Hilfe.22 Monate alt und schmeisst alles vor Wut weg oder bei "Nein"

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von lilja123 04.04.11 - 12:26 Uhr

Hasllo, wir sind verzweifelt. Mein Kleiner ist jetzt 22 Monate alt und schon seit ca. 2 Monaten einfach unausstehlich.

ganz früher hat er auch mit dem Kopf noch auf den Boden geschlagen, aber das macht er Gott sei dank schon lange nicht mehr. ABER:

Zur Zeit ist alles wohl nur blöd für Ihn:

morgens anziehen, ganz zu schweigen Zähne putzen.Er zappelt dann mit seinen Beinen und tritt mir dabei in den bauch und tut sich natürlich jedesmal an dem Holz vom Wickeltisch weh.
Er spielt mit dem Brot, er zickt einfach so aus dem nichts beim Essen. Will aus dem Hochstuhl, und auch wieder in den Hochstuhl.
istt dann mal nur Wurst usw...

Er schmeisst, wenn was nicht klappt, mit dem Spielzeug und wenn ich dann nein sage oder es weg lege, dann sucht er das nächste was er greifen kann und das landet mit vollem schreiprotest auch auf dem Boden.
Egal, was er gerade findet: Fernbedienung, Zeitung..

Wie oft ich ihn nicht in den Kindersitz im Auto kriege,...ich muss dann mit all meiner Kraft ihn darein drücken, alles unter Geschrei. dann will er Bobby Car und man gibt es ihm und er schmeisst er nur um....ach ich könnte so weiter machen...

Ich verzweifel, manchmal da landet er auch für einen Moment auf seinem Zimmer, so dass er auch registriert das etwas nicht richtig war. Wenn er sch dann beruhigt hat hole ich ihn wieder raus und erwähne sein Verhalten nochmal, das das nicht geht.

es war lange her, dass ein tag mal nicht dauernt unter Schreinen und weinen verging. Alles ist ihm irgendwie unrecht und er ist so überhaupt nicht geduldig!!

Hilfe, manche Kinder sind immer soooo lieb!!
Oder kennt das jemand?
Mache ich was falsch?

Beitrag von finchen06 04.04.11 - 12:51 Uhr

Hallo Lilja!!!!
Du sprichst mir aus der Seele. Als ich gerade Deinen Beitrag gelesen habe, dachte ich nur.....das kann nicht sein Du meinst doch bestimmt meinen Sohn. Uns geht es genauso so seit einigen Wochen, ständiges rumgebocke, alles ist Mist und das Wort Nein ist das allerschlimmste was Mama aussprechen kann.

Maurice ist jetzt auch knapp 22 Monate und hat ganz schöne Durchhaltevermögen wenn es darum geht sich schreiend auf dem Boden zu wälzen. Alles was im in die Hände kommt wird geworfen und ganz schlimm ist dann manchmal das er uns auch haut. Manchmal denke ich ich mache alles falsch und bin am Ende meiner Kräfte. Alles ist doof für ihn, essen hat er oft einfach garkeine Lust und spielt nur damit rum bzw. schmeißt es dann durch die Gegend, Windeln wechseln ist ne Katastrophe und Zähne putzen erstmal, ach und schlafen ist auch die wohl blödeste Erfindung. Eigentlich hat er immer super geschlafen und auch durchgeschlafen....jetzt wälzt er sich nachts nur noch rum und ist jede Std. einmal wach und ruft.

Also ich fühle mit Dir, ich dachte nur bei uns wäre es "so" schlimm.

LG Jasmin *mit Maurice der gerade seinen Mittagsschlaf macht

Beitrag von lilja123 04.04.11 - 13:09 Uhr

Ach mensch, das tut auch sehr gut.
Du hast so recht, Windeln wechslen, anziehen-alles einfach nur Kacke.

Und er ist aber auch immer so extrem müde. Schäft manchmal Mittag zw. 3 und 4 Stunden und ist dann Abend auch wieder um 19 Uhr platt im Bett. Nur morgens wird er schon um 06:30 mit Geschrei wach und Mittags wacht er mit Geschrei auf. Das war sonst nicht, er wachte immer redent auf.
Manchmal habe ich morgens garkeine Lust, weil halt jeder tag immer mit soviel Gezanke verbunden ist.
Will dann lieber Papa´s Auto aus dem fenster sehe und so...!

Das einzige was etwas entspannt abläuft ist wenn wir im Garten sind. Aber wenn ich ihn dann mal nicht mit dem Bobby Car ziehe, dann ist was los...

Mensch, was haben die Kleinen denn für ne Zeit im Moment. Meiner wird am 13.06 zwei Jahre alt und ich hoffe, das diese Phase auch irgendwann mal ein Ende hat und die nächste beginnt :-)

Beitrag von fibia 04.04.11 - 13:11 Uhr

Willkommen in der TROTZPHASE... #schwitz #schwitz

Dein Eindruck, andere Kinder sind alle immer soooo lieb, täuscht sicher. Klar, es gibt ganz unterschiedliche Temperamente und nicht alle schmeissen sich gleich auf den Boden ;-) aber manche halt schon...

Versuche ruhig und konsequent zu bleiben. Lass ihn, wenn er bockt, am besten erstmal in Ruhe, gehe weg, damit er merkt, das dieses Verhalten ihn nicht weiter bringt und erkläre danach nochmal, was verkehrt war.
Ansonsten: Augen zu und durch - es wird auch wieder besser!!!

LG und starke Nerven #cool
Fibia

Beitrag von marjatta 04.04.11 - 13:12 Uhr

Frage: Nimmst Du ihm viel ab? Wieviel darf er selbst machen / entscheiden? Gibt es bei euch unausgesprochene Anspannungen / Erwartungshaltungen? Kinder spüren das und reagieren u.U. entsprechend.

Mein Sohn ist jetzt 23 Monate alt. Er hat - vor allem wenn er müde wird - solche Anwandlungen, dass alles durch die Gegend geworfen wird. Ist allerdings auch selten. Sich selbst verletzt hat er bisher überhaupt nicht.

Beim Anziehen haben wir morgens auch manchmal solche Probleme.... blöd auch mit dem Treten, wenn man wieder schwanger ist.... deshalb mache ich dann lieber kurz Blödsinn mit ihm.... er wird durchgekitzelt und dann klappt auch meist das Anziehen ohne großes Theater. Ich sorge auch regelmäßig für "Ablenkung" oder Beschäftigung. Dadurch ist er wesentlich entspannter beim Wickeln/Anziehen.

Zähne putzen, dafür haben wir 4 verschiedene Zahnbürsten, 2 davon elektrisch. Je nach Laune putzt er selbst die Zähne, bis zu 3 Mal am Tag, wenn er länger putzen möchte, halte ich ihn nicht davon ab, da er meist nur auf der Bürste rumkaut. Ansonsten darf entweder das Gummibärchen (eine Zahnbürste aus der Apotheke), Shaun das Schaf oder die andere elektrische Bürste das Putzen übernehmen. Grundsätzlich versuche ich auch, diese Dinge mit ihm gemeinsam zu machen, also selbst meine Zähne zu putzen. Er probiert auch schonmal, mir die Zähne zu putzen, somit ein Stück Gegenseitigkeit.

Mein Sohn klettert alleine auf seinen Kinderstuhl hoch, das erleichtert mir das täglich Leben. Ich zwinge ihn nicht in den Stuhl, er klettert selbst und freiwillig hoch, möchte nur rangeschoben werden, und dann essen wir so weit möglich gemeinsam.

Es gibt Tage, da ist er nicht so gut drauf und vieles wird mit Heulen quittiert, egal ob es so läuft wie sonst auch oder nicht. Aber ich sehe das nicht so tragisch. Warum sollte er denn auch ständig gut drauf sein? Mir geht es ja auch nicht immer prickelnd.

Bisher habe ich meinen Sohn nicht in ein anderes Zimmer gesperrt, dafür ist er noch zu klein, wie ich finde, und es untergräbt das Vertrauensverhältnis. Ansonsten gibt es nur sehr wenige Dinge, die er nicht selbst ausprobieren darf, somit auch wenig "Nein". Und wenn es dann zu Tränen kommt, nehme ich ihn trotzdem in den Arm. Natürlich darf er enttäuscht sein, wenn sein Wunsch nicht erfüllt wird. Und dann soll er auch heulen dürfen.

Die Kinder machen jetzt eine Entwicklungsphase durch, in der sie feststellen, dass sie ihren eigenen Willen haben, aber Mama und Papa auch. Es kann für einige sehr verstörend sein, weil die Einheit mit Mama und/oder Papa sich auflöst.

Ob Du mit meiner Art da leichter an Deinen Sohn herankommst, kann ich nicht sagen. Ich habe keine Lust mich ständig aufzuregen, tue es auch nicht, sondern sage mir, wenn es nicht wirklich wichtig ist, dann soll er machen (auf dem Sofa turnen, die Schränke in der Küche ausräumen). Dafür darf er überall mitmachen, wenn er dies möchte. Ich binde ihn ein in meine täglichen Aktivitäten. Dazu kommt, dass er sich unter der Woche tagsüber in der Kita austoben kann mit den anderen Kindern.

Wir haben in der Tat ein sehr entspanntes Familienleben. Dafür ist die Wohnung so gesichert, dass alles, was er erreichen kann, nicht mit sofortigem Nein oder Verbot quittiert wird. Wenn er doch mal etwas erwischt, was er noch nicht nehmen sollte, dann klappt es am besten per Tauschgeschäft. Von einfach wegnehmen halte ich nicht viel. Auf das Extra Gebrüll kann ich gut verzichten. Dadurch passieren weniger Unfälle und er fühlt sich respektiert.

Gruß
marjatta

Beitrag von haruka80 04.04.11 - 13:22 Uhr

Huhu,

ich kenn das, son Exemplar habe ich hier auch, da half immer am besten: anziehen, rausgehen und das täglich. In ner Gruppe und mit anderen Kindern war er nämlich selten so (ich nenn ihn daher gerne Vorzeigekind#schein).
Glaub mir, nicht nur du findest das anstrengend, dein Kind ebenfalls! Dein Sohn muß soviel lernen und darf dann Sachen nicht, soll etwas tun oder oder oder... groß werden ich schwer... ich hab mir für sowas nen inneren Buddah zugelegt und lasse ihn wüten, gehe sonst aus dem Zimmer um selbst nicht sauer zu werden(wenn ich mal wieder Duplosteine ins Gesicht gepfeffert bekam) und er kann gerne nachkommen und kuscheln und runterkommen.
Gestern sagte selbst mein Mann: "heute geht gar nicht, der ist ja nur unzufrieden, wie spät haben wirs?Oh Gott, noch 1,5 Std bis zum Schlafen"

Seit mein Sohn in der KiTa ist, ist es viel besser geworden. Ich hab zwar immer versucht 3-4x die Woche mit ihm unter Kindern zu sein, aber eben nicht täglich und die Tage zu Hause wurden oft zum Drama, weil er unzufrieden mit allem war und ich irgendwann genervt vom dauerhaften Rumgeheule.
Ich kenne allerdings kein Kind, dass diese PHase nicht durchmacht, ich kenne nur Kinder, die sie in abgeschwächter Form haben, da ist ja jedes Kind einfach anders.

L.G

Haruka

Beitrag von blumella 04.04.11 - 20:34 Uhr

Vielleicht probierst Du es mal andersrum: Gutes Verhalten immer loben, das rumwerfen aber völlig ignorieren, also gar nicht schimpfen, wegnehmen etc., sondern ihn einfach machen lassen.