Wie entscheidet ihr, ob ihr euch einmischen "müsst" oder nicht?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von 3wichtel 07.04.11 - 08:26 Uhr

Hallo ihr Lieben.

Ich bin bisher immer eine Mutter gewesen, die sich so gut es ging nicht in Streitereien in der Schule einmischt.
Bisher war ich immer auf dem Standpunkt, dass die Kinder das erstens lernen müssen, selbst zu regeln, zweitens die Lehrer ja als Ansprechpartner vor Ort sind und drittens sowieso alles meistens nicht so dramatisch ist, wie vom eigenen Kind geschildert.

In letzter Zeit häufen sich aber die Vorfälle in der Schule. Es gibt Ärger hier, Kabbeleien dort...

Bei einigen Vorfällen habe ich den Verdacht, dass die Lehrerin meines mittleren Sohnes wirklich manchmal zu seinen Ungunsten entscheidet, obwohl er mehr "Opfer" als "Täter" war. Aber gut, bei 25 Kindern kann man nicht jede Situation von vorne bis hinten im Blick haben.

Und bei meinem Großen (3. Klasse) gibt es mittlerweile jede Pause Ärger: Die Kinder spielen Fußball und sind sich nicht einig über Mannschaftsbildung, Schiedsrichterentscheidungen, etc.
Auch das eigentlich ganz normal. Gestern ist aber ein Junge ausgeflippt und hat meinem am Boden liegenden Sohn mehrfach heftig in den Bauch getreten.
Da gehen bei mir alle Alarmglocken an! Mal eine Kabbelei unter Drittklässlern, okay. Aber in den Bauch treten? #schock

Dieser Vorfall wurde aber schon im Klassenrat mit der Lehrerin besprochen und der "Treter" hat Ärger bekommen.

Aber jetzt meine eigentliche Frage: Wonach entscheidet ihr, ob ihr euch in einen Streit einmischt?

Mir ist irgendwie mein innerer Kompaß abhanden gekommen.

Zum einen würde ich gerne die Mutter des "Treters" auf diesen Vorfall aufmerksam machen, andererseits hat die Lehrerin ja schon alles geklärt. Da muss ich dann ja auch mal Vertrauen in ihre Kompetenz haben.

Ach mensch, im Moment ist Schule (bzw. deren soziale Aspekte) wirklich ein schwieriges Thema.

Also, wie macht ihr das? Einmischen oder nicht? Immer oder nur in Härtefällen? Gespräch mit Lehrer oder "Täter" oder Mutter?

Würde mich über eure Erfahrungen freuen.

Beitrag von zanadu01 07.04.11 - 08:40 Uhr

Hallo, ich würde mich an die Lehrerin wenden, mit ihr meine Sorgen besprechen. Bei uns handeln die Lehrer in solchen Fällen sehr kompetent.
Mit den Eltern würde ich nicht reden.Das Problme ist ja geklärt. Ich nehme an die Lehrer reden auch mit den Eltern der Kinder.
Nebenbei gibt es an unserer Schule Regeln an die sich die Kinder halten müssen.
Diese regeln werden lange eingeübt und mit sozialen Training unterstützt.

Beitrag von meringue 07.04.11 - 08:52 Uhr

Hallo,

also deinen Kompass kann ich dir auch nicht zurück geben, fürchte ich.
Ob du dich nun einmischst oder nicht -

Unser Sohn hat oft Ärger mit einem Mitschüler, der seinen Jähzorn nicht unter Kontrolle hat.

Ich habe die Lehrerin kontaktiert. Viel Gerede, viel Verständnis, am Ende mit dem Fazit, dass,naja, mein Sohn irgendwie mit Schuld sei mit seiner Besserwisserart, die seine Mitschüler auf die Palme bringt. Natürlich darf keiner Gewalt ausüben, aber, naja, vllt irgendwie verständlich.

Dieser Junge wurde vorrübergehend zur Räson gebracht durch irgendwelche Sanktionen und hat Meinen in den letzten Wochen in Ruhe gelassen.

Nun geht es wieder los mit Pöbeleien, Boxen, Treten und mein Mann will jetzt auf "männliche" Art und Weise an das Problem heran#schock

Natürlich graut´s mir vor unkontrollierten Prügeleien oder Zank zwischen 2 Vätern, aber ich kann auch nicht sagen, dass die Schule das Problem gelöst hat.

Generell scheint etwas falsch zu laufen hier, wenn auch behütete Kinder aus "guten" Elternhäusern Angst und Schrecken verbreiten dürfen und keine ernsthaften Konsequenzen erwarten müssen.
Und glaube ja nicht, dass das Problem kleiner wird mit den Jahren. Aus genau diesen Fußballprüglern werden die kleinen Vorortterroristen mit Drohgebärden und Cybermobbingattidüden. Ich jedenfalls habe hier noch keinen von diesen kleinen süßen (ach, ein bisschen wilden) Rackern groß werden sehen, der später NICHT unter den liebenden Augen seiner Eltern von einem Problemn ins andere gestolpert wäre.
Und keiner tut was!

Oweia, was habe ich da alles geschrieben....schnell abschicken.

Ohne Hoffnung auf Besserung grüßt M


Beitrag von njeri 07.04.11 - 08:55 Uhr

Ich mach das sehr vom einzelnen Fall abhängig.

Wenn mein Sohn ernsthaft verletzt wird, wirklich Angst hat oder absichtlich Dinge beschädigt werden, mische ich mich ein, dh ich kontakte als erstes die Lehrerin. Die soll dann entscheiden, wie weiter vorgegangen wird.

Die Mutter des "Täters" bzw das Kind selbst würde ich nicht extra ansprechen, das ist mMn Aufgabe der Schule. Etwas anderes wäre es natürlich, wenn ich die Mutter besser kennen würde, oder wenn die Schule selbst bei wiederholten Vorfällen nicht reagiert (vorher nachfragen, Elterngespräche und andere Maßnahmen bekommt man uU nicht mit).

Generell versuche ich mich so wenig wie möglich einzumischen. Selbst wenn es zu der einen oder anderen leichten Ungerechtigkeit kommen würde (von Seiten der Lehrerin), müsste mein Sohn damit leben.

Beitrag von matw 07.04.11 - 09:35 Uhr

Hallo!

Ich habe mich nach langem Überlegen bisher 1x eingemischt. Da ist meine Tochter von einer Mitschülerin derart gebissen worden, dass ich wegen Verdacht auf eine Embolie (war im Bereich der Pulsadern) mit ihr in die Notaufnahme mußte. Muss dazu sagen, dass sie einen Herzfehler hat und wir deshalb sicher auch besonders vorsichtig sein müssen. Sie bekam Blutverdünner und auch ein Antibiotikum, weil Bisswunden immer infektiös sind.
Das war für mich dann echt zu viel, die Kinder sind 10, da sollte man doch Konflikte anders lösen können!
Mein Anliegen war dabei weniger eine Strafe für die "Bissige", die war dann eh bestraft genug, weil die anderen Kinder sich extrem von ihr distanziert haben. Mir ging es drum, im Ethikunterricht solch ein Thema mal unter aktuellem Blickpunkt mit aufzunehmen. Da wurde gerade über Normen und Werte gesprochen. Aber offenbar war es ja mit der "praktischen Umsetzung" doch etwas im Argen? Dachte ich mir zumindest so. Ich bot auch an, selber eine entsprechende Stunde zu moderieren!
Die Lehrerin meinte so, dass das Mädchen eh etwas schwierig sei und "die häuslichen Verhältnisse" halt ihren Beitrag dazu leisten würden, dass man da schlechte Karten hätte, was zu unternehmen (Keine Assis! Vater hochdotierter Anwalt!) Aber ums "was unternehmen" ging es mir ja nicht. És wurde dann beim Thema Freundschaften noch mal aufgegriffen.
Gruß Silly

Beitrag von brotli 07.04.11 - 11:05 Uhr

hallo

man darf sich doch relativ schnell einmischen finde ich. da oft die opfer einfach die kleineren hilfloseren sind und ehrlich gesagt nicht einen tag länger unter idioten leiden sollten.
normale streiteren kann man sie alleine regeln lassen , aber ich denke das macht man auch.
meine erfahrung ist, wenn man zu spät eingreift, wurde aus einmal opfer sein, ein zweites, drittes, mal irgendwann.

die lehrer sollten versuchen vieles zu klären, aber als mutter schnapp ich mir auch die "täter" und bin dann auch nicht grade freundlich. die lehrer sprech ich meißt ganz kurz darauf an, das ich dem kind das auch noch deutlich sage, die eltern sprech ich selten an, da es leider oft so gewesen ist, das es die nicht interessierte.

manchmal brauchen kinder rückendeckung, ich finde das dann auch wichtig dazusein, aber wie du schon sagst. man muss ein gefühl dafür haben, wann es wichtig ist, wann das eigene kind überfordert ist oder durch nichthandeln nochmal opfer wird vielleicht.
und ich gebe zu, auch bei mir setzt die funktion manchmal aus in der ich erkenne, das ich hätte handeln sollen, das sagt mir dann später oftmals eine andere mutter, das ich viel zu lange nicht gehandelt habe.
seitdem nehm ich mir vor, einfach eher mal was zu sagen und zu stoppen.
l.g..


Beitrag von trullala2011 07.04.11 - 11:09 Uhr

Hallo,
bisher habe ich mich drei Mal eingemischt - und zwar mit den Eltern, die ich persönlich kenne, gesprochen, bei Nicht-Besserung wäre ich allerdings an die Lehrkraft herangetreten! Hoffe, das war's, denn Spaß macht mir das nicht!

Zwei mal ging es um gemeine, verletzende verbale Anfeindungen sowie Anspucken in der Sportumkleide, die bei einem Erstklässler zu Sportunlust führen könnten.

Ein anderes Mal wurde unser Kind so geschubst, dass es eine Prellung hatte, zum Arzt musste und einen Tag gefehlt hat. Vorher ist es schon öfter grundlos auf den Boden gerissen worden, aber ohne schmerzhafte Folgen.

Alles wurde von den "Täter"- Kids abgestellt, weil die Eltern halt großen Einfluss auf sie haben, das wusste ich zum Glück vorher.

Gruß
Tri Tra Trullala

Beitrag von lilliana03 07.04.11 - 16:16 Uhr

Also ich mache das auch von fall zu fall abhängig, aber bei treten in den bauch, wäre mir ganz ganz übel der kragen geplatzt, der treter hätte mal richtig was zu hören bekommen, ich hätte die mutter in der schule antanzen lassen, ansonsten an der schule abgefangen um mit ihr zu reden...
Ganz ehrlich, wenn mein kind jemand anders in den bauch tritt, möchte ich darüber gerne informiert werden, denn sowas geht gar nicht!
Meiner tochter haben sie die mütze weggenomen und immer hin und her geschmissen, ich habe es mir 5 minuten angesehen und dann haben die mützen werfer was zu hören bekommen, ich hab denen gesagt das nu schluss ist, ich ansonsten die mamas informiere...
Am nachmittag fragte ich meine tochter, ob es nochmal vorkam und sie sagte nein ich durfte sogar mit den jungs fussball spielen und seitdem kam nichts mehr vor...
lg marina