Leide immernoch unter "unerfülltem" KiWu trotz Tochter!?

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Forum: Unterstützter Kiwu

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Beitrag von eumelberta 06.04.11 - 21:28 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich war lange Zeit "Mitstreiterin" im Kampf um ein Wunschkind.

Seit letztes Jahr April bin ich glücklicherweise Mama aber ich kann meine Gefühle in der Wartezeit und nach einem ersten negativen IVF-Versuch nicht vergessen und leide weiterhin darunter. Das ist doch nicht normal!
Ich sage mir immer, wie froh und glücklich ich sein könnte aber ich muss immernoch an die KiWuZeit denken und auch daran, dass der Weg zu einem 2. Kind sicher wieder schwer werden wird und andere so "lockerflockig" Kinder kriegen.

Früher dachte ich immer, wenn wir wirklich mal ein Kind haben sollten, wird alles gut. Und jetzt zerbrech ich mir immernoch den Kopf darüber, wie schwer es manche haben und wie leicht es bei anderen geht.

Ich glaube, ich könnte psychologische Hilfe vertragen. Was meint Ihr?

Ich bin jedenfalls in Gedanken bei jeder einzelnen von Euch, die hibbelt und auf ein Wunschkind hofft!

Grüße#winke
Eumelberta

Beitrag von saskia161181 06.04.11 - 21:49 Uhr

Hi #winke,

ich kann dich verstehen...
auch wir haben einen langen Weg hinter uns und sind inwzischen glückliche Eltern eines Einjährigen...
aber ich denke auch so oft, eigentlich täglich, an die Kiwu Zeit und das Drumherum...
auch der Gedanke an ein Geschwisterchen, dass sich nicht "einfach so" machen lässt begleitet uns...
ABER: immer wenn ich meinen Sohn anschaue dann begreife ich, dass er ein kleines Wunder ist und das ich so unendlich dankbar bin, dass ich ihn bekommen durfte...er ist all das, was wir uns so viele Jahre gewünscht haben und ja, wir wollten immer mehr als ein Kind...aber auch hier sind wir - zumindest im Moment - auf dem Standpunkt: wenn es nochmal "einfach so" klappt, dann erfüllt sich unser Wunsch, wenn nicht, dann soll es halt so sein...
wenn man einen so langen ( sehr schmerzhaften ) Weg hinter sich hat, wie hier fast alle, dann sind deine Gefühle denke ich normal...
aber halte dir vor Augen, dass du schon ein Kind hast...du konntest all das schon erleben, was vielen hier erst noch bevor steht...
und versuche nicht so oft daran zu denken, dass es manchen so schwer gemacht wird, und andere es so leicht haben....das Leben ist leider nicht fair und diese Gedanken ziehen dich nur runter...

LG

Beitrag von eumelberta 06.04.11 - 21:56 Uhr

Hallo Saskia,

vielen Dank für Deine einfühlsamen Worte.

Es tut mir sehr gut, zu lesen, dass es auch anderen KiWu-Paaren so geht aber auch Deine Worte, dass ich mir mein Glück vor Augen halten soll, haben mir gutgetan. Danke!

Viele liebe Grüße
Eumelberta

Beitrag von darkangel12345 06.04.11 - 22:16 Uhr

hallo, kann dich verstehen, aber glaub mir....ich leide noch wesentlich mehr....mein mann 98 % fehlgeformte und kein geld für befruchtung....nur etwas.....und sind seit märz 2010 am üben und nichts passiert...habe nicht mal ein kind.....und das macht mich noch mehr fertig....
du bist nicht die einzigste und zumindest hast du eins....aber wenn ich mir vorstelle das ich vielleicht nie eins haben werde....oh gott....ich bin mittlerweile schon phsychater reif....leide sehr...

aber du wirst bestimmt noch dein 2 tes bekommen....

Beitrag von motmot1410 06.04.11 - 22:21 Uhr

#kratz Das ist doch kein Wettkampf!

Beitrag von darkangel12345 06.04.11 - 22:26 Uhr

warum wett kampf? was ich damit sagen will ist das ich weiss wie sie sich fühlt...denn mir gehts genauso.....hat nichts mit wettkampf zu tun.....

Beitrag von motmot1410 06.04.11 - 22:28 Uhr

Du schreibst:

"ich leide noch wesentlich mehr"

Beitrag von darkangel12345 06.04.11 - 22:32 Uhr

ja vielleicht falsch ausgedrückt aber leide halt auch weil ich seit über ein jahr übe und nichts passiert....habe halt angst nie ein kind zu bekommen....und auch weiss ich wie jeder andere sich in meiner situation fühlt......

Beitrag von iseeku 06.04.11 - 22:35 Uhr

wir haben hier alle länger als ein jahr gebraucht...manche 2,3,4,5 jahre oder noch mehr...mit allen höhen und tiefen...negativen versuchen, fehlgeburten usw...
du stehst gerade ganz am anfang - hab ein wenig zuversicht oder versuche es zumindest...
klar ist es hart wenn man eine ivf/icsi braucht, aber immerhin gibt es diese möglichkeiten!

wünsche dir alles gute!

Beitrag von darkangel12345 06.04.11 - 22:39 Uhr

danke dir.....

Beitrag von syldine 07.04.11 - 07:56 Uhr

Das war ebenfalls gerade mein erster Gedanke ;)

Beitrag von eumelberta 06.04.11 - 22:29 Uhr

Hallo,
ich kann nachvollziehen, dass meine Gedanken schwer nachzuvollziehen sind, wenn man noch kein Kind hat. Noch ohne Kind hätte ich wohl, wenn ich so einen Betrag gelesen hätte, gedacht, "na, die hat Sorgen!".

Vielleicht hätte ich mir den Beitrag verkneifen sollen aber ich hadere wirklich noch mit der langen Kinderwunschzeit und hatte auf ein paar Worte gehofft, die mich an mein Glück erinnern.

Ich wünsche Dir jedenfalls alles Glück der Erde, dass Du auch Deine kleine Maus noch in den Händen halten wirst.

VLG
Eumelberta

Beitrag von iseeku 06.04.11 - 22:24 Uhr

ist doch ganz klar, dass man die zeit nicht einfach so wegstecken kann...
wenn du meinst, dass es mit psychl. hilfe besser geht, warum nicht?

ich muss sagen, als ich meinen sohn das erste mal sehen durfte habe ich zu meinem mann gesagt "nun ist alles egal was vorher war" und ich bin jeden tag aufs neue glücklich wenn ich den kleinen mann sehe #verliebt
ich bin mir sicher, dass für mich der wunsch nach einem 2.kind niemals so groß sein kann wie für das erste.
es ist doch ganz was anderes wenn man nichtmal weiß ob man überhaupt mutter werden darf.

mir stößt es auch weiterhin immer ein wenig sauer auf wenn jemand einfach so schwanger wird, aber dann sage ich mir einfach, dass ich durch die kiwu-zeit ein ganz anderer mensch geworden bin, ja vielleicht sogar eine ganz andere mutter als wenn es einfach so geklappt hätte.
es war halt auch eine zeit die einen stärker gemacht hat finde ich.

ich finde das forum für dein anliegen nicht gerade ganz passend gewählt...denn wir haben bereits ein kind und es tut vielen sicher weh zu lesen, dass du trotzdem nicht ganz zufrieden sein kannst.

alles liebe! #herzlich

Beitrag von eumelberta 06.04.11 - 22:35 Uhr

Hallo,

Deine Kritik, dass das Forum für mein Anliegen nicht ganz passend gewählt ist, kann ich annehmen und verstehen.
Ich wollte nur ein paar Gedanken zu dem Thema, da mich die Kinderwunschzeit nicht loslässt und ich meine Tochter deshalb nicht zu 100 % genießen kann.

Im Kopf weiß ich, dass es etwas anderes ist, ob man sich überhaupt ein Kind wünscht oder ob man sich das 2. oder 3. wünscht aber mein Bauch sendet immernoch schmerzhafte Gefühle. Vermutlich muss ich mir wirklich professionelle Hilfe suchen.

Wollte auf keinen Fall jemanden verletzten, der sich sehnsüchtig das 1. Kind wünscht! Sollte ich das getan haben, tut es mir leid.

Jedenfalls haben mir die Beiträge gezeigt, dass meine Gefühle nicht ganz abwegig sind und ich lernen muss, damit umzugehen.

VLG

Beitrag von iseeku 06.04.11 - 22:38 Uhr

ich finde es ganz richtig, dass du über deine gefühle schreibst!

vielleicht traust du dich auch einfach nicht glücklich zu sein?

ich hatte z.b. die ersten monate wahnsinnige angst meinen sohn wieder hergeben zu müssen...
ist jetzt zwar etwas anders als dein "problem" aber ein ganz klein wenig ähnlich was das genießen können angeht...

Beitrag von eumelberta 06.04.11 - 22:44 Uhr

Den Gedanken, dass ich mich nicht traue, glücklich zu sein, hatte ich auch schon. Ich glaube auch, dass ich Verlustängste in mir trage, obwohl meine Kleine kerngesund ist und es also keinen Anlass dazu gibt.

Hab gerade in Deiner VK Deine Geschichte gelesen und die Bilder gesehen. Ich kann nur erahnen, welche Sorgen Du Dir um Deinen kleinen Mann gemacht hast!

Ich versuche gleich morgen, mein Glück unbeschwert genießen zu können.

Gute Nacht!

Beitrag von iseeku 06.04.11 - 22:48 Uhr

im kh hatte ich gar nicht so große sorgen, es ging ihm ja eigentlich ganz gut und hat die zeit perfekt gemeistert #pro

ich meinte eher als ich ihn zuhause hatte - z.b. sids oder so #zitter


schlaf schön! und guck deine maus nochmal an #verliebt

Beitrag von motmot1410 06.04.11 - 22:27 Uhr

Wenn Du das Gefühl hast, dass Dir etwas professionelle Unterstützung gut tun würde, dann such Dir ruhig jemanden.
Aber unnormal sind Deine Gefühl ganz und gar nicht.
Ich bin gleich mit der ersten ICSI schwanger geworden und in 7 Wochen werde ich mein Wunschkind in den Armen halten, trotzdem habe ich bis heute das Gefühl, in dieser ganzen "Kinderwunsch-Geschichte" hängen geblieben zu sein. Es fällt mir schwer mit dem Thema einfach vorerst mal abzuschließen und mich voll und ganz meiner Schwangerschaft zu widmen. Auch wenn ich nun nicht mehr unbedingt sagen würde, dass ich leide. Aber gerade wenn Freundinnen von ihrer weiteren Familienplanung sprechen, fühle ich mich wieder ziemlich ausgeschlossen (ähnlich, wie in der Kiwu-Zeit). Dann merke ich einfach wieder, dass ich in der Beziehung ein "Sonderling" bin und dann beschäftigt mich natürlich auch gleich die Frage, ob ich mir das alles wirklich noch einmal antun möchte.
Du bist also wirklich nicht die Einzige, die so empfindet.

Beitrag von eumelberta 06.04.11 - 22:38 Uhr

Vielen Dank für Deine verständnisvollen Worte!

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Deine Restschwangerschaft zu 100 % genießen kannst und dann vom Glück Deines kleinen Wunders überwältigt wirst!!

Alles Liebe!!

Beitrag von littlecat 06.04.11 - 23:01 Uhr

Hallo,

ich würde aus meiner momentanen Situation heraus sogar fast sagen, wenn Du das große Glück hast, zu erfahren, wie sehr ein Kind jeden einzelnen Tag Deines Lebens bereichert, ist der Wunsch nach einem zweiten Kind noch größer. Unsere Tochter ist mittlerweile schon drei Jahre und wir hoffen sehr, dass wir unser Glück nicht allzu sehr herausfordern, wenn wir immer noch intensiv versuchen, ein Geschwisterchen zu bekommen.

Klar ist die Grundsituation anders, wenn Du bereits ein Kind hast, das bedeutet aber nicht, dass der Wunsch nach einem zweiten Kind kleiner ist. Mir tut es z.B. immer noch weh, wenn mein Bruder mir ganz beiläufig erzählt, dass das zweite Kind (ungeplant und eigentlich eher "Unfall", aber dennoch erwünscht) unterwegs ist, während bei uns ganz konkret schon wieder seit Herbst 2009 mit Clomi und IUI gebastelt wird und wir uns dann schlussendlich erneut zur ICSI durchgerungen haben.

Und das ist nur ein Beispiel von vielen, wo ich immer wieder denke: Es ist so ungerecht! Manch einer reißt sich wirklich ein Bein aus, nimmt so viele Belastungen und oftmals auch viel Leid auf sich (körperlich, psychisch, finanziell, in der Partnerschaft), nur um ein Glück zu erfahren, das andere einfach nicht wahrnehmen können oder nicht zu schätzen wissen.

Egal ob Du schon ein Kind hast oder nicht, es ist nicht leicht, sich mit dem unerfüllten (weiteren) Kinderwunsch zu arrangieren. Viele Kiwu-Kliniken bieten parallel psychologische Betreuung an oder sind mit niedergelassenen Psychologen Kooperationen eingegangen, warum solltest Du sie nicht auch trotz erfolgreicher Behandlung in Anspruch nehmen?

LG
Littlecat

Beitrag von eumelberta 07.04.11 - 09:23 Uhr

Hallo Littlecat,

mir tut es gut, zu lesen, dass es auch anderen KiWuPatientinnen so geht wie mir.
Deinen Hinweis auf eine psychologische Praxis, die mit dem KiWuZentrum zusammenarbeitet, nehme ich gerne auf. Bei meinem KiWuZentrum gibt es auch so eine Praxis und ich habe mir vorgenommen, dort bald einen Termin zu vereinbaren. Am 5.5. sind wir wieder in der KiWuPraxis und da werde ich einen Flyer mitnehmen und anrufen.

Ich dank Dir sehr für Deine Antwort und wünsch Dir einen sonnigen und tollen Tag gemeinsam mit Deiner Tochter!!

LG
Eumelberta#winke