seit Kita-Eingewöhnung wie ausgewechselt - es muss ja weiter gehen

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von kalleminga 04.04.11 - 14:02 Uhr

Huch, was für einen Stein habe ich denn da ins Rollen gebracht?

Also erstmal herzlichen Dank an alle, die sich die Mühe gemacht haben mir zu antworten!
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&b...3093642

Vorweg: ich wäre gerne auf jede Antwort einzeln eingegangen (das versuche ich sonst immer) aber ich hatte nicht mit so einer Resonanz gerechnet und nun fehlt mir ehrlich gesagt die Zeit. Also muss eine "General-Antwort" genügen. Ich hoffe, das ist ok!?

Ich habe sehr darum kämpfen müssen diesen Kita-Platz zu bekommen und trotz so mancher Differenzen zwischen Kita und uns bin ich nach wie vor froh, dass mein Kleiner dort hingehen darf. Er ist mit 7 anderen Kindern in einer U3-Gruppe mit 3 Erzieherinnen. Was mir nicht gefällt, ist, dass die Kita sich an das Berliner Eingewöhnungs-Modell hält und den Kleinen 2 Wochen Zeit gibt - altersunabhängig! Auch an dieser Stelle habe ich für mein Kind gekämpft und mehr Zeit rausgehandelt. Wir sind jetzt bei Woche 3 und offensichtlich ist er noch nicht eingewöhnt. Muss er auch nicht, wir haben noch etwas Zeit, bis ich wieder arbeiten gehe. Ich gehe davon aus, dass er sich an die Kita gewöhnt und dort gerne hingehen wird. Er hat sich bislang sehr leicht von mir gelöst (vor der Kita-Zeit) und mit Fremden Kontakt aufgenommen. Dass das zur Zeit nicht so ist, macht mir zwar traurig aber ich kann ihn verstehen und denke, dass das nur eine Phase ist, die irgendwann wieder vorbei sein wir. Er braucht eben Zeit sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Natürlich würde ich ihn auch lieber daheim bei mir behalten aber es geht eben nicht. Ich stecke mitten in der Ausbildung und wenn ich jetzt abbreche (das wäre die einzige Alternative), darf ich von neuem anfangen ohne Garantie, dass ich den Platz (jemals!) wieder bekomme (das hat mit meinem Studium, Föderalismus, Bildungshoheit der Länder etc. zu tun - komplizierte Geschichte, ist aber leider so). Hätte ich von vornherein 2 oder 3 Jahre Elternzeit beantragt, hätten wir jetzt das Problem nicht aber da er mein erstes Kind ist und ich vorher nicht viel vom Thema Kinder verstanden habe, hatte ich keine Vorstellung davon, dass ein Einjähriges tatsächlich "noch so klein" ist. Könnte ich die Zeit zurück drehen, ich würde es tun. Aber jetzt komme ich aus der Nummer nicht mehr raus.

Das ist also der gegebene Rahmen, in dem wir uns bewegen. Ein "nimm Dein Kind aus der Kita raus" hilft mir also nicht weiter. Grundsatzdiskussionen sind zwar anregend aber helfen in der konkreten Situation nicht weiter. Ich muss sehen, wie wir die kommenden Wochen am besten gestalten, damit es ihm möglichst gut dabei geht. Kita hin oder her, jeder will doch das Beste für sein Kind und wie sich die einzelnen Eltern auch entschieden, sie werden ihre Gründe dafür haben. Innerhalb dieses Rahmens, den die Eltern bei einer konkreten Frage vorgeben, muss es doch möglich sein, sich in diesem Forum untereinander zu helfen, oder? Jedenfalls hatte ich das immer als Sinn dieses Forums verstanden?! Einige User waren aber auch gleicher Ansicht und konnten hilfreiche Tipps geben. Herzlichen Dank dafür!

Worauf sich ja auch einige eingeschossen hatten, ist die Tatsache, dass ich nach 3 längeren Ansätzen über die Situation und wie mein Sohn damit umgeht in einem (1!) Satz beschrieben habe, dass auch ich unter der Situation leide. Wow. Hätte ich das mal nicht getan... Ist es nicht legitim, auch mal zu sagen, dass es einem nicht gut geht? Schade. Aber so oder so: es geht hier nicht um mich sondern um meinen Sohn. Ich bin mit ihm manchmal überfordert und hoffe auf Hilfe. Für ihn. Einige stellen mich deshalb so dar, als hätte ich nach der richtigen Badetemperatur gefragt, damit ich mich entspannen kann, während mein armes Kind mit dem Kopf gegen die Wand schlägt. Oh Mann... Aber egal. Nach wie vor bin ich dankbar für hilfreiche Tipps und Hinweise, wie wir die kommenden Wochen gut gestalten können.

Herzliche Grüße
kalle

Beitrag von dentatus77 04.04.11 - 14:53 Uhr

Hallo Kalle!

Ich hab den letzten Thread von dir nur überflogen, aber ehrlich gesagt finde ich es ganz schön schlimm, wie einige Userinnen hier über andere Mütter urteilen, die sich ihre Entscheidungen sicher auch nicht leicht machen. Zu dem Thema gab es hier heute morgen auch schon eine Diskussion, die auch für etwas Zündstoff gesorgt hat ;-).

Nur manchmal geht es halt nicht, dass Kinder bis zum Kindergartenalter daheim sind, und auch das macht es nicht besser, es verschiebt die Probleme nur nach hinten. Klar gibt es günstige und ungünstige Zeitpunkte für die KiTa-Eingewöhnung, aber leicht ist das für ein Kind nie. Da kann man vielleicht am ehesten sage, je früher desto besser.

Ich musste meine Tochter mit 3mon das erste Mal abgeben, zu dem Zeitpunkt war das sicher für mich schwerer als für den kleinen Wurm. Die kleine fühlt sich heute sehr wohl, trotzdem will sie manchmal morgens nicht bleiben und weint. Aber das geht schnell vorbei, und abends kommt sie mir dann freudestrahlend entgegen gelaufen. Du wirst sehen, bei deinem Sohn ist das bald ebenso.
Es gibt nur wenige Kinder, für die die Betreuung in größeren Gruppen nichts ist, die meisten kommen früher oder später gut klar.

Wichtig ist nur, dass du deinem Sohn die Zeit gibst, die er braucht. Lass dich nicht von dem Konzept der KiTa beeinflussen, kämpfe weiter für eine erträgliche Eingewöhnung, dann wird dein Sohn bestimmt bald Freude in der Kita haben.

Ach ja, und ich kann sehr gut nachfühlen, wie du dich bei der Sache fühlst. Es ist ja leider meistens sogar so, dass Mütter mehr leiden als ihre Kinder, und es ist wirklich schwer, sein Kind leiden zu sehen.

Darum fühl dich herzlich gedrückt, liebe Grüße und alles Gute!

Beitrag von kalleminga 05.04.11 - 19:40 Uhr

Danke, das macht Mut!

Beitrag von biggi68 04.04.11 - 16:51 Uhr

Hallo kalle,

ich konnte leider den Ursprungsthread nicht mehr öffnen, kann mir aber ungefähr vorstellen, worum es ging. Leider ist es hier so, dass man sich mit bestimmten Themen nur ganz vorsichtig an die Öffentlichkeit wagen kann. Meine Tochter besucht seit sie 1 Jahr alt ist eine Krippe und wir haben auch das Glück, dass sie in einer kleinen Gruppe mit 8 Kindern ist.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir uns nicht darüber freuen, dass wir diesen tollen Platz bekommen haben. Die Eingewöhnung lief bei uns allerdings innerhalb der zwei Wochen sehr gut, sie hat bisher unheimlich von der Krippe profitiert. Euer Sohn lässt sich bestimmt einfach nur ein wenig Zeit.

Wenn du noch weitere Fragen zu diesem Thema hast, kannst du dich auch gerne direkt an mich wenden.

Ich wünsche Euch noch eine gute Zeit und viel Glück mit deiner Ausbildung!

GLG Birgit#blume

Beitrag von kalleminga 05.04.11 - 19:42 Uhr

Ja, ich bin noch immer der Meinung, dass es klappen kann. Nach meinem ersten Posting und den Reaktionen darauf habe ich mich fürchterlich gefühlt (wie konnte ich meinem armen Kind das nur antun!) aber heute sehe ich schon vieles klarer und bin motiviert weiter zu machen. Danke für's Mut Machen!