Mein Leben ist eine Lüge

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von traurig-aber-wahr 04.04.11 - 16:53 Uhr

Hallo...

Ich bin sonst immer eine stille Mitleserin, aber heute muss ich selbst mal schreiben
Mache momentan eine Therapie, und lerne so einiges und sehe das hier als einen möglichen Neuanfang

Bin Anfang 30, habe ein Kind (6) und ich muss ehrlich sagen, das mein ganzes Leben nur aus "Lügen" besteht
Belüge meine Freunde / Freund....

Ich habe noch nie in meinem Leben richtig gearbeitet, habe damals mit 17 Altenpflegerin gelernt und nach der Abschlussprüfung nix mehr gemacht - bis heute. Ich lebe nicht von Alg2, bekomme keinerlei staatliche Unterstützung.
Nicht mal Kindergeld habe ich jemals beantragt.
Meine Familie ist bekannt (Fussballbereich, näher möchte ich nich drauf eingehen aus Angst erkannt zu werden)
Bekomme monatlich einen Betrag überwiesen, von meiner Familie aus der Schweiz - somit muss ich nicht arbeiten gehen um uns zu finanzieren.

Es ist aber alles nicht so schön, wie es scheint. Im Gegenteil. Ich lebe jeden Tag in den Tag hinein. Habe keine Hobbys, keiner weiss was von meinem "Leben"
Sogar mein Freund denkt, das ich jeden Morgen aufstehe und arbeite, bis 16 Uhr. Ich stell bis 16 Uhr immer mein Handy aus, verschanze mich in der Wohnung, und vertreibe mir die Zeit mit schlafen, Dvd´s gucken, Internet, bis mein Sohn aus der Schule kommt
So geht das jeden Tag, seit Jahren.......
Es wurde oft brenzlig, wenn mein Freund mich mal von der Arbeit abholen wollte (als mein Auto zB in der Werkstatt war) Ich konnte mich immer in letzter Sekunde rausreden. Natürlich denken alle, das ich in der nächstgrösseren Stadt arbeite, wo mich keiner kennt und somit nix ans Tageslicht kommt.
Ich muss dann immer einen auf "gestresst" tun, wenn mein Freund abends kommt, und ich mach den Haushalt extra erst abends damit es nich auffällt.
Ich kann ihm und meine Freundinnen niemals die Wahrheit sagen, das hat mir mein Psychologe auch abgeraten. Ich muss irgendwie versuchen, nach und nach die Lügen zu beseitigen.. "Arbeit" kündigen oder gekündigt werden, und mir in Wirklichkeit eine Arbeit suchen. Klingt nu alles kompliziert, aber ich muss einen Weg finden um endlich wieder zu "leben"
Dazu kommt, das ich ja monatlich den Betrag zum Leben bekomme, und mir somit sehr sehr viel angespart habe wovon mein Freund nix weiss. Er schuftet gerade sehr viel, um mit meinem Sohn und mir in den Urlaub zu fahren. Hatte überlegt ihm eine "Erbschaft" vorzugaukeln, damit ich den Urlaub bezahle. Aber selbst das ist wieder eine Lüge

Mir wurde auch von meinem Psychologen geraten, alles aufzuschreiben. Das würde den Rahmen sprengen, aber ich denke das wichtigste habe ich aufgeschrieben. Mir fällt echt eine Last runter, aber leider muss ich trotzdem so weiter leben... vorerst...
Ich habe meinen Neuwagen damals verkauft, und mir eine alte Gurke gekauft. Bj96, rostige Stellen, älteres Auto halt usw. Damit es nich auffällt. Kleide mich auch ganz normal, kauf zwar immer alles neu aber keine Designer Sachen. Meist H&M usw.

Ach man, das ist alles so schwierig, ich muss einen Weg finden.. ich weiss nur nicht wie. Kann es aber niemals ans Tageslicht kommen lassen, wie ich seit etlichen Jahren lebe.

Vielleicht bekomme ich eine Meinung, aber muss nicht. Musste das einfach nur mal aufschreiben

Viele Grüsse!

Beitrag von sehrschwehr 04.04.11 - 17:00 Uhr

Hallo,

schwierig!

Das du in Behandlung bist ist ja schonmal ein guter Schritt.

Aber mal ehrlich, kommst du dir nicht wie ein nutzloser Schmarotzer vor wenn du dich von deiner Familie aushalten lässt??? Wieso arbeitest du nicht wirklich einfach um ein geregeltes Sinnvolles Leben zu führen, wenn du es finanziell nicht nötig hast reicht doch ein Halbtagsjob.

Mir würde es das Herz zerreißen wenn ich mein eigenes Kind anlügenh müsste (der wird ja auch fragen was Mama so macht) und den Mann den ich liebe, speziell wenn ich sehe er reist sich den Arsch auf um mir und einem (nicht seinen) Kind ein schönes Leben zu machen wärend man mehr Kohle hat wie er selbst.

LG

Beitrag von ajl138 04.04.11 - 17:07 Uhr

Sehe ich ganz genauso!!!

Beitrag von traurig-aber-wahr 04.04.11 - 17:08 Uhr

Danke für deine Antwort!

Ja, du hast Recht! So komme ich mir auch vor - aber meine Familie besteht darauf, die schicken auch den anderen (meine Tante etc) immer Schecks.
Aber zumindest arbeiten die, trotz des Geldes was die erhalten.

Wir stehen mit der Familie aus der Schweiz in Kontakt, leider sieht man sich kaum, da die ja in der ganzen Welt rumreisen.

Ich komme mir wirklich wie ein Schmarotzer vor, aber anderseits nehme ich nicht den Staat aus, ich bekomme nicht mal Kindergeld. Und ich habe nie verlangt das die mir Geld geben.
Es fing nach meiner Ausbildung an, seitdem kommt jeden Monat ein Betrag.
Da fanden schon öfters Gespräche statt, aber die lassen da kaum mit sich reden, weil sie wollen das es uns, vor allem meinem Sohn, sehr gut geht.

Die Sache mit dem Urlaub: Ich möchte nicht, das er uns den finanziert. Ich suche ja nach einer Ausrede, aber dazu muss ich wieder lügen

Beitrag von shandor 04.04.11 - 17:29 Uhr

Warum musst du hier den wieder lügen ?
Er denkt doch, dass du arbeitest. Sag ihm doch einfach, du hättest Geld angespart.

Eva

Beitrag von ajl138 04.04.11 - 17:05 Uhr

Dein Psychologe hat für mich einen Knall.
Mach bei allen die dir wirklich wichtig sind,reinen Tisch.
Du wirst danach sicherlich allein da stehen,aber ehrlich gesagt,besser komplett neu anfangen,als sich noch weitere Lügen auszudenken wie gekündigt werden usw. Damit ist es nicht aus der Welt geschafft.
Dann würde ich mir noch dazu die augen aus dem Kopf schämen mich von meiner Familie jahrelang schon aushalten zulassen.

Such dir einen vernünftigen Psychologen,der dich mit seinen Gesprächen auffangen kann und auch will !!!!!!!

Beitrag von traurig-aber-wahr 04.04.11 - 17:12 Uhr

Ich würde ganz allein da stehen, und das Gesprächsthema Nr 1 sein.
Genau das möchte ich vermeiden - vor allem wegen meinem Sohn. Er wird es dann in der Schule nicht leicht haben. Möchte mir nicht ausmalen was dann alles geschehen würde

Entweder ich fange ganz neu an - auch neue Freundschaften, Trennung vom Freund, andere Stadt - oder ich lebe so weiter

Es ist alles so verdammt schwierig

Mein Psychologe ist eigentlich sehr nett und sagt mir auch direkt, was er denkt. Nur er denkt auch an das "danach" an die Folgen wenn es ans Tageslicht kommt

Kann nicht nur an mich denken, sondern muss in erster Linie an meinen Sohn denken!

Beitrag von ajl138 04.04.11 - 17:29 Uhr

Das du dann alleine dastehst,nun,dass ist deine eigene Schuld!

Steh dazu, alles andere ist Weiterlügen!


Und jetzt auf einmal denkst du an deinen Sohn...ja nee,is klar!

Dann zieh halt um,fang neu an.
Ich seh sowieso keine andere Chance für dich.

Was schert dich das Gerede der Leute?

Beitrag von valentina.wien 04.04.11 - 19:26 Uhr

Also in dem Fall, würde ich auch nicht unbedingt zur (vollen) Wahrheit raten.
Und komplett neu anfangen klingt immer nett, aber wie stellst du dir was vor?

Ich würde auch eher raten, einen Job im Verkauf etc. zu suchen. Fertig.

Das Geld von der Familie bekommt sie ja scheinbar unabhängig von ihrer Jobsituation. Freiwillig. Dafür braucht sie sich nicht zu schämen.

Beitrag von ajl138 05.04.11 - 10:34 Uhr

Du fragst mich ernsthaft,wie ich es mir vorstelle,mit einem dicken Geldpolster einen Neuanfang zumachen?

Beitrag von valentina.wien 05.04.11 - 11:34 Uhr

Okay. Tut mit leid.
Ich wusste nicht, dass weder du, noch deine Kinder Sozialkontakte haben.

Aber natürlich. Wo ist das Problem? Ich lasse alles zurück und verschwinde mit meinem Kind irgendwo hin und fange dort "neu" an.

Beitrag von ajl138 05.04.11 - 11:36 Uhr

Stell dir vor,ich hab das gemacht und das sogar mit 2 Kindern.

Und uns allen 3en geht es gut!!!!!

Beitrag von Warum? 05.04.11 - 10:32 Uhr

+Dann würde ich mir noch dazu die augen aus dem Kopf schämen mich von meiner Familie jahrelang schon aushalten zulassen.+

Warum? Die TE scheint aus Verhältnissen zu kommen, wo das normal ist. In wirklich reichen Familien ist so etwas manchmal üblich. Dafür braucht sie sich nicht zu schämen.

In den anderen Punkten gebe ich Dir aber Recht.

Zudem sollte die TE sich wirklich eine Beschäftigung suchen, einfach um mal raus zu kommen. Und wenn es ein Ehrenamt ist.

Beitrag von ajl138 05.04.11 - 10:36 Uhr

Eben weil sie nichts macht.Deswegen...soll sie halt was ehrenamtliches machen.Aber zu Hause rumliegen und sich noch beschweren,ihr wäre langweilig,ist für mich lächerlich!

Beitrag von Warum? 05.04.11 - 11:33 Uhr

Wenn ich richtig gelesen habe, beschwert sie sich nicht, daß ihr langweilig ist.

Sie hat eine Lüge um ihr Leben aufgebaut. Das ist ihr Problem. Gäbe es diese Lüge nicht, würde ihr ganzer Alltag automatisch ganz anders aussehen.

Meiner Ansicht nach, hat sie ein Problem psychischer Art, das unbedingt behandelt werden muss.

Sie braucht Hilfe und keine dummen Sprüche.

Beitrag von ajl138 05.04.11 - 11:38 Uhr

Und die bekommt sie,wenn sie einfach was ändert,damit es in ihr Lügengebäude passt?

Was ist mit dem Rattenschwanz,der da dran hängt?

Ihre Gedanken,dass sie nun zwar nicht mehr lügt,aber ne Menge verschweigt wird ihr psychisch auch nicht besser helfen.Schon gar nicht auf Dauer.

Beitrag von Warum? 05.04.11 - 12:37 Uhr

Sie braucht keine Hilfe in Form von Ratschlägen, wie sie ihr Lügengebäude abbauen kann, sondern Hilfe in Form einer Therapie.

Bei Urbia ist sie an der falschen Adresse. Sie muß sich Fachleute zur Hilfe heranziehen. Da sie über genügend finanzielle Mittel verfügt, dürfte das kein Problem sein. Aber sie muß wollen.

Beitrag von Warum? 05.04.11 - 14:25 Uhr

Na, Du scheinst ja eine ganz Schlaue zu sein. Hast Du Deine Glaskugel befragt, daß Du solche Ferndiagnosen stellen kannst, ohne einen Menschen zu kennen? Was für eine Ausbildung hast Du? Wald- und Wiesenpsychologie studiert?

Beitrag von dore1977 04.04.11 - 17:11 Uhr

Hallo,

wieso um alles in der Welt hast Du überhaupt mit diesen Lügen angefangen?
Das ist nicht böse gemeint, es würde mich wirklich interessieren.

Ich denke auch wen Du jetzt Deinem Kind, Freund und Freundeskreis auf einmal die Wahrheit erzählst wird das vermutlich etwas viel des guten.

Such Dir einen Job und sag das Du den Wechsel gebraucht hast. Danach kannst Du dann aufhören mit dem Geschichten erzählen. Du hast übrigens eine sehr nette Familie wen sie Dich schon so lange finanziell unterstützen.

Ob Du Deinem Freund etwas von Deinem gesparten Geld erzählen sollst, schwierig. Wie lange seit ihr den schon zusammen ? Wen die Beziehung gefestigt ist würde ich es vermutlich machen. Ist Dir aber jetzt schon klar das er dann nur noch Dollar Zeichen in den Augen hat würde ich es lassen.

Aber darf ich Dich fragen ist Dein Leben nicht schrecklich langweilig? Du hast Dir ja quasi selbst eingesperrt in Deiner Wohnung.
Für mich wäre das gar nichts. Ich würde verrückt werden.

Ich denke das Du in Behandlung bist ist schon der erste richtige und auch wichtige Schritt.

LG und viel #klee Dore

Beitrag von traurig-aber-wahr 04.04.11 - 17:17 Uhr

Sehr gute Frage, ich weiss selbst nicht - wieso ich nie etwas von meiner Familie erzählt habe
Evtl aus Angst, das man nur deswegen mit mir befreundet ist, oder wie du sagtest - man die Dollar Zeichen in den Augen sieht

Mein Leben ist schrecklich langweilig, ich liege nur rum - kann ja nicht mal den Haushalt machen, damit es nich auffällt

Bin mit meinem Freund seit 1 Jahr erst zusammen, aber so ganz sicher bin ich mir nicht - ob er dann anders denkt wenn er alles weiss. Ich lasse nicht zu, das er den Urlaub bezahlt, sich dafür einen abschuftet, während ich gemütlich daheim bin. Werde mir da noch was überlegen

Gehe alle 2 Wochen einmal zu meinem Psychologen, selbst da muss ich aufpassen nich gesehen zu werden - da ich ja "arbeite"
Einkäufe kann ich auch erst abends machen, ach das ist alles so mega kompliziert

Beitrag von dore1977 04.04.11 - 17:27 Uhr


Hallo,

Fakt ist aber doch Du kannst heute einen neu Start in Deinem Leben machen. Such Dir einen Job !
Ändere Dein Leben! Du musst um bedingt von dieser "Ich arbeite Lüge" weg und das aber möglichst ohne weitere Lügen in die Welt zu setzen.

LG dore

Beitrag von scrollan01 04.04.11 - 18:02 Uhr

Au mann!

Aaalso:

was ICH machen würde:

erstmal nichts erzählen und Bewerbungen schrieben für deinen Beruf. Dum usst ja nicht in Vollzeit gehen, suche dir etwas für die Frühdienste.
So bist du Mittags daheim und Zeit genug für alles andere.

Den Scheck kannst Du ja weiterhin annehmen und als Rücklagen für dich und deinen Sohn nutzen.

Bau dir erstmal beruflich ein Leben auf und schau zu, dass du raus kommst aus dem Trott!

Alles andere ergibt sich - wenn Du beruflich etwas anderes machst (deiner Lüge nach), dann sage einfach deinem Freund, du hättest damals die Ausbildung gemacht und nie darin gearbeitet.

Wenn du es geschafft hast alles hin zu bekommen, und wenn deine Beziehung andauert und gefestigt ist, dann kannst du evtl. ab und an dein Lügengebilde einreissen lassen und etwas durchsickern lassen.
Alles auf einmal wäre jetzt zu hart! Für alle!

Hast du wirklich NIEMANDEN, der dir helfen kann moralisch und so?

LG Scrollan

Beitrag von colle 04.04.11 - 18:08 Uhr

tag

welchen beruf denn?
nach ihrer ausbildung hat sie NICHTS mehr gemacht
keine berufserfahrung, NICHTS

Beitrag von valentina.wien 04.04.11 - 18:23 Uhr

Eben. Aber ich frage mich schon, welchem, (Fake-)Beruf sie jetzt nachgeht.