Krippeneingewöhnung - WIE macht man es richtig?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von kalleminga 05.04.11 - 13:25 Uhr

Hallo,

vielen Dank für die vorigen Beiträge zum Thema "ja, Krippe kann klappen". Es wurde erzählt, dass sich die Kleinen wohl fühlen und das macht mir auch Mut, auch mit meinem Sohn nach dem mißlungenen ersten Start weiter zu machen. Bei uns ist die Situation jetzt folgende:

Die Bezugserzieherin, die die ersten 2,5 Wochen Eingewöhnung gemacht hat, ist krank und es wird auch noch dauern, bis sie wieder zurück kommt. Super, macht die Sache auch nicht leichter. Aber es hat auch sein "Gutes" (wenn man so will): wir können mit einer neuen Erzieherin ganz von vorne anfangen und es diesmal (hoffentlich) besser machen. Die Frage ist nur: WIE?

Bislang dachte ich (so wurde es mir immer erzählt), dass es normal sei, dass die Kleinen beim Abschied weinen. Entscheidend sei nur, ob sich das Kind vom Erzieher wieder trösten lässt und (zurück) ins Spiel findet. Wie ist das bei Euch? Welche sind Eure Kriterien für eine gelungene Eingewöhnung? Ab wann würdet Ihr Euer Kind den Vormittag/den ganzen Tag alleine dort lassen? (Vorausgesetzt natürlich, Ihr würdet es überhaupt in die Fremdbetreuung geben...)

Danke und Gruß
kalle

Beitrag von haruka80 05.04.11 - 13:40 Uhr

Hallo,

den meisten Erziehern ist es wichtig, dass wenn ein Kind weint, es sich schnell beruhigen lässt. Ich habs auch so im Studium gelernt, dass Weinen als Abschiedsschmerz okay ist, wichtiger aber, dass n Kind sich schnell beruhigen lässt.
Ich hab nun die Eingewöhnung vor 2 Monaten selbst miterlebt und muß sagen: Weinen ist schrecklich!!! Für mich als Mama wäre es schöner gewesen, wenn er nicht geweint hätte, mein Verstand weiß aber, dass das die erste ZEit nicht möglich gewesen wäre, dafür hätten wir die Eingewöhnung um einiges verlängern müssen.

Ich möchte behaupten, dass unsere Eingewöhnung super lief: die ersten 3 Tage 2 Std dort sein, dann bin ich 10 Min raus, war n Drama. WE dazwischen, neue Woche, wieder probiert. Mein Sohn ließ sich schnell beruhigen, nach 2 Wochen war er bereits 5 Std allein dort-einfach weil er ganz schnell aufhörte zu weinen. Nach 3 Wochen ne Phase, wo er täglich öfter weinte, eine Erzieherin ihn in der ZEit fast durchgehend betreute, nach 3 Tagen hab ich ihn für 2 Tage daheim gelassen, weil ich die Vorstellung schrecklich fand, dass er dort weint.

In der 4. Woche dann: kein Weinen, ein Winken am Fenster, alles gut.
Er hat aber auch immer "Hasi" dabei, sein Kuscheltier, wenn das nicht in Sichtweite ist, wirds schwierig. Außerdem ists schwieriger, wenn "seine" Erzieherin mal krank ist.
Ich wollte ihn eigentlich 2x die Woche mittags bereits abholen, damit er nicht immer dort schlafen muß und 2x die Wo klappts zeitlich gut. Nix da, er will jedes Mal nicht mit, weint, rennt zu seiner Matratze, will dort schlafen-also soll er. Wenns ihm dort gut geht, gehts auch Mama gut

L:G.

Beitrag von sockikatze 05.04.11 - 13:58 Uhr

Wir haben auch etwas länger gebraucht mit der Eingewöhnung. Ich war fast 2 Wochen die ganze Zeit dabei. Ich hab mein Kind nicht gedrängt, das wäre sowieso nicht gegangen. Und ich muss sagen die Erzieher haben mich sehr unterstützt. Da ich auch schon am (ver)zweifeln war. Lara ist dann irgendwann von allein los. Als der Knoten mal geplatz war. Und sie hatte sich mehr oder weniger von einem Tag auf den anderen "eingewöhnt". Allerdings hat sie die erste Zeit in der Früh beim abgeben auch manchmal geweint. Obwohl sie eingewöhnt war. Das ist schlimm, aber es war immer schenll vorbei. Wir haben unser eigenes Ritual gefunden. Ich geb auch jetzt noch unsere Kleine nicht einfach ab, sondern schau mit ihr in der Krippe noch ein Buch an und dann geht sie zu einer Erzieherin und winkt mir mit einem Lächeln im Gesicht. Sie hat seitdem nie mehr geweint oder "Probleme" gemacht.

Ich hab bei der Eingewöhnung gelernt: Lasst euch Zeit. Gib deinem Kind die Zeit die es braucht und auch Dir. Dein Kleiner wird Vertrauen fassen und dann geht es immer besser. Manche Kinder brauchen halt ein bißchen länger! Das musste ich leider auch lernen!!
LG

Beitrag von bonsche 05.04.11 - 14:07 Uhr

hallo kalle,

die kleinen sind ja nicht jeden tag gleich gut oder schlecht drauf. finn schaut auch immer erst etwas traurig und möchte wieder zu mir, aber er lässt sich dann ganz schnell mit anderen dingen ablenken.

wir haben 6 wochen eingewöhnung gemacht und ich würde es immer wieder so machen. finn war 11 monate alt, als wir mit der eingewöhnung angefangen haben. mit einem jahr war er dann schon den ganzen tag dort, bevor ich dann im februar wieder angefangen habe zu arbeiten.

ich denke, es ist ganz wichtig, dass er alle erzieherinnen gut kennenlernt, denn bei uns ist es so, wenn ich ihn morgens bringe, ist noch gar keine erzieherin von seiner gruppe da. die kommt erst ca. 20-30 min später. von daher ist es mir schon wichtig, dass er auch die anderen betreuerinnen kennt.

ich denke, eine gute eingewöhnung ist sehr wichtig, damit sie immer wieder merken, dass mama sie ja immer wieder abholt. wichtig finde ich auch, dass man selber von der einrichtung überzeugt ist und ein gutes gefühl dabei hat.

viel glück, ivi & finn (24.01.2010)#herzlich

Beitrag von maximama22 05.04.11 - 14:09 Uhr

Hallo,

wir machen seit gestern die Krippeneingewöhnung. Gestern war ich den ganzen Vormittag dabei. Mausi kam immerwieder her oder rief nach mir um zu kontrollieren ob ich noch da bin. Allerdings hab ich nichts mit ihr gemacht, hab alles der Erzieherin überlassen. Sie soll sich ja schließlich an die erzieherin gewöhnen. Heute hatte sie wesentlich mehr vertrauen in die Erzieherin und hat mich schon weniger gebraucht. Bin auch 2 x raus und hab nen Kaffee getrunken. Sie hat zwar kurz geknatscht aber sofort war wieder ruhe und sie hat sich ablenken lassen. Morgen haben wir erstmal frei da sie nur 4 Tage geht und am Donnerstag soll ich noch bis zum frühstück bleiben und dann mal nach Hause gehen. Ich weiß aber dass sie mich sofort anrufen werden wenns nicht mehr klappt.

Mir ist wichtig dass Mausi sich wohlfühlt. Und das tut meine Kleine.

Du musst Vertrauen in die erzieherinnen haben, nur dann kriegt auch dein Kind Vertrauen zu ihnen.

Meine Kleine geht dann ab spätestens Montag alleine den ganzen Vormittag in die Krippe. Sie ist von 8.00 bis 13.00 Uhr in der Krippe.

Liebe Grüße
Maximama

Beitrag von caro1301 05.04.11 - 14:21 Uhr

Hallo!

Mein Sohn (16 Monate) geht seit 01.02. in die Krippe. Bei uns wird nach Berliner Modell eingewöhnt, d.h. die Mutter ist die ersten Tage immer mit dabei, man geht aber nur stundenweise hin. Nach 3 Tagen oder so, geht die Mutter nur mal kurz vor die Tür, es wird geschaut, wie das Kind reagiert und ob es sich trösten lässt. Wichtig dabei ist laut diesem Modell: wenn die Mutter wieder kommt, heißt es ab nach Hause. Nicht noch ewig spielen oder am Ende gar nochmal raus - sondern das Kind soll lernen: Mama kommt, es geht heim.

Bei uns hat sich die Eingewöhnung über fast 2 Monate hingezogen, ich war anfangs dann schon ne ganze Stunde vor der Tür, aber durch krankheitsbedingte Fehlzeiten sind wir dann wieder total zurückgeworfen worden und haben dann nochmals von vorne angefangen. Ich war fast 2 Wochen dann den ganzen Vormittag mit dabei, bis wir wieder mit kurzem Verlassen angefangen haben. Geweint hat er immer, aber nur, bis ich vor der Tür war. Ich wusste aber, dass er auch bei Oma und Opa weint, wenn ich gehe, oder wenn Papa daheim ist und ich verlasse das Haus. Das gehört bei ihm dazu. Insofern kann man nicht sagen, dass ein Kind nicht weinen darf, wenn die Mama geht. Wichtig ist, wie auch schon Vorschreiberinnen gesagt haben, dass es sich schnell von der Erzieherin beruhigen lässt, dann gilt die Eingewöhnung als geglückt.

Wir hatten Glück, die Leiterin der Krippe (und gleichzeitig unsere Erzieherin) hat meinem Sohn und mir die Zeit gegeben, die wir gebraucht haben. Durch meine lange Anwesenheit in der Gruppe kenne ich nun die ganzen Kinder, die Abläufe, das Personal, und habe die Sicherheit, dass es meinem Sohn dort gutgeht. Das merkt er auch und geht mittlerweile gerne hin - und ich kann gehen, ohne dass er weint.

Das A und O, wenn man sein Kind zur Fremdbetreuung gibt: man muss sich gut dabei fühlen und sich die Zeit bei der Eingewöhnung lassen, das zahlt sich später nur aus. Und ich finde, dass auch so kleine Stöpsel von so einer Gruppe nur profitieren können.

Viel Glück!

Beitrag von delidazo87 05.04.11 - 14:45 Uhr

Bei uns war die Eingewöhnung vier Wochen wurde uns von der Kita empfohlen und haben wir gemacht.
1.Woche:Mo.,Mi., und Freitag für 1,5 Stunden die erste halbe stunde saß sie immer auf dem Schoß und dann ist sie alleine runter und hat sich ein spielzeug geschnappt und kam wieder zu mir.Die Kinder meinten es gut und kammen auf sie zu um mit ihr zu spielen das war ihr im ersten Moment zuviel und sie hatte kurz geweint sich aber schnell beruhigt.
2.Woche jeden Tag zwei Stunden, Montag war sie auch bei mir eine halbe stunde dann ist sie mit denn Kindern spielen gegangen.War aber die ganze Zeit dabei habe auch schon mit den anderen Kinder mitgespielt.
3.Woche jeden Tag drei Stunden wo ich zwischendurch immer mal für 5-15 min. raus bin hat zwar auch mal kurz geweint ist dann aber zu Tante Netti kurz auf dem arm und hat sich dann beruhigt und weiter gespielt.Als ich dann wieder rein bin kam sie zu mir hat mich kurz umarmt und dan weiter gespielt.
4.Woche jeden Tag 4 Stunden wo ich Montag immer wieder 30min draußen war habe da denn schon bei anderen Gruppen beim an- und ausziehen geholfen wenn sie raus oder rein sind.
Dienstags eine Stunde raus wo mir schon extrem langweilig war.So oft sind die anderen Gruppen ja auch nicht raus und rein.
Mittwoch war ich 1,5 Stunden draußen sehr sehr langweilig und vom weinen übrigens keine Spur.
Donnerstag 2 Stunden draußen da bin ich dann aber mit einer anderen Gruppe mit rausgegangen sollte ja immer da bleiben falls sie doch mal weinen sollte und die sie nicht beruhigt kriegen.
Freitag habe ich sie hingebracht sie hat mich gedrückt guckt mich nochmal kurz an und geht spielen bin dann für die nächsten 4 Stunden zu meiner Mutti gegangen wohnt in der Nähe weil alles super geklappt hat fing nach zwei Wochen morgen ein paar mal kurz zu weinen an hat sich aber auch schnell beruhigt die nächsten Zwei Wochen hat mein Bruder sie gebracht keine Tränne und seitdem kam auch keine träne, zum abschied einmal drücken und ein küssi und sie geht in die Gruppe spielen.

Bei unserer Kita sind 4 Wochen normal und die lassen sich da auch nicht auf 2 Wochen runter handeln egal wie gut alles läuft,die sagen auch das Kinder und Eltern Zeit brauchen zur Eingewöhnung.Mir hat die ersten Tage die Kita richtig gefehlt,glaube habe denn falschen Beruf erlernt.

Gebt euch wirklich Zeit rede sonst mit der Kita ob man bei euch auch eine längere Eingewöhnungszeit machen kann.

Vielleicht klappt es ja wirklich besser, wir können ja auch nicht mit jedem Charakter und das kann bei deim Sohn auch schon gut ausgeprägt sein.Lilli konnte auch nur mit Tante Netti und Tante Renate mit den Kinderpflegerinnen konnte sie nicht alzu gut.

Wünsche euch auf jedem Fall viel glück und eine tolle Erzieherin für die Eingewöhnung mit viel Geduld und Zeit wird das schon werden;-)

Beitrag von unsicher8981 05.04.11 - 14:55 Uhr

Hallo Kalle,

ich denke es gibt kein pauschales richtig oder falsch. Man muss sich einfach an seinem Kind orientieren. Mein Sohn brauchte nur 2 Wochen Eingewöhnung insgesamt. Auch wenn das einige nicht glauben mögen, er hat nicht ein einziges mal geweint! Ich bin schon am 3. Tag für eine ganze Stunde weg gewesen. Nach 1,5 Wochen war er das erste mal fast den ganzen Tag alleine dort. Das einzige schwierige war anfänglich ihn mittags schlafen zu legen. Das ist aber zu Hause nicht anders gewesen. Nach kurzer Zeit hat es dort besser geklappt als zu Hause (ist immer noch der Fall *grummel*. Er hat sich dort anfangs an "seiner" Erzieherin orientiert. Mittlerweile liebt er alle sechs Erzieher/Kinderpfleger (aus den zwei Gruppen, insgesamt 40 Kinder) über alles.
Ich habe das Gefühl für ihn war es genau richtig. Für manch anderes Kind wäre das wahrscheinlich die totale Katastrophe gewesen.

Liebe Grüße
Moni

Beitrag von anarchie 05.04.11 - 15:47 Uhr

Hallo!


ich bin kein genereller Gegner von früher Fremdbetreuung, solange sie dem Kind angepasst wird.

Wenn ich also mein Kind eingewöhnen würde, wäre ich erstmal solange komplett dabei, bis das Kind von alleine sich löst, zu Anderen geht, mit der erzieherin guten Kontakt hat.
Dann würde ich den Raum verlassen, wenn das Kind nicht weint.
In einer guten Situation, wenn es also gerade gut im Spiel ist und die erzieherin Zeit für es hat - natürlich würde ich sagen, dass ich gehe.

das würde ich von ner Minute immer weiter ausdehnen bis zu ner halben Stunde.
Tempo nach Kind.
Dann würde ich die Zeit verlängern auf ne Stunde, 2tunden, 4 Stunden...
erstmal würde ich morgens ne halbe stunde zum Ankommen einplanen, bis das Kind richtig da ist, jemand zeit für es hat, es gut ins Spiel kommt.
Diese zeit würde ich dann langsam verkürzen.
Wenn das kind beim gehen weint, würde ich das zwar nicht schön finden, aber vertretbar, wenn es sich gut und rasch trösten lässt und dann gelöst spielt.
Ja, es ist normal, dass Kinder, die probleme mit neuen situationen /trennungen haben - und das müssen sie zeigen..
Wichtig ist, dass das Kind weder panisch noch ängstlich ist und sich willig von der erzieherin trösten lässt.

Das kann natürlich recht rasch alles gehen, je nach Kind, oder aber im worst-case 2 Monate dauern.
Aber diese zeit muss man dem Kind geben, das ist man ihm schuldig.

Dann finde ich noch wichtig, wie das Kind sich verhält beim Abholen...

wenn sich an einen hängt und einen kaum loslässt, dann war es wohl etwas viel...
spielt es gelöst wenn ich komme?

tjo, wenn das so gemacht wird, sehe ich grundsätzlich kein problem, wenn nicht gerade ein baby für 10 Stunden abgegeben wird...

lg

melanie mit 4 Kindern