2 Kinder - komplett unterschiedliche Sichtweise des Vaters...

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von mini-sumsum 06.04.11 - 12:35 Uhr

Hallo zusammen,

keine Ahnung, ob jemand von euch meine Beiträge hier verfolgt hat, aber ich muss euch heute nochmal etwas fragen.

Ich war / bin mit meinem Mann seit knapp 8 Jahren verheiratet; Trennung erfolgte im August 2009, kurzer Versöhnungsversuch in 2010 (hieraus ist unser zweiter Sohn entstanden). Die Scheidung ist beantragt und wird in etwa 3 Monaten "durch" sein. Unser "Großer" wird im Sommer 5 Jahre alt, der Kleine ist 4 Monate alt.

Mein Mann hat sich in unserer gemeinsamen Zeit nur seltenum seinen Sohn gekümmert; es war mehr lästige Pflicht. Alle wichtigen Entscheidung (welche Art der Betreuung, ärztliche Dinge, Erziehungsstil, etc.) musste ich schon immer alleine treffen. "Du wirst schon wissen, was das beste ist"...

Nun gut, sei es drum. Wir leben inzwischen beide wieder in einer neuen festen Parternschaft. Seine neue Freundin brachte 4 Kinder mit in die Beziehung (4, 10, 14, 14). Seit wir räumlich getrennt leben, holt er unseren großen Sohn alle 14 Tage übers WE zu sich (Fr mittag - So abend). Und einmal die Woche bringt er ihn zum Turnen und verbringt danach noch eine Stunde mit ihm.

Es gab viele Dinge, mit denen ich nicht einverstanden war (zuviel TV, PS-Spiele die nicht für Kinder geeignet sind, keine ordentlichen Mahlzeiten, nur in der Wohnung hocken, etc.) Ich habe diese Themen angesprochen, und es hat sich ein klein wenig gebessert. Ist jetzt ok wie es ist, und ich bin mittlerweile froh darüber, dass er sich um seinen Sohn kümmert. Ich mache keine Vorschriften mehr, etc. Soweit läuft es also ganz gut.

Aber dann gibt es da noch unseren zweiten Sohn. Er hat ihn in den 4 Monaten jetzt ganze 2 mal gesehen für etwa 30 Minuten. Das Sorgerecht hat er per Gericht ganz an mich übertragen (da wir verheiratet waren, hatten wir ja für beide Kinder das gemeinsame Sorgerecht).

Ich habe ihm nun schon so oft angeboten, dass er den Kleinen hier besuchen kann. Z.B. 2 Mal die Woche; jeweils wenn er den Großen abholt und bringt. Doch es findet immer "nur" eine Übergabe an der Tür statt; er fragt nicht mal nach dem Kleinen. Jedes Mal nur der Satz: Mit dem Kleinen müssen wir irgendwann mal sehen, wie wir das machen... Ich frage nach konkreten Vorschlägen, und als Antwort kommt immer: Schaun wir mal...

Auf der anderen Seite erzählt er aber jedem der es hören (oder auch nicht hören) will, dass er gar keine Chance hat, seinen Kleinen kennenzulernen. Das macht mich so verdammt wütend.

Die einzige Bedingung, die ich an den Umgang gestellt habe, ist die folgende: Ich möchte, dass die ersten paar Treffen hier in unserer Wohnung stattfinden. Wenn ich sehe, dass alles gut klappt, kann er die nächsten Male ne Runde mit ihm spazieren gehen, etc. Nach meiner Vorstellung könnten wir das dann so Stück für Stück ausbauen, bis wir eine ähnliche Regelung wie bei dem Großen erreichen.

Doch für ihn ist das scheinbar nicht akzeptabel. Ob er diese Aussage so wirklich gemacht hat, weiß ich nicht, aber von einer Bekannten habe ich folgendes gehört: Wenn ich ihn nicht mitnehmen kann, dann will ich ihn auch nicht sehen... Wie gesagt, ich weiß nicht, ob es stimmt. Er gibt mir keine Antwort darauf, sondern sagt wenn überhaupt nur, dass er die Regelung doof findet. "Aber wir schauen dann mal, wie wir das machen...".

Wie gesagt, inzwischen ist der kleine Racker 4 Monate alt, und sein Vater ist ein Fremder für ihn.

Immer wieder höre ich: Hey, so sind Männer. Warte mal ab, bis der Kleine Fußball spielen kann, dann holt er ihn auch ab.

Aber das kann's doch nicht sein. Ich als Mutter kann auch nicht sagen: Mit dem Baby kann man ja noch nichts machen; brings mir mal, wenn es älter ist. Ich warte doch jetzt nicht 1, 2 oder 3 Jahre, bis er sich mal bequemt und Bock hat, sein Kind zu sehen.

Es ist so ungerecht verteilt. Aber mehr als Vorschläge unterbreiten und "Besuchszeiten" anzubieten kann ich doch auch nicht machen. Auf der anderen Seite sehe ich es aber auch nicht ein, zu sagen: Hier, nimm dein Kind mit. Ihr kennt euch zwar noch nicht, aber ihr macht das schon.

Ich möchte einfach nur sehen, dass echtes Interesse da ist, und dass die beiden miteinander klar kommen. Der Kleine hat ja noch keinerlei Möglichkeit, sich zu äußern. Es geht doch hierbei wirklich nur um die ersten paar Treffen. So schwierig kann das doch nicht sein. Ich kann mir schließlich auch schöneres vorstellen, als meinen Ex in meiner Wohnung zu haben.

Ach, ich weiß auch nicht, alles nicht so einfach. Vielleicht habt ihr ja ein paar Tips für uns.

LG
mini-sumsum

Beitrag von fibila 06.04.11 - 13:28 Uhr

hallo,
das mit dem zu Hause besuchen finde ich verständlich, aber da stellen sich viele väter quer. warum kann er nicht einfach mit dem kinderwagen spazieren gehen? er könnte ja dann sonntags 1 stunde früher kommen und mit beiden söhnen nochmal spazieren gehen oder picknicken oder oder...
ihn in deine wohnung "zwingen" solltest du nicht, wenn er dazu keine lust hat, aber er sollte auch mal seine vorstellungen äussern, sonst ist es schwierig, etwas abzumachen. lg

Beitrag von mini-sumsum 12.04.11 - 12:04 Uhr

Hi,

den Vorschlag hab ich auch schon gemacht. Aber die Stunde ist ihm zu kurz.

Entweder er darf ihn mit zu seiner neuen Freundin nehmen, oder er holt / sieht ihn gar nicht. Das ist seine neuste Aussage hierzu mir gegenüber.

Na super; die beiden sollen sich doch erstmal kennenlernen. Ich möchte dass ER sich um ihn kümmert; und nicht seine Freundin. Hab ihm auch angeboten, dass er seine Freundin mitnehmen kann zum Spaziergang. Aber er bleibt hartnäckig. Entweder ich gebe im den Kleinen einen ganzen Tag mit, oder gar nicht.

Toll. Jetzt bin ich dann wieder die Dumme, wenn ich es nicht mache.

LG
mini-sumsum

Beitrag von manyatta 06.04.11 - 13:45 Uhr

Hi!

Kann es sein, dass er sich an den Kleinen nicht so recht gewöhnen/binden will? Dass er die enge Beziehung vermeiden möchte, um nicht zu sehr drunter zu leiden bzw. dass das Kind dann auch nicht so leidet?

Deine Vorstellungen von dem Umgang finde ich völlig in Ordnung und da muss er einfach ein wenig zurückstecken am Anfang. Solange nicht irgendwie schonmal Kontakt geknüpft wurde oder eine Beziehung aufgebaut wurde, ist es völlig ok den Kleinen erstmal nicht mitzugeben.

Oder er dreht vielleicht mal eine Runde um den Block mit dem Kinderwagen? Absprachen sind natürlich auch hier unbedingt nötig. Da muss er halt durch und kann sich nicht davor drücken.

LG

Beitrag von mini-sumsum 06.04.11 - 13:58 Uhr

Hi,

ja, das kann vielleicht sein. Ich weiß es halt nicht, weil er sich so bedeckt hält.

Ich könnte das ja auch verstehen. Auch wenn's nicht so schön ist.

Aber ich verstehe nicht, warum er dann auf der anderen Seite rumerzählt, "ich würde ihn nicht lassen".

Obwohl, wahrscheinlich will er einfach nicht, dass es nach außen auch wirklich so aussieht, wie es ist. Ich soll nämlich auch für mich behalten, dass er das Sorgerecht abgegeben hat. Soll niemand wissen. "Was sollen die Leute sonst von mir denken"

LG
mini-sumsum

Beitrag von manyatta 06.04.11 - 14:07 Uhr

Das klingt wirklich so und so waren auch meine Gedanken, als ich deinen Beitrag gelesen habe.

Versuch doch mal mit ihm zu reden. Nur kurz, ohne Stress. Aber mach ihm klar, dass du ihn verstehen könntest wenn es so wäre.
Dass er es bitte lassen soll übel über dich zu reden bzw. über die Situation, denn das ist natürlich nicht ok und macht alles nicht besser.

Wenn der Kleine größer ist, dann muss er sich der Situation ja auch stellen. Auch wenn er vielleicht dann nicht so eine enge Bindung zu ihm hat als zu dem großen Sohn. Aber nur den Großen dann nur mitnehmen oder bevorzugen, weil die Bindung zu dem Kleinen nicht so eng ist, geht ja auch nicht. Das sollte ihm bewusst sein, dass er das den Kindern nicht antun kann.


LG

Beitrag von krypa 06.04.11 - 15:17 Uhr

Hallo mini-sumsum,

Einiges wurde schon genannt.

Mir fällt insgesamt auf, dass Du offenbar zu viel kontrollieren willst, z.B.

***''...Ich möchte einfach nur sehen, dass echtes Interesse da ist, und dass die beiden miteinander klar kommen.''***

Ich denke, das steht Dir nicht zu, denn jede Eltern-Kind - Beziehung ist einzigartig und individuell - da gibts nichts zu ''sehen''.

Warum hast Du eigentlich die alleinige elterliche Sorge für den Kleinen?
Ich rate immer zunächst von solchen Sorgeabgaben/annahmen ab. Welche Gründe sollen denn dafür vorgelegen haben?

Mein Eindruck ist, dass ihr euch gegenseitig zum Misslingen einladet:
er will Deine ''Ansprüche'' nicht (devot) erfüllen, und Du willst Deine Ansprüche nicht zurückschrauben.


MfG krypa


Beitrag von mini-sumsum 07.04.11 - 09:29 Uhr

Hi,

es gab keinen Grund für die Sorgerechtsübertragung. Er wollte es nicht mehr haben, geschweigedenn "ausführen", und so hat er eine Übertragung beim Gericht beantragt.

Die Verhandlung dauerte dann letzendlich ganze 3 Minuten.

LG
mini-sumsum

PS: Ja, ich habe Ansprüche. Aber ist nicht genau das die Aufgabe von Eltern? Die Ansprüche der Kinder durch- / umzusetzen?

Beitrag von a11ure 06.04.11 - 19:58 Uhr

Ohne ein Minimum an Bindung würde ich den Kleinen auch nicht mitgeben - weil es nicht gut für das Kind ist. Wer hier ernsthaft erwartet, dass KM das Kind einem für das Kind Fremden übergibt und für Stunden weg ist, hat den ja wohl nicht ganz unwichtigen Aspekt des Kindeswohls in Umgangsfragen nicht verstanden.

Auch nicht gut für die Kinder ist die massive Ungleichbehandlung der Brüder - welche Signale werden denn dadurch zur Zeit dem Großen und bald auch bewußt dem Kleinen gegeben?

Beitrag von mini-sumsum 07.04.11 - 09:35 Uhr

Hi,

der Große bekommt schon eine Menge davon mit. Er hat mich schon einige Male gefragt, ob der Kleine einen anderen Papa hat.

Für den Kleinen bin ich froh, dass er nicht ohne männliche Bezugsperson aufwachsen muss; denn mein neuer Partner kümmert sich wie ein Papa um alle beiden.

Ich hoffe einfach trotzdem darauf, dass er noch über seinen Schatten springt.

LG
mini-sumsum

Beitrag von parzifal 10.04.11 - 09:21 Uhr

Du hast leider den Beitrag von fibila ignoriert (warum eigentlich nur diesen?).

Was hältst Du denn von dem Vorschlag?