Angehörige von Depressiven - Hilfe

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Beitrag von aussiegirl600 02.04.11 - 20:46 Uhr

Hallo,

Ich adressiere das hier mal an Depressive und an Angehörige oder enge Freunde von Depressiven, denn ich brauche Hilfe.

Die Tochter meines Freundes (18 Jahre alt) ist vor kurzem mit Depressionen diagnostiziert worden. Ihre Mutter ist schon seit ähnlichem Alter in Behandlung. Das Mädchen bekommt jetzt also Medis, aktuell ohne zusätzliche Therapie.

Ich bin aktuell im Ausland, kann also nicht wirklich für sie da sein, aber wir chatten und ich bin ehrlich gesagt mit der Situation überfordert. Ich möchte sie unterstützen, bin aber nicht sicher wie.

Könnt ihr mir evtl Bücher oder auch gern Internet-Foren empfehlen, wo ich mich schlau machen kann?

Denn alles was ich ihr jetzt sagen kann, ist dass ich an sie glaube und auch wenn sie im Moment nicht dran glaubt, es ihr wieder besser gehen wird. Und das ist ja nun etwas schwach!

Wenn ich im Sommer wieder im Land bin, plane ich auch konkret Hilfe bei einer Selbsthilfegruppe oä zu suchen, aber das ist aktuell nicht möglich.

Bitte ratet mir!

DANKE!

Beitrag von frau-mietz 02.04.11 - 23:57 Uhr

Schön, das es Dir nicht am A**** vorbei geht.

Du kannst ihr ein offenes Ohr bieten (das machst Du ja auch schon), das ist wichtig.
Wenn jemand depressiv ist, prallt viel gut gemeintes an der Person ab.
Gerade dann, wenn man selbst nicht betroffen ist.

Meinst Du mit der Gruppe, eine Gruppe für Betroffene oder Angehörige?
Vielleicht schlägst Du ihr vor, in eine Selbsthilfegruppe einzutreten.
Da ist nichts Schlimmes bei.
Ich habe selbst mal eine betreut (zwar nicht wegen Depressionen, aber auch einer psychischen Störung) und die Gespräche, die dort geführt wurden, waren sehr locker.
Es wurde viel über den Alltag gesprochen. Dinge die einen bewegen, stören. Ein Austausch von Gefühlen und Beispielen anhand erlebter Situationen.
Die Krankheit an sich, war zwar Thema, aber nicht pausenlos.
Man ist nicht verpflichtet zu den Treffen zu erscheinen.

Man ist unter Gleichgesinnten.

Wenn Du selbst das Bedürfnis hast, einer Gruppe beizutreten:

Es hilft Dir, Betroffene zu verstehen, auf sie besser einzugehen und vor allem, dass Du mit der Situation gut zurecht kommen kannst und wirst.

LG und alles Gute

Beitrag von aussiegirl600 03.04.11 - 10:06 Uhr

Ich werde ihr die Selbsthilfegruppe auf jeden Fall vorschlagen. Letztendlich ist der Freundeskreis eh eine Selbsthilfegruppe - sie ist nicht die einzige mit Depressionen (ordentlich diagnostiziert und behandelt).

Aber die Gruppe ist eher für mich um zu lernen wie ich mit ihrer Krankheit umgehen soll. Ich weiß, dass ich zB Sachen wie "Reiß dich mal zam" oä absolut nicht sagen darf. Aber ist ein "Ich glaube fest daran, dass es dir wieder besser gehen wird, auch wenn du das selbst im Moment nicht glaubst" okay?

Ich würd das auch machen, damit ich ihren Vater besser unterstützen kann - der ist was Depri angeht vorbelastet (durch seine Ex) und kommt glaub ich damit nicht gut klar.

Heute abend werd ich erstmal eine von den Hotlines hier anrufen, da kann man sich kostenlose Hilfe holen.

Könntest du mir evtl ein Buch empfehlen, in dem ich mich schonmal kundig machen kann? Denn das mit der Selbsthilfegruppe geht frühestens im September weil ich aktuell im Ausland bin.

Beitrag von frau-mietz 03.04.11 - 10:29 Uhr

Ich habe mal ein bisschen im Internet gesucht.

Habe dieses hier gefunden : http://www.amazon.de/Wenn-Mensch-den-liebst-depressiv/dp/349961331X

Ist nicht so teuer und ist gut bewertet worden.
Vielleicht ist das was für Dich/Euch.

LG

Beitrag von aussiegirl600 03.04.11 - 21:49 Uhr

Super! Vielen, vielen Dank! Und da das Buch original auf Englisch ist, hab ich es sogar bei Amazon UK gekriegt. Sollte in ein paar Tagen da sein, vielleicht hilft es mir.

Beitrag von frau-mietz 03.04.11 - 22:18 Uhr

Bitte.

Na das ist doch prima :-)

Ich wünsche viel Erfolg!

Beitrag von schwilis1 03.04.11 - 10:17 Uhr

ich bin keine Angehoerige sondern eine Depressive... bei mir fing das... ehm... keine ahnung... sehr früh an...
Wenn sie sich auf dich einlässt und mit dir redet, dann hoere ihr einfach zu.

Aber achte auch selber auf dich, man kann sich da oft verlieren. ich musste mich von einigen leuten die in der Therapie kennen gelernt habe, distanzieren weil mich ihre Situation oft einfach nur überfordert hat.

Generell find ich es nicht so der Hit Depressionen nur mit Medikamenten zu behandeln... ich hoffe ihr seid da dran.

Beitrag von aussiegirl600 03.04.11 - 21:46 Uhr

Ich bin mit mehr Leuten befreundet, die psychische Probleme haben, also verstehe ich was du meinst und ich weiß auch, dass mich in der Vergangenheit anderer Leute Probleme sehr belastet haben. Das ist mit ein Grund, warum ich auch später mir eine Selbsthilfegruppe suchen will. Ich mag ihr gegenüber als Freundin (und als Partnerin ihres Vaters) eine Pflicht haben - die ich sehr gern erfülle - aber ich werd auch auf mich achten. Danke!

Ich denke auch dass eine ordentliche Therapie mit dazugehört. Besonders weil sie neben der Depri Probleme hat, die man meiner Meinung hat durchaus verkleinern könnte - aber nicht mit Pillen.

Danke für deinen Rat!