem hatte ich das große Glück, dass sich die Hebamme die gesamte Zeit nur um mich kümmern konnte, was man natürlich nicht immer garantieren kann, in keinem KH. Ich empfehle dir, in das Krankenhaus zu gehen, in dem du dich am sichersten fühlst und einen Geburtsplan anzufertigen. Das kann schon eine Menge ausmachen. Schiefgehen kann in jeder Klinik etwas, aber du kannst im Vornherein klären, was du willst und was nicht und so die Umstände der Geburt - so weit möglich - beeinflussen.

Lg,
Lebenslicht

Beitrag von meandco 03.04.11 - 16:55 Uhr

nun wie du selbst schon schreibst:

da landen alle die sowieso schon komplikationen haben zusätzlich zu denen die so kommen.

daher hast du a) eine hohe geburtenrate (was die wahrscheinlichkeit erhöht das was schiefgeht - schon alleine rechnerisch) und b) potenziell mehr chance für probleme weil die meisten ja schon mit komplikationen kommen.

auch die ks-rate ist sehr hoch - denn alle besonders komplizierten fälle werden dort gemacht, und da wird meist ein ks bevorzugt ...
und: ks ist eine op. jede op birgt risiko ...

andererseits ist natürlich auch der stress anders als in den kleinen kliniken ...

du wirst dich entscheiden müssen - kinderstation oder nicht. dazu kann und will ich dir nichts raten. aber damit steht und fällt es. und 25 km sind mit dem krankenwagen und blaulicht dann auch nicht soooo lang - 5-10 min je nach streckenbeschaffenheit? #kratz

lg
me

Beitrag von shorty23 03.04.11 - 17:10 Uhr

Hallo,

also ich und auch 3 andere Freundinnen waren in einem KH, in dem es ca. 3000 Geburten pro Jahr gibt, keine von uns hatte Komplikationen, alles ging problemlos, auch von Panik oder eventuellen "es muss jetzt mal was gemacht werden" Sachen habe ich dort noch nichts gehört, aber das muss ja nicht heißen, dass es dort so was nicht gab. Ich habe den Arzt nur 2x gesehen, am Anfang kurz und dann kurz bevor die Kleine da war, sonst waren nur die Hebammen da. Ich fand es eher danach anstrengend und würde mich deshalb bei einer erneuten Schwangerschaft für eine ambulante Geburt entscheiden, aber bisher bin ich ja noch nicht mal schwanger!

Sprich doch mal mit deiner Hebamme über deine Sorgen / Fragen, vielleicht kann sie dir helfen?

LG

Beitrag von 221170 03.04.11 - 21:43 Uhr

Ich habe in einem großen KH entbunden, die Geburtenrate liegt noch über dem deinen.
Ich arbeite auch dort, kriege häufig mit was und wer dort hinkommt.
Alle Problemfälle kommen dorthin, daher ist natürlich die Rate der Schwierigkeiten höher.
Die normalen Entbindungen fallen da gar nicht auf.
Bei uns gibts auch jede Menge Kaiserschnitte, woran das liegt...? Ich kann nur spekulieren.
Es ist ein Zeitfaktor, den KS kann man oft planen. Es ist eine Geldfrage, für den KS bekommt das KH mehr Geld.
Ungeduld kommt auch oft dazu.

Ich habe das so gehandhabt:
Meine Freundin arbeitete dort als Hebi. Sie war nicht meine Begleithebamme, aber ich wusste das sie kommt wenn ich entbinde.
Ich habe vorher mit ihr gesprochen und glasklar gemacht das:
Ich auf keinen Fall einen KS möchte, nur wenn das Kind in Gefahr ist
Ich auf keinen Fall einen Dammschnitt möchte (Grund der gleiche wie oben)
Ich nur einen Arzt sehen will wenn es unbedingt sein muß.

Das klappte alles. Später sagte sie mir, hätten wir dauernd einen Arzt dabei gehabt, dann hätte der sicherlich die Saugglocke gezückt. Und geschnitten sicherlich auch.
Sie hat Erfahrung und wartete ab, auch WEIL sie wusste was ich nicht möchte.

Es macht was aus wenn man vorher gewisse Dinge festlegt, allerdings ist das alles über den Haufen geworfen wenn Probleme auftauchen.

Beitrag von sunnygirl1978 04.04.11 - 09:12 Uhr

Frage: Warum möchtest du unbedingt in ein Krankenhaus mit Kinderstation?

Unser erster Sohn kam bei 35+1 in einem Kh ohne Kinderstation zur Welt und dieses wird ganz egal wann es jetzt kommt im Geburtshaus kommen.

Muss sagen bei uns war die erste Geburt für mich ehr stressig - weil enormer stress gemacht wurde und ich habe gesagt - im Krankenhaus nie wieder - denn den stress kriegenb auch die kleinen mit.

Überleg doch mal, warum du diese sicherheit unbedingt brauchst.

Wäre mein sohn damals zu seinem Termin gekommen - 5 Wochen später - war die situation, dass 5 Kinder wegen krankenhausbakterien auf intensiv mussten. So was hat man halt im geburtshaus usw. nicht. Und die haben für notfälle auch sauerstoff usw. da

Viel ERfolg bei deiner Entscheidung.

Sunnygirl 34. SSW