Wie verkraften eure Kinder die Trennung

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von meineMädels 07.04.11 - 12:55 Uhr

Hallo Zusammen, ich befasse mich gerade ernsthaft mit dem Gedanken meinen Mann zu verlassen.
Wir haben ein Haus (er würde bleiben, wir gehen)2 Töchter (15 und 6).
Der einzige Grund warum ich noch bleibe sind die Kinder.
Ich habe Angst davor (große Angst)dass die Beiden die Trennung nicht verkraften. Vor allem die Kleine wird sehr leiden.
Ihr Papa ist ein guter Papa, slie lieben ihn.
Ich leider nicht mehr und ich möchte so nicht weiterleben, er auch nicht.
Er möchte einen Neuanfang, ich kanns nicht. Wenn ich daran denke ihn zu küssen oder mit ihm sex zu haben, geht garnicht......
Ich wünschte es wäre alles in Ordnung und heile Welt, ist es aber nicht.

Wie ist es bei euch gewesen? Wirklich so schlimm wie ichs mir ausmale oder nicht?

Danke für Eure Antworten.

LG S

Beitrag von redrose123 07.04.11 - 13:01 Uhr

Wie es ist und wird kann ich dir leider nicht sagen, die Mädels meines Mannes waren sehr klein bei der Trennung, und sind mit der Trennung eigentlich gut Umgegangen.

Aber ich denke deine Kinder merken das bei euch nicht alles stimmt, das Ihr nicht glücklich seid und ich denke Ihr solltet in Ruhe mit der Grossen zumindest reden falls es zur Trennung kommt.

Beitrag von lenamichelle 07.04.11 - 13:09 Uhr

Meine Tochter (7) hat es sehr gut verpackt.
Sie ist froh nun endlich mit mir alleine zu sein.
In der Schule ging es bergauf und auch so ist sie viel ruhiger geworden.

Beitrag von venetian 07.04.11 - 13:26 Uhr

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen, vielleicht gibt Dir das ja einen Denkanstoß.

Ich bin selbst Scheidungskind, ich war 5, mein Bruder 10, als unsere Eltern sich getrennt haben.

Ich hab es gut weggesteckt (denke ich?!), da ich kleiner war und an vieles keine Erinnerung mehr habe, bzw. die Affären meines Vaters und die Streitereien nicht mitgekriegt hab.

Für meinen Bruder war es sehr schlimm, nicht zuletzt, weil er mehr am Vater hing und wir 400 km weit weg vom Elternhaus mit unserer Mutter zogen.

Bislang dachte ich, das jüngere Kind steckt es besser weg.

In der weiteren Zukunft ist es so gelaufen, dass mein Bruder eine Familie gegründet hat und seit Jahren sehr glücklich ist.
Ich wiederum habe meine erste Ehe in den Sand gesetzt. Bin nun zum 2. Mal verheiratet, habe ein Kind und tu mich oft schwer, eine gute Ehefrau und Mutter zu sein, so wie ich es gerne hätte.

Was ich damit sagen will, Wunden bleiben immer, und die meisten wohl im Unterbewusstsein.

Was mir allerdings sehr bewusst war, war dass meine alleinerziehende Mutter ständig herumtelefoniert hat und jemanden gesucht hat, der auf uns Kinder aufpasst... dass sie nie Zeit hatte für Theateraufführungen oder Hockeyspiele am Wochenende. Wir waren immer überall ohne Eltern. Ich hoffe, dass ich nie in die Situation komme, alleinerziehend zu sein. Wobei das ja nicht bei jedem Kind so negativ laufen muss.

Mein Bruder macht meinen Eltern heute noch Vorwürfe, wie das alles gelaufen ist, und auch ich bin mit 17 ausgezogen und hatte lange keinen Kontakt.

Du wirst es keinem Recht machen können. Für ein Kind ist es schwer, zu akzeptieren, dass die Eltern, die ja immer eine Einheit waren, nun in 2 Teile gesplittet sind.
Du kennst Dich und Deine Kinder besser und weißt am besten, was Du euch zumuten kannst, bzw. wie sensibel Deine Kinder sind.

Meine Mutter allerdings findet bis heute ihre Entscheidung, mit uns zu gehen, richtig. Und ich gebe ihr inzwischen Recht. Sie hat immer das Beste für uns gewollt, aber sie hatte es auch verdammt schwer. Das habe ich allerdings erst mit 25 Jahren begriffen und begreife es heute umso besser, da ich selbst Mutter bin.

Wünsch Dir alles Gute! #klee

Beitrag von meineMädels 07.04.11 - 13:37 Uhr

Hallo, danke für deine ausführliche Antwort.
Ich weiß, die Kleine wird leiden. Sie hat hier alles was ein Herz einer 6jährigen braucht. Haus, Eltern, Hund, Oma und Opa nebenan, großes Grundstück mit Trampolin, Schaukel ect ect.
Die Große ist in dem Alter dass sie am liebsten in ihrem Zimmer steckt, oft mit ihrem Papa aneinandergerät und das Kaff in dem wir wohnen hasst. Sie hat schon öfter gesagt : Ach Mama, können wir nicht umziehen..." allein schon weil sie hier nicht wegkommt..

Wie leben in einer so heilen Welt, die gibts warscheinlich nur noch sehr selten. Niemand ist geschieden in unserer Familie, alles ist gut. Alle haben Arbeit, niemand ist irgendwie aus der Reihe getanzt.
Eigentlich schön, doch ich weiß, alle aus der heilen Welt werden mich durch den Wolf drehen, mich fertig machen.
Ich weiß nicht ob ich diesem Druck standhalten kann.
Ich bin so traurig und ziemlich durch den Wind :-(

LG S

Beitrag von venetian 07.04.11 - 13:58 Uhr

Ich weiß, das ist alles nicht leicht für Dich. Du entscheidest ja nicht für Dich alleine, sondern für Deine Kinder mit - eine Entscheidung, die euer Leben für immer beeinflussen wird, und die Richtung ist ungewiss.

Aber Du wirst sicher so entscheiden, wie Du es vertreten kannst, und das wird Dir die Kraft und die Stärke geben.

Ich hoffe, dass Deinen Kindern der Kontakt zum Vater und zu den Großeltern bleiben wird, denn das ist wichtig, das hat bei uns gefehlt und hinterlässt auch jetzt noch eine Lücke. Ich habe nie vermittelt bekommen, wie eine Familie lebt und kriege es selbst schlecht hin (ich weiß ja nur, wie eine berufstätige Frau alleine mit Kindern lebt *lach*).

Erkläre Deinen Kindern, wenn sie alt genug sind, Deine Gründe und die Situation aus Deiner Sicht.
Das hat meine Mutter irgendwann sehr ausführlich getan. Und erst dann habe ich erkannt, dass sie uns nicht die Familie und den Vater genommen hat, danach wurde mir vieles klar.
Ein Kind kann sich nicht in die Welt der Erwachsenen versetzen, egal wie gut Du es erklärst.

Aber Heile Welt spielen ist sicher nicht die Lösung. Meine Tante und mein Onkel haben mit der Trennung gewartet, bis meine Cousine 18 war. Und die Cousine hatte längst gecheckt, wie es um die Ehe ihrer Eltern bestellt war... dafür hatte sie bin zum Abitur beide Eltern und ihr Elternhaus als einigermaßen stabilen Rahmen... also wie man´s macht...

Tu das, was DIR gut tut. Wenn man selbst nicht glücklich ist, kann man auch seine Mitmenschen nicht mehr glücklich machen. #blume

P.S. ist es für eine Eheberatung zu spät??

Beitrag von lichtchen67 07.04.11 - 13:41 Uhr

Ob es so schlimm ist, wie Du Dir ausmalst kann niemand sagen, und es hängt auch ganz wesentlich von dem Verhalten der Erwachsenen ab.

Als mein Mann und ich uns getrennt haben war unser Sohn 16.. und fiel aus allen Wolken, es gab nie Streit vorher, keine Anzeichen, gar nichts. für ihn und fast alle anderen auch ganz plötzlich also.

Wir haben uns mit aller Vernunft getrennt die möglich war und für unseren Sohn versucht zu erhalten, was zu erhalten war. Die vertraute Wohnung, sein Zimmer, kein Umzug. Sein Vater war noch oft auch mal zum Essen bei uns, um für den Sohn ein Stück Normalität zu schaffen.

Mit der Zeit war klar, ich habe kein Elternteil verloren, sie sind beide noch da, und sprechen sich auch nach wie vor ab und sind nicht gegeneinander auszuspielen. Mein Ex-Mann war und ist immer ansprechbar für mich und für uns "da". Ich sag mal das erste halbe Jahr war heftig.... unser Sohn ruhig, in sich gekehrt, war kaum mehr zu hause weil er das bild "Mutti allein im Wohnzimmer" nicht ertrug, sackte auch in der Schule ab, schwänzte viel, war antriebslos. Dann hatte sich soweit alle normalisiert, dauerhafte schäden? ich denke nicht ;-).

Die Töchter meines heutigen Partners waren bei der Trennung der Eltern so 8 und 12. Die waren "Originalton" froh, dass die Streitereien zu Hause ein Ende hatten. die gehen auch völlig entspannt mit der Situation um, die Eltern miteinander allerdings auch.

Also mein Rat, behaltet als Eltern einfach die Übersicht und seid als Eltern weiterhin jederzeit da und präsent, wenn auch nicht mehr als Paar.

Lichtchen

Beitrag von my-opinion 07.04.11 - 13:45 Uhr

Hallo,
habt ihr das so abgesprochen oder gehst Du erst einmal einfach davon aus das Du bei der Trennung Eure zwei Kinder mitnimmst.
Da hast ja geschrieben das Dein Mann ein guter Papa ist und vor Allem die kleine offensichtlich sehr leiden wird.

Beitrag von holy_cow 07.04.11 - 16:11 Uhr

Hola,

fuer meine kleine Tochter war es ein Alptraum. Sie verstand einfach nicht, warum ihr Papa nicht mehr Abends gekommen ist. Holte er sie ab, weinte sie und wenn ich sie bei ihm abholte, weinte sie genauso erbaermlich.
Sie war ueber 3 Jahre alt und hat wegen dem Alter vieles nicht verstanden.
Leider hat ihr Vater sich auch immer unregelmaessig gezeigt, Besuchszeiten nach seinen Vorstellungen geplant ohne Absprache. Der Grosse war damals 16 und es hat ihn sehr getroffen. Er machte mir lange Zeit Vorwuerfe, dass ich Schuld bin, begriff die Umstaende nicht und war auch sehr unzugaenglich und ablehnend mir gegenueber.

Beide Kinder so zu sehen hat mich viel Kraft gekostet, vor allem auch Beide auffangen zu muessen. Erst nach einem Jahr kehrte Ruhe ein.

Hast du schon mal an eine Paartherapie gedacht? Manchmal hilft das und bringt Paare wieder naeher, wenn alte Dinge aufgearbeitet werden.
Eine gute Freundin war 18 Jahre verheiratet, als sie das Gefuehl hatte, sie wolle nur noch weg von ihrem Mann. Bei ihr hatte sich viel aufgestaut in den Jahren, Sachen die sie nie aus und angesprochen hat. Daraus entwickelte sich eine Abneiung gegen ihren Mann. Erst als in der Paartherapie alles aufgearbeitet wurde, veraenderte sich ihre Beziehung. Sie sind noch immer verheiratet, mittlerweile 27 Jahre und seit die Kinder aus dem Haus sind, sogar richtig harmonisch.

Alles Gute!

Saludos

Beitrag von barebottom 08.04.11 - 07:28 Uhr

Hey du,

einfach wird es nicht - ganz klar!
Ich habe das schon 2x durch und einen Neuanfang konnte ich mir bei keinem vorstellen.

Für meinen jüngeren Sohn war es am schlimmsten (er war damals 4J.), mein Ex hing mit einer wahren Affenliebe an seinem Sohn und der Kleine auch an ihm.
Beim meinem großen Sohn war es nicht so schlimm - zum einen hat mein Ex sich nicht groß mit ihm abgegeben, er war ja schließlich nicht der leibliche Sohn und mein Ex hat ihn auch nicht gut behandelt. :-(
Mein Großer war froh als er weg war, ich auch! Der Kleine hat extrem gelitten... :-(

Die ersten drei Jahre hat sich mein Ex noch regelmäßig um seinen Sohn gekümmert, angerufen und den Kleinen geholt, aber seit er mit seiner Freundin einen gemeinsamen Sohn hat, meldet er sich nur noch alle paar Monate.

Aus den Augen aus dem Sinn.

Lg #blume

Beitrag von cracker 08.04.11 - 08:54 Uhr

Hi
Meine Tochter war 4, als ich mich von ihrer Mutter trennte. Es war für mein Kind wohl die grösste bisher erlebte Katastrophe. Sie ist eben 14 geworden und spüre noch heute die Auswirkungen dieser Trennung.

Und doch gab es keine wirklich bessere Möglichkeit. Vergleiche zu ziehen mit Anderen hinken stark, denn keine Situation ist in diesem Sinne vergleichbar.
Bei uns war es eben nicht so wie oft, dass Mutter und Vater nur noch Zoff hatten und der ganze Alltag dadurch litt. Es ging schlicht und einfach die Liebe meinerseits verloren, langsam aber stetig, bis rein nichts mehr da war.

Viel Glück

Beitrag von meineMädels 08.04.11 - 22:57 Uhr

Danke für deine Antwort (Auch allen Anderen vielen Dank).
Bei uns gibts auch nicht oft Streit und es könnte eigentlich alles so weiterlaufen, die nächsten 40 Jahre.
Doch das ist mir zu wenig.
Dazu kommt, dass ich auch auch nicht mehr mit ihm schlafen mag. Allein der Gedanke an zärtlichkeiten, küssen ect ist mir nicht mehr angenehm.
Ich weiß nicht warum, aber ich weiß dass ich so nicht weitermachen möchte und er auch nicht.

Ich glaub meine Liebe ist auch auf leisen Sohlen verschwunden....

LG S