Heilpädagogisches Reiten!Wer macht es?

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von luca2006 05.04.11 - 21:00 Uhr

Hallo
Sind hier Eltern deren Kinder zum HP Reiten gehen?
Wie läuft sowas ab?
Wer verordnet es und wer zahlt es und was soll es bringen?
Mein Sohn hat Angst vor Tieren und wegen seiner Wahrnehmungsstörung usw meinte der Ergotherapeut heute das sowas für Cihan auch nicht schlecht wäre.
Lg

Beitrag von krokolady 05.04.11 - 21:32 Uhr

Kimberly macht das.

Verordnen lassen brauchst dir das nicht....die Krankenkasse übernimmt die Kosten ja eh nicht.

Bei uns war es so das wir hin sind zum kennenlernen. Die Therapeutin hat nen Bauernhof mit Landwirtschaft und viele Pferdeställe wo auch Gastpferde stehen.
Und halt 2 Isländer als therapiepferde.
sie führte uns rum und zeigte uns alles.
Dann durft Kimberly die Pferde streicheln und Leckerlies füttern, und wurd dann auch auf "ihr" Pferd draufgesetzt weil sie es selber wollte.
Von Anfang an klappte es suuuper....sie hatte keinerlei angst.

Aber das Schönste sind die Erfolge!
Mein total hypotone Tochter sitzt auf dem Pferd - und baut sofort Körperspannung auf....das ist wahnsinn.....als wenn da plötzlich ein Schalter umgelegt wird.
Sie reitet so 20 Minuten, und zum Schluss wird noch etwas geturnt auf dem Pferd.

Das Geld ist es mir echt wert!

Beitrag von elofant 06.04.11 - 07:53 Uhr

Darf ich mal fragen, was das die Stunde kostet?

Mein Sohn sitzt sonst im Rolli. Selbst sitzen ist nicht drin. Wäre das auch was für ihn?

Meine Freundin hat erzählt, dass wir hier in der Nähe wohl auch so einen Pferdehof haben, die solches Reiten anbieten. Ich glaub, da fahr ich mit Spatzi mal vorbei....

Beitrag von krokolady 06.04.11 - 08:01 Uhr

bei uns sind es 34 Euro für ne halbe Stunde.

Unsere Therapeutin hat jetzt eine Art Rampe selber gebaut - also ein Holzgestell wo man nen Rolli hochschieben kann und von da aus den Reiter leichter aufs Pferd setzen kann.

Das reiten geht auch wenn kein freies sitzen möglich ist!

Beitrag von elofant 06.04.11 - 08:55 Uhr

Ich werd mich mal drum kümmern. Vielleicht ist das ja was für Sohni. Tiere mag er sehr!

Beitrag von adrusch 06.04.11 - 08:53 Uhr

Hallo
Mein Sohnemann reitet auch.
Bei ihm ist es so, er ist ja Intergrationskind und von daher auch in so einer Gruppe.
Die Gruppe handhabt das so, das eine Woche Reiten ist und eine Woche gehen sie zum Schwimmen.
Das ist bei uns automatisch enthalten.
Finde das auch super so.
Lg Andrea

Beitrag von kati543 06.04.11 - 10:01 Uhr

Hallo,
es kommt darauf an, was du an "anderen" Leistungen schon alles von der KK bezahlt bekommst für deinen Sohn. Je nachdem kann es schon sein, dass die Hippotherapie bezahlt wird. Indirekt geht auf alle Fälle, aber da fällt dann eben etwas anderes weg.
Also bei uns sind die Therapeuten gleichzeitig richtige Physiotherapeuten - d.h. der KiA schreibt ein ganz normales Rezept für Physio und was genau der Therapeut für "Hilfsmittel" benutzt ist ihm ja überlassen. Er muß nur dem Rezept Folge leisten. Und da steht ja nicht drauf "Hippo verboten!". Letztendlich wird es dann so gemacht (da die Pferdestunden eigentlich etwas teurer sind, als die "normalen", dass eben ein Teil der Stunden im Gymnastikraum und ein Teil mit Pferd sind - letztere sind eben kürzer, aber effektiver). Es sollten nur so wenig wie möglich Leute wissen. ;-)
Ansonsten gibt es auch die Möglichkeit dieses Persönlichen Budgets. Dann wirst du aber irgendwo anders Abstriche machen müssen.
Ansonsten gilt das, was Sylke schon geschrieben hat - Hippotherapie direkt wird nicht von der Kasse übernommen. Das geht nur über Umwege.

Beitrag von kati543 06.04.11 - 10:07 Uhr

Und wenn es bei euch doch nicht möglich ist, Hippo über die KK bezahlt zu bekommen, dann lasst euch richtige Rechnungen von dem Therapeuten geben und reicht es bei eurer Steuer mit ein. Das wird als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt.

Beitrag von krokolady 06.04.11 - 12:19 Uhr

das hatte ich auch gedacht.....wenn was Anderes wegfällt an Therapien klappt das mit der Kostenübernahme.

Hab der KK erzählt das die KG auch nach 3 Jahren keine wirklichen Erfolge zeigte, und Kimberly da nie richtig belastet werden kann.
sobald sie körperlich belastet wird krampft sie.....
Habe auch geschildert das sie auf dem Pferd sofort Körperspannung aufbringt und ihr das Reiten irre gut tut.
Aber nix.....die Barmer war nicht umzustimmen.

Indirekt zahlen sie es nun aber doch *grins*.....aber wie das funzt darf ich öffentlich nicht schreiben :-D

Beitrag von kati543 06.04.11 - 13:04 Uhr

Ich kann mir gut vorstellen, dass du wirklich alles schon nutzt, was es irgendwie an Hilfen für Kimy von Kassen und Staat gibt, oder? Ich hatte mir das bei Punkt 12 (?) mal angesehen. Aber hier muß man ja auch höllisch aufpassen. Sonst zahlt man sich tot. Mein Schriftverkehr mit Ärzten, Laboratorien, Kassen und Ämtern füllt Ordner. Und wie oft die versuchen sich vor der Bezahlung (zu Unrecht) zu drücken, ist nicht mehr schön. Ich hatte z.B. die (schriftliche) Zusage für 20 Logostunden für meinen Großen (insgesamt 1650€) - ich reiche die Rechnung ein und plötzlich hat niemand bei der Kasse die Zusage gegeben...(aber ich sammle natürlich jeden Fetzen Papier wie ein Messie :-) - ganz besonders solche Zusagen erfreuen sich meiner Sammelwut).
Das selbe Problem gab es bei der humangenetischen Untersuchung - Kosten 2.500€.

Beitrag von krokolady 06.04.11 - 13:29 Uhr

ich hatte bisher zum glück noch nie irgendwelche Probleme....alle Untersuchungen und Tests problemlos, und auch alle Hilfsmittel.
Naja, und Hippotherapie wird halt nicht bezahlt......klar kann man es beantragen.....aber mir war vorher klar das es nicht klappt.
Genauso wie damals bei der Beantragung wegen dem Hund.

Jetzt gehts bei uns an Hilfsmittel für die Schule......haben grad Rezept bekommen für nen kantelbaren Rollie....hätte gern einen von Hoggi. Mal sehen was die Barmer dazu sagt wenn der Kostenvoranschlag da eingeht.

Und dann geht nun der Kampf los wegen ner Schulbegleitung mit medizinischem Hintergrund......aber das läuft ja übers Sozi.

Beitrag von manavgat 06.04.11 - 11:06 Uhr

Wir hatten hier eine heilpädagogische Reitgruppe. Anfangs kostete es 30 DM/Monat, nach einem Jahr fast das Doppelte - ich habe es selbst bezahlt. Meine Tochter ist 2 Jahre hingegangen und es hat ihr gut getan, sie hatte motorische Probleme. Zusätzlich hatten wir Ergo, zahlte die Krankenkasse und Kindertanzgruppe im Verein (war 5 DM im Monat).

Gruß

Manavgat

Beitrag von elofant 06.04.11 - 13:56 Uhr

Dachte schon, Du bist verschollen. Hab ja schon länger nichts mehr von Dir gelesen...

Beitrag von prinzessin1983 06.04.11 - 21:04 Uhr

Hallo,

Paul geht nun seit 3 Wochen zum reiten. Er hat jeden Samstag ein 3/4 Stunde. Das erste mal war er nur 20 min drauf und nun hält schon die ganzen 45 min durch. Durch seine Halbseitenlähmung hat er mit Gleichgewicht Probleme und da wurde es uns von den Therapeuten empfohlen. Und was soll ich sagen... seit 1 Woche bleibt er beim Hose runterziehen und Windel abmachen frei ohne festhalten stehen!!!

Bezahlen tut die Kasse es nicht. Da es bei uns ein Unfall war, reichen wir es bei der Haftpflicht von meinem Mann ein. Die Anwältin hat gemeint, dass es ganz gut aussieht. Immerhin sind es auch €120,- im Monat.

Also ich kann es nur empfehlen. Mach doch mal so ein Schnupperkurs auf einem Reiterhof!!!

Lg Katharina

Beitrag von skbochum 08.04.11 - 22:27 Uhr

Hallo,
unser Sohn geht seit letztem Sommer zum therapeutischen Reiten und es macht ihm viel Spass.
Die Krankenkasse gibt uns nichts dazu und wir zahlen 90 Euro im Monat, dass ist es uns aber wert :-)

Was Justus auf jeden Fall gelernt hat ist sich abstützen. Früher ist er immer voll aufs Gesicht gestürzt und jetzt kann er sich mit beiden Händen abfangen, dass ist super #huepf
Die gesamte Körperhaltung ist auch besser geworden.

In Hamm gibt es ja auch gute Anbieter.

GrussGruss
Susanne

Beitrag von tath 18.04.11 - 20:46 Uhr

Hallo

Mein Sohnemann hat damit angefangen und war bereits zweimal mit " seinem Pony " unterwegs.

Verordnet haben wir es nicht bekommen, Jons Erzieherin im KiGa an es mal angesprochen und er durfte bei ihr dann mal das Reiten ausprobieren. Danach haben wir angefangen was zu suchen und auch unsere Ergotherapeutin fand die Idee gut.
Allerdings wurde bei uns nichts verschrieben und wir bezahlen es komplett alleine.
Jon hat Probleme mit der Köperwahrnehmung und Körperspannung, durch das Reiten soll unter anderem das gestärkt werden.

Ich habe dann nach langem Suchen einen Ponyhof gefunden, der das pädagogische Ponyreiten anbietet.

Jon durfte sich dann "sein" Pony raussuchen mit dem er dann umgehen und reiten darf. Wenn wir dorthin kommen, dann darf er als erstes sein Pony holen, dann wird es gebürstet, findet er furchtbar, da er nicht gerne die Bürste, vorallem schmutzig, anfasst. Die Bürste muss er dann auch sauber machen, dann darf er Hufe auskratzen, ist sehr gut, da er dadurch lernt Druck auszuüben, gut auch fürs Taktile. Danach wird das Pony zum Ausreiten fertiggemacht, es wird die Decke geholt, da er ohne Sattel reiten soll, und der Voltigiergurt, sowie die Zügel, dann geht es los. Als Abschluß darf er dem Tier einen Eimer reichen, in dem ein Brötchen drinnen ist, als Belohnung so zu sagen.

Der Ablauf ist gut, sollte er mal nicht reiten wollen, weil es ihm nicht danach ist, dann darf er anders mit dem Pony arbeiten. Er lernt den Umgang mit dem Pony, das es Bedürfnisse hat und das man vorsichtig sein muss, auch verliert er von mal zu mal die Angst vor dem Tier. Er traut sich jetzt auch es ein bischen zu streicheln.
Ich finde es nicht schlecht und so lange Jon gerne dort hin geht und das möchte, wird es auch weiterlaufen.
Allerdings eine kostspielige Sache, aber was tut man nicht alles für seine Kiddies ;-)

Lg Tanja

Beitrag von speziallady 23.04.11 - 23:45 Uhr

huhu, dein beitrag ist schon etwas älter. möchte mich trotzdem gern dazu äußern... ich bin selbst mitglied und helfer in einem verein für therapeutisches reiten. und ich kann es nur empfehlen... unsere kinder sind alle immer sehr glücklich und haben viel freude dabei... eine "einheit" dauert bei uns 30 min und die eltern tragen größtenteils die kosten selbst...

das pferd oder pony wird anhand der größe und gewicht und erkrankung ausgewählt, und die pferde und ponys sind alle durch jahrelange arbeit und training absolute verlasstiere....

ich kann es nur empfehlen!!!!