Erziehung unserer Kinder - Uneinigkeiten mit dem Partner

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von miss_bucket 02.04.11 - 22:59 Uhr

Hallo ihr Lieben,

nun moechte ich heute hier auch einmal posten.
Normalerweise klappt es bei uns immer recht gut - wir wohnen zwar im Ausland und haben daher keine Oma/Opa/Tanten/Onkel etc. Unterstuetzung, aber davon abgesehen habne wir nen guten Tagesablauf, viel Routine etc.

Unsere Kids (Juni 2007 und Oktober 2008) machen auch am WE noch MIttagsschlaf, wie sie es von der KiTa gewohnt sind.

Heute hat es partout nicht geklappt, ich bin irgendwann entnervt runter, weil unsere Tochter heute sehr frueh auf war und muede - der Kleine war es auch - Augen gerieben, gegaehnt etc. Aber war nix zu machen - die waren so aufgedreht, dass ich meinen Freund hochgeschickt hab.

Der war genauso wenig erfolgreich, wie ich - und hat den Kids damit gedroht, dass er sie nach draussen schickt, wenn sie jetzt keine Ruhe geben.

Gesagt getan - Ruhe war nicht - und er ist dann unter Protest mit beiden Kids an die frische Luft - soweit so gut - sie waren nicht wirklich traurig drueber, wurden dann aber immer mueder und quengelig.

Und mein Freund hat immer wieder gesagt - sie muessen merken, dass es Konsequenzen gibt, wenn sie nicht hoeren - und dass sie deshalb weiter draussen bleiben sollen.
Dann sollte ich mich fernhalten, weil sie unbedingt mit mir reinwollten...und ich wollte sie mitnehmen, weil ich ein gutes Gefuehl hatte, dass sie schlafen wuerden. Er fragte sie noch, ob sie jetzt schlafen gehen wollen (Antwort war Nein).

Das Ende vom Lied - er hat sich resigniert zurueckgezogen und ich hab die Kids ins Bett gebracht.
Danach hatten wir dann ne Riesendiskussion ueber Erziehung, und dass ich seine Authoritaet untergraben habe. (war mir nicht so bewusst in dem Moment).

Ich sehe seinen Sinn noch immer nicht - Konsequent sein - ja sicher!
Aber bis zu dem Punkt des Umfallens? #kratz

Wir verstehen uns sonst blind. In den fast 4 Jahren, die wir jetzt Eltern sind, ist es erst 2-3 Mal in Stresssituationen zu solchen Grundsatzdiskussionen gekommen.

Wir scheinen immer dann anzufangen zu diskutieren, wenn einer von uns etwas mit den Kindern macht (Konsequenz aufzeigen oder aehnliches) und der andere hat eine voellig andere Meinung davon - ich sag meistens sofort, wenn ich anders darueber denke, aber er meint, nicht vor den Kindern (und Recht hat er) - aber spaeter will er dann nicht mehr darueber reden...

Wer erlebt sowas auch manchmal?

Sorry - ich bin immer noch geknickt wegen dem bloeden Streit - mit einem fuer uns beide so wichtigen Thema :-(

Steffi

Beitrag von hoffnung2011 02.04.11 - 23:39 Uhr

oh Steffi, klar solche Diskussionen gibt es bei uns auch. Sie dürfen nicht vor dem Kind statttfinden...haha, meinst du es klappt immer...?!?!?

Weißt du aber zu dem eigentlichem Thema...dein größeres Kind ist für ein mittagschlaf aber wirklich groß..mein wird jetzt drei und selbst da ist es aus. ich habe sie heute zum schlafen geschickt, auch riesiges Theater..wir machen eins..wenn sie wikrlcih k.o. ist, lege ich mich zu ihr...

wenn ich mir halb unsicher bin, lasse ich es locker auf uns zukommen. sie hat in ihrem Zimmer ein DVD Laufwerk, da mach ich geeignete DVDs und sie weiß, sie muss dabei liegen und darf schauen...ja in 50% schläft sie ein..

Es gibt aber schon ganz viele Tage, sie steht um 6 auf, ist irre müde aber es ist nichts mit schlafen...

und was die Streitereien betrifft....aha, ich habe ie Grundregel, es entscheidet zum Teil der, de es dann ausbaden darf...bin ich für die Kids am nachmittag zuständig, entscheide ich..mein Mann mag ja meinen, dass die kids zu viel angezogen sind...ich stehe auf, wenn sie dann krank sind..

Beitrag von jazzbassist 03.04.11 - 11:34 Uhr

Kommt bei meiner Frau und mir auch ab und an (selten) mal vor, dass wir bei irgendetwas mal völlig gegensätzlicher Meinung sind. Wir fanden das nie ein Problem, weil wir doch auch zwei gänzlich unterschiedliche Menschen sind. Wir haben das aber auch nie vor unserem Sohn geheim gehalten. Ich finde, ein Kind sollte glaubwürdige Eltern haben; und dazu gehört auch, dass auch Mama und Papa manchmal einige Dinge halt einfach anders sehen. Das hatte für mich nie etwas mit »Autorität untergraben« zu tun - Kinder sind keine blutsaugenden Vampire, dessen einziger Lebenszweck es ist, einen Weg zu finden, seine Eltern in den Wahnsinn zu treiben. Das beginnt erst in der Pubertät #huepf

Man sollte m.E. nur vermeiden, grundsätzlich gegensätzlicher Meinung zu sein - respektive - einfach in alltäglichen Situationen unterschiedlicher Meinung zu sein. Sonst heißt es irgendwann einfach: »Wenn ich Mama frage, darf ich nach dem Abendbrot kein Fernsehe gucken; wenn ich Papa frage, darf ich das => Also frage ich Papa«. Das hat aber immer noch nichts mit »Autorität untergraben« zu tun. Ein Kind fragt den, wo es sich mehr erfolg verspricht; was absolut natürlich ist. Wenn Kinder einen Hund haben wollen, fragen die im Regelfall Mama; wenn Kinder abends mal länger draußen bleiben wollen, wird halt der Papa gefragt. Auch sollte man vermeiden, dass ein Elternteil so immer die Rolle des "Spielverderbers" gedrängt wird.

Und - wenn unser Sohn in dem Alter Theater beim Mittagsschlaf gemacht hätte, hätten meine Frau und ich uns am Abend einfach mal gemütlich bei einem Glas Rotwein zusammengesetzt und darüber sinniert, ob morgen genau der richtige Zeitpunkt wäre, dass mit dem Mittagsschlaf einfach mal sein zu lassen. Zumindest Ihr Großer kann dafür einfach schon zu alt sein - und - große Brüder können kleine Brüder auch problemlos mit anstecken. Vielleicht ist die Lösung auch, dass ganze für den Großen nicht mehr Mittagsschlaf zu nennen, sondern, ihn einfach mit einer leisen Hörspielkasette im Wohnzimmer auf die Couch zu legen, so, dass er sich noch ein bisschen ausruhen kann; wenn er das möchte.

Zum Thema: Konsequent sein. Hmm… Wir haben Erziehung eigentlich nie als einen Kampf gesehen. Sondern eher als Reaktionen auf die natürliche Entwicklung eines Kindes. Wir sind also eigentlich immer davon ausgegangen, dass, wenn unser Sohn sich mal etwas »merkwürdig« verhält, es dafür einen Grund geben wird. Der Grund war aber definitiv nie »Er hört nicht«. Sehr oft war der Grund einfach wirklich diese natürliche Entwicklung - also zu erkennen: »Jetzt ist es kein Protest des protesteswegen mehr, sondern, jetzt ist er einfach alt genug, die 10 Minuten auch mal alleine zu Hause zu bleiben«. In dem Falle war unser Ansatz eigentlich schon, genau dieses »neue Bedürfnis« zu erkennen und nicht, unseren Sohn durch Androhung/Durchführung von Strafen dann dazu zu zwingen, dieses Bedürfnis zu unterdrücken. Das halt also wirklich nichts mit »Konsequent sein« zu tun. Andererseits hatten wir schon ab und an das Gefühl, dass Ursache für etwas war, dass Konsequenzen noch nicht bekannt waren - und - da tendieren wir auch total zu »Konsequent sein«. Aber definitiv auch nicht um jeden Preis; das Wohl unseres Sohnes stand da immer an erster Stelle, und, wir haben Konsequenzen eigentlich nie dazu missbraucht, unseren Sohn irgendwie "klein" zu kriegen.

Das ist manchmal eine total schwierige Gradwanderung; und - sie kann m.E. am einfachsten gelöst werden, wenn beide Elternteile aktiv über Erziehung kommunizieren und sich austauschen. Haben Sie Ihren Mann denn mal gefragt, warum er da »später« nicht mehr drüber reden möchte? Haben Sie selbst eine Idee, warum er da dann nicht mehr drüber reden möchte? Hat es hier eher etwas mit »Ich kann hier keine Kritik ertragen« zu tun? Oder eher mit: »Ach, du bist doch eh immer zu lasch in der Erziehung«? Oder … was sonst? Sie kennen Ihren Mann schließlich besser als ich!

Beitrag von marion2 03.04.11 - 13:48 Uhr

Hallo,

das war aber auch ne blöde Konsequenz von deinem Mann.

Autorität? Respekt? - kann man - falls vorhanden - nur schwer untergraben.

Gruß Marion

Beitrag von schnuffel0101 03.04.11 - 21:10 Uhr

Oh wie gut ich das kenne. Hatten wir heute erst wieder. Es geht um meinen grossen Sohn (5 1/2 Jahre). Er ist aus meiner ersten Ehe. Mein 2. Mann und er haben sich heute den ganzen Tag gestritten. Ok, mein Sohn ist auch im Moment völlig unmöglich, das ist wohl war. Trotzdem muss man doch ein wenig überlegen, welche Wortwahl man benutzt. Schimpfen und schimpfen sind zwei Paar Schuhe. Ich habe heute auch zu genüge geschimpft, aber halt auf eine andere Art und Weise. Mein Mann meinte natürlich wieder, ich würde mir alles gefallen lassen. Er lie´auch nicht mit sich reden darüber.

Du siehst, es geht Dir nicht alleine so.

LG nach Irland

Beitrag von valentina.wien 04.04.11 - 12:46 Uhr

Zwar am Ursprungsthema ein wenig vorbei, aber ich muss es loswerden:

Ich fahre meinem Mann auch schon mal dazwischen (und er mir), wenn er (meiner Meinung nach) unsere Tochter "unangemessen behandelt" - also zu unrecht "schimpft" o.ä.

Mit einem Mann, der nicht der Vater meines Kindes ist, würde ich (auch wenn wir ein Paar wären) nicht so viel diskutieren. Beziehungsweise gar nicht.
Wie lange seid ihr denn zusammen? Und darf dein jetziger Mann "miterziehen"?
Bei sowas bin ich einfach extrem empfindlich....

Beitrag von ...schnuckelchen... 04.04.11 - 16:18 Uhr

wie soll das denn gehen,sie wohnen zusammen und er soll nicht miterziehen????

mein freund ist auch nicht der vater,wir haben völlig verschiedene meinungen was erziehung angeht,und auch wenn ich finde das er übertreibt manchmal,darf er mein sohn(7) mit erziehen!!

wir wollen ja zusammen bleiben,dann kann man das doch garnicht vermeiden....

zahlen darf er fürs kind mit und erziehen nicht oder wie???

Beitrag von valentina.wien 05.04.11 - 11:38 Uhr

Zahlen??

Okay... da ich auch für einige Kinder dieser Gesellschaft "mitzahle" möchte ich ab heute auch Mitspracherecht.
... also Geld verschafft wirklich niemanden ein Recht an einem Kind herum zu erziehen. Diese Aussage schockiert mich richtig.

Aber wie gesagt: ich bin da sehr, sehr heikel. Und wenn ich höre, dass neue Partner (oft zu neu) an Kindern mit herumerziehen und auch noch in einer Art und Weise, welche die Mütter zwar missbilligen, aber stillschweigend ertragen, dann gruselts mich. Und dann noch die Aussage, dass der Mann ja immerhin für da Kind "zahlt" (wie denn???).... brrr.

Beitrag von ichclaudia 07.04.11 - 12:54 Uhr

Hallo,

klar gibt es immer mal wieder kleinere Streitigkeiten....aber wir sind nach kurzer Diskussion immer auf einen Nenner gekommen...

Unabhängig davon, denke ich, dass deine Kinder langsam aber sicher zu alt für Mittagsschlaf sind. Bei uns war mit 2 1/2 Jahren Schluss mit Mittagsschlaf...

LG