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Forum: Unterstützter Kiwu

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Beitrag von chuzzle 08.04.11 - 15:51 Uhr

Hallo alle zusammen,

ich schreibe hier heute das erste mal, bislang war ich nur stille Leserin.

Mein Mann und ich wünschen uns seit ca. vier Jahren ein gemeinsames Kind. Aus einer vorherigen Beziehung habe ich eine zwöfljährige Tochter.

Meine Schwangerschaftsgeschichte in kurzen Worten: in 12/08 Missed Abortion in der 11. SSW, in 06/09 FG in der 7. SSW, 04/10 FG in der 5. SSW und gestern Ausschabung nach Missed Abortion in der 12. SSW.

Im Oktober letzten Jahres waren wir in in der Kinderwunschklinik in Neuwied, in der man mir blühende Gesundheit und meinem Mann ein schlechtes Spermiogramm bescheinigte. Allerdings seien die Fehlgeburten durch das schlechte Spermiogramm durchaus zu erklären, anscheinend seien die Spermien zu langsam und kämen erst nach dem zur Befruchtung vorgesehenen Zeitfenster bei der Eizelle an. Ich fand die ganze Erklärung ein wenig komisch, war ich bislang doch immer der Meinung, dass ein geschädigtes Spermium erst gar nicht befruchten kann. Geärgert hat mich auch, dass keinerlei urologische Untersuchung meines Mannes vorgenommen wurde, wir wurden direkt über eine ICSI aufgeklärt, dies sei unsere einzige Möglichkeit. Ohnehin gäbe es keine Möglichkeit, ein schlechtes Spermiogramm zu verbessern. Die Tatsache, dass ich keine Probleme mit dem Schwangerwerden, sondern mit dem Schwangerbleiben habe, hat man mit dem Verweis auf die dubiose Erklärung mit dem Zeitfenster einfach verworfen.

Wir haben uns dann einige Zeit gelassen, bevor wir einen neuen Termin vereinbart haben. Zwischenzeitlich bekam mein Mann Schmerzen im Hoden und hat aus diesem Grund einen Urologen aufgesucht. Dieser stellte als Grund für die Schmerzen eine Nebenhodenentzündung fest. Harmlos und mit Antibiotika zu behandeln. Was er aber auch feststellte, war eine Krampfader im Hoden. Er fragte auch direkt nach, ob bei uns Kinderwunsch bestünde, dann würde er dringend die Empfehlung geben, die Krampfader entfernen zu lassen, die sei eine häufige Ursache für ein schlechtes Spermiogramm.

Das hat mich so wahnsinnig geärgert. Müsste ein renommierter und kompetenter Arzt, der Familien mit Kinderwunsch behandelt, sowas nicht wissen? Müsste er nicht darauf hinweisen, dass es durchaus körperliche Ursachen für ein schlechtes Spermiogramm geben kann? Aber nein, mein Mann ist der Übeltäter, er ist privat versichert, seine Kasse muss zahlen.

Nun ja, zwischenzeitlich bin ich dann ja noch einmal schwanger geworden, hatte aber eben auch leider wieder eine Missed Abortion. Und jetzt bin ich unsicher. Soll ich den Termin in Bonn wahrnehmen? Inwieweit kann mit da geholfen werden? Wird da nicht vielleicht auch wieder nach der schnellen Möglichkeit, mit einer ICSI Geld zu verdienen, gesucht. Ich bin wirklich verunsichert. Eine ICSI hilft mir doch nicht, oder? Ich werde ja schwanger, ich kann es nur nicht bleiben.

Was habt Ihr gemacht, wie sind Eure Erfahrungen? Beim Durchlesen hier muss ich leider immer wieder die Feststellung machen, dass ich die Hälfte der Begriffe hier gar nicht kenne, ich hab mich anscheinend noch sehr umfassend zu informieren. #hicks

Kann ich den Termin dort wahrnehmen? Bin ich dort gut aufgehoben? Wer war schon dort?

Bitte helft mir.

LG, Nicola

Beitrag von motmot1410 08.04.11 - 16:02 Uhr

Die Uniklinik Bonn hat in Sachen Kiwu einen sehr guten Ruf. Nimm den Termin ruhig wahr.

Den Rest sehe ich ähnlich wie Du. Bei einem schlechten Spermiogramm ist immer erst einmal an Besuch beim Urologen angesagt. Auch, wenn häufig keine Ursache gefunden werden kann, gibt es immer Ausnahmen (ihr scheint eine zu sein).
Du hast ja auch kein Problem mit dem schwanger werden, sondern mit dem schwanger bleiben. Da wäre nun mal eine Beratung durch einen Humangenetiker angebracht und auch bei Dir gibt es eventuell noch einige Faktoren, die abgeklärt werden könnten (z.B. ob eine Gerinnungsstörung vorliegt)
Diese skurrile Erklärung mit der späten Befruchtung hab ich auch noch nie gehört. Langsame Spermien erreichen die EZ häufig erst gar nicht in ausreichender Anzahl und so kommt es dann nicht zur Befruchtung. Aber einen falschen Befruchtungszeitpunkt, als Ursache einer FG #kratz
Entweder ist eine EZ befruchtungsfähig oder eben nicht mehr. Seltsam...
In der Klinik würde ich auch nicht bleiben. Aber in Bonn seid ihr sicherlich gut aufgehoben. Jedenfalls habe ich noch nie etwas Negatives über diese Klinik gehört.

Beitrag von chuzzle 08.04.11 - 16:13 Uhr

Danke. Ich bin noch bei der Meinungsfindung.

In Neuwied haben sie mir literweise Blut abgenommen, ich bin davon ausgegangen, dass da solche Sachen wie Gerinnungsstörung oder Schilddrüsenfehlfunktion untersucht worden sind. Immerhin hat man mir dort fast schon gratuliert, so gesund sei ich. Frustrierend, wenn dann das schwanger bleiben einfach nicht klappen will.

Ich werde mir die Blutergebnisse jetzt mal anfordern, mal schauen, nach was die da eigentlich geschaut haben.

Warst Du schon mal in Bonn?

Beitrag von motmot1410 08.04.11 - 16:24 Uhr

Aber bei der Humangenetik ward ihr beide noch nicht, oder? Dahin wird man dann eigentlich als nächstes überwiesen, wenn man so oft FG hat.

Ich selbst war nicht in Bonn, sondern in einer kölner Klinik. Ich kenne aber Paare, die sich dort sehr gut aufgehoben gefühlt haben. Und eine 2.Meinung ist immer richtig, wenn man bei der 1. nicht so ein gutes Gefühl hat. Besorg Dir alle Befunde und nimm die dann mit zu dem Termin.

Beitrag von chuzzle 08.04.11 - 16:34 Uhr

Das hab ich ohnehin vor. Ich selbst hab die Blutergebnisse, die in Neuwied gemacht wurden, ja nie zu Gesicht bekommen. Die werde ich jetzt erst mal anfordern.

Ich habe ja 1998 bereits einmal ein gesundes Kind entbunden. Wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass es genetische Probleme gibt? Ich würde die dann wahrscheinlich eher auf der Seite meines Mannes vermuten. Wie gesagt, ich fange jetzt erst an, mich wirklich intensiver damit zu beschäftigen, mir fehlt noch so einiges an Hintergrundwissen.

In Wiesbaden gibt es ebenfalls eine Kinderwunschklinik, von Dr. Heilmann. Unter Umständen werde ich mir tatsächlich mal in zwei unabhängigen Einrichtungen einen Termin geben lassen.

Selbst wenn man auf diesem Wege vielleicht sogar heraus findet, dass wir halt einfach kein gemeinsames Kind haben können, aus welchem Grund auch immer, aber alles wäre besser, als diese ständigen Hochs und Tiefs, dieses dauernde Hoffen und die große Enttäuschung hinterher.

Beitrag von scouse 08.04.11 - 16:11 Uhr

Die Uniklinik in Bonn kenne ich nicht, kann Dir da nicht weiterhelfen. Finde die Erklärung mit der späten Befruchtung aber auch ein wenig komisch.

Mein Mann hat auch ein schlechtes SG und wir waren gar nicht beim Urologen. Uns haben mehrere Ärzte gesagt, dass man fürher oft Ursachenforschung betrieb, dies aber im Endeffekt herzlich wenig weiterhilft, da man das SG of nicht wirklich stark verbessern kann. Also wird heute öfter direkt zu einer IUI oder ICSI gegriffen. Auch um nicht all zu viel Zeit zu vergeuden.

LG

Beitrag von chuzzle 08.04.11 - 16:19 Uhr

Hi,

ja, es ist mit Sicherheit häufig so, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das schlechte SG eine körperlich zu behebende Ursache hat, äußerst gering ist. Aber mein Fall zeigt, dass es eben doch so sein kann und mich hat einfach geärgert, dass da noch nicht mal drauf hingewiesen wurde. Woher soll ein Laie sowas wissen? Dafür geh ich doch in eine KiWu-Klinik, damit man dort gemeinsam mit uns alles ausschöpft.

Die Entfernung der Krampfader wird aus den Spermien meines Mannes nicht gleich Sprinter machen, vielleicht tut sich auch gar nichts, aber es besteht die Chance. Und mich hat da einfach wütend gemacht, dass hier anscheinend mit den Nöten der Familien das schnelle Geld gemacht wird. Schwanger werde ich, was soll eine ICSI dann bringen? Mich wieder schwanger machen? Daher war das mit der Krampfader eher so eine Seitenbemerkung, soooo schlecht können die Spermien meines Mannes ja gar nicht sein ;-) Ich wollte nur deutlich machen, dass ich eben nun verunsichert bin, was solche Kliniken angeht.

Beitrag von motmot1410 08.04.11 - 16:20 Uhr

Die Erklärung finde ich aber auch nicht sonderlich zufrieden stellend. Ein schlechtes Spermiogramm sollte immer durch noch ein zweites nach 12 Wochen bestätigt werden. Und in der Zeit kann man dann auch noch zum Urologen gehen. Es ist meist nur ein Termin. So sehen es auch die Richtlinie für künstliche Befruchtung vor. Wirklich Zeit verschwendet man damit nun wirklich nicht.
Und manchmal (wenn auch nur in seltenen Fällen) findet man eine Ursache, die dann behoben werden kann.
Für unsere Kiwu-Ärztin war es selbstverständlich, dass die Männer erst einmal zum Urologen gehen.

Beitrag von lidiailars 08.04.11 - 16:41 Uhr

Hallo liebe Nicola#winke,
ich bin zwar in SS-Forum unterwegs , möchte dir trotzdem antworten, da ich damals in diesem Forum viel Unterstützung fand. Ich denke, dass bei deinem Problem mehrere Ursachen in Frage kommen und evt. auch ein schlechtes Spermiogramm, es ist bekannt, dass ca. 40% aller Fehlgeburten auf chromosomale Abnormitäten also Fehler in der Erbanlage zurückzuführen sind. In vielen Fällen sind aber auch anatomische Ursachen im Bereich der weiblichen Geschlechtsorgane an einer Fehlgeburt Schuld (z.B. Myome in der Gebärmutter), hast du schon mal eine Gebärmutterspiegelung oder/und Bauchspiegelung machen lassen? Ich finde es sehr wichtig. Haben die Ärzte deine Hormone, Schilddrüse und Gerinnung untersucht? Mit Gerinnung meine ich nicht nur PTT, INR und Quick, sondern auch alle andere Parameter und Faktoren, die z.B. für eine Thromboseneigung sprechen usw. Lass dich gründlich untersuchen, schaden kann es sicher nicht. (Sorry für Fehler, ist nicht meine Muttersprache)
Liebe Grüße, lidiailars

Beitrag von chuzzle 08.04.11 - 16:48 Uhr

Hallo!

Danke für Deine Antwort. Ja, bei der zweiten Auschabung wurde auch eine Bauchspiegelung gemacht, da nach dem Abgang die HCG-Werte einfach nicht fallen wollten. Organisch ist alles in Ordnung.

Wie ich bereits oben sagte, in der KiWu Klinik in Neuwied hat man mir Blut abgenommen und untersucht, die Ergebnisse hab ich leider nicht selbst gesehen, man sagte mir nur, es sei alles in Ordnung. Da solche Untersuchungen dort ja Routine sind, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass man die "typischen" Dinge, wie Gerinnungsstörung, Hormonspiegel und Schilddrüse untersucht hat. Und auch wenn ich mittlerweile nicht mehr wirklich viel von dieser Klinik halte, ich gehe schon davHon aus, dass in in dieser Hinsicht bei mir alles ok ist. Nichtsdestotrotz werde ich die Ergebnisse aber mal anfordern.

LG, Nicola

Beitrag von lidiailars 08.04.11 - 17:17 Uhr

Na dann würde ich als nächstes humangenetischen Untersuchungen machen lassen und schauen was sich da ergibt. Ich denke wenn du dich in der Klinik nicht wohl fühlst, solltest du eine andere aufsuchen, mittlerweile gibt es genug. Ich wünsche dir viel Erfolg beim Forschen und dass dein sinnlichster Wunsch bald in Erfühlung geht.
lidiailars

Beitrag von alexnana 08.04.11 - 18:54 Uhr

Hey
wenn du schon so viele FG hattest, würde ich mal in der KIWU eine Immunologische Untersuchung ansprechen!
Lg und alles Gute
;-)

Beitrag von genka 08.04.11 - 22:06 Uhr

Hallo,
ich bin mit der Uniklinik in Bonn sehr zufrieden! Die Ärzte sind sehr nett und nehmen sich Zeit für die Patienten. Bin da schon seit September. Man muss da zwar ein bisschen lange warten, aber das mach mir nichts aus.
Auf deiner Stelle würde ich einen Termin machen und anhören, was die zu deiner Geschichte sagen.
lg

Beitrag von nuria-leya 13.04.11 - 01:02 Uhr

hallo
wen du dich nach der letzten sache was verstehn kann in bonn nicht wohlfühls dann schau dir auf infoabende oder termien andere kliniken an und verlass dich auf dein gefühl wo du dich und dein mann dich gut aufgehoben fühlt
den nicht der gute ruf und ka was fürn käse is wichtig sondern da wo man sich wohl fühlt und das gefühl hat man wird verstanden und richtig behandelt .

ich musste 2 mal schlechte erfahrung in der hinsicht machen und bin nun mitlweile in einer top ärztin in behandlung :)

sie sachte auch statistiken und hochloben hin wens menschlich nit die chemie pas