Ich erwarte bald unser 2. Kind und frage mich, was ich nach der Elternzeit machen soll. Ich habe 2000-2003 eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten gemacht. Bis zur Geburt 2009 habe ich in einer Kanzlei gearbeitet. Ich hatte immer ziemlich gute Noten. 2008-2009 habe ich eine Fortbildung zur Fachwirtin gemacht, die ich auch recht gut abgeschlossen habe. Leider habe ich mit einem Stellenwechsel dann total ins Klo gegriffen und während der jetzigen Schwangerschaft nur 3 Monate in einer anderen Kanzlei gearbeitet.
Ich bin total frustiert über das niedrige Gehalt, das Anwälte zahlen. Ich habe keine Lust mehr auf den Job und beabsichtige nicht, nach der Elternzeit nochmal einen Job in einer Kanzlei anzunehmen. Die Arbeitszeiten sind schlecht, das Gehalt sowieso und gewöhnlich hat man, da Anwälte ja häufig Geizkragen sind, einen Haufen Streß, da ja am Personal gespart wird.
Ich frage mich nun, ob eine Umschulung eine Alternative wäre. Die Frage ist nur, was überhaupt mit 2 Kindern machbar und empfehlenswert ist. Dass ich mit meiner Ausbildung (trotz guter Noten) im Bürobereich einen anständig bezahlten Job finde, glaube ich nämlich nicht. Wenn ich mich auf andere Ausbildungsberufe bewerbe, nehmen die dann doch letztlich lieber jemanden, der den Beruf richtig gelernt hat. Oder man findet nur stinknormale Fuzzi-Bürojobs, die wiederum schlecht bezahlt sind.
Inwieweit könnte man die Elternzeit von zu Hause aus nutzen? Hat jemand von euch schon mal während der Elternzeit irgendwas gelernt? Oder direkt danach? Evtl. sogar den gleichen Beruf gehabt wie ich und dann was anderes gemacht?
Auf welchen Beruf habt ihr umgeschult?
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Beitrag von derhimmelmusswarten - 06.04.11 - 20:29 Uhr
Beitrag von bruchetta - 06.04.11 - 20:30 Uhr
Ich würde eher versuchen als Rechtsfachwirtin in die Wirtschaft zu gehen.
Beitrag von derhimmelmusswarten - 06.04.11 - 20:37 Uhr
Ganz ehrlich? Ich habe in meiner Region noch niemals eine Stellenanzeige gelesen, in der explizit eine Fachwirtin gesucht wurde.
Beitrag von attuj-airam - 07.04.11 - 08:45 Uhr
Öhm, bist Du sicher, dass Du Dich schon mal richtig informiert hast, was Du mit Deinen Qualifikationen alles machen kannst?
Große Firmen mit eigener Rechtsabteilung oder Inkassobüros, Versicherungen etc. nehmen mit Kusshand gut ausgebildete Renos. Mit Deinem Fachwirt stehen Dir da sogar noch mehr Türen offen... auch auf alle "normalen" Bürojobs kannst Du Dich ohne Umschulung mit Deiner Ausbildung bewerben.
Eine Freundin von mir arbeitet halbtags bei einer Wohnungsgesellschaft und leitet dort - Ausbildung: Reno - die Rechtsabteilung.
Eine andere Freundin arbeitet in der Vollstreckungsabteilung eines großen Stromversorgers - Ausbildung: Reno -
Eine ehemalige Arbeitskollegin arbeitet in einer Sanitärfirma macht dort Telefondienst, schreibt Rechnungen, kümmert sich um die Personalführung - Ausbildung: Reno -
Schau Dich erst einmal richtig um, werde Dir über Deine Fähigkeiten klar und dann überleg noch einmal ob eine Umschulung wirklich sinnvoll und notwendig ist. Zumal, wenn Du wieder in einen Bürojob wie Bürokauffrau o.ä. umschulen willst, ist das echt Zeitverschwendung. Solltest Du gemerkt haben, dass das ganze Bürozeugs für Dich nichts ist und jetzt was ganz anderes werden wollen, ist es eine Überlegung wert.
Beitrag von wind-prinzessin - 08.04.11 - 12:33 Uhr
Umschulen würde ich dir auch nicht raten. Du hast doch einen Büroberuf gelernt, warum bewirbst du dich dann nicht als Bürokauffrau oder so? Den meisten AG geht es darum, dass sie jemanden wollen, der gelernt hat, wie man mit Kunden umgeht und Briefe aufsetzt. Ob das nun eine Bürokauffrau oder eine ReNo ist, ist denen egal!
Ganz nebenbei: Ich bilde mich grad mit nem Fernstudium weiter. Wenn ich damit fertig bin, habe ich direkt schon pläne, was ich danach machen möchte. Und wenn ich Glück hab, zahlt mir das sogar mein Chef, weil ich das beruflich nutzen kann. Fernstudien kannst du unter gewissen Voraussetzungen sogar von der Steuer absetzen!
