Der Schmerz ist unerträglich

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von malou81 07.04.11 - 10:29 Uhr

Hallo ihr lieben Sternenmamis,

habe seit Montag hier mitgelesen, aber jetzt will ich mich auch zu Wort melden, in der Hoffnung, dass der Schmerz dann weniger weh tut.

Am Montag ging ich mit meinem Mann glücklich zur Vorsorgeuntersuchung (11.SSW). Nachdem wir vier Wochen Abstand zwischen den beiden Terminen gut hinter uns gebracht hatten und ich der 12. Woche so entgegenfieberte, weil dann ja "sicher alles gut sein wird", erhielt ich von meinem Gyn. die Schocknachricht:

Missed Abort #heul #heul#heul#heul#heul#heul#heul#heul#heul

Danach lief alles ab wie im Film. Mein Arzt sagte mir, dass er möglichst schnell eine Ausschabung vornehmen müsse, damit ich keine gesundheitlichen Folge davon trage, da er davon ausgeht, aufgrund der Größe, dass es schon eine Zeitlang nicht mehr lebt. Er war sehr einfühlsam und hatte selbst Wasser in den Augen stehen.
Am Dienstagmorgen wurde ich auch direkt von ihm persönlich operiert. Und seitdem ich aus dem OP geschoben wurde mit dem Wissen, das Baby ist nun fort und in meinem Bauch kein kleines Leben mehr, fühle ich mich leer und ein gebrochenes Herz.

Ich weiß nicht, wie diese Wunde jemals heilen soll???? Es tut so sehr weh. Alle Träume und Hoffnung sind am Montag zerstört worden. Im wahrsten Sinne des Wortes ist ein Teil in mir gestorben und mit ausgeschabt worden.

Ich weiß nicht mehr weiter.

Malou

Beitrag von 03122001 07.04.11 - 10:36 Uhr


Zuerst einmal tut es mir sehr leid, was ihr durchmachen müsst.

Deine Geschichte hört sich an wie meine.

Ich ging am 15.03.11 in der 23.SSW auch nach 4 wöchiger Pause zur Vorsorge. abe dem Termin schon sehr entgegen gefiebert.

Beim Ultraschall stellte meine Ärtzin fest das etwas nichts stimmte. Sie rief den anderen Arzt.
Was er dann schließlich feststellte, brach mir das Herz. Keine Herzaktivitäten mehr zu sehen, und das schlimmste ist, mein kleiner musste schon mind. 3 Wochen tot gewesen sein.

Man eröffnete mir, das ich den kleinen normal entbinden müsste. Wie in Trance fuhr ich nach Hause, brachte meine Kinder bei meinen Eltern unter.
Da fingen dann auch schon die Wehen an. Ich ging sofort ins KK wo ich dann schließlich am 16.03.11 gegen mittag meinen kleinen nach über 14 Stunden Wehen geboren hatte.

Ich fühle mich immer noch wie in einem sehr schlechten Traum, aus dem ich einfach nicht wach werden will.


Ich wünsche Dir und Deiner Familie sehr viel Kraft in der nächsten Zeit.


Sei #liebdrueck .

LG Sara

Beitrag von dydnam 07.04.11 - 10:42 Uhr

Hallo Malou,

ein wunderschöner Name. Wenn ich jemals das Glück haben sollte, eine Tochter zu bekommen, würde ich sie definitiv so nennen wollen. #verliebt

Aber nun zu dir:

Ich verstehe deine Trauer sehr gut. Mein erste Schwangerschaft endete genauso. Ich persönlich habe eine Fehlgeburt von Anfang an nie auf der Rechnung gehabt, das Thema existierte für mich bis dahin nicht. So naiv war ich damals noch.

Auch mich hat es damals schier zerrissen. Als wenn einen Tausend Messer ins Herz stechen. Es reißt einem einfach den Boden unter den Füßen weg. Man möchte schreien und weinen, die Welt zusammenschlagen (ja, danach war mir teilweise wirklich), und doch... es würde nichts ändern. Mein Baby würde nicht zurückkommen.

Die Zeit nach der AS war schwer, ich kam sehr lange nicht damit zurecht. Auch unsere Beziehung wurde durch meine lange Trauer (und auf der anderen Seite durch die sehr gelassene Art meines Mannes, mit der ich nicht klar kam) arg strapaziert. Erst als ich ein halbes Jahr später wieder ss war, ging es wieder. Mittlerweile habe ich das ganze insgesamt schon 3x durch, und es fühlte sich jedesmal genauso schlimm an. Gott sei Dank habe ich aber auch 2 Söhne austragen dürfen.

Die Trauer kann man leider nicht abschütteln. Man muss sich ihr stellen. Weine so viel du willst, wenn du das Gefühl hast zu schreien, da tu es. Nur vergrab dich nicht. Es wird mit der Zeit etwas leichter zu ertragen sein, nur vergessen wird man es leider nie können. So eine FG prägt fürs Leben. #heul


Liebe Grüße

Mandy mit
Silas (*06.12.08) und Tamino (*12.06.10) an der Hand und 3 #stern (Okt. 2007, April 2009, Februar 2011) im Herzen

Beitrag von karotta78 08.04.11 - 09:58 Uhr

Hallo Malou,
auch meine Geschichte ist wie deine. Mir ist es im Januar in der 10. Woche passiert. Auch mein Baby war da schon seit zwei Wochen nicht mehr gewachsen und hatte keine Herzaktivität. Allerdings musste ich noch 5 Tage bis zur Ausschabung warten (meine Ärztin hatte anscheinend keine Bedenken, dass das nicht gut sein könnte?!). Für mich waren diese 5 Tage die Hölle. Inzwischen geht der Alltag wieder ganz gut und die meiste Zeit ist es erträglich, aber Phasen der Trauer kommen immer wieder...
Gestern bekamm ich Post von Pampers: Herzlichen Glückwunsch, Sie sind jetzt schon im 6. Monat und Ihr Baby wächst und gedeiht... Na, da war der Tag mal wieder gelaufen.
Ich wünsche dir alles Gute und drücj dich ganz fest #liebdrueck