Zurückstellung trotz Hochbegabung?

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von happytiger80 05.04.11 - 20:35 Uhr

Guten Abend,
in den letzten Monaten belastet mich das Thema Einschulung sehr.
Mein Sohn war nie besonders aufgefallen, außer dass er im sprachlichen immer sehr weit war (er wächst mit meiner Muttersprache und deutsch auf).
Dann kam die Untersuchung vom Gesundheitsamt vor einem halben Jahr und die haben festgestellt, dass er feinmotorisch zurück ist.
Also mussten wir zum Entwicklungstest beim Kinderarzt (2 Stunden), da kam raus, dass er überdurchschnittlich intelligent ist, aber sensomotorische Probleme hat.
Er hat uns ein Rezept für die Ergotherapie gegeben und die Empfehlung einen Intelligenztest bei einem Kinderpspychologen zu machen.
Ergo machen wir seitdem, den Test wollte ich nicht machen, weil ich keinen Grund dazu sah.
In den letzen Wochen wurde ich vom Kindergarten darauf angesprochen, dass sein Mathematikverständnis und sein interesse an gewssen Dingenauffällig wäre, mir wurde geraten ihn testen zu lassen.
Also haben wir den Test gemacht, der Kinderpsychologe war super und hat Maxi erst mal gefragt, wofür er sich interessiert und dann haben sie über das Sonnensystem und schwarze Löcher geredet.
Letzte woche habe ich das Ergebnis bekommen, Maxi ist hochbegabt.
2 Tage später hatten wir den Schulreifetest an der Schule und ich habe beschlossen, nichts über das Testergebnis zu sagen, weil ich möchte, dass die Lehrer unvoreingenommen sind.
Jedenfalls sind sie der Meinung, dass er nicht schulreif ist, weil er die Übungen nicht sehr geschickt und "eigensinnig" gelöst hat.
Dass er im zeichnen nicht so geschickt ist wegen seiner Defizite in der Feinmotorik.
"Eigensinnig", weil er z.B. das, was nicht passt wegstreichen sollte, da war ein Baum, ein Stuhl, ein Tisch und eine Tafel- der Baum sollte weg, er hat aber die Tafel weggestrichen und gesagt, der Stuhl und der Tisch sind aus Holz und gehören zum Baum, die tafel muss weg, weil sie aus einem anderen Material ist. Das fanden die nicht toll.

Maxi wird erst im September 6, also 2 Wochen vor dem Stichtag, deshalb finde ich es nicht schlimm, ihn zurückzustellen.
Aber ich habe Angst, dass er dann unterfordert ist.
Er ist so wissbegierig, ich versuche, dem gerecht zu werden, gehe mit ihm ins Planetarium, in Höhlen, in Museen, etc, aber ich habe Angst, dass ich es nicht schaffe.

Was meint ihr, ist es schlecht, ein hochbegabtes Kind zurückzustellen?
Ich bin noch ganz verwirrt wegen diesen ganzen test und weiß gar nict, wo mir der Kopf steht.

Danke fürs zuhören


Beitrag von 3erclan 05.04.11 - 20:49 Uhr

Hiii

ich kann dich so gut verstehen habe genau das selber´hier.

Kannst mich gerne über pn anschreiben.

lg

Beitrag von bine3002 05.04.11 - 21:01 Uhr

Ehrlich gesagt würde ich ihn zurükstellen und das Jahr nutzen, für ihn eine geeignete Schule zu finden. Er wird sonst in einer normalen Schule garantiert nur Schwierigkeiten bekommen.

Beitrag von geralundelias 05.04.11 - 21:15 Uhr

Hallo,

wir haben etwas ähnliches erlebt.
Kannst mich gerne über die VK anschreiben...Einzelheiten schreibe ich ungern öffentlich ;-)
LG

Beitrag von zahnweh 05.04.11 - 21:19 Uhr

Hallo,

dass die das nicht toll fanden glaube ich sofort: "Eigensinnig", weil er z.B. das, was nicht passt wegstreichen sollte, da war ein Baum, ein Stuhl, ein Tisch und eine Tafel- der Baum sollte weg, er hat aber die Tafel weggestrichen und gesagt, der Stuhl und der Tisch sind aus Holz und gehören zum Baum, die tafel muss weg, weil sie aus einem anderen Material ist. Das fanden die nicht toll. "

allerdings wird sich daran in den nächsten Jahren auch nichts ändern. Oder besser gesagt: so lange sich an der Einstellung der Schule nichts ändert, werden sie ihn in den nächsten Jahren auch weiterhin nicht als schulfähig erklären.

Er passt nicht ins System und muss passend gemacht werden. Für die Schule erst mal einfach. Für's Kind fatal.
Schade, dass sie seine durchaus logische Antwort nicht mal angenommen haben.

Spontan würde ich sagen: sucht euch eine Schule, die bereit ist mit seinem anders denken umzugehen. Denn solange die Einstellung herrscht, dass falsch ist, was nicht ins System passt, wird er nicht nur beim Einschulungstest Probleme haben.

kleiner Tipp:
hier gibt es einen Club: "Hochbegabung- Fluch oder Segen" #freu

Beitrag von erstes-huhn 06.04.11 - 08:33 Uhr

Hast du Alternativen zur Regekschule bei euch in der Nähe?

Da würde ich mal locker anfragen.

In das deutsche Schulsystem sind Hochbegabte mit Auffälligkeiten nicht vorgesehen und gehen da auch schnell "baden".