Finanzierung bei Hauskauf

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von nelly2011 04.04.11 - 11:49 Uhr

Hallo zusammen!

Wir wollen uns ein Haus kaufen.

Nach Rechnung unserer Hausbank müssten wir für den Hauskredit eine Rate von mtl. 950 Euro bezahlen.
Und nun unser Problem:
Ansonsten werden von der Bank folgende Kosten berechnet:
Lebenshaltungskosten (Essen, Ausgehen, Kleidung, Versicherungen, Telefon etc.) für zwei Personen: 1050 Euro
Nebenkosten: 350 Euro
2 Autos (Versicherung, Benzin etc.): 400 Euro
Für andere Sachen (weiß nicht mehr, was das war): 200 Euro

Demnach würden uns 150 Euro mtl. zum sparen bleiben.
Habe jetzt Angst, dass das hinten und vorne nicht reicht. Was haltet ihr von der Rechnung?

Danke für eure Antworten.

Gruß
Nelly

Beitrag von catch-up 04.04.11 - 11:54 Uhr

Naja, die Rechnung ist bei jeder Bank mehr oder weniger gleich! Es gibt eben so Mittelwerte, die die Bank zugrunde legt!

Ich würde jedenfalls nicht allein auf die Hausbank bauen! Holt euch Angebote von anderen Banken! Es gibt zur Zeit noch wirklich günstige Kredite!

ich weiß ja nicht, wie hoch ihr einen aufnehmen müsst, aber Freunde von uns bauen demnächst und sie müssen 830 EUR mtl. zahlen (Kreditsumme 203.000 EUR).

Beitrag von nelly2011 04.04.11 - 11:59 Uhr

Unser Kredit würde sich auf rund 210.000 Euro belaufen mit einem Effektivzins von ungefähr 3,9 % bei 70% der Summe und noch 4,27% bei 30 % der Summe

Beitrag von mamavonyannick 04.04.11 - 11:56 Uhr

hallo,

bis auf die NK eines Hauses kennst du doch eure Ausgaben. Liegen sie drüber oder drunter oder passt es?

Übrigens haben wir nicht über unsere Hausbank finanziert. Holt euch Vergleichsangebote.

vg, m.

Beitrag von blonde.engel 04.04.11 - 12:04 Uhr

Hallo,

wir haben gerade die Zusage für unseren Kauf bekommen und unsere Bank hat eine WAHNSINNS Rechnung aufgestellt #kratz

Folgende Ausgangssituation:

Wir haben ein Gesamteinkommen von 5300 € ( 2 Erwachsene und 2 Kinder) und hätten bei einem Abtrag von mtl. 1000 € laut Bank jeden Monat noch 2000€ übrig zum sparen #rofl
Das passt bei uns hinten und vorne nicht mit den 2000€ - max 500€ sind übrig!
Du siehst - es kommt sehr auf die Bank drauf an. Wir haben bei der Sparkasse Oberhessen finanziert, die war die günstigste für uns.

LG
Jenny

Beitrag von nelly2011 04.04.11 - 12:16 Uhr

wir haben leider nur 3100 (nur zwei Erwachsene ohne Kinder).

Habe eben Angst, dass 150 Euro evtl. doch nicht so reichen zum sparen und dass diese ganze Finanzierung nicht hinhaut.

Wir waren auch bei anderen Banken. Die liegen aber alle fast beim gleichen Zinssatz, wenn nicht sogar höher.

Beitrag von catch-up 04.04.11 - 12:29 Uhr

Naja, so ein Hauskauf ist immer ein Risiko! Aber du wirst nie den richtigen Zeitpunkt dafür finden!

Du musst eben gucken! Zu den 950 EUR Kreditraten kommen noch Gas, Wasser, Strom, Abfall, Versicherungen ...

Was bleibt danach noch übrig? Im Laufe der Jahre fallen Reparaturkosten an! Wollt ihr noch Kinder haben? Wollt ihr in den Urlaub fahren? .... Wie sieht euer zukünftiges Berufsleben aus?

Das sind alles so Sachen!

Wenn du dir jetzt über den Bau noch nicht sicher bist, vielleicht hilft es dir, wenn ihr erst ein Grundstück kauft und später baut! So machen wir es. Wir kaufen jetzt ein Grundstück und bauen dann erst in 2-3 Jahren (da mein Mann vorerst nur einen befristeten Arbeitsvertrag hat).

Beitrag von nelly2011 04.04.11 - 12:17 Uhr

wir haben leider nur 3100 (nur zwei Erwachsene ohne Kinder).

Habe eben Angst, dass 150 Euro evtl. doch nicht so reichen zum sparen und dass diese ganze Finanzierung nicht hinhaut.

Wir waren auch bei anderen Banken. Die liegen aber alle fast beim gleichen Zinssatz, wenn nicht sogar höher.

Beitrag von blonde.engel 04.04.11 - 12:25 Uhr

Hallo nochmal...

sei mir nicht böse, aber ich finde einen Abtrag von fast 1000€ bei einem Einkommen von 3100€ schon fast zu viel!

Rechne doch mal selber mit allen Nebenkosten, die ihr so habt - wo kommst du denn dann hin?

Nur mal angenommen:
Haus inkl. ALLER Nebenkosten (GEZ, Strom, Wasser, Gas/Öl, Telefo, Internet, Grundsteuer, Abfall, Kabelfernsehen, Gebäudeversicherungen,..) das wären dann ja schon etwa 1500€.
Dann habt ihr noch AUtos, Hobbies, bestehende Kredite(?), Unterhaltszahlungen(?), sonstige finazielle Verpflichtungen...

Was sagt DEINE Rechnung denn, wieviel übrig bleibt?

LG
Jenny

Beitrag von litalia 04.04.11 - 12:58 Uhr

geht ihr beide arbeiten und habt insgesamt 3100 euro???

sind beide jobs sicher? was ist wenn einer arbeitslos wird? wollt ihr kinder?

das wären die ersten fragen die mir durch den kopf schießen würden ;-)

Beitrag von windsbraut69 04.04.11 - 14:08 Uhr

Mit 3000 Euro Einkommen würde ich mir auf keinen auf keinen Fall eine Hausrate von 950 Euro aufhalsen.

LG,

W

Beitrag von tessy25 04.04.11 - 21:04 Uhr

Bei gut 3000 Euro sind 950 Euro schon sehr mutig. Was ist, wenn einer von euch seinen Job verliert? Was ist, wenn ihr ein Kind bekommt? Was ist mit der Altersvorsorge? Was, wenn ein Auto kaputt geht - noch ein Kredit, weil kein Geld für Rücklagen da war? Was ist mit Urlaub - für die nächsten 10 Jahre gestrichen?
Gibt es keine andere Lösung?

Liebe Grüße
Tess

Beitrag von bruchetta 04.04.11 - 12:25 Uhr

Du mußt EURE Ausgaben zugrunde legen, nicht das, was die Bank berechnet.

Bleiben nur wenige hundet Euro über, würde ich es lassen!

Beitrag von wemauchimmer 04.04.11 - 12:41 Uhr

Hi Nelly,

auf jeden Fall solltet Ihr mal mindestens ein Vergleichsangebot einholen, z.B. von einer Direktbank. Wir haben das gemacht und konnten dann damit die Hausbank runterhandeln und haben letztlich bei ihr abgeschlossen. Denk dran, daß hier jedes Zentelprozent sehr, sehr viel Geld bedeutet.

Ganz wichtig ist auch die Überlegung, ob Eure Einkommenssituation langfristig so bleibt oder nicht. Wollt Ihr vielleicht mal Kinder? Wie sieht es dann finanziell aus? Und reicht der Platz in dem Haus dann aus (denn ein Verkauf bedeutet meist ordentlich Verlust).

Die Zahlen der Bank zu den Lebenshaltungskosten sind Erfahrungswerte, die im Großen und Ganzen wohl hinhauen werden. Nur wenn Du Deine Ausgaben genau kennst, kannst Du vielleicht eine mögliche Ersparnis sehen. Wundern tu ich mich etwas, daß die Bank meint, Ihr könntet mit 400€ zwei Autos unterhalten. Also unser Auto kostet jedenfalls mehr als 200€ im Monat - wenn man alles einrechnet - , und es ist ein sehr günstiges und sparsames Auto und wir fahren nicht viel damit und da ist auch kein Wertverlust eingerechnet.

Es wäre also sinnvoll, wenn Du Dir mal die Mühe machst und alle Ausgeben innerhalb des letzte Jahres zusammenrechnest, um zu sehen ob diese Faustregeln hinhauen.

Aber ja: Wenn es tatsächlich so rausläuft, daß Ihr 150€ im Monat über habt, könnt Ihr es schon ernsthaft überlegen. Denn eines ist das Gute an so einer Immobilienfinanzierung: Die Belastung bleibt immer gleich, während Eure Gehälter ja allmählich steigen. Und so bleibt im Lauf der Zeit eben mehr und mehr über (wird ja nicht von einer Mietsteigerung aufgefressen). Viel Luft würdet Ihr natürlich in den nächsten Jahren erstmal nicht haben.
LG

Beitrag von reiki71 04.04.11 - 17:48 Uhr

Hallo Nelly,

ich würde Dir auch von so einer hohen Rate abraten. Die Banken rechnen Dir viel vor, womit Du auskommen kannst. Aber wie es dann in der Realität ausschaut, wissen sie nicht. 150,- € im Monat übrig, ist viel zu wenig. Was ist, wenn mal was kaputt geht? Die Außenanlage muss gemacht werden, im Garten fallen immer Ausgaben, vieles wird jährlich teurer und Ihr wollt ja sicherlich auch noch leben und nicht nur noch für Euer Haus arbeiten gehen und Euch nichts mehr gönnen können, oder?

Wir haben monatlich etwas mehr Einkommen wie Ihr und eine deutlich niedrigere Rate für unser Haus. So können wir auch noch in den Urlaub fahren und müssen nicht jeden Euro zwei Mal umdrehen. Wenn es nach dem Herrn gegangen wäre, der uns unsere Finanzierung machte, hätten wir auch deutlich mehr zahlen können, aber das wollten wir nicht.

Kenne aber auch einige, die gezielt eine höhere Rate gewählt haben, weil sie schneller schuldenfrei sein wollten. Das ist dann natürlich eine andere Sache.

Liebe Grüße, reiki71

Beitrag von miau2 04.04.11 - 17:59 Uhr

Hi,
ich halte von den berechnungen der Bank als Entscheidungshilfe für EUCH überhaupt nichts. Ich würde aber auch nichts davon halten, wenn sie anders aussehen würde - ich kenne keine Bankberechnung, von der ich etwas halten würde (egal, ob die sagen "pauschal 40% vom Einkommen müssen nach Rate + Nebenkosten übrig bleiben" oder ob die irgendwelche Fixbeträge ansetzen).

IHR müsst doch wissen, was ihr monatlich ausgebt. Als Lebenshaltungskosten, für die Autos (inkl. Reparaturen und Sparbeitrag für den irgendwann notwendigen Ersatz) usw. usw.

Und was das Haus an Nebenkosten kostet kann dir so keiner sagen - das hängt von der Größe, vom Zustand (moderner, energiesparender Neubau oder Altbau, wo du zum Fenster hinaus heizt?) ab. Was an Versicherungen dazu kommen würde lässt sich mit Online-Rechnern herausfinden.

So haben wir angefangen: eine Tabelle, wo alles drin stand, was wir monatlich an Ein- und Ausgaben haben (ohne Miete) bzw. haben würden. Erfahrungswerte bzw. realistische Planwerte entsprechend der Immobilie.

Und dann blieb da ein betrag X übrig, der reichen muss für
- vernünftig geschätzte Nebenkosten
- Kreditrate
- Rücklagen

Die Banken, die mit Fixbeträgen rechnen rechnen quasi mit dem "Mindeststandart". Also das, was zum Überleben reichen muss, das, was unbedingt notwendig wäre. Alles, was das Leben angenehmer macht - und auch alles, was z.B. Rücklagen fürs Alter, nicht lebensnotwendige, aber sinnvolle Versicherungen usw. angeht bleibt unberücksichtigt.

Das ist nicht sinnvoll, denn die wenigsten schaffen es, sich so einzuschränken (will man ja auch nicht unbedingt für die nächsten 30 Jahre so haben), aber die Bank hat nun mal das Ziel, den Kredit zu verkaufen.

Macht Eure eigene Rechnung. Das kann Euch auch niemand abnehmen, und es ist auf jeden Fall sinnvoller, als sich auf die der Bank zu verlassen.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von engelskinder04 04.04.11 - 20:28 Uhr

Hallo,

wir haben nicht die ganze Summe bei einer Bank genommen.

Wir haben auch einen günstigen Kredit von der KFW und der WFA
bekommen.

Und den Rest bei einer Bank.

LG Nina

Beitrag von kleine1102 04.04.11 - 22:27 Uhr

Hallo Nina,

das hilft der TE leider überhaupt nicht weiter. Die Optionen KFW und WFA stehen nämlich nicht Jedem zur Verfügung. Mit Altbau, überdurchschnittlichem Einkommen und ohne Kinder z.B. keine Chance.

Aber schön, dass es für Euch in Frage kam ;-)!

Viele Grüße #blume,

Kathrin

Beitrag von nelly2011 05.04.11 - 10:19 Uhr

Hatten gestern Nachmittag wieder einen Termin bei unserer Bank.
Hätte jetzt auf einmal 250 Euro im Monat übrig. Scheint mir aber immer noch zu wenig und da wäre noch nicht mal ein Bausparvertrag eingerechnet, den wir eigentlich noch zusätzlich abschließen wollten.

Das Haus soll 195T kosten+ Kauf-NK. Und da wir auch bei anderen Banken zwischen 950-1000 abbezahlen müssten, ändert sich an dem, was am Monatsende übrig bleibt nicht viel. Außer das manche Banken anstatt 1050, nur mit 750 € Lebenshaltungskosten rechnen für 2 Personen, aber das ist für mich nur eine Schönrechnerei. Haben jetzt gestern schweren Herzens bei dem Eigentümer abgesagt :-(
Auch eine Einberechnung der KfW hat da nicht weitergeholfen, die sind ja auch mit den Zinsen hoch.

Aber mal jetzt mal ganz ehrlich: WIE VIEL MUSS MAN VERDIENEN, um sich ein Häuschen leisten zu können. Ich meine, es geht ja nicht jeder mit 5000 € mtl. nach Hause und dachte eigentlich, dass wir mit 3100 € nicht gerade an der Armutsgrenze liegen???