Bauen

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Forum: Haushalt & Wohnen

In diesem Forum haben Haushaltstipps und alle Fragen rund ums Wohnen und den Garten ihren Platz. Fragen zur Baufinanzierung sind besser bei "Finanzen & Beruf" aufgehoben". Viele Tricks und Kniffe zum Thema Haushalt findet ihr in unserem Service "Die besten Haushaltstipps".

Beitrag von megapupsi 04.04.11 - 14:15 Uhr

Hallo,

mein Mann und ich wollen gerne bauen. Haben nun schon ein Grundstück reservieren lassen und suchen nun einen seriösen und nicht allzu teuren Bauunternehmer. Wollen in Schleswig-Holstein, Nähe Hamburg bauen..

Zur Auswahl stehen bis jetzt:

Dirk Kage Bau
KSW Massivhaus

Kennt ihr sonst noch welche?

Außerdem noch eine Frage zu den versteckten Kosten.
Die Kosten für Grundstück und Haus sind klar. Aber welche Kosten kommen noch auf uns zu (z.B. Notar, Grundsteuer ect.). Mit wieviel müssen wir etwa rechnen?

Dann habe ich noch eine Frage. Wann bedient man den Kredit? Also wann zahlt man den ersten Abtrag. Wir wohnen noch zur Miete und wir können unmöglich 6 Monate Miete und Abtrag gleichzeitig zahlen.

#danke

Beitrag von wemauchimmer 04.04.11 - 14:46 Uhr

zu den Anbietern kann ich Dir nichts sagen.

zu den Kosten: Ihr müsst etwa rechnen:
- Grunderwerbsteuer ca. 3,5% des Kaufpreises (Grundstück+Baukosten), in manchen Bundesländern mehr
- Notar/Grundbuch machen ca. 1,5% des Kaufpreises (Grundstück) aus
- Hausanschlußkosten, je nachdem was anzuschließen ist, Kosten sind regional verschieden, rechne so 10-15.000€
- Eventuell habt Ihr Maklergebühren?
- Bauherrenhaftpflicht, ca. 200€
Naja bei den Baukosten gibt es manchmal noch Details zu beachten, z.B. erwarten manche Baufirmen, daß man etwa Baustrom, Bauwasser etc. noch extra bezahlt und auch die Außenanlagen (Zuwegung, Gartenanlage, Gartenzaun...) kommen gerne nochmal extra drauf.
Es kann auch noch Erschließungskosten geben (Neubaugebiet) usw.

Zu dem Kredit:
Es gibt eine sogenannte "bereitstellungsfreie Zeit". Das ist die Frist, wo Du noch keine Zinsen bezahlen musst für den Kredit und das ist Verhandlungssache, z.B. 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr. Müsst Ihr drauf achten. In dieser Zeit zahlt Ihr nur Zinsen für die Teilbeträge, die Ihr bereits abgerufen habt (Ihr kriegt also nicht das ganze Geld auf einmal, sondern immer nur entsprechend dem Baufortschritt und den Teilrechnungen der Baufirma). Wenn diese bereitstellungsfreie Zeit um ist, müsst Ihr sowohl Zins für das abgerufene Geld zahlen als auch die Bereitstellungszinsen für den nicht abgerufenen Teil. Erst wenn Ihr alles abgerufen habt, beginnt die Tilgung zu laufen und es kommt die komplette Rate zustande.

Und noch ein Tipp: "wir können unmöglich 6 Monate Miete und Abtrag gleichzeitig zahlen" - Ihr müßt aber! Ihr müßt diese Doppelbelastung einkalkulieren, und wenn Ihr wirklich so klamm seid, dann vergeßt das mit dem Bauen mal lieber ganz schnell. Da flattern einem nämlich immer mal wieder ein paar unvorhergesehene Ausgaben ins Haus, auch wenn man noch so gewissenhaft vorher recherchiert hat. Hier mal eben ungefragt 400€ für die Aufnahme in den Stadtplan und solche Scherze. Das funktioniert einfach nicht, wenn man wirklich jeden Cent verplant hat.
LG

Beitrag von gr202 04.04.11 - 18:43 Uhr

Wir haben ab dem ersten Spatenstich, oder besser Baggerstich die ersten 35 % vom Kaufpreis zahlen müssen, nach Fertigstellung des Rohbaus die nächsten 30 % und dann nach und nach. Durch den kalten Winter hat sich dann auch alles recht lange hingezogen und wir haben schon fleißig das Darlehn bezahlt.

Zu versteckte Kosten: neben den üblichen Kosten wie Makler und Grunderwerbssteuer kommen natürlich alle Extras wie weitere Steckdosen (lt Plan waren in der Küche nur 6 Stück!!!), Satelitenanlage, Garage + extra Tür in der Garage, Änderungen im Bad, Mutterboden, Zaun, Briefkasten, Außenbeleuchtung, etc.....

Wir sind vor einem Monat eingezogen und haben so langsam alles, was man für sein eigenes Haus braucht.

Gruß
GR

Beitrag von conny3006 04.04.11 - 20:47 Uhr

Hi,

wir kommen aus dem Süden, daher kann ich zu den Anbietern nichts sagen.
Nur eins, wir haben heute unser Fertighaus bekommen, da passen einfach alle Puzzleteile und Du hast einen Festpreis....da stimmen die Wände und nix ist schief.

Was ihr auch bedenken müßt-das wußten wir auch alles nicht.

Klar, oben wurde schon Notar...ect. das ist ja klar.

Aber :

1. Bodenaushub....lagern oder abfahren...Deponiekosten oder??? da kommen schnell 200t zusammen

2. Schächte legen, wir hatten jemanden der das kann im Arbeitskollengenkreis...sonst 7000 Euro extra

Garage??? Strom von der Garage legen,

Sand, Kies....Schachtringe, Leerrohre....da kommt schnell was zusammen.

Wo baut uhr, direkt an einen Nachbarn z.b. eine Garage ansetzen, wir mussten diese unterfangen, damit sie nicht absackt...das käme einiges wenn wir nicht Freunde gehabt hätten...klar aber BEtonsäcke kosten auch Geld, Sand, Mischmaschine,
Wasseranschluss der EnbW, Stromkasten (Miete)

Ihr zahlt immer nur für das abgerufene Geld.....Zinsen...erst bei Einzug alles an Zinsen, nach 1 Jahr tilgen wir erst.

Garten kostet gerne viiiiel Geld, je nachdem was machen, Terasse, Neue Küche, neue Terassenmöbel, Vordach, Pflasterarbeiten (am besten wasserdurchlässig-sonst wirds teuer-weil versiegelte Fläche)

Nicht zu vergessen, der Vermessr bekommt einiges an Geld bei uns schon an die 3000 Euro, der muss ja mehrfach raus auf´s Grundstück.

Briefkasten, Hausnummer....auch das ksotet Geld, der der uns gefällt, kostet leider 300 euro...

Architekt, bei uns war der mit dabei....sonst extra, aber Garagenplanung z.b. nur die Planung 400 euro...so schnell das Geld da ist, so schnell verschwindet es auch.

Wie viele Zimmer braucht ihr? Genau überlegen, Heizung, welche?
Wir haben eine LWWP, (Luftwasserwärmepumpe) also kein Gas, kein Öl....sie steht draußen, da wir dadurch mehr Platz im HWR haben.

Plant mehr ein, ihr werdet es brauchen...Haustüren gibt es von- bis...

Ich hoffe ich konnte etwas helfen, ist am Anfang alles recht viel, wir haben auch schlaflose Nächte hiunter uns.

Liebe Grüße C#winke

Beitrag von miau2 05.04.11 - 09:17 Uhr

Hi,
auch ich kann dir zu Anbietern nichts sagen. Wir hatten das Thema "bauen ja oder nein" allerdings vor einem Jahr und haben uns dagegen entschieden.

Die Unsicherheit - zeitlich, wann die Fertigstellung erfolgt, und auch was die Kosten angeht - war uns zu hoch. Selbst "Festpreisgarantien" bieten den Anbietern noch genügend Spielräume, dass es teurer wird. dito gilt für "garantierte Bezugsfertigkeit".

Schaut Euch die Angebote sehr genau an. Die Firma, die uns ein Angebot erarbeitet hat hatte irgendwo klein drin stehen, dass (irgendwie verständlicherweise) natürlich entsprechendes Wetter die Fertigstellung verzögern DARF. Wir hätten schon planmäßig bis in den Winter gebaut...das hätte gewaltig schief gehen können, denn die erste Winterhälfte hier hat sicher dem einen oder anderen Bauherren Probleme gemacht.

Und bei den Kosten wurde für eine ganze Reihe Nebenkosten (z.B. der schon genannte Erdaushub usw, wäre auch noch um einen Abriss gegangen...) keine Garantie gegeben worden - das hätte gutgehen können, aber auch schiefgehen. Auch die Absicherung der Baustelle und viele weitere "kleine" Posten hätten teurer werden dürfen als geplant.

Was auch viele Anbieter drin haben ist die "schlüsselfertige" Übergabe. Was dann bei uns alles nicht drin war kann das ganze noch mal deutlich teurer machen:
- absolut nichts im Garten o.ä. angelegt, kein Weg zur Haustür, kein gepflasterter Stellplatz o.ä., kein Zaun - gar nichts.
- keine Bodenbeläge verlegt (wenn ich mich richtig erinnere wäre das Material im Kaufpreis drin gewesen, aber nicht das verlegen)
- keine Tapeten an den Wänden (wieder - Material drin, aber nicht die Arbeit), nichts gestrichen

Wer das alles selbst machen kann - prima. Wir konnten (und wollten) es nicht und hätten dafür noch mal entsprechend mehr Geld einplanen müssen.

Notar, Grunderwerbssteuer (Grundsteuer ist etwas anderes - das zahlt ihr dann als Eigentümer dauerhaft, bei uns vierteljährig 125 Euro) und ggfs. Maklerkosten sind die Kaufnebenkosten.

Am besten wäre es, wenn ihr Euch von Anfang an einen Sachverständigen an die Seite holt. Das kostet zwar Geld, kann aber viel Ärger sparen.

Zum Kredit: ich weiß nicht, ob es überall so ist.

Bei uns (wir haben letztendlich ein fast fertiges Haus gekauft, Übergabe war taggenau pünktlich und wie verabredet bezugsfertig) war es so:

- 6 Monate kostenlose Bereitstellung vom Kredit, danach wurden Bereitstellungzinsen fällig für die bis dahin noch nicht abgerufene Summe
- Tilgung fing erst an, als der komplette Betrag abgerufen war. Hat natürlich den Vorteil (bei Euch, bei uns wäre es nur um 2 Monate Überschneidung gegangen), dass man nicht die komplette Doppelbelastung hat in der Zeit (Miete + Kredit). Hat natürlich den Nachteil, dass man eine Tilgungszeit mit niedrigen Zinsen verliert - die Monate (bei uns waren es glaube ich 9) zwischen Bereitstellung und Tilgungsbeginn werden ja nicht hinten dran gehängt an die Zinsbindung.
Allerdings wurden in der Zeit, bis der komplette Betrag abgerufen war die Zinsen fällig für das, was schon abgerufen wurde.

Ganz ohne evtl. erhebliche Doppelbelastung werdet ihr also bei einer ganzen oder fast- Vollfinanzierung nicht auskommen, denn je nach Fortschritt will der Bauträger ja Geld sehen. Bei den meisten Finanzierungen ist ja der Zinsanteil in der monatlichen Belastung höher als der Tilgungsanteil, daher wird der größere Anteil auch schon fällig, bevor das Haus fertig ist. Ob es andere Modelle gibt - keine Ahnung.

Diese parallelen Kosten Miete - Kredit waren bei unseren Kostenüberlegungen ein Punkt, der auf der Kostenseite beim bauen stand und unbedingt mit eingeplant werden sollte.

Viele Grüße
miau2