Rechtsfachwirte hier?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von bella2610 06.04.11 - 13:06 Uhr

Hallo,

ich bin derzeit in Elternzeit und werde voraussichtlich Mitte des Jahres meine Fachwirt-Prüfung beenden.
Werde dann ab Ende Oktober wieder in den Beruf einsteigen.
Will dann aber nur Teilzeit arbeiten gehen, d.h. 5 Tage max 4-5 Std. also 20-25 Stunden die Woche.
Mein Problem ist nun das Gehalt. Ich weiss nicht was man als Rechtsfachwirtin verlangen kann und dazu noch Teilzeit.
Ich bin in einer kleinen Kanzlei mit 3 Angestellten und einer Azubine, aber für alles zuständig und das wird auch nach meiner Elternzeit wieder so sein.

Problem ist, ich muss mit meinem Gehalt die Tagesmutter,die wie ich ausgerechnet habe so um die 300-400 EUR im Monat kosten wird, sowie die Rate von unserem Haus auffangen.

LG
Bella

Beitrag von fbl772 06.04.11 - 13:11 Uhr

Hallo Bella,

wenn du nach der Elternzeit die gleiche Arbeit wie vorher machst, dann bekommst du dein altes Gehalt auf Teilzeitbasis. Warum sollte dir dein Chef mehr bezahlen? Oder habt ihr das so vereinbart, dass du nach dieser Ausbildung was anderes machst / mehr verdienst?

Vielleicht zahlt dein Arbeitgeber was zur Kinderbetreuung dazu, das wäre für ihn und dich günstig weil steuer- und sozialabgabenfrei möglich (wird aber natürlich für gehaltsabhängige Leistungen, z.B. bei Arbeitslosigkeit, nicht berücksichtigt).

VG
B

Beitrag von cunababy 06.04.11 - 13:12 Uhr

Hm, wenn du bei deinem alten AG weiter arbeitest wird er dir dein Gehlat runter gerechnet auf Teilzeit zahlen. Warum sollte er mehr zahlen?

Ich denke du wirst kaum Chancen zu Pokern haben, weil du auf den Job angewiesen bist. Ergo wirst du ohne ein Konkretes Gegenangebot wohl kaum mehr Geld bekommen. Für deinen jetzigen AG machst du ja letzendlich auch keine anderen Arbeiten als vorher oder, also hat er von deiner Weiterbildung ja auch erst mal keinen Vorteil.

VG Cunababy

Beitrag von bella2610 06.04.11 - 13:48 Uhr

Also ich kenne das nur so, dass ich mit der Zusatzausbildung, die ihm ja mehr Vorteile bringt, da mehr Wissen vorhanden ist, auch gleichzeitig mehr Gehalt bezahlt wird. Wofür mache ich denn sonst eine solche Fortbildung?

Da ich die Jahre vor meiner Fortbildung keine großen Gehaltssprünge gemacht habe, sehe ich nicht ein für den "Hungerlohn" dort weiter zu arbeiten. Also ist eine Gehaltserhöhung angemessen.

Nur ich weiss halt nicht wie viel man als fertige FAchwirtin verlangen kann in unserer Branche, das ist nämlich alles so unterschiedlich. Die Spanne ist derzeit von 2400 EUR bis 3300 EUR für Vollzeitbeschäftigte.

Ich werde zwar genau die gleiche Arbeit machen wie vorher, aber ich habe vorher auch schon die Arbeit einer Rechtsfachwirtin gemacht nur halt nicht entsprechend bezahlt bekommen, sondern weiter das Gehalt einer normalen Rechtsanwaltsfachangestellten.

LG
Bella

Beitrag von kathi.net 06.04.11 - 14:28 Uhr

Dann hast du dich einfach unterm Wert verkauft. Verlangen kannst du ja viel, aber darauf eingehen muß dein Chef nicht.

Beitrag von sonne.hannover 06.04.11 - 14:33 Uhr

mal eine andere Frage, wenn es erlaubt ist. Was machen denn Rechtsfachwirte an anderer Arbeit als Rechtsanwaltsfachangestellte ? Ich bin letzteres und habe - mangels Aussicht auf mehr Geld - auch nicht vor, entsprechende Weiterbildung zu machen.

Beitrag von bella2610 06.04.11 - 14:42 Uhr

Was Rechtsfachwirte mehr machen?
Du bist im Personalbereich zuständig für Konflikte zwischen den Arbeitnehmern untereinander, für die Zuteilung von Arbeiten, für die Urlaubsplanung.
Für Deinen Chef bist du die erste Ansprechpartnerin. Du bekommst eigene Dezernate zugeteilt. Wirst die komplizierteren Fälle aufgetragen bekommen. Also das Aufgabengebiet zwischen Rechtsanwaltsfachangestellter und Fachwirtin ist schon ein gewaltiger Hintergrund.

Da mein Chef mich ja auch unbedingt behalten will und wieder haben will kann ich auch mehr Geld verlangen, aber scheinbar bin ich hier an der falschen Stelle, weil irgendwie alle nicht auf die eigentliche Frage eingehen, sondern nur immer sagen ich würde nicht mehr Geld bekommen.

Aus zuverlässiger Quelle weiss ich, dass meine damalige Kollegin (sie ist auch nur von 9-13 Uhr gekommen) sehr viel mehr verdient.

Und Kommentare von wegen unter Wert verkauft brauch ich auch nicht. Mir geht es sich darum was ich verdienen könnte.

Aber ich werde mich jetzt an anderer Stelle schlau machen, hioer bringt das nämlich nix.

vG

Beitrag von sonne.hannover 06.04.11 - 14:50 Uhr

so so, im Personalbereich zuständig... für drei Angestellte und eine Azubine ???? Muss ja heftig sein :-) Wie viele Anwälte habt Ihr denn ? Hast Du denn mit Deinem Chef vorher besprochen, ob Du aufgrund der Zusatzausbildung mehr Geld bekommst ?
Also bei uns sind zwei Anwälte, bis vor einem Jahr waren es drei, aber das ist ja egal, und drei Angestellte und jede Angestellte ist erster Ansprechpartner für den jeweiligen Anwalt. Und warum soll ein Anwalt mehr bezahlen, wenn er das Gleiche (das meine ich immer noch) für weniger oder gleich viel bekommt ? Anwälte sind ja meist nicht so spendabel.... Wurde Dir die Ausbildung bezahlt oder hast Du das aus eigener Tasche gemacht ?

Beitrag von kathi.net 06.04.11 - 15:08 Uhr

Aber es war doch deine eigene Aussage, dass du dass, was eine Rechtsfachwirtin macht, auch schon vor der Weiterbildung gemacht hast? #kratz

Vielleicht solltest du dich mal auf dem freien Markt umsehen und ein paar Bewerbungen verschicken. Dann siehst du ja, was die Marklage und deine Weiterbildung so hergeben. Und eventuell kannst du ihn ja auch mit einem "Angebot der Konkurrenz" locken ;-)

Beitrag von landmaus 06.04.11 - 15:31 Uhr

Hi,

vielleicht differenzierst Du nochmal.

1. Wenn Du bisher nach Deinem Empfinden zu wenig verdient hast und Dein Chef Dich unbedingt zurück will, ist das ein guter Zeitpunkt zu verhandeln. Was möchtest Du denn verdienen? Und hast Du Dich schon über die Möglichkeit schlau gemacht, dass Dein Arbeitgeber einen steuerfreien Betreeungskostenzsuchuss zahlt. Vielleicht hilft das weiter.

2. Wenn Du aus Lust und Laune eine Fortbildung machst, ist es nonsens zu erwarten, dass Du dafür nachher ein höheres Gehalt bekomst. Da Deine gestiegene Qualifikation offensichtlich weder für den Job notwendig noch vom Arbeitgeber gewünscht ist, manövrierst Du Dich durch dieses Argument in einer Gehaltsverhandlung ins Abseits.

3. In einer kleinen Kanzlei wie Eurer, ist ein Rechtsfachwirt eigentlich obsolet. Als Verbindungsglied zwischen Anwälten und Fachangestellten loht sich der Einsatz nur in größeren Kanzleien. Urlaubsplanung, Büroorganisation, Finanzbuchhaltung, Zwangsvollstreckung und Personalverantwortung können in so überschaubarem Rahmen durchaus ohne den ehemaligen Bürovorsteher gestaltet werden. Da sit der Unterscheid zu den Fähigkeiten und Kompetenzen der Fachangestellten dann wieder gering. Die Fortbildung alleine sehe ich daher keinesfalls als Grund für eine Gehaltserhöhung.

Viel Glück

Beitrag von fbl772 06.04.11 - 14:59 Uhr

Hallo Bella,

das kann man doch pauschal auch nicht sagen. Es ist doch insbesondere abhängig,

- wo die Kanzlei ist (Großstadt, Ballungszentrum, Kleinstadt)
- Größe der Kanzlei an sich
- zukünftiger Aufgabenbereich
- geht es der Kanzlei gut
- ist der Chef spendabel
- Berufserfahrung nach der Ausbildung
- wieviel hast du bisher verdient - wie groß wäre der Gehaltssprung

Ich würde daher eher nicht vom oberen Drittel ausgehen, wenn du nicht ein "Druckmittel", also ein Gegenangebot hast. Hat er dir schon ein Angebot gemacht?

VG
B

PS: Eine Fortbildung macht man immer für sich selbst, weil man nämlich "fort"kommen will :-) Es muss sich nur jemand finden, der den Mehrwert erkennt und entlohnt. Keinesfalls macht man diese für den Chef.

Beitrag von bruchetta 06.04.11 - 15:11 Uhr

Ich denke, das hängt davon ab, welches Aufgabengebiet Du dort haben wirst.

Machst Du das gleiche wie vorher bekommst Du das Gehalt wie vorher.

Übernimmst Du höherwertige Aufgaben (auf Wunsch des Chefs), wirst Du auch besser bezahlt.
Die Weiterbildung an sich bringt ja nur etwas, wenn sie auch beruflich greift.

Hast Du mit Deinem Chef die Weiterbildung abgesprochen?

Beitrag von bella2610 06.04.11 - 15:23 Uhr

Natürlich ist sie mit meinem Chef besprochen. Er hat sie mir auch zur Hälfte bezahlt. Dafür habe ich die letzten 2 Jahre auf eine GEhaltserhöhung verzichtet. Deswegen soll es ja jetzt nach der Fortbildung eine geben.

Mein Problem ist einzig und alleine das, dass ich vor der Fortbildung nicht schwanger war und ich deshalb davon ausgegangen bin weiterhin Vollzeit zu arbeiten.
Aber jetzt möchte ich halt auch für meine Tochter da sein und nur Teilzeit arbeiten.
Das mir mehr Geld zusteht ist klar, das ist alles mit meinem Chef abgesprochen. Aber halt nicht wie viel

Beitrag von sonne.hannover 06.04.11 - 15:25 Uhr

dann ruf doch einfach bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer an und frag was angemessen ist. Mehr fällt mir dazu auch nicht ein.

Beitrag von kathi.net 06.04.11 - 15:29 Uhr

Und warum kommst du mit diesen Informationen erst jetzt? Wenn es mit deinem Chef so abgesprochen ist (hoffentlich irgendwie nachweisbar) sollte man doch darüber reden können.

Na hoffentlich werden eure Mandaten nicht auch so kleckerweise und nach mehrmaligem Nachfragen erst aufgeklärt #augen

Beitrag von bella2610 06.04.11 - 15:37 Uhr

Weil ihr einen ja direkt zerfleischt hier!

Solch blöde kommentare kann man sich echt sparen, denn ich bin gut in meinem Beruf und gebe meinen Mandanten alle Auskünfte die sie brauchen!!!

Im unterstellen scheinste sehr gut zu sein, aber im Tips geben nicht!

Beitrag von kathi.net 06.04.11 - 15:45 Uhr

Und warum kann man dann die wichtigen #aha Infos nicht gleich rausrücken?

Und einen Tip, wie man herausbekommt, was man verlangen kann, hast du von mir ebenfalls bekommen. So what?

Beitrag von bruchetta 06.04.11 - 15:35 Uhr

Dann nimm doch das Gehalt, was vorher angedacht war und teil es durch 2, sofern Du die Hälfte der vorherigen Zeit arbeiten wirst.

Beitrag von landmaus 06.04.11 - 15:44 Uhr

Ah, das ist ja ne ziemlich wichtige Information.

Zu den Empfehlungen des Deutschen Anwaltvereins zum Gehalt kannst Du hier was finden http://www.anwaltverein.de/downloads/reno/Fachangestellten-Merkblatt-2010-2011a.pdf

Teilzeitgehälter kannst Du einfach von Vollzeit runter rechnen.

Zu den Möglichkeiten des Kinderbetreuungszuschusses gibt es hier Infos http://www.mittelstand-und-familie.de/zuschuss-zur-kinderbetreuung-ueberblick/

Ansonsten ruf Deine zuständige Kammer an, die geben für Ihren Bezirk Gehaltsempfehlungen raus.