schwanger zur beerdiung/trauerfeier oder nur zum anschließenden kaffee

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von siem 04.04.11 - 14:20 Uhr

hallo

eigentlich bin ich nach zwei fgs und einer komplizierten ss/geburt/kind zwar vorsichtig aber halte es schon so, dass man nur schwanger aber nicht krank ist und sich nicht übermäßig anstellen sollte.

nun ist vorgestern mein opa gestorben#heul.meine elten und tanten möchten nicht, dass ich schwanger zur traerfeier komme und das es nicht gut sei (wir haben schon ein kind mit einigen körperlichen und kognitiven defiziten und extrem sensibel und emotional was sie auf die ängste und komplikationen in der ss und bei der geburt schieben).
ich solle lieber erst danach zum kafeetrinken zur feier kommen um foto,sarg,ansprache und meine weinenden verwandten zu umgehen.

nun bin ich am überlegen was ich mache.bin ein sehr emotionaler mensch und habe wirklich angst davor wenn ich meine eltern sooo tief traurig sehe.
bin ja noch nicht so weit, hatte aber gerade im sommer meine zweite fg und am anfang dieser ss einige komplikationen wo nicht klar war ob alles gut geht.
werde auch mal meine hebi fragen.

was würdet h machen?
vorsichtig (oder feige sein wenn mans so sehen will) und erst zu kaffee hin?
oder augen zu und durch?
nicht hingehen kommt nicht in frage, auch wenn ich midem tot im allgemeinen nicht gut umgehen kann.

liebe (traurige) grüße
siem 15 ssw

Beitrag von widowwadman 04.04.11 - 14:26 Uhr

Ich musste in meiner letzten Schwangerschaft einen Arbeitskollegen beerdigen und bin natuerlich zur Trauerfeier gegangen um mich verabschieden zu koennen. Defizite hat meine Tochter weder koerperlich noch emotional, ich halte diese Theorie fuer naja, nicht so dolle.

Du musst das alleine entscheiden, aber ich wuerde mir da nichts einreden lassen

Beitrag von angel2110 04.04.11 - 14:27 Uhr

Hallo.

Erstmal tut es mir sehr leid für dich und deine Familie.

Wie hast du denn zu deinem Opa gestanden?
Wie würdest du dich fühlen nicht hin zu gehen?

Ich persönlich würde gehen. Sonst hätte ich das Gefühl mich nicht verabschiedet zu haben.
Ich war bei meinem Onkel vor zwei Jahren auf der Trauerfeier. Es hat mich ziemlich mitgenommen, meine Verwandten so zu sehen. Und - zu dem Zeitpunkt war mein Papa noch nicht einmal 1 Jahr verstorben. Es kam alles wieder hoch.
Da war ich schon schwanger, wusste es aber nicht (4. oder 5. Woche etwa).
Ich wäre aber auch gegangen wenn ich es gewusst hätte.

LG und alles Gute

Beitrag von kamelefant 04.04.11 - 14:28 Uhr

Wenn du hingehen möchtest, um dich sozusagen feierlich zu verabschieden, dann geh hin. Wüsste nicht, warum das nicht gut sein sollte, dem Baby schadet das bestimmt nicht.

Beitrag von spiekersinn 04.04.11 - 14:29 Uhr

Hallo,

du bist nicht Feige!!! Du kannst trotztdem trauern! Ich habe letztes Jahr meine Mama verloren. Ich könnte leider nicht zur Beerdigung fahren, weil ich ein Fg hatte kurz vorher sie starb die erste von mein Zwillis und noch doll geblutet habe, müsste 14std Fahren. Leider durch den Trauma hab ich meine 2. Baby auch verloren...
Du kannst mal allein zur Grab gehen. Gib dir Zeit alles zu verarbeiten!
Ich wünsche dir viel Kraft!

Liebe Grüße

Spiekersinn

Beitrag von angie07 04.04.11 - 14:29 Uhr

Wir hatten auch mal so ein gespräch in der familie gehabt was machen wenn ne beerdigung ist. Meine mutter sagte mit klipp und klar in der SS hätte ich dort nichts zu suchen. Das hätte man früher nicht gemacht und das würde jeder aus der Familie so sehen. Es hat was mit aberglaube zu tun wenn man als Schwangere dort hin geht könnte es unglück fürs baby geben oder so. Finde leider diese internetseite nicht mehr.

Ich kann dir nur sagen mach das was dein Herz sagt. Mit feigheit hat sowas nichts zu tun. Wenn du meinst du willst da hin dann geh wenn du aber dir sagst ich respektiere den wunsch meiner eltern und der Familie dann bleib daheim.

Ich wäre daheim geblieben, aber halt auch viel mehr auf den wunsch der familie.

Beitrag von siem 04.04.11 - 15:20 Uhr

danke für deine antwort.

mh, ich soll ja nicht gar nicht kommen, nur nicht mit in die "kapelle" wo der sarg steht und die rede gehalten wird. sondern ihnen wäre es lieber, wenn ich danach erst mit in den nebenraum zum "abschiedsessen" gehe. zum grab gehts eh nicht, weil er erst danach verbrannt wird. und meine demenzkranke oma werden sie wohl auch nicht zum sarg bringen.
meine tanten sagen, dass mein opa nicht gewollt hätte, dass ich schwanger in die trauerstimmung komme.

liebe grüße
siem

Beitrag von flugtier 04.04.11 - 16:27 Uhr

wie gesagt: das ist blödsinn - als ob du nicht trauerst um ihn, nur wenn du nicht da bist.

Überlege womit du dich wohler fühlst!

Beitrag von lucas2009 04.04.11 - 14:31 Uhr

ICh kann dir mal von mir erzählen. Als ich in der 27.SSW war ist meine Schwägerin tödlich verunglückt, das hat mich echt umgehauen. Da ich aber den meisten Kontakt zu ihr aus der Familie hatte, sollte ich mich um den Kranz etc kümmern.
Meine Eltern rieten mir auch davon ab zur Beerdigung zu gehen (Schwägerin war aus der Familie meines Mannes)
Ich wollte mich aber verabschieden.
Einen Tag vor der Beerdigung wachte ich auf und mir war ganz schrecklich schwindelig und das über Stunden. Bin dann zum Arzut. Mein Blutdruvck war bei 180/110 und ich kam sofort ins KH. Ich hatte ne Gestose entwickelt. Der Prof im KH sagte mir, dass es durch den seelischen Stress ausgelöst wurde, zumindest glaubte er das...
Ich würde an deiner Stelle nicht zur Beerdigung gehen.

Möchte dir noch mein herzliches Beileid aussprechen.

LG Julia

Beitrag von kimberlie2602 04.04.11 - 14:32 Uhr

also meine mama ist im letzten jahr verstorben und ich war auch schwanger ich bin hin zur beerdingung ich fragte meine hebi ob ich das könne sie meinte du musst dich ja auch verabschieden können und das es das beste wäre dort hinzugehen und ich muss sagen mir hats geholfen diese sache zu vearbeiten

tut mir seihr leid für dich mit dein opa
spreche mal mein beileid aus ich hoffe du verkraftest es gut und diese aussage ist quatsch mein kind gehts bestens also hör auf dein gefühl und lass dir net rein reden wenn du dabei sein willst mach das,denn das ist das letzte mal das du tschüss sagen kannst und wenn es zu schlimm wird kannst du immer noch gehen
aber ich rate dir hin zu gehen

lg

Beitrag von jinebine 04.04.11 - 14:35 Uhr

hallo,

das tut mir sehr leid für dich und deine Familie. Eine Kerze für deinen Opa. #kerze

Also ich war auch am Anfang meiner ss bei der Trauerfeier und Beerdigung meines Opa's und meine Cousine war auch mit und sie war da schon im 6. Monat. Ich hätte mir das NIE verziehen,wenn ich nicht hätte hingehen können bzw dürfen. Ich konnte mich so richtig verabschieden. Und Trauerfeiern sind immer schwer, ob Schwanger oder nicht.

Ob du hin gehst, oder nicht, musst ganz allein DU entscheiden und niemand anders.

Ich wünsche Dir viel Kraft und weiterhin viel Glück in deiner ss.

LG Janine mit Püppi 24ssw#verliebt

Beitrag von corry275 04.04.11 - 14:36 Uhr

Hallo,

erstmal herzliches Beidleid. Kann deine Zweifel nachvollziehen. Kann für den Moment allerdings nur von mir sprechen, dass ich nicht zur Beerdigung selbst gehen würde.
Liegt aber daran, dass ich bei der Trauerfeier für meinen Vater im letzten Jahr bereits zusammengebrochen bin und von daher, weiss das ich es in meinem momentanen Zustand noch weniger durchstehen würde.

Würde mich wahrscheinlich, wie von deiner Familie angeraten, von der Trauerfeier selbst fernhalten. In dem Fall sind sie denke ich mal wirklich nur um dein Wohl und das Wohl deines Krümmels besorgt.

Im anderen Fall würde ich mich wahrscheinlich in der Hintersten Ecke, der Trauerhalle verkriechen und nach allen anderen zum Grab gehen (hat meine Schwester gemacht, da sie mit der Situation nicht zurecht kam).

LG und Viel Kraft

Beitrag von siem 04.04.11 - 15:07 Uhr

hallo

danke für deine antwort.

es ist nur die trauerfeier und er wird erst danach zum verbrennen überführt.
nach den trauerworten am sarg gehts in den nebenraum für alle zum "abschiedsessen" da wäre ich dann ja wieder dabei. nur nicht am sarg.
zur zeit denke ich schon, dass das eine gute lösung wäre.
meine oma (zu dem opa) wird wohl auch erst zum kaffee danach gebracht und nicht zum sarg. sie ist sehr demenzkrank und wird seit langem mit medikamenten beruhigt. da ist das so schwer abzumessen was für sie am besten ist. denn sprechen oder etwas an reaktionen bei ihr abzuschätzen ist nicht mehr möglich. es weiß auch keiner ob sie für sich weiß dass er tot ist oder ob sie noch glaubt, dass er noch om kh ist. und es weiß auch keiner was sie davon dann am nächsten tag noch weiß.es ist nur bekannt dass sie angst vor toten hat, da sie früher ihre mutter und schwester oder so hat sterben sehen.
lg siem

Beitrag von corry275 04.04.11 - 17:17 Uhr

Bitte, keine Ursache.

In dem Fall würde ich es vorziehn erst zum Kaffee zu gehen und vielleicht während des Kaffetrinkens allein nochmal zum Sarg zu gehen.

Kann deine Situation so gut nachvollziehen. Wir haben letztes Jahr (übrigens genau zur selben Zeit) die Trauerfeier mit Sarg ausfallen lassen und nur die Urnenbeisetzung gehabt.

Ich hoffe nur für dich, dass du im nachhinein besser mit der Situation umgehen kannst als ich. War das letzte mal letztes Jahr im Mai am Grab meines Vaters (Beisetzung 8.4) und kann bis heute einfach nicht hingehen.

Lg corry

Beitrag von butter-blume 04.04.11 - 14:50 Uhr

Hallo,

mir ist vor 2 Wochen meine von ganzem Herzen geliebte Oma gestorben. #kerze

Ich habe ihr sogar im Trauerrraum unseres Bestatters am offenen Sarg noch "Adieu" gesagt und bin dann natürlich auch zur Beerdigung usw. gegangen... ich finde Trauer ist ein Teil unseres Lebens und eine Emotion wie Lachen eben auch eine ist! Nur nicht so schön! Dennoch mindestens genau so wichtig!

Und gerade wenn du deinen Opa sehr mochtest würde ich dir empfehlen ihm diese letzte Ehre zu erweisen und zur Beerdigung zu gehen. Die Trauer über einen Verlust ändert sich nicht dadurch, dass man den Moment der Beisetzung verpasst und durch eine Trauernde SS ist auch noch kein Kind krank zur Welt gekommen (soweit ich weiß).

Lg und meine Anteilnahme, Butter-blume

Beitrag von siem 04.04.11 - 15:41 Uhr

hallo

danke für deine antwort.
es wird "nur" am sarg abschied genommen bei einer trauerrede. danach wird er erst verbrannt. es geht eigentlich also nur um die trauerfeier direkt in der "kapelle" umd dann gehts in den nebenraum und da bin ich auf jeden fall dabei.
ansehen könnte ich ihn gar nicht mehr.
habe sowieso angst vor toten menschen wie tieren.
als ich mit unserer großen schwanger im 5 monat war habe ich den nachbarn meiner eltern tot auf dem hof gefunden. das war schon arg gruselig und den mochte ich ehrlich gesagt nicht mal.
als ich mit der zweiten schwanger war mußte ich im 3 monat nach 12 jahren mein pferd einschläfern lassen. da war ich feige und nicht da bei, sondern eine freundin die auf dem hof die stallarbeit mit macht.
damals fragte mich die besitzerin meines pflegepferdes,ich war da so 17/18 ob ich mitfahre ihre alte stute zum schlachter zu bringen da sie nicht alleine fahren mochte.ich habe es getan, obwohl ich schon viele jahre vegetarier war und schlachter gar nix für mich.
waren dann im haus der leute in der küche wegen papierkram und als ich mich umdrehte sah ich direkt auf den schlachtplatz wo das pferd gerade den bolzenschuß bekam,zusammensackte und sofort der hals aufgeschnitten wurde. ich habe jahre gebraucht um dieses bild zu verdrängen und wollte daher mein pferd auch lebendig in erinnerung behalten und nicht zusammenbrechen sehen.

liebe grüße
siem

Beitrag von flugtier 04.04.11 - 16:22 Uhr

Wie fühlst du dich beim GEdanken daran dich nicht von deinem Opa zu verabschieden?

Das ist das einzige worum es geht! Von anderen würde ich mir da gar nichts erzählen lassen! Dass eine Trauerfeier die kognitiven Leistungen deines Kindes beeinträchtigen könnte...da geht mir als Pädagogin ja die Hutschnur hoch ... du trauerst doch eh - ob da vor Ort oder zu hause.

Wenn du nur eines von beiden machen willst, dann würde ich eher dazu raten das Kaffeetrinken ausfallen zu lassen! Das ist nervlich viel belastender (fand ich zumindest immer).

Aber so oder so: lass dir nicht erzählen was du machen sollst! Hör auf dein Gefühl! Es nützt nichts wenn du nachher bereust keinen ABschied gehabt zu haben. Zur Not hälst du dich einfach abseits bei der Beisetzung. Aber höre auf das womit du dich wohler fühlst!

Beitrag von ewwi 04.04.11 - 17:20 Uhr

Erstmal mein #herzlichstes Beileid.
Du musst es wirklich fuer Dich selber entscheiden, ob zur Trauerfeier willst. Ich koennte mir aber vorstellen, dass so eine Zeremonie sogar reinigend wirken kann, Du kannst Deinen Traenen freien Lauf lassen und so richtig trauern, ist bestimmt gesuender, als es zu unterdruecken. Und Traenen haben noch keinem Ungeborenen geschadet.
Wie auch immer Du entscheidest, es ist das richtige fuer Dich
LG, Ewi