Interessanter Artikel zum Thema Töpfchen-Training im "Eltern RATGEBER"

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Beitrag von moeriee 03.04.11 - 11:19 Uhr

Töpfchen-Training? Nur zu!

Aus Angst, ihrem Kind Gewalt anzutun, bereiten es viele Eltern gar nicht mehr aufs Klo vor, stellt Familientherapeutin Nele Kreuzer fest. Und damit, so ihre These, riskieren sie Probleme

„Seit einiger Zeit beobachte ich, dass „Sauberkeit“ in vielen Familien wieder zum Riesen-Thema geworden ist: Vierjährige mit Windel, die fürs große Geschäft hinter den Vorhang gehen und dann „Mama, fertig!“ rufen, Kindergartenkinder mit chronischer Verstopfung, Mädchen und Jungen, die ihre Eltern mit dem Toilettengang erpressen.
In der Familienberatung sprechen mich immer mehr Mütter und Väter auf das Thema Sauberkeit an – oder fragen in E-Mails: „Wir wollen unsere Tochter eigentlich nicht mehr wickeln. Aber sie macht nur in die Windel. Oder gar nicht. Was sollen wir tun?“
Ich bin mir sicher: Wenn ein Kind in wohlgesetztem Deutsch „Könntest du mir bitte die Windel abnehmen?“ sagt, dann ist was schief gelaufen. Da wurde etwas vernachlässigt, was früher selbstverständlich war: die Sauberkeitserziehung. Nennen wir es ruhig Töpfchentraining.
Damit mich niemand falsch versteht: Mir ist völlig klar, dass die Kontrolle der Ausscheidungen auch eine Frage der körperlichen Reifung ist. Ein Kind muss seine Schließmuskeln beherrschen können – und die Nervenbahnen, die dem Gehirn „Blase“ oder „Darm voll“ signalisieren, müssen ausgereift sein. In der Regel ist das am Ende des zweiten Lebensjahres der Fall, manchmal erst mit zweieinhalb.
Tatsache ist, dass neun von zehn Kindern bis zu ihrem dritten Geburtstag den Darm gut kontrollieren können, der Rest ist spätestens ein Jahr später dazu in der Lage. Vor diesem Hintergrund erstaunt die große Zahl von Mädchen und Jungen, die auch im Kindergartenalter noch mit Stinker am Po herumlaufen.
Wie es zu dieser Entwicklung kommt? Mein Verdacht: Eltern wollen es heute besser machen als ihre Großmütter. Die setzten ihre Kinder oft schon mit dem ersten Geburtstag auf den Topf, in der Hoffnung, sie würden dann schneller trocken.
Bis die Wissenschaftler uns verrieten, dass frühes Training wegen mangelhafter Reifung gar nichts bringt, ja die Kinder sogar quält. Gleichzeitig spürten Krabbler dank immer besserer Windeln kaum noch unangenehme Feuchtigkeit am Hintern. Und bald hieß es: Töpfchentraining? Das ist doch von vorgestern!
Die Zurückhaltung der Eltern ist sicher gut gemeint. Dahinter steckt der ehrenwerte Wunsch, sein Kind gleichwertig zu behandeln, ihm nichts vorzuschreiben, es mitbestimmen zu lassen. Und das Gefühl, dem Vierjährigen Gewalt anzutun, wenn man ihn auf den Topf setzt.
Aber das ist ein Missverständnis. Ein Kindergartenkind kann und will nicht alles mitentscheiden. Es kann sich nicht vorstellen, dass Aufs-Klo-Gehen praktischer ist als das Gewurstel mit der Windel. Wenn ihm seine Eltern also aus falsch verstandener Fürsorge oder auch nur aus Gleichgültigkeit die Töpfchen-Nachhilfe verweigern, kann es sein, dass es auch nach vier Jahren noch begeistert mit seinem tragbaren Klosett herumrennt.
Könnte es sein, dass manche Kinder die Windel auch deshalb gut finden, weil sie beim Wickel-Ritual die Aufmerksamkeit bekommen, für die Mutter und Vater im stressigen Familien- und Arbeitsalltag nicht immer die Zeit aufbringen? Dass die Aufmerksamkeit der Eltern von Woche zu Woche größer wird, weil die ganze Windelei sie doch mehr und mehr nervt?
Nicht, dass es der innigste Wunsch eines Kindes wäre, seine Eltern zu erpressen, aber es sieht, dass es ein Mittel hat, mit dem es echt spannende Reaktionen hervorrufen kann. Das Problem: Aus einem Machtkampf geht niemand als Sieger hervor. Wenn die Eltern drohen und Druck aufbauen, schaltet ein Kind auf stur.
Deshalb: Machen Sie es anders! Ringen Sie sich frühzeitig zu einem – moderaten – Töpfchentraining durch. Sie könnten zum Beispiel vor dem zweiten Geburtstag gemeinsam shoppen gehen und Ihr Kind seine „Kindertoilette“ aussuchen lassen, egal ob in der klassischen Form, als Nilpferd oder Auto (nach meiner Erfahrung fühlen sich die meisten Kinder mit Töpfchen wohler als mit Toilettenaufsatz).
Wenn das eigene Klo da ist – erinnern sie ihr Kind regelmäßig daran. Sie können es alle zwei, drei Stunden draufsetzen, sollten jedoch nicht enttäuscht sein, wenn anfangs nicht im Topf landet. Aber loben sie es, wenn was drin ist.
Wenn Sie das Training einige Tage durchhalten, wir Ihr Kind wahrscheinlich spätestens nach einer Woche von selbst auf den Thron gehen, wenn es muss. Manchmal auch erst kurz danach, aber solche Missgeschicke gehören anfangs dazu.
Je entspannter Sie das Töpfchenthema nehmen, desto leichter wird Ihrem Kind das Sauberwerden fallen. Aber ganz ohne Ihre Hilfe geht’s eben nicht.“

Unter www.eltern.de/topf zeigen wir Ihnen lustige und schräge Töpfchen. Da will kein Kind mehr in die Windel machen!

Quelle: Eltern RATGEBER - Das gesunde Kind; Ausgabe April 2011 - November 2011

Beitrag von moeriee 03.04.11 - 11:20 Uhr

Hallo ihr Lieben! #winke

Bei unserem letzten KiA-Besuch habe ich mir den "Eltern RATGEBER - Das gesunde Kind" mitgenommen und einen sehr interessanten Artikel zum Thema "Töpfchen-Training" gefunden. Ich wollte euch diesen nicht vorenthalten und habe ihn mal fix abgetippt. Was meint ihr dazu? Ich finde eigentlich, dass die Argumentation der Autorin sehr schlüssig ist. Ihr dürft euch gerne dazu äußern!

Ich freue mich auf eure Beiträge!

Liebe Grüße #herzlich

Marie mit #baby-Louis (17 Wochen alt) #verliebt

Beitrag von tani-89 03.04.11 - 13:45 Uhr

Meine Mutter hat mich zum ersten mal auf dem Topf gesetzt als ich laufen konnte das war mit einem jahr und mit 20 Monaten war ich sauber und bin immer allein auf den Topf gegengen.
Mein Bruder dagegen war bis er 31/2 war immer noch mit windel weil er nicht aufs klo gehen wollte.

Meine kleine ist jetzt eins und ich merke immer wenn sie muss, ich werden sie so bald sie laufen kann auch auf den Topf setzten wenn sie das nicht möchte warte ich eben noch etwas sie muss ja daran spaß haben.



Tanja mit Yasmin(1 Jahr 5 Tage) +#ei 16+0SSW

Beitrag von marlen77 03.04.11 - 13:52 Uhr

Mein großer Sohn hat sich damals schon mit knapp über einem Jahr, ständig gewehrt beim wickeln. Mit 20 Monaten hatte ich dann keine Lust mehr mit ihm zu kämpfen. ich habe ihm dann gesagt, dass er nun groß ist und die olle Windel nicht mehr braucht.
Habe ihm auch gesagt, dass er jetzt immer auf die Toilette gehen darf, wie Mama und Papa.
Das ging, glaube ich 2-3 mal daneben und dann hat er rechtzeitig bescheid gesagt. Natürlich ist auch später mal ein bisschen was in der Hose gelandet, aber nur weil wir nicht schnell genug waren. 3 Monate später war er auch nachts trocken#huepf.
Ich hoffe bei meiner Tochter geht es auch so einfach, aber jedes Kind ist anders. Auf jeden Fall sollte man es zwischendurch einfach mal probieren. Die Kinder sind ja auch ganz stolz wenn mal was in der Toilette gelandet ist.

Lg

Beitrag von tosse10 03.04.11 - 11:23 Uhr

Das ist mal gut zu lesen! Ich habe schon immer ein schlechtes Gewissen weil ich unseren Großen (2 1/2) morgens und abends aufs Töpchen "nötige". Werd ich gleich mal meinem Mann ausdrucken!

LG

Beitrag von esha 03.04.11 - 12:41 Uhr

Find ich gut...sehe das jetzt bei einer Freundin...da ist es so..ihr Kleiner ist immer noch nicht richtig trocken und wird 4...auch sie wollte ihn nicht drängeln...
LG esha,mit zwei Engeln im Herzen und Jonathan (35+3, 5 Wochen) die noch ganz viel Zeit hat, bevor das Töpfchentraining losgeht

Beitrag von mamavonyannick 03.04.11 - 12:49 Uhr

Hallo,

in meiner Umgebung durften ALLE Kinder den Topf schon recht zeitig kennenlernen (Mein Sohn kannte den topf, als er sitzen konnte). Ein Großteil davon war mit 2,5 sauber, einige auch schon eher. Bis auf einen kenne ich von den jetzt 4 jährigen kein Kind, welches Probleme hat. Und bei diesem einen geht es "nur" darum, dass die ersten Tropfen in den Schlüppi gehen, weil er einfach lieber spielt und "zu faul" ist.
Ich verstehe nicht, warum sich viele so vehement wehren, ein Töpfchen "zur Sprache" zu bringen. Es wird kein Kind gezwungen - das ist eher kontraproduktiv - und es ist auch nicht stressig, sein Kind z.B. vor und nach dem schlafen dort drauf zu setzen. Niemand rennt ständig mit dem topf hinter dem Kind her und bis auf die Frage: Musst du mal? und ein evtl auf den topf gehen, bevor man das haus verlässt, muss man überhaupt keine Energie dafür aufwenden.
Ich persönlich fand es prima, dass mein Sohn mit 27 Monaten komplett trocken war und ja... wenn ich sehe, wie oft er "kackt" und wie groß diese Geschäfte sind, bin ich dankbar, dass wir es so gemacht haben.

Und ja... die Autorin hat Recht.

vg, m.

Beitrag von monab1978 03.04.11 - 12:57 Uhr

den allerletzten Satz halte ich für Quatsch

"Aber ganz ohne Ihre Hilfe geht’s eben nicht."

Wir haben einen Sitz und der darf benutzt werden. Wenn er möchte, zeig ich ihm wie (schon geschehen). Wenn er möchte, hebe ich ihn drauf (schon geschehen). Wenn er möchte, macht er was rein (auch geschehen) und wenn er es sagt, dann zieh ich ihm die WIndel aus (weit entfernt)....Ich denke "hilfe" in dem Sinne, dass ich ihn unterstütze in seinem Entdecken, aber doch nicht in dem ich ihm vorgebe was jetzt "dran" ist.

Ich hab keinem Kind Laufen beigebracht, oder Essen, oder Sprechen.... sie tuns aber! Ohne dass ich ihnen gesagt hab, dass das jetzt an der Reihe ist.

LG,
Mona

Beitrag von mamavonyannick 03.04.11 - 13:22 Uhr

Du verbesserst dein Kind vermutlich aber auch eigenständig, wenn er Wörter in der falschen Grammatik spricht und waretst nicht darauf, bis er dich bittet, oder? Du kaufst auch gute Schuhe - vor allem wenn sie gerade laufen lernen. Du gibst ihm auch irgendwann Messer und Gabel und wartest nicht darauf, bis sie von selbst kommen.
Natürlich muss der Impuls zum laufen, essen und sprechen zuerst vom Kind kommen. aber dennoch machst du aktiv etwas und förderst somit diese dinge. Wieso also nicht beim auf den Topf gehen? Was spricht dagegen, beim Windel auszuziehen, ihn mal auf den Topf zu setzen und zu schauen, ob was drin ist?

Beitrag von monab1978 03.04.11 - 14:27 Uhr

Wenn er möchte, hebe ich ihn drauf (schon geschehen). Wenn er möchte, macht er was rein (auch geschehen) und wenn er es sagt, dann zieh ich ihm die WIndel aus (weit entfernt)....

Was davon ist unverständlich?

Es geht von ihm aus, nicht von mir....ich finde gute Schuhe kaufen und aufs Töpfchen setzen hat ne andere Qualität.

Beitrag von mamavonyannick 03.04.11 - 18:41 Uhr

Das waren deine Beispiele... du hast ihm weder essen, sprechen noch laufen beigebracht. Und trotzdem hast du Schuhe gekauft, ohne dass er die wollte, hast essen gekocht, ohne, dass es danach verlangt hat und hast ihm gezeigt, was ein hund ist, ohne, dass er es wissen wollte.
Und um laufen zu können braucht man grundsätzlich keine Schuhe. Zum essen grundsätzlich keinen Löffel und um mich zu verständigen ist es völlig unerheblich, ob ich sage gerannt oder gerennt. Und dennoch nimmst du überall von dir aus darauf Einfluss. was ist davon unverständlich?

Beitrag von monab1978 03.04.11 - 18:50 Uhr

Ich hab auch einen Toilettensitz gekauft, aber ich würde ihn nicht ohne seinen Anstoss draufsetzen.

Die Dinge gehen von ihm aus, ich nehme nur seine Wünsche auf und helfe ihm dabei sich zu entfalten. Und ich hab übrigens keinen Kinderlöffel gekauft und verbessere auch keine Grammatik...

Mona

Beitrag von mamavonyannick 03.04.11 - 19:01 Uhr

"Und ich hab übrigens keinen Kinderlöffel gekauft und verbessere auch keine Grammatik... "

Ah ja...#kratz

Beitrag von monab1978 03.04.11 - 20:13 Uhr

Ja, und der Grosse spricht super für sein Alter und isst auch mit Besteck...Er sieht das ja bei uns. Das muss man nciht beibringen....

Beitrag von mamavonyannick 03.04.11 - 20:21 Uhr

Du und deine Kinder- ihr habt es echt drauf...:-p

Beitrag von emilylucy05 03.04.11 - 13:48 Uhr

Ist ja sehr interressant.

Meine Mutter hatte unseren Sohn mit zu sich genommen (wohnt in Spanien) und nach 1 Woche holte ich ihn wieder ab.
Sie hat Töpfchentraining mit ihm gemacht und weißte was ich jetzt habe?
Nun habe ich hier einen 3 jährigen Sohn der seitdem krampfhaft über mehrere tage seinen Stuhlgang zurück hält. Nein er hat keine Verstopfung, waren schon mehrmals beim KiA. Das Töpfchen training war in unserem fall echt toll, so toll das ich schon mal einen Einlauf geben mußte und was meinste wie das war als mein Sohn weinend vor mir saß? Er bekommt nichts stopfendes mehr dazu aber Pflaumensaft und abführmittel damit er es nicht halten kann. SUPER, danke für das Töpfchentraining.

LG emilylucy

Beitrag von lucky.luke.1946 03.04.11 - 13:56 Uhr

Die Frau schreibt nur schwarz und weiß.

Redet sie von Eltern, die ihren Kindern das Klo verheimlichen und niemals anbieten, nie ermuntern?
Oder meint sie, man soll sein Kind dauernd draufsetzen, ob es nun will oder nicht?

Wir haben unsere Kinder einfach immer gefragt, ob sie auf ihren Topf wollen und mehr nicht und sie waren alle irgendwann zwischen 2 und 3 sauber.

Beitrag von deenchen 03.04.11 - 15:42 Uhr

Der Artikel ist ganz interessant und kann mitunter vieleicht einen Denkanstoß geben.

Aber für mich persönlich ist das nun auch keine große Hilfe - meine Tochter, 26 Monate alt, weigert sich nämlich standhaft weil sie sieht, dass ihre kleine Schwester gewickelt wird. Momentan könnte man sie nur gewaltsam auf einen Topf oder Klo setzten, obwohl sie das vor GEburt hin und wieder freiwillig gemacht hat. :-(

Beitrag von hoffnung2011 03.04.11 - 16:26 Uhr

Hi Marie,
ic schrieb es schon am Abend. hier herrscht die Modemeinung, das Kind solange sein zu lassen, bis es von alleine entdeckt. ich habe es auch gemacht..dahinter war keine Angst (meinerseits) aber einfach....ich schließe mich diesem Trend an#klatsch

Die Tochter fand es so bequem in die Windel zu machen, weil sie nichts sagen musste, reine Faulheit.

Im Kiga haben die Erzieher alle Kids mit 2tem Geburtstag aufs Töpfchen gesetzt und die Kids waren innerhalb von ein paar Tagen alle (!!!) tagsüber trocken. Meine Tochter war damals die Ausnahme, weil sie zu dem Zeitpunkt den kiga nicht regelmäßig besuchen konnte.

Dann fanden wir endlich dazu Zeit und zogen es genauso durch, wie im Kiga und was war. Sie hat festgestellt, wie schön es ist, ohne Windel rumzulaufen.

Fazit: nie im Leben warte ich beim zweiten kind bis der Godot kommt.
Es sind zwei Extreme. Eins: mit 10 Monaten sowas zu tun, weil es zu früh ist....und dann 4-jährige, die halt noch mit Windel seelig rumlaufen.

Wer will mir den sagen, dass meine Tochter scohon nicht längst soweit war und ich ließ sie einfach in Ruhe..'ich lernte, dass man zum gegebenem Zeitpunkt nachhelfen muss.

Beitrag von sparklingrose86 05.04.11 - 11:08 Uhr

#danke Danke für den Beitrag!!!!

#pro