Kind (6) mit zur Beerdigung?

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von bluevision13 06.04.11 - 11:34 Uhr

Hallo, oben ist ja schon mein Threat beschieben!

Die Oma meines Mannes ist gestorben, also auch die Uroma von meinem Sohn! Mir tut es auch unbeschreiblich Leid, nur leider hatten wir keinen oder kaum Kontakt! Am Freitag ist nun die Beerdigung und klar ist auch, das wir hingehen werden. Nur weiß ich nicht, ob ich unseren Sohn mitnehmen soll! Ich habe ihm erzählt, dass Oma Anni nun im Himmel ist und jetzt keine Schmerzen mehr hat, sie uns nun beschützt, da sie ein Engel ist! Er hat es verstanden, fing aber gestern Abend an, sich in den Schlaf zu weinen, hat Bilder gemalt und gesagt, dass er sie vermissen wird! Ich weiß jetzt nur nicht recht, ob ich damit schade, wenn er mit geht?!

Könnt ihr mir helfen? Bitte! Was würdet ihr machen?


G>rue, eure Blue

Beitrag von jrc 06.04.11 - 11:46 Uhr

Ganz im Gegenteil, du hilfst ihm damit. Du hast doch schon geschrieben, daß er es verstanden hat.
Er ist traurig, ganz klar, so wie ihr auch. Erkläre ihm, was bei einer Beerdigung abläuft, daß alle traurig sind und viel weinen.
Meine Tochter ist auch 6 und wir sind oft zur Grabpflege auf dem Friedhof. Mein Vater ist eingeäschert worden und auch dort hat sie gemerkt, daß dieses Grab anders aussieht, als die anderen. Ich konnte ihr die Einäscherung und warum der Opa das wollte gut erklären. Geschockt habe ich sie damit nicht.
Als 8jähriges Kind nahmen mich meine Eltern zur 4-fachen Beisetzung mit, bei der meine besten Freunde beerdigt wurden. Ich bin ihnen dankbar, daß ich entscheiden durfte, ob ich mitgehe.
Also, laß deinem Sohn auch die Entscheidung. Biete ihm an, daß er notfalls Zeichen gibt, wenn es ihm zuviel wird und jemand mit ihm die Beerdigung aus weiter Entfernung beobachtet oder verlässt. Manchmal hilft es Kindern auch, "das Schlimme" von weitem zu beobachten und nicht aktiv dabei zu sein, um es besser zu verarbeiten. Sprecht mit ihm darüber.

Beitrag von bluevision13 06.04.11 - 11:48 Uhr

Danke!

Beitrag von bowh 06.04.11 - 17:13 Uhr

Oh gott 4 deiner Freunde sind gleichzeitig gestorben?? #heul Darf ich fragen was passiert ist? Du warst ja da noch so klein. #schmoll

Beitrag von nine-09 06.04.11 - 12:02 Uhr

Hallo,

ich kann aus eigener Erfahrung sagen das ich damit Jahre lang zu kämpfen hatte.
Ich war damals 8 Jahre als mein Papa starb,die Bilder von der Beerdigung hab ich lange Zeit nicht verarbeiten können. Im Jugentlichen Alter hatte ich damit zu kämpfen.
Für mich war es grausam anzusehen wie sie meinen Papa einfach runter ließen und dann die Erde drüber machten.
Wäre ich etwas Älter gewesen wäre es glaub ich anders gewesen.

LG Janine

Beitrag von geli0178 06.04.11 - 12:43 Uhr

Hallo,

finde einen gesunden Mittelweg. Als meine Uromas starben war ich 10 und 14Jahre. Meine Eltern waren damals dagegen das ich mit 10Jahren mit zur Beerdigung ging, bei meiner anderen Uroma habe ich mich mit 14Jahren durchgesetzt und bin mitgegangen. Ich fand die Trauerfeier sehr anstrengend, zumals es damals eine Trauerfeier am Sarg war und die über eine Stunde ging. Die eigentliche Beerdigung - Gang zum Grab mit Blumen und Bläserchor - tat mir aber gut, um mich von ihr zu verabschieden.
Wenn es Dir und Deinen Mann möglich ist, schick Deinen Mann zur Trauerfeier und zur Beerdigung gehst Du dann mit Deinem Sohn hin.

Alles Gute

Geli

Beitrag von bowh 06.04.11 - 12:55 Uhr

Erstmal mein Herzliches Beileid zum Ableben deiner Schwiegeroma. #schmoll

Ich war damals gerade mal 7 Jahre alt, als der beste Freund *in meinen Augen mein Opa* gestorben ist. Ich weinte Wasserfälle. Als der Tag der Beerdigung kam, sagte meine Mutter mir, das ich nicht mit zur Beerdigung darf. Ich sei zu klein. Das habe ich bis heute nicht verstanden. Denn er war doch mein Opa. Ich wollte mich verabschieden. Doch ich konnte es nicht. Ich verstehe es, das meine Mutter mich nur schützen wollte. Doch damit hat sie mich leider nicht geschützt, ganz im Gegenteil. Ich nehme es ihr heute noch übel, das sie mir nicht die Chance gegeben hat.

Gerade deshalb, weil Dein Sohn sich in den Schlaf geweint hat, würde ich mir das ganz genau überlegen. Frage ihn mal ganz in Ruhe ob er mit möchte. Frage ob er weiß was da passiert, bzw. wie er sich das vorstellt. Die Oma wird dort runter gelassen und dann ist sie weg.

Wird sie nochmal aufgebahrt?


Also ich spreche für:
Wenn meine Schwiegeroma verstirbt, dann würde ich mit meinen Kindern reden. Dann entscheiden wir zusammen (je nach Alter, aber mit 6 versteht man mehr als wir denken) ob sie mitgehen oder eben nicht.

Trifft die Entscheidung zusammen, sollte es zu schlimm werden, dann verlasst ihr eben die Beerdigung. Oder geht direkt danach hin, ohne bei der Rede dabei zu sein. Vielleicht nur danach, beim Gang zur Grabstätte. Es würde vielleicht weniger schlimm sein, da mindestens 1 Stunde ruhig sitzen zu bleiben. Aber trotzdem beim Gang zum Grab sich von der Tik Tak Oma verabschieden können.

LG Sara * die auch alle Großeltern verloren hat, im sehr kurzen Abstand *

Beitrag von leni2003 06.04.11 - 13:01 Uhr

Hallo,
wir haben unsere Kinder im letzten Jahr mit 5,5 und 6,5 Jahren selbst entscheiden lassen ob sie mit zur Beerdigung (Mutter meiner Schwägerin) gehen möchten. Beide wollten und hätten sie ein Zeichen gegeben, dann wäre mein Mann mit Ihnen vom Friedhof weggegangen. Wir haben vorher ein kindgerechtes Buch über Trauer und Beerdigung gekauft und haben das ganze mit den beiden besprochen. Noch heute sprechen wir bei Bedarf über diesen Tag und es hat hat beiden in keinster Weise geschadet. Der Tod gehört zum Leben dazu und ich finde nicht, dass man die Kinder außen vor lassen sollte. Setzt Euch zusammen, sprecht miteinander was auf der Trauerfeier passiert und lasst ihn entscheiden ob er mit Euch gehen möchte oder nicht.
Alles Liebe Euch!
Yvonne

Beitrag von meandco 06.04.11 - 14:01 Uhr

meine damals 2jährige tochter war beim begräbnis ihres urli-opas auch dabei. und den kannte sie gut, war ihr lieblingsspielgefährte im haus meiner mutter obwohl er durch alzheimer bettlägrig war ...

kinder haben auch das recht abschied zu nehmen. genau genommen projizieren wir unsere ängste auf das kind wenn wir es nicht mitnehmen. das kind weiß das was läuft und zeigt das aber nicht, weil wir ja erwarten dass es nichts weiß ... schwierig also für das kind.
besser also: mitnehmen, und aufmerksam drauf achten was das kind braucht um das gut durchzustehen (da du ja nicht so betroffen bist, wird das wohl deine aufgabe ...)

lg
me

Beitrag von rienchen77 06.04.11 - 14:48 Uhr

ich habe neulich meine 6 jährige Tochter mit zu einer Urnenbeisetzung genommen, es war ein kleiner Kreis von Menschen. Die Trauerfeier war 2 Wochen davor und da hätte ich sie nicht mit hingenommen. Sie kannte meine Tante nicht wirklich. Sie kannte die ganzen Menschen dort auch nicht. Da sie interessiert war und nachgefragt hatte, habe ich sie wie gesagt mit zur Urnenbeisetzung genommen.

Ein Jahr vorher war die Beisetzung meiner besten Freundin, und meine Tochter wollte ich, mit ihren 5 Jahren, nicht mithinnehmen.Sie blieb bei einer Freundin. Sie war sowas von wütend und enttäuscht das ich sie nicht mitgenommen haben, sie wollte doch auch Abschied nehmen.

Sie hatte duch die Beisetzung meiner Tante auch mit dem Vorfall vor einen Jahr abschließen können.

Nimm dein Kind mit....ich habe es im nachhinein bereut das ich sie daheim lies...

Beitrag von kleinerlevin 06.04.11 - 15:16 Uhr

Hi.

Mein Sohn war auch mal mit zu einer Beerdigung. Das war allerdings eine Tante von meinem Vater die 400 km von uns weg wohnt und er hat sie nicht gekannt. Ich musste ihn mitnehmen, weil es dort niemanden gab bei dem er hätte bleiben können. Für meinen Sohn war es kein Problem weil er (denke ich) keine Beziehung zu der Tante hatte. ABER was ihn etwas verunsichert hat! Wie passt denn die Tante Meddie in ein so kleines Loch?#klatsch ups ich habe total vergessen ihn darauf vorzubereiten Es war eine Urnenbeisetzung und das war wirklich etwas schwer zu verstehen.
Gruß Annette

Beitrag von amor-odio 06.04.11 - 15:57 Uhr

Ich würde ihn mitnehmen, damit er sich verabschieden kann.

Ich war 5 als mein Opa starb und durfte nich mit auf die Beerdigung. Bis heute bin ich sehr traurig und auch leicht sauer auf meine Elter darüber - denn so konnte ich nie richtig Abschied nehmen.

Beitrag von melle_20 06.04.11 - 19:32 Uhr

Also wir haben unsere Tochter 08 bei ihrem Opa dabei gehbat, da war sie 4...Und jetzt im März war sie bei der Uroma dabei mit 6jahren...

Ich habe sie gefragt und sie wollte mit, bei meinem vater hätte ich sie auch kaum zuhause lassen können.

Sie hat sich von beiden am Grab nochmal verabschiedet und seit da zündet sie jeden Abend beim Abendbrot ein Kerzchen für beide an....

Beitrag von wind_sonne_wellen 07.04.11 - 12:38 Uhr

Hallo!

Als meine Kinder 9 und 5 waren, starb mein Vater, beiden waren mit auf der Beerdigung und es hat ihnen nicht geschadet. Ich würde es wieder so machen.

Eine andere Frage ist ja auch, ob das Kind in der Lage ist, sich einigermaßen angemessen und ruhig zu verhalten, so dass es die Trauerfeier nicht stört.

LG Petra