Spricht mit 3,5 Jahren schlecht - zweisprachig

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von helen73 06.04.11 - 15:46 Uhr

Hallöle,

ich wende mich heute mal mit einem Problem an euch.

Unsere Tochter wird 2-sprachig erzogen (ich englisch - meine Muttersprache), mein Mann deutsch. Wir bleiben eigentlich immer jeder in seiner Sprache (bis auf 1-2 Wörter die dann versehentlich rausrutschen) und ich rede mit meinem Mann deutsch.

Nelly-Ann hat spät mir dem Sprechen begonnen (sie war so 2,5 Jahre alt, als es langsam anfing). Verstehen tut sie alles, obwohl sie momentan Probleme mit den Ohren hat (Dank häufiger MOEs hört sie momentan schlechter). Nur spricht sie vor allem im KiGa einen totalen Mischmasch bzw. verwendet wie die Erzieherin es nannte ihre Micky-Maus-Sprache, d. h. keiner versteht sie. Daheim macht sie das zwar nicht, aber sie spricht eigentlich nie in ganzen Sätzen. Ich verstehe einfach nicht warum: ich lese ihr viel vor, hab schon immer viel mit ihr geredet, gesungen, etc. Wie gesagt, sie versteht alles, nur sprechen tut sie es nicht. Ich mache mir total die Sorgen, das die Zweisprachigkeit daran Schuld sein könnte. ABer ganz ehrlich: ich könnte nicht deutsch mit ihr reden, es ist einfach nicht meine Muttersprache und irgendwie liegt es in mir, das ich nur in englisch mit ihr reden kann (mit unseren Katzen auch #schein).

Wie schaffe ich es das sie lernt in ganzen Sätzen zu sprechen und nicht im KiGa in diesen Kauderwelsch verfällt?? Muss ich zum Logopäden mit ihr? Die Erzieherin meinte, das wäre nicht nötig. Aber andererseits sagt sie auch ständig, mit der Sprache kann es so nicht weitergehen (was ich auch durchaus weiß).

GLG Helen

Beitrag von kati543 06.04.11 - 15:59 Uhr

Also wenn sie bei euch zu Hause die Sprachen klar trennen kann und das ja offensichtlich auch tut, dann kann die Zweisprachigkeit gar nicht der Grund sein. Andere Kinder wachsen auch 2 oder gar 3-sorachig auf und haben keine Probleme. Gut, sie fangen später an mit Sprechen, aber eben alles noch im Normbereich.
Wenn sie im Kiga die "Mickey-Maus"-Sprache spricht, dann würde ich mal schauen, wo das Problem liegt - aber im KIGA und nicht zu Hause. Habt ihr viele mehrsprachige Kinder im Kiga? Bei uns wird sehr darauf geachtet, dass ausschließlich deutsch gesprochen wird. Deine Tochter kann mit verschiedenen Sprachen viel leichter umgehen und andere Fremdsprachen viel leichter aufnehmen, als andere Kinder ihres Alters. Sie hat ja schon 2 Sprachen.

Beitrag von helen73 06.04.11 - 16:06 Uhr

Also meist antwortet sie mir auf deutsch, aber hin und wieder auch auf englisch, was wohl normal zu sein scheint. Immerhin wird ja überwiegend in ihrer Umgebung deutsch gesprochen. Das richtige Sortieren lernen sie meist zwischen 4-5. Bin mal gespannt.

Soweit ich weiß ist außer ihr noch ein anderer Junge, der deutsch/spanisch spricht (er ist älter als sie), das war es im KiGa (wir wohnen auf dem Land ;-)). Die Erzieherinnen sprechen demnach alle deutsch mit ihr. Aber oft kommt sie vom KiGa heim und wenn ich mit ihr in englisch rede, sagt sie plötzlich voller Inbrunst: "nein, das heißt ...???". Also wird sie so wohl korrigiert. Die Erzieherin hat das verneint, aber irgendwo hat sie das ja her. Ich vermute auch das sie dort stark verunsichert wird, aber das gibt ja keiner zu. Im Gegenteil, wir als Eltern sind ja "schuld". Sie kam schon in den KiGa und nach 2 Tagen hörte ich schon quasi die Vorwürfe, sie würde nichts verstehen und sprechen, so nach dem Motto: wie können wir unserem Kind nur sowas antun.

GLG Helen

Beitrag von dore1977 06.04.11 - 16:55 Uhr

Hallo,

ich würde das ganze "aussitzen". Die Erzieher sollen ihr sagen das sie bitte auf Deutsch antworten soll und dann wird sie das schon machen. Ob sie mit den andren Kindern Deutsch, Englisch oder Chinesisch oder was auch immer spricht ist meiner Erfahrung nach vollkommen egal. Kinder verstehen sich untereinander, besonders in diesem Alter.

Wir haben zwei Kinder im Freundeskreis die 3 sprachig aufwachsen, puh das war zwischenzeitlich eine echte Herausforderung sie zu verstehen aber wen man es wirklich möchte ist das gar kein Problem.
Alle Kinder die ich kenne, die mehrsprachig aufwachsen haben alle sehr spät angefangen zu sprechen.
Lass Dich nicht verunsichern, es ist doch super das Du Deinem Kind eine zweite Sprache mitgeben kannst.

LG dore

Beitrag von helen73 06.04.11 - 18:57 Uhr

Huhu Dore,

und genau DAS kreidet die Erzieherin u. a. auch an: das die anderen Kinder sie partout nicht verstehen, dabei dachte ich auch immer das sei gerade bei Kindern egal. Aber ich denke, die Erzieher sind mit einem gewissen Vorurteil an die Sache rangegangen, ich wurde ja schon 2 Tage nachdem sie dort angefangen hat auf die Sprache angesprochen - und das nicht gerade positiv ;-)

GLG Helen

Beitrag von scotland 06.04.11 - 17:13 Uhr

Hallo,

mach dir mal nicht zu viele Sorgen. Ich habe drei Kinder, sie wachsen auch zweisprachig auf (Deutsch und Englisch). Bei uns war es so, dass alle sehr spät mit Reden begonnen haben und auch sehr gemischt.

Der krasseste Fall bei uns war mein mittlerer Sohn (jetzt 5). Mit drei kam er in den Kindergarten und konnte wirklich nur Zwei-Wort-Sätze - und die gemischt. Die ersten Tage im Kiga hat er nur Englisch gesprochen - warum auch immer. Er war mit der Sprachentwicklung über ein Jahr verzögert und öfters frustriert - ich habe ihm täglich vorgelesen - alles schien nicht zu fruchten.

Als er 3,3 Jahre alt war, schlug die Erzieherin vor, ihn dem Kinderarzt vorzustellen, da es nicht besser wurde. Was soll man sagen? Der riet, erstmal abzuwarten und einige Monate später lernte der Purzel über Nacht das reden in ganzen Sätzen - er mischte nichts mehr, machte lange, komplexe Sätze auf Deutsch - wie wenn man ihm ein Update aufgespielt hätte.

Liebe Grüße
Steph

Beitrag von helen73 06.04.11 - 18:56 Uhr

Huhu Steph,

lach, bist Du Schottin (wegen Deinem Nick)?? Meine Stiefmutter ist Schottin und mein Vater wohnt mit ihr in Edinburgh :-)

Da bin ich ja froh das es nicht nur uns so ergeht. Hier daheim spricht sie (für uns) eigentlich verständlich - mehr deutsch (ist ja klar, wir leben ja auch hier), aber auch englisch und mal gemischt (also "Sätze" in denen Deutsch und Englisch vorkommt), was wohl normal sein soll.

Aber ich hoffe wirklich das es wie bei Deinem Sohn quasi über Nacht geht, das es dann doch klappt. Sie scheint wohl wirklich nur im KiGa totalen Unfug zu sprechen. Selbst eine befreundete Mutter (ihre Tochter ist mit Nelly-Ann in der Gruppe) sagt, sie versteht alles was sie sagt und wisse nicht warum die Erzieher das wohl nicht könnten. Ich denke auch, die verunsichern sie total und deshalb spricht sie Kauderwelsch. Es ist wohl alles noch etwas viel für sie - außerdem steckt sie mitten in der Trotzphase ;-)

GLG Helen

Beitrag von simone_2403 06.04.11 - 19:06 Uhr

Hallo

Meine ersten 3 wurden auch 2-sprachig erzogen (Deutsch-Bulgarisch) und es war ähnlich.

Das Kauderwelsch im KiGa,da sollten die Erzieher klare Ansagen machen,das sie das so nicht verstehen und sie bitten, doch auf Deutsch zu sprechen.Bei meinen hat das immer prima geklappt und nach kurzer Zeit,"sortierten" sie die Sprachen im Kopf.

Auch unser KiA war damals der Meinung,das sich das von alleine regelt.Das tat es auch ;-)

#winke

Beitrag von helen73 06.04.11 - 19:24 Uhr

Vielen Dank für die aufmunternden Worte - euch allen :-).

Also laut der Erzieherin ist es wohl so, daß sie ihr sagen, sie würden sie nicht verstehen und auch nicht mehr zuhören, wenn sie Kauderwelsch spricht. Das sie deutsch reden soll sagen sie wohl schon seit Anfang an.

Ach herrje, ich hoffe wirklich es legt sich bzw. wird besser, alleine schon für meine Maus, das ist echt nicht leicht.

GLG Helen

Beitrag von pauli1983 06.04.11 - 20:29 Uhr

Hallo. Also Mélodie wächst auch zweisprachig auf. Und ich muss sagen, dass man sie in beiden Sprachen gut verstehen kann. Es sit halt so, dass mehrsprachige Kinder etwas verzögert sprechen könnten. Aber nun, dafür können sie aber dann beide Sprachen. Ich kann es nicht verstehen, warum die Erzieherinnen sagen, sie können deine Tochter nicht verstehen. Ich bin selbst Erzieherin und hatte schon mal ein Spanisch/Deutschsprachiges Kind. Ich hatte nur in der Schule spanisch gelernt, konnte ihn aber mit seinem Deutsch-spanischejnn Mischmasch trotzdem verstehen. Mann muss es aber auch nur wollen. Wenn deine Tochter Englisch/Deutsch spricht, ist es doch noch einfacher, denn Englisch kann ja wohl fast jeder. Ich denke, dass sie sich nicht genug Zeit nehmen, auf deine Tochter einzugehen, so dass sie alles auf einmal erzählen will und deshalb nur Tüddelkram rauskommt. Ist gut möglich. Nur wenn Kinder nur wenig Zeit haben zu berichten, dann kommen halt 5 Sachen auf einmal raus.

Ich würde da viell. noch mal mit der Erzieherin sprechen. Ehrlich!!

Sorgen würde ich mir aber nicht machen, denn sie priht ja zu Hause, also kann sie es ja!!
Liebe Grüße

Beitrag von helen73 06.04.11 - 21:44 Uhr

Vielen Dank für Deine Antwort :-). Es kann schon gut sein das sie sich keine Zeit nehmen oder die haben. Es sind meist 2-3 Erzieherinnen für 23 Kinder in ihrer Gruppe, davon insgesamt 8 "Kleine" (3-4 jährige), die viel Zeit fordern. Insgesamt finde ich machen sich unsere Erzieher schon viel Mühe und versuchen zumindest sich Zeit zu nehmen, aber ich sehe es ja nicht, da ich nicht dabei bin. Wenn ich so überlege, dann hat mir meine Schwiegermutter mal gesagt, mein Mann hätte sehr spät mit dem Sprechen angefangen. Bei Nelly-Ann war es auch recht "spät", wie ich finde - und dann noch gleich 2 Sprachen. Ich hoffe wirklich das es sich gibt :-(

GLG Helen

Beitrag von sunflower.1976 06.04.11 - 21:24 Uhr

Hallo!

Mit Zweisprachigkeit kenne ich mich nicht wirklich aus, aber (leider) mit einer Sprachentwicklungsstörung. Ich kenne nur zwei Kinder, die zweisprachig aufwachsen (Deutsch und Polnisch), aber die sprechen beide mit drei Jahren normale Sätze und bauen nur manchmal Wörter aus der jeweils anderen Sprache ein. Aber das heißt nichts.

Mein großer Sohn (5 3/4 Jahre) hat mit zwei, drei Jahren sehr wenig verschiedene Wörter gesprochen, konnte keine Sätze bilden usw. Nach diversen Arztwechseln wurden wir endlich ernst genommen und er bekam etwa seit dem dritten Geburtstag Logopädie. Jetzt hat er eine (fast) altersgemäße Sprache und wird im Sommer zur regulären Grundschule gehen können. Aber bis dahin war es ein weiter Weg. Unser Sohn war und ist ansonsten altersgerecht entwickelt und hat ein sehr gutes Sprachverständnis (auch mit zwei oder drei Jahren). Trotzdem konnte er nicht sprechen weil er keine richtige Kontrolle über seine Lippen- und Mundmuskulatur hatte. Warum, wissen wir bis heute nicht.

Wenn Du unsicher bist, bitte Euren KiA um eine Verordnung zur Diagnostik beim Logopäden oder zur Pädaudiologie. Es gibt Logopäden mit speziellen Ausbildungen für die Therapie mit kleinen Kindern. Zu lange sollte man nicht abwarten, denn sonst kann es unter Umständen in Bezug auf die Schule schwierig werden (je nach Sprachproblem natürlich). Hätten wir auf unsere damalige KiÄ gehört, hätte die Therapie erst mit 4 Jahren begonnen und unser Sohn wäre mit ziemlicher Sicherheit nicht so weit, wie er es heute ist und der Besuch der Regelschule wäre sehr fraglich.

Daher...lass lieber recht früh eine Diagnostik machen. Dann weißt Du, ob die Zweisprachigkeit der Grund ist oder ob Handlungsbedarf besteht.

LG SIlvia

Beitrag von helen73 06.04.11 - 21:41 Uhr

Hallo Silvia,

vielen Dank für Deine Worte. Das tut mir total leid das es für euch und euren Sohn so schwierig war.

Bei Nelly-Ann ist es so, daß sie Wörter schon richtig ausspricht, auch neue Wörter muss man nur 1-2 x wiederholen und dann sagt sie es richtig. Sie bildet schon Sätze, nur spricht sie noch nicht so fliesend wie manch anderes Kind in ihrem Alter. Und in den Sätzen mischt sie halt mal englisch, mal deutsch. Außer bei Standardsätzen die sie schon kennt. Die sagt sie dann klar und deutlich.

Am Montag müssen wir zum Ohrenarzt (hatte ich oben schon angesprochen, das sie momentan mit den Ohren/hören Probleme hat) und dann werde ich ihn darauf ansprechen. Er sieht sie öfter als der Kinderarzt, zu dem wir eigentlich fast nur zu den U's gehen ;-). Aber ich hoffe wirklich das es bei ihr keine Sprachstörung ist, sondern wirklich nur das sie schnell was sagen will und dann alles auf einen Schlag rauskommt.

GLG Helen

Beitrag von sunflower.1976 07.04.11 - 12:14 Uhr

Hallo!

Das klingt für mich eigentlich nicht nach einer Sprachentwicklungsverzögerung. Ich denke mal, dass die Schwierigkeiten dann wirklich im Zusammenhang mit der Zweisprachigkeit bestehen. Und das wird sich von alleine geben.
Gut, dass Du den HNO-Arzt auf die möglichen Hörprobleme ansprichst. Denn sobald beim Hören Einschänkungen bestehen, kann die Sprachentwicklung nicht normal verlaufen.

Alles Gute!
LG Silvia

Beitrag von helen73 07.04.11 - 12:34 Uhr

Huhu Silvia,

ich habe heute morgen mit der Erzieherin gesprochen (die ihr ja wirklich nur helfen wollen). Dabei habe ich auch gesagt, das sie daheim überhaupt nicht in eine ganz andere eigene Sprache verfällt, sondern das wohl nur im KiGa macht. Auch habe ich strickt darauf geachtet, ob ich auch wirklich immer nur in englisch spreche, was ich bejahen kann.

Dann warte ich mal ab was der HNO am Montag sagt, denn das sie z. Z. wegen der häufigen MOE's schlecht hört, hat er bestätigt. Am Montag soll dann ein Hörtest gemacht werden. Und das das auch hinderlich für die Sprache ist, leuchtet ein :-)

GLG Helen

Beitrag von sunflower.1976 07.04.11 - 21:53 Uhr

Hallo!

Ja, sobald das Hörvermögen auch nur ganz leicht eingeschränkt ist, kann das langfristig Auswirkungen haben.
Ich drück Euch die Daumen, dass Deine Tochter beim Hörtest gut mitmacht und dass er gut ausfällt! Wenn z.B. nur ein bißchen Flüssigkeit hinterm Trommelfell ist, hilft oft schon eine regelmäßige Nasentropfen-Gabe über eine Woche und Sinupret-Saft.

Alles Gute!

LG Silvia