Geburt unsres langersehnten Schatzes Pia *11.02.2011 – ACHTUNG lang

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Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von summi86 07.04.11 - 11:48 Uhr



So jetzt komm ich auch endlich mal dazu meinen Geburtsbericht hier reinzustellen.

Der eigentliche Geburtstermin war der 16.02.. Am Freitag, 04.02., hatte ich wieder mal meinen wöchentlichen Kontrolltermin bei meinem FA. Der Befund war sowas von deprimierend. Die Maus ist sogar wieder aus’m Becken raus (ne Woche davor war sie schon im Becken) und Muttermund auch nur weich. Der letzte Satz meines FA als ich zur Tür raus bin: „Frau D. wir sehen uns zu 95 % nächste Woche wieder“. War echt schon fix und fertig da ich langsam nicht mehr konnte (Ischiasbeschwerden, generell komplizierte Schwangerschaft und natürlich auch die Ungeduld).
Habe mir dann die Woche bis hin zum nächsten Termin festgenommen, viel Treppensteigen, Badewanne etc so ziemlich alles was man so macht, um Wehen in Gang zu kriegen und auch dass die Kleine ins Becken rutscht.
Am Abend vom 10.02. hab ich mich noch in die Badewanne zur Entspannung gelegt und bin dann um 23:30 Uhr ins Bett. Genau dann hat unsre Kleine einen Schluckauf bekommen. Hab noch zu meinem Mann gesagt: „Ganz deine Tochter, sich den ganzen Tag gar nicht melden und dann wenn ich endlich ins Bett will, kriegt sie Schluckauf“.

Um 01:30 Uhr am 11.02. bin ich wachgeworden mit Unterbauchschmerzen (klassisches Mensziehen). Hab mir nichts dabei gedacht, da ich das die letzten Nächte auch immer wieder mal hatte und dadurch wach geworden bin. Hab mich wieder versucht hinzulegen und weiterzuschlafen (so gegen 02:00 Uhr), aber das war nicht möglich. Also wieder raus aus’m Bett (wollt ja meinen Mann nicht nerven) und ab ins Wohnzimmer. Um 03:00 Uhr ist mir dann aufgefallen, dass dieses Mensziehen alle 10 Minuten kommt, also bin ich mal auf die Idee gekommen gezielt auf die Uhr zu schaun und auch die Abstände aufzuschreiben. Habe auch zuerst an einen Blasensprung gedacht, da ich alle paar Minuten auf die Toilette musste. Hab aber dann den Blasensprunggedanken schnell wieder zur Seite geschaut, da ich meine Blase noch mehr oder minder unter Kontrolle hatte. Habe aber dennoch einen Teststreifen gemacht, und dieser war negativ. Also war ein Blasensprung immerhin ausgeschlossen.

Ich konnt gar nicht so schnell schauen, schon waren die Abstände nur noch bei 3 bis 4 Minuten angekommen. Um 04:30 Uhr bin ich dann mal ins Schlafzimmer und habe meinen Mann aufgeweckt mit dem Kommentar: „Du, Schatzi, ich glaub wir rufen jetzt mal langsam den Pitti an (Spitzname eines guten Freundes und auch treuer Fahrdienst während der Schwangerschaft) und machen uns auf’n Weg ins Krankenhaus, denn ich glaube dass ich Wehen habe“. So schnell hab ich meinen Mann noch nie aus’m Bett raushüpfen und ans Telefon laufen gesehen.

Habe dann noch unsre restlichen Sachen in die Kliniktasche eingepackt (Duschzeugs, Zahnbürste etc.), denn wir wollten ja eigentlich ambulant entbinden.
Pitti kam dann auch prompt 15 Minuten später bei uns an und wir haben erst noch nen Kaffee zu Hause getrunken. Die Wehen kamen weiterhin in 3 – 4 Minuten Abständen und ich konnte schon gar nicht mehr lang sitzen und musste diese auch schon schön veratmen. Aufgrund meines kleines Blasenproblems habe ich mir vorsichtshalber ein Geschirrtuch zwischen die Beine geklemmt, denn schließlich stand eine Autofahrt von 30 Minuten vor uns.

Um 05:15 saßen wir dann endlich im Auto. Der Weg dahin war schon ne kleine Meisterleistung, alle paar Minuten musste ich stehenbleiben und die Wehen veratmen. Hatte ja schon Angst, dass die Wehen während der Fahrt ins Krankenhaus aufhören und alles wieder normal ist. Dies war aber „zum Glück“ nicht so.

Um 05:45 Uhr sind wir dann endlich auf dem Parkplatz des Krankenhauses angekommen. Bin ausgestiegen und in dem Augenblick habe ich gemerkt, wie es unten nur noch so rauslief und ich konnte es nicht mehr kontrollieren. Also doch Blasensprung.

Im Kreissaal hieß es erst mal CTG und liegen, liegen, veratmen, veratmen, veratmen. Um 08:00 Uhr hat dann eine Ärztin mal einen Ultraschall gemacht um zu schauen, was sich da unten so tut. Und siehe da, ich hatte definitiv den Blasensprung, es war kaum noch Fruchtwasser da und der Muttermund war schon mit 4 cm offen. Ärztin: „Sie kriegen heute noch Ihr Kind. Da haben wir ja ein schönes Datum erwischt“.

Dann durften wir erst mal Frühstücken gehen. Hatte zwar nicht wirklich Hunger, aber habe dennoch was gegessen, denn irgendwo muss man sich ja die Kraft holen, die man später braucht. Habe dann noch bei meinem FA angerufen um den Termin, der eigentlich für den Tag anstand, abgesagt, weil die Kleine sich eben auf den Weg macht. Mein FA hat erst mal gemeint, dass ich einleiten lasse, war aber dann total baff als ich gesagt habe, dass sie sich von sich aus auf den Weg macht.

Um 09:00 Uhr habe ich dann erstmal Antibiotika bekommen wegen dem Blasensprung.
Gegen 10:00 Uhr durfte ich dann mal zur Entspannung in die Geburtswanne. War das angenehm!! Aber auch leicht enttäuschend, da die Wehen wieder weniger wurden.
Um 13:00 Uhr die nächste Kontrolle: Muttermund bei 7 cm.
Also wieder im Kreissaal liegen und die Wehen veratmen, die immer stärker wurden.

Leider wird es jetzt mit den Zeitangaben etwas schwierig, da ich keine Uhr im Blick hatte und mein Mann auch nicht dauernd auf die Uhr geschaut hat.

Die Wehen wurden immer mehr und kamen auch in immer kürzeren Abständen. Aber dank einer super Hebamme und meines Mann haben wir das ganz gut hinbekommen. Zwischen den Wehenpausen haben mein Mann und ich es auch noch geschafft, irgendwelche Lieder zu summen, so zwecks der Ablenkung #klatsch.

Gegen 17:00 Uhr kam dann auf einmal die erste Presswehe. Und unsre Hebamme war genau dann nicht da. Mensch haben wir Panik gehabt!! Aber die haben wir dann gut hinbekommen.
Anschließend wurde nochmal nach dem Muttermund geschaut: Komplett offen!!! Nur unsre Maus ist nach wie vor nicht ins Becken gerutscht.
Da die Wehen immer schlimmer wurden hat mich die Hebamme gefragt, wie ich zur PDA stehe (bis dahin kein einziges Schmerzmittel intus gehabt). Hab mir ach und krach zwischen den Wehen ein „her damit“ rausbekommen. Während diese vorbereitet wurde, musste mein Mann erstmal dieses blöde Formular ausfüllen für die PDA. Er hat sich doch ernsthaft bei mir entschuldigt, dass er mir in dieser Situation diese blöden Fragen stellen muss.

Um 18:00 Uhr lag sie dann, die PDA. Ein Traum!!! Keine Schmerzen mehr! Mein Mann ist wieder in den Kreissaal reingekommen und hat gefragt, ob man mich unter Drogen gesetzt hat, da ich auf einmal so entspannt war.
Da nichts weiter vorwärts ging, kam dann mal eine Ärztin und nahm vom Köpfchen unsrer Kleinen Blut ab (keine Ahnung mehr was für nen Wert die haben wollten). Da haben wir dann auch gleich erfahren, dass sie viele dunkle Haare hat. Der Wert war sehr grenzwertig, sodass dann die Oberärztin gerufen worden ist mit der Frage nach dem weiteren Vorgehen.
Die Herztätigkeit unsrer Maus ist dann auch bei jeder Wehe immer schlechter geworden, seitdem die PDA gelegen ist.

Daher kam die Entscheidung der Oberärztin auch ohne Muh und Mäh: Wir machen einen KAISERSCHNITT.
Denn man konnte nicht sagen, wie lang unsre Kleine das noch mitmacht, denn ins Becken ist sie immer noch nicht gerutscht.

Herje, ist mir in dem Augenblick anders geworden.
Also gings los. Mein Mann wurde zum Umziehen geschickt und ich für den Kaiserschnitt vorbereitet. Katheter wurde gelegt und ich dann in den OP geschoben. Mir wurde nebenbei alles erklärt, wie das jetzt abläuft und das ganze drumherum. Hat mich aber ehrlich gesagt nicht wirklich interessiert, da ich einfach nur wollte, dass unsre Maus so schnell wie möglich und vor allem GESUND auf die Welt kommt.
Dann kam auch schon mein Mann, ganz in grün und richtig „gut“ aussehend in den OP neben mir an.
Wir haben uns über Gott und die Welt unterhalten während die Ärzte da an mir rumgeschnipselt haben. Irgendwann hab ich dann so ein extremes Ruckeln gemerkt (mehr als das, welches man eh schon die ganze Zeit spürt während des Kaiserschnitts) und keine Minute später war der Schrei unsrer Tochter da (18:48 Uhr).

Meinem Mann und mir sind dann erst mal nur noch die Tränen runtergelaufen. Diese Erleichterung und das Gefühl dass sie endlich da ist – UNBESCHREIBLICH!!!
Sie wurde dann sauber gemacht und mir auf die Brust gelegt. Einfach unglaublich! Mir sind weiter die Tränen gelaufen, während sie da so auf meiner Brust lag und uns mit ihren großen Glubschäuglein begutachtet hat.
Irgendwann ist sie dann mit ihrem Papa in den Kreissaal zurück und ich wurde zugemacht. Konnte es kaum erwarten, endlich bei ihr zu sein. Musste zum Glück auch nicht mehr in den Aufwachraum, da dort keiner mehr da war, und somit konnte ich 20 Minuten später schon zu meinen zwei Lieben.

Wir waren alle 3 so hinüber, aber dennoch auch so glücklich, dass alles noch sooooo gut gelaufen ist.

Die Maße unsrer Maus: 2550 g, 46 cm, 32 cm Kopfumfang und diese zierlichen Maße obwohl sie nur 5 Tage vor Termin gekommen ist. Aber sie war topfit, hat super Werte gehabt und alles in bester Ordnung!

Kurzum die Daten zusammengefasst: Pia Christin, geboren am 11.02.2011 um 18:48 Uhr, mit 2550g, 46 cm und 32 cm Kopfumfang.

Und mein kleines Fazit über die Geburt an sich:
Also die Wehen waren nicht ohne, und ich hätte doch evtl. früher die PDA „bestellen“ sollen, aber wir haben es gut hinbekommen.
Und auch die PDA war absolut nicht so schlimm. Denn diese Horrorgeschichten die man ja immer hört wegen der Nadel etc. Ich sag’s euch, in dem Augenblick hab ich gar nicht mehr dran gedacht und war gottfroh, dass sie endlich da war.
Aber immerhin konnten wir trotz des zum Ende hin schnellen Verlaufs mit Kaiserschnitt sagen, dass unsre Maus sich von sich aus entschieden hat auf die Welt zu kommen und ich auch sagen kann, ich weiß, wie sich Wehen und vor allem auch diese Presswehen anfühlen.
Alles in allem waren die ganzen Strapazen währen der kompletten Schwangerschaft und dann auch die schweren Stunden zum Ende hin wirklich vergessen, als wir unsre Süße endlich sahen!

An dieser Stelle muss ich auch noch mal ein dickes Lob an das Team des Krankenhauses Landshut-Archdorf aussprechen, die super nett waren und auch schnell entschieden haben. Auch an die tolle Hebamme Barbara, die bis auf die eine Presswehe, dauernd bei uns war. Und natürlich auch ein dickes, dickes, diiiiiiiiiiiiickes Dankeschön an meinen Mann, der keine Minute (außer während der PDA-Legung und der OP-Vorbereitung) von meiner Seite gewichen ist und mir immer gut zugeredet hat!!!

So, und jetzt, fast 8 Wochen später, liegt meine Maus grad leicht vor sich hinprabbelnd neben mir und wir erfreuen uns jeden Tag auf’s Neue an ihr. Denn sie ist so eine super süße Maus, sowas von brav und nach wie vor das allerbeste was uns hätte passieren können.

Bianca & Andy mit Pia im Arm (fast 8 Wochen alt)

Beitrag von derhimmelmusswarten 07.04.11 - 19:32 Uhr

Herzlichen Glückwunsch. Schön, dass du die Geburt so positiv siehst. Aber ist das normal, dass man bei komplett geöffnetem Muttermund noch eine PDA bekommt? Ich dachte, am Ende einer Geburt ist das zwecklos und gar nicht förderlich.

Beitrag von summi86 08.04.11 - 09:49 Uhr

Ja, das habe ich mich auch gefragt. Habe mich ja schon bei den 7 cm nicht mehr getraut zu fragen.
Aber hab die PDA bekommen, da unsre Maus auf Teufel komm raus eben nicht ins Becken gerutscht ist und die Ärzte und auch Hebamme nicht absehen konnten, wie lang das noch dauert. Zitat: "Das kann jetzt zwischen 10 Minuten und noch 3 Stunden dauern, daher jetzt auch die PDA".

Beitrag von marewb 09.04.11 - 16:59 Uhr

Das freut mich für euch, dass alles so gut gelaufen ist.


Ich lag damals im Achdorfer KKH wegen Blinddarm und hatte auch super liebe Krankenschwestern.

Beitrag von timpi80 13.04.11 - 20:39 Uhr

Erstmal Herzlichen Glückwunsch. Ich habe damals auch in Archdorf entbunden und muss dir Recht geben, dort sind wirklich alle ganz ganz toll.

Zwei Fragen hätte ich aber, und zwar wie kann das denn sein, dass du Presswehen hattest, ohne dass die Maus im Becken war? Elias kam leider auch nach langen Wehen per Kaiserschnitt weil er nicht ins Becken rutschen wollte aber von Presswehen war da keine Super #kratz

Und dann dass mit der PDA wundert mich schon irgendwie weil ich hab keine bekommen. Da hieß es bei 5 cm Muttermund das sei schon zu spät. Und als es zum Kaiserschnitt kam wurde es eine Vollnarkose #schmoll

LG
Christina mit #herzlich Elias #herzlich und #stern #stern ganz fest im Herzen