Wöchentliches Treffen mit "Frühfördertante"

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von -marina- 07.04.11 - 12:55 Uhr

Hallo zusammen #blume

Im Februar haben wir unsere FF genehmigt bekommen, insgesamt 82 BE (62 BE für heilpädagogischer Bereich, Logopädie, Ergotherapie und 20 BE für Physio). Etienne hat eine globale Entwicklungsverzögerung von ca 7 Monaten.

Seitdem kommt die Frühfördertante 1xwöchentlich für 1Std zu uns. Bis jetzt hat sie aber noch irgendwie gar nichts mit Etienne gemacht oder irgendwelche Dinge zur Motorik-Förderung mitgebracht.
Klar, die ersten 1-2 Termine hat sie erst mal Kontakt zu Etienne aufgebaut. Mein Sohn ist ein sehr offener Mensch und von daher gab es in der Hinsicht keinerlei Probleme.
Die Treffen laufen eigentlich immer gleich ab:
Sie kommt, begrüßt Etienne und setzt sich zu ihm auf den Boden. Er krabbelt dann umher und bringt ihr vielleicht mal ein Spielzeug oder so. Sie spricht dann mit ihm, aber sie packt es nicht, seine Aufmerksamkeit für sich zu gewinnen. Nach ein paar Minuten dreht Etienne ihr den Rücken zu und lässt sie links liegen. Tja, und so geht dann eine Stunde vorbei und sie hat im Endeffekt jedes mal mehr mit mir geredet als mit Etienne "gearbeitet".

Nun habe ich sie auch gebeten, für einige Termine bei Etienne in die Krippe zu kommen, da ich auch nicht jede Woche frei bekomme. Mit der Krippe ist schon alles abgeklärt. Sie möchte aber lieber, das die Treffen weiter bei uns zu Hause stattfinden.

Für Ergo und Logo sei es noch zu früh, meint sie.

Hab ich einfach falsche Vorstellungen, wie solche Treffen ablaufen? Erwarte ich zu viel? Dachte halt, sie würde mit Etienne Motorik-Übungen o.ä. machen...

LG
Marina & Etienne (17Mon & 3Tage) #herzlich

Beitrag von elofant 07.04.11 - 14:56 Uhr

Zu dem Thema kann ich nichst beitragen.

Allerdings ist mir das Wort "Frühförder-Tante" aufgefallen. Das klingt total abwertend. Das muss nicht sein, oder?







Unsere Therapeuten kamen auch erst ein paar Mal um unser Kind kennen zulernen. Warte noch eine Stunde ab und dann sprich sie drauf an. Wo ist das Problem?

Beitrag von msfilan78 07.04.11 - 15:27 Uhr

Hallo


Also ich sage auch meistens Frühfördertante oder Frau ;)

Zum eigentlichen. Meine Tochter bekommt seit Apr.10 FF und die 1 die wir hatten, war unmöglich, so das von unserer Seite kaum zusammenarbeit herrschte, da sie so unsymphatisch war. Haben dann gewechselt nachdem die Frau meinte uns als Asoziale an den Kindern Dessintressierte Eltern dastellte.
Wir haben seit Juli eine neue und mit der klappt es super. Es wurde von anfang an gespielt, gesungen , gemalen, Sport gemacht.
Sie kommt immer zu uns nach Hause. Steht aber auch so im Bescheid vom Sozialamt, das die wöchentliche Therapie zu Hause statt zufinden hat.
Man kann natürlich im wechsel Zu Hause/Kita machen.
Aber versuche erstmal mit der Frau zureden, wegen Nachmittagstermine.
Und wegen dem nix tun, ich denke auch da hilft nur reden. Ich sage immer, was in meinen augen noch gefördert werden muß und sie macht das auch ganz gut.

Meine Tochter ist ca 9 Monate verzögert.

Beitrag von miss-kalle 07.04.11 - 17:07 Uhr

hallo!
das es eine gewisse kennlernzeit gibt ist klar!sie sollte aber 2-3 besuche nicht überschreiten, außer es ist ungewöhnlich schwer einen kontakt zum kind aufzubauen. dann sollte schon mit der eigentlichen förderung begonnen werden. normalerweise sprechen die therapeuten auch mit den eltern wie sie vorgehen um diese miteinzubeziehen und ihre therapie transparent zumachen. ich bin selbst ergotherapeutin und betreue kinder ab 3-4 monaten. ich kann dir aber leider nicht sagen wieso es bei deinem kind für ergo noch zu früh sei. eventuell hat sie da einen therapieplan und kann dir erklären was sie wann vorgesehen hat. hoffe das es bald besser bei euch klappt und du ein besseres gefühl von ihrer arbeit hat!

lg miss-kalle

Beitrag von hannah696 07.04.11 - 19:58 Uhr

Ich finde es unglaublich abwertend, wie du von der Heilpädagogin, bzw. Frau von der Frühförderungsstelle redest. Ein bisschen mehr Wertschätzung wäre durchaus angebracht, oder?

Außerdem wird die Frau schon wissen, was sie macht und erstmal beobachten, wie dein Kind sich verhält und agiert. Und mit 17 Monaten ist es definitiv zu früh für Ergotherapie oder Logopädie.

Grüße

Beitrag von jindabyne 07.04.11 - 21:13 Uhr

In heilpädagogischer Förderung stecken viele Details, die einem als Laie nicht unbedingt auffallen - z.B. die Art zu reden, mit dem Kind umzugehen, usw. Auch das vermeintlich wenige, was die Frau macht, wird seinen Sinn und Zweck haben.

Wenn Dein Sohn aber dauernd wegkrabbelt und sie dann mit ihm nicht arbeiten kann, hat sie es vielleicht auch nicht wirklich leicht mit ihm. Zur Therapie zwingen kann man ihn nicht.

Frühförderung heißt übrigens auch, dass die Eltern geschult werden, wie sie "fördernd" mit ihrem Kind umgehen können. Ich rede auch immer viel mit der FF meiner Tochter. Die beste Förderung ist und bleibt die Förderung, die Kinder tagtäglich zu Hause erhalten, also ist es wichtig, dass man als Eltern mitmacht.

Lg Steffi

Beitrag von geli0178 07.04.11 - 21:55 Uhr

Hallo,

ich nenne unsere Frau von der Frühförderung auch liebevoll Frühfördertante - bei uns ist das aber eine nette Bezeichnung weil sie halt wie eine liebe Tante oder Oma ist.
Die Förderung findet bei uns im Frühförderzentrum statt und ich bin nicht dabei - bei keinem meiner Kinder. Zur Auswertung gehe ich die letzten zehn Minuten rein. Von der ersten Minute fand die Förderung statt - wobei ich in den letzten sechs Jahren gelernt habe das Förderung für uns Eltern nicht gleich Förderung der Frühförderstelle ist.
Wenn Du möchtest das die Förderung etwas bewirkt dann versuche den Ort der Förderung zu verändern. Unsere Fördertante kommt nur zu Kindern nach Hause, wo es den Eltern nicht möglich ist in die Frühförderstelle zu kommen bzw die Kinder so schwerst behindert sind das es ein extremer Aufwand ist sie in die Einrichtung zu bringen.

Viele Grüße

Geli

Beitrag von -marina- 08.04.11 - 20:10 Uhr

Hallo :-)

Von mir ist das Wort auf keinen Fall böse gemeint, schade, dass es wohl so rüberkam...

Werde das nächste mal die beiden alleine lassen und schauen, ob sich Etienne dann anders verhält. Ansonsten werde ich wohl auch mal vorschlagen, die Stunde in Räume der Lebenshilfe zu verlegen.

Danke und LG
Marina

Beitrag von geli0178 09.04.11 - 09:07 Uhr

Hallo Marina,

von uns als Eltern wird ab einem gewissen Alter des Kindes erwartet, das wir den Behandlungsraum verlassen. Mein großer Sohn bekommt seit kurz nach seiner Geburt die Frühförderung und ca. ab dem zweiten Lebensjahr gehe ich inder Zeit ein Käffchen trinken :-). Der kleine bekommt seit dem zweiten Geburtstag Frühförderung und auch dort bin ich nicht dabei. Ich habe mitbekommen, das sobald ich im Raum bin die Kinder sich nicht mehr konzentrieren. Bei meinem großen Sohn läuft in wenigen Wochen die Frühförderung aus weil er in die Schule kommt. Bei ihm bin ich dann ein paar Minuten eher im Raum um noch gemeinsam ein Spiel zu machen. Der kleine Bub ist bis zum Ende der Stunde alleine mit der Therapeutin und vollbringt dort kleine Wunder, die ich zu Hause nie für möglich gehalten hätte.

Viele Grüße

Geli

Beitrag von hilli2 07.04.11 - 22:44 Uhr

Hallo!

Ich arbeite selbst in der Frühförderung und möchte nicht so gerne "Frühförder-Tante" genannt werden ;-) aber das nur am Rande!!

Frühförderung findet häufig sinnvollerweise im Hause der Familie statt, da auch die Eltern angeleitet werden sollen, mit bestimmten Verzögerungen umgehen zu können und gezielt fördern können. Wenn dir die Uhrzeit / der Wochentag nicht passt, mach doch andere Termine! Irgendwie ist das immer möglich! Eine reine Einzelfördermaßnahme in der Krippe ist nicht sinnvoll! Sicherlich ist es möglich, hin und wieder auch dort Termine stattfinden zu lassen, damit auch die Erzieher Erläuterungen bekommen können.

So, nun mal Grundsätzliches zur Frühförderung:
Ich weiß ja nicht, was Eure Frühförderin ganz genau macht, aber in der Regel sieht das für Nicht-Fachleute häufig nur nach "einfach nur spielen" aus. Gerade am Anfang ist es für die Fachkraft aber auch wichtig herauszufinden, wofür sich ein Kind interessiert, wie es spielt, was es macht, wenn es nicht mehr aufmerksam für das angebotene Spiel ist usw. Dazu gehört am Anfang natürlich auch, dass sie herausfindet, was die Eltern über ihr Kind denken, über die Schwierigkeiten, welche Ängste bestehen usw.

Wenn Du unsicher bist, ob das Angebot für Dein Kind gut ist, spricht mit der Frühfördereinrichtung, ggf. passt es auch einfach nicht zwischen Euch,. Sowas ist nicht schlimm, kann passieren und ist nicht dramatisch!!! Vielleicht kann dann jemand anders aus der Einrichtung zu Euch kommen.

Es ist zudem nicht sinnvoll, für Kinder kontextunabhängig Motorik- / Bewegungsangebote zu machen. Die Frühförderin wird sicherlich einen Förderplan erstellt haben oder noch einen erstellen (dazu muss sie deinen Sohn ja erst einmal kennen lernen!). Darin stehen dann die nächsten Schritte, die für ihn sinnvoll sein können. Frag sie mal danach!

Wie viele Stunden kommt sie denn in der Woche?

Bis dann!#klee

Beitrag von -marina- 08.04.11 - 20:06 Uhr

Hallo :-)

Ich meine das mit dem Wort absolut nicht böse; hat sich halt einfach bei uns so eingebürgert ;-)

Die FF kommt 1x wöchentlich für 1 Std. Kann schon gut sein, dass ich das ganze als Laie einfach falsch sehe. so ansich verstehe ich mich gut mit ihr, aber habe halt manchmal das Gefühl, dass sie die Sache nicht so -naja, vielleicht blöd ausgedrückt- ernst sieht. Egal, was ich anspreche, ob das "Sich noch nicht Hochziehen" oder die "Silbenverdopplung" kommt meistens nur der Spruch: "es ist ja ein Junge und die können meistens alles erst später".

jetzt hat sie erst mal 2 Wochen Urlaub und dann werde ich einfach mal nach dem Förderplan fragen.

Danke und LG
Marina

Beitrag von kati543 08.04.11 - 11:27 Uhr

Hallo Marina,
das Problem bei dem Wort "Frühfördertante" ist, dass es schlicht und einfach kaum eine wirkliche Alternative gibt. Unsere "Frühfördertanten" nennen wir Birgit, Christa und Johanna aber im Forum wird damit ja wohl kaum jemand was damit anfangen können, oder? Meine Kinder lieben die Stunden bei ihnen heiß und innig. Also der Begriff "Frühfördertante" ist nicht abwertend, sondern liebevoll und in Ermangelung eines besseren Wortes gewählt.
Bei uns ist es nun so, dass meine Söhne viel besser auf die 3 reagieren und auf sie eingehen, wenn ich nicht mit dabei bin. Wenn ich dabei bin, lenke ich ab. Meine Söhne kommen dann natürlich nur zu mir. Die Frühförderung findet bei uns in der Frühförderstelle bzw. im Kindergarten statt. Zu Hause ist sie bei uns nie. Das ist wieder eine vertraute Umgebung für meine Kinder und sie sollen ja mit "Neuem" konfrontiert werden und das annehmen.
Ich würde sagen, setz dich einfach mal durch. Es ist deine Wohnung ;-).
Motorikübungen werden bei uns nicht direkt gemacht. Eigentlich könnte man am ehesten gezieltes Spielen dazu sagen.
Versuche doch mal die Frühförderin mit deinem Sohn allein machen zu lassen in einem neutralen Raum und Filme das Ganze (natürlich mit vorheriger Absprache). Dass du bessere Karten hast bei deinem Sohn, ist klar. Aber die Frühförderin hat das Wissen, deinen Sohn, möglichst schnell und effektiv seine Entwicklungsverzögerung aufholen oder nicht noch mehr vergrößern zu lassen. Du musst ihr schon etwas helfen. Es geht um deinen Sohn. Nur wenn ihr zusammen arbeitet, erreicht ihr ein Optimum.
Mit 17 Monaten mit Logo anzufangen ist etwas übertrieben - da hat sie auch Recht. Logo bräuchte dein Kind in dem Alter nur, wenn die Mundmotorik nicht stimmt und er z.B. Probleme bei der Nahrunsaufnahme hat und er erst einmal essen und trinken lernen muß.

Beitrag von -marina- 08.04.11 - 19:57 Uhr

Hallo :-)

Das Wort "Frühfördertante" hab ich auf keinen Fall böse gemeint, aber leider scheinen es einige hier so aufzufassen.

Werde deinen Tipp mal befolgen und die beiden alleine lassen.
Ich habe zu dem den Vergleich mit unserem Physiotherapeuten: Wir sind dort 1x wöchentlich in der Praxis und da läuft es ganz anders ab. Etienne widmet seine Aufmerksamkeit komplett dem Therapeuten und ist sehr interessiert an den Übungen. Viellecht liegt es wirklich daran, dass die FF bei uns zu Hause stattfindet.

Danke und Lg