wiedermal unsicher weil er noch Windeln hat

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von aquene 05.04.11 - 09:43 Uhr

Hallo ihr Lieben,

mal wieder mache ich mir Gedanken, weil mein Sohnemann noch so gar nicht von den Windeln weg kommt.
Er ist jetzt 3 Jahre und 4 Monate alt und macht keinerlei Anstalten von sich aus, dass er mal auf toilette oder Topf gehen mag.

Wir hatten mal eine kurze Phase, da ist er nach dem Aufstehen mit mir ins Bad gegangen und hat dann da immer auf der Toilette Pipi gemacht, aber das wollte er dann nicht mehr und seither tut sich nichts.

Er geht bei mir öfter mit ins Bad, er darf gucken, wir unterhalten uns, ich bemühe mich, ihm das irgendwie schmackhaft zu machen.....
ich habe mich erst vor Kurzem mit Jemandem darüber unterhalten, der mir da auch noch ein paar Tipps gegeben hat. Von wegen...gemütliche Atmosphäre schaffen, evtl. mal ein Buch mitnehmen...aber es bringt Alles nichts.

Ja, man hört überall "ach, das kommt ganz plötzlich wie von selbst" und "du musst da gar nix machen, das geht von alleine..." , aber ehrlich, ich mach mir schon Gedanken darüber.

Vorgestern war es z.b. so....dass er es dann tatsächlich mal ohne Windel versuchen wollte.....hat ihm auch Spass gemacht, aber dann konnte er es mir eben doch nicht vorher sagen, sondern erst, als die Hose schon nass war. Ich hab mich gehütet auch nur ein negatives Wort drüber zu verlieren, aber trotzdem will er es jetzt auch nicht mehr versuchen.

Hab schon überlegt ob ich ihm was in die Toilette basteln soll?? Gibt doch da glaub ich irgendwelche Klebe-bilder wo sie dann draufpinkeln können oder?

Also, wer noch Tipps hat, immer her damit.

Danke

Beitrag von cori0815 05.04.11 - 10:03 Uhr

Du willst ihm ein Bild in die Toilette kleben, damit er ein Stehpinkler wird? Durchaus fragwürdig, finde ich ...

Zum "Das wird schon ganz von allein, warte einfach ab, bis er selbst den Dreh kriegt" kann ich nur sagen: so ein Quark. Ich habe neulich hier schon etwas ähnliches dazu geschrieben:
Wenn jemand in einer gänzlich religionsfreien Zone aufgewachsen ist, wie soll bei ihm irgendwann der Wunsch nach einer Religionszugehörigkeit erwachen, wenn er nicht mal weiß, was das ist???

Auf deinen Sohn bezogen: Wie soll er wissen, wie es ist, sein Geschäft auf Dauer in die Toilette zu machen, wenn er die Erfahrung nicht machen "darf"??? Also runter mit der Windel. Und integriert die Toilettensitzungen einfach in den Alltag, so wie du es schon einmal begonnen hattest.

Wir haben das frühzeitig gemacht, die Kinder nach dem Aufstehen und vor dem Zubettgehen zur Toilette zu schicken. Ob letztlich was kam oder nicht, war nicht entscheidend. Entscheidend war für mich, dass sie es als völlig normal empfinden, zu diesen Zeitpunkten zur Toilette zu gehen. Als sich das etabliert hatte, habe ich auch am Tag öfter mal an den Toilettengang erinnert. Mit etwas über 2 Jahren haben wir dann kurzerhand die Windeln weggelassen.

Klar gab es das manchmal, dass die Kinder "kein Bock" hatten, auf die Toilette zu gehen. Manchmal habe ich dann einige Tage lang die Tic-Tac-Tour gefahren: für jeden Toilettengang gab es ein Tic-Tac, ob erfolgreich oder nicht. Das klappte super. Und nach einigen Tagen hatte sich zwar der Toilettengang zwischendurch etabliert, aber das Tic-Tac geriet mehr und mehr in Vergessenheit. Vielleicht ist so ein Mini-Anreiz für deinen Sohn eine Möglichkeit?

Du solltest ihm ruhig einige Tage ohne Windel Zeit geben, auch wenn es praktisch jedes Mal daneben geht. Aber er muss sich ja erst auf die neue Situation einstellen und die Signale seines Körpers besser kennen und einschätzen lernen.

LG
cori

Beitrag von 0574 05.04.11 - 10:25 Uhr

Guten Morgen!

Also ich muss Dir leider ein bisschen wiedersprechen, denn genau so war es bei meinem Sohn (ist im Januar 3 geworden). Vor drei Wochen hat er mittags auf einmal erklärt, dass er jetzt keine Windel mehr will und ich soll ihm ein Unterhöschen anziehen. Dem Wunsch bin ich natürlich gleich nachgekommen und seitdem ist er trocken, quasi von jetzt auf gleich. Seit einer Woche auch nachts und auch da klappts ganz prima ohne Windel.
Ich hab ihn vorher zwar ab und an aufs Töpfchen gesetzt, er ging auch immer mit, wenn ich gegangen bin, aber mehr habe ich nicht gemacht. Hab ihm seine Zeit gelassen und siehe da....alles prima.

Und das selbe Spiel hatten wir mit dem Schnuller. Letzte Woche hat er beschlossen, dass jetzt mal die Schnullerfee kommen kann und seitdem liebt er sein Geschenk, dass er bekommen hat und die Schnuller sind passé.

Ich denke einfach, dass es von Kind zu Kind unterschiedlich ist. Manche kommen von alleine und manche müssen animiert werden. Meiner Meinung nach sollte man (wie bei fast allem) auf seinen Bauch hören und danach entscheiden. Ich bin die letzten Jahre prima damit gefahren. :-)

Liebe Grüße
Nicole

Beitrag von cori0815 05.04.11 - 10:39 Uhr

hi Nicole!

Okay, wenn es für euch okay war, ist das sicher eine gute Lösung gewesen. Aber dann hast du sicher auch nicht hier bei urbia einen verzweifelten Bericht geschrieben mit der Frage "wie gewöhne ich ihn/ihr die Windel ab?", gelle?

Ich war ehrlich gesagt nie sehr amüsiert über die vollen Windeln meiner Kinder. Und darum habe ich eben von Anfang an Wert auf eine frühzeitige Sauberkeitserziehung gelegt. Und ich bin mit diesem völlig druckfreien System gut gefahren.

Wie du schon sagst: einige Kinder kriegen von selbst die Kurve, andere müssen eben leicht angestupst werden. Mit 3,5 Jahren wäre bei mir definitiv der Zeitpunkt, zu dem ich spätestens "anstupsen" würde.

Wer weiß, vielleicht wäre dein Sohn mit 2 schon sauber gewesen, wenn du "angestupst" hättest. Das hätte und deinem Kind viele Windeln und viele Windelwechsel erspart. Ich glaube aber (und damit möchte ich dich nicht persönlich angreifen, sondern einfach eine Entwicklung anzeigen), durch die Bequemlichkeit, die Einwegwindeln heute bieten, wird dieser Zeitpunkt von Eltern automatisch immer weiter nach hinten verlagert (oder nicht bewusst angesteuert), bis die Kinder von allein drauf kommen müssen, ohne angestupst zu werden. Müssten Eltern immer noch die Kackwindeln von 3,5 Jährigen waschen, würden sie sicher anders agieren ;-)

LG
cori

Beitrag von 0574 05.04.11 - 10:49 Uhr

Nein, da hast du recht. Ich hab hier noch keinen verzweifelten Bericht reingeschrieben. ;-) Ich habe mit dem Kinderarzt über das Thema geredet und er hat mir beigepflichtet, dass alles seine Zeit hat. Mich hat allerdings das Windeln wechseln auch nicht sonderlich gestört, von daher konnte ich gelassen sein.


Liebe Grüße
Nicole

Beitrag von tierbefreierin 06.04.11 - 00:35 Uhr

Recht hast du!!!

Habe ich auh gemacht,meine Tochter wird 2 Jahre alt und ist seit 2 Monaten Tag sauber und jetzt nachts. Meine Schwester hat auch so gemacht und ihre 3 Jungen waren alle zwischen 2 und 2,5 Jahren sauber

Serena

Beitrag von junam 06.04.11 - 10:33 Uhr

Hallo,

ich kann Deine Verunsicherung verstehen, da man ständig mit "ehrgeizigen" Müttern konfrontiert wird, deren Kinder schon seit "Geburt" ohne Windel auskommen... ;-)

Zunächst ist es sinnvoll darüber nachzudenken, wie stellt sich die aktuelle Situation im Bad / auf der Toilette für Deinen Sohn dar?
- Kann er, wenn er möchte, die Toilette auch ohne fremde Hilfe benutzen?
- Darf er selber spülen, wenn er das möchte?
- Ist der Kindersitz in den normalen Toilettendeckel integriert oder muss dieser aufgesetzt werden? (erschwert oft das selber draufklettern auf den Thron)

Wenn diese Fragen positiv beantwortet werden können, kannst Du an die Selbständigkeit Deines Sohnes appellieren und ihm schmackhaft machen, wie toll es ist, das alleine zu können. Es wird sicher noch oft in die Hose gehen, aber das braucht Zeit und Übung. Ich habe über einen überschaubaren Zeitraum konsequent auf die Windel tagsüber verzichtet und mit der Zeit hat er das Gefühl dafür entwickelt, wobei der Stuhlgang früher funktioniert hat als das Pipi-machen.

Wir haben die Toilettenzeiten inkl. Hände waschen in unseren Tagesablauf eingebaut, sodass eine Routine entstanden ist:
- nach dem Aufstehen
- vor dem Essen
- bevor wir das Haus verlassen
- vor dem Schlafen gehen

Von Belohnungen für den ganz normalen körperlichen Vorgang rate ich ab. Das erschwert den Lernprozess.

Unser Sohn (knapp 4) freut sich, wenn er das Toilettenpapier auffüllen darf und neue Seife hinstellen darf. Das ist meiner Meinung nach Belohnung genug, weil es Selbständigkeit bringt.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen.

Viel Erfolg#klee
Anja mit Moritz