Gehfrei...

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Beitrag von phoenixe84 08.04.11 - 23:23 Uhr

Hallo ihr Lieben...

Wir haben Ende April Taufe und meine Schwägerin möchte uns ein Gehfrei schenken.
Nun habe ich in einigen älteren Diskussionen hier schonmal ansatzweise aufgeschnappt, dass die Dinger wohl keinen wirklich guten Ruf haben.

Könnt ihr mir sagen worauf man achten soll oder sind ALLE schlecht? Und wieso sind sie schlecht?

LG, Nina

Beitrag von elistra 08.04.11 - 23:31 Uhr

der gehfrei ist das ding, was für die meisten unfälle im baby/kleinkind-alter verantwortlich ist.

es gibt viele stimmen, vorallem auch von seiten der kinderärzte die ein verbot dieser dinger fordern, wie z.b. in kanada.

mal abgesehen vom hohen unfallrisiko, sind die dinger für haltung/wirbelsäule der kidner total ungesund. um dem kind nicht zu schaden dürfte man sie erst verwenden, wenn das kind selbst laufen gelernt hat. aber dann braucht man das ding ja nicht mehr und das unfallrisiko würde ja trotzdem bleiben.

Beitrag von tahti 08.04.11 - 23:32 Uhr

http://www.kindersicherheit.de/html/lauflernhilfe.html


Keine gute Idee: „Babywalker“ als Weihnachtsgeschenk
Die BAG macht mobil gegen Lauflernhilfen

Bonn. Lauflernhilfen gefährden Kleinkinder mehr, als dass sie ihnen nützen. Die unter den Namen „Gehfrei“, „Babywalker“, „Lauflernschule“ oder „Lauflernhilfe“ im Handel erhältlichen Geräte können Unfälle verursachen, bei denen Kinder zum Teil schwere Kopfverletzungen erleiden. Darauf weisen die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder e.V.“ (BAG) und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJD) hin. Ihr Rat: Hände weg von Lauflernhilfen als Weihnachtsgeschenk!

„Eltern und Großeltern, die glauben, sie tun ihrem Nachwuchs etwas Gutes, wenn sie ihnen derartige Geräte schenken, täuschen sich“, betont Dr. Jörg Schriever vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, „jedes Kind lernt laufen. Dazu benötigt es seine ganz persönliche, individuelle motorische Entwicklungszeit. Der Glaube, die Bewegungsentwicklung durch die fälschlicherweise so genannten Lauflernhilfen zu fördern oder zu beschleunigen, ist ein Irrtum. Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass Lauflernschulen Vorteile bieten. Im Gegenteil, der „Gehfrei“ ist das gefährlichste Verwahrgerät im Säuglingsalter“.

Untersuchungen der Stiftung Warentest zufolge wird etwa die Hälfte der Kleinkinder ab dem Alter von sechs Monaten die geräderten Plastikgestelle gesetzt, in denen sie sich halb sitzend strampelnd fortbewegen können und dabei kurzfristig Geschwindigkeiten von bis zu zehn km/h erreichen. Die netten gut ausgestatteten Geräte mit Spielbrett, Rassel und Figuren behindern eher die motorische altersentsprechende Entwicklung der Kleinen. „Sie bieten ihnen Bewegungsmöglichkeiten, die zwar ihren Bewegungsradius erweitern, aber natürliche Bewegungsabläufe stark einschränken“, weiß BAG Geschäftsführerin Martina Abel. Außerdem unterschätzen erwachsene Aufsichtspersonen mögliche Gefahrenquellen, die durch den erweiterten Spielraum der Kleinkinder entstehen.
6000 Unfälle pro Jahr

Nach Angaben des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte erleiden etwa 6000 Kinder pro Jahr einen Unfall, der auf das Konto der Babywalker geht. Kopfverletzungen - von Schürfwunden bis zu Schädelbrüchen - sind dabei die häufigste Verletzungsart. Oft stürzen die Kleinen mitsamt Lauflernhilfe über Türschwellen oder sogar Treppen hinunter. In anderen Fällen erleiden sie Verbrühungen, da sie durch die größere Reichweite im Babywalker Tassen oder Schüsseln mit heißer Flüssigkeit vom Tisch herunter reißen. Auch Fälle von Vergiftungen sind dokumentiert, bei denen Kinder über die Lauflernhilfe mit Medikamenten oder Zigaretten in Kontakt kamen.

Insgesamt, so die BAG, stellen die Lauflernhilfen für Kleinkinder eine der häufigsten Unfallursachen im elterlichen Heim dar. „Jeder dieser Unfälle wäre vermeidbar“, betont Abel. Aufgrund von wissenschaftlichen Untersuchungen aus dem In- und Ausland kommt sie zu dem Ergebnis, dass die Geräte nicht als sicher einzustufen sind. Zwar gibt es seit 2001 eine europäische Norm (DIN EN 1273), die der technischen Sicherheit der Geräte dient, doch reicht dies nach Ansicht der BAG nicht aus. Das Gefährdungspotenzial liegt jenseits technischer Funktionssicherheit. In Kanada hat der Gesetzgeber dies bereits erkannt. Dort ist der Verkauf von Lauflernhilfen seit Anfang 2004 landesweit verboten.

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grob zusammengefasst:
* unnatürliche bewegung/haltung
* hohes unfallrisiko durch relativ hohe geschwindigkeit

Beitrag von mayaluzia 08.04.11 - 23:32 Uhr

Die sind alle scheiße!!
Kinder lernen damit auch nicht laufen!
Der Rücken ist meistens noch nicht stark genug für die aufrechte Haltung und die Füße werden beim Fortbewegen in so einem Ding auch nicht abgerollt! Es beeinträchtigt die motorische Entwicklung von Kindern!!!!!!
Davon abgesehen birgen diese Teile auch ein seeeeeehr hohes Verletzungsrisiko!
Treppen, Türschwellen, Tappichkanten... all diese kleinen (und größeren ) Unebenheiten können zu Stürzen und schweren Verletzungen führen!!

Diese "Lauflernwagen" sind in einigen Ländern sogar verboten!!

Also wünscht euch was anderes zur Taufe!!!
LG!!

Beitrag von phoenixe84 08.04.11 - 23:35 Uhr

Vielen Dank schonmal für eure Antworten, dann werde ich mal nochmal mit meiner Schwägerin sprechen...

Gilt das gleiche eigentlich auch für diese Türhopser?

Beitrag von tabi 09.04.11 - 00:17 Uhr

Ja das ist das Gleiche!
Finger weg von allem was Kinder in ihrer natürlichen Bewegung einschränkt, denn das schränkt auch die Entwicklung ein!

Beitrag von lilly7686 09.04.11 - 07:54 Uhr

Hallo!

Ja, gilt auch für Türhopser.

Weißt du, ich bin der Meinung, ein Baby gehört entweder auf den Boden, oder auf Mamas Rücken/vor Mamas Bauch (wobei man hier zwischen guter Tragemöglichkeit und schlechter unterscheiden muss).

Ein Baby, das auf dem Boden ist, kann sich viel besser entwickeln. Ich sehe das bei meiner Nachbarin.
Meine Tochter war immer auf dem Boden (oder im Tragetuch). Sie hat mit 4 Monaten angefangen sich zu drehen und seit sie 8 Monate alt ist robbt sie. Seit gestern fängt sie auch langsam an, sich auf zu ziehen (seltenst, wird also noch lange dauern, bis sie das wirklich kann).
Der Junge meiner Nachbarin ist 2 Wochen älter und schafft es gerade mal sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen. Der ist entweder im Hochstuhl oder im Gehfrei. Wenn du den aufn Boden legst, dann liegt er da, Beine in die Luft gestreckt wie ein Käfer aufm Rücken, und schaut dich mit einem Blick an, der sagen will "Was willst du eigentlich von mir, was soll ich hier?".

Lass Gehfrei und Türhopser weg, es tut deinem Baby nichts Gutes.

Lg

Beitrag von dominiksmami 08.04.11 - 23:37 Uhr

Huhu,

ich sehe das wie die Canadier...diese Dinger gehören strikt verboten und zwar allesamt.

liebe Grüße

Andrea

Beitrag von lena1309 09.04.11 - 00:00 Uhr

Hallo,

hier kann man sich eine nette Information ansehen, da findest du auch was zu diesem Thema.

http://www.bzga.de/?id=suche

LG
M.

Beitrag von kwax1973 09.04.11 - 08:58 Uhr

Hallo,

Gehfrei und Türhopser sind "Schrott", das haben Dir ja meine Vorschreiberinnen schon geschrieben.
Aber vielleicht magst Du Deinem Zwerg sowas
http://www.amazon.de/gp/product/B000FVS3R6/ref=pd_lpo_k2_dp_sr_2?pf_rd_p=471061493&pf_rd_s=lpo-top-stripe&pf_rd_t=201&pf_rd_i=B001QWD3G4&pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&pf_rd_r=1J06HC1NHSG9FS6NDWVC
oder ein Bobbycar schenken lassen?
Beides ist prima ab dem Alter, in dem das Kind laufen kann... also ca. mit 1 1/2 Jahren. Es schult Gleichgewicht und Koordination. Allerdings natürlich unter Aufsicht.

LG kwax

Beitrag von olivia2008 09.04.11 - 12:19 Uhr

Die größte Gefahr ist, wenn Kinder durch das Gehfrei Treppen hinunter stürzen oder dadurch an heiße Getränke/ Töpfe stoßen und sie sich Verbrennungen zuziehen. Allerdings finde ich ehrlich gesagt diese Aussage in Verbindung mit dem Gehfrei absolut unagemessen, denn ganz egal ob Kinder mit oder ohne Gehfrei unterwegs sind, gehören Treppen zugesperrt und gefährliche/ heiße Sachen außer Reichweite abgestellt.

Trotzdem aber halte ich absolut nichts von diesen Dingern. Sie erweitern zwar den Bewegungsradius, unterstützen jedoch nicht die Beweglichkeit, sondern behindern die natürlichen Bewegungsabläufe. Noch dazu schädigt es die Wirbelsäule.

Wenn deine Schwägerin dir trotz deiner Ablehnung das Teil schenken sollte, würde ich es demonstrativ nicht annehmen. Es gibt viel Spielzeug, was Eltern nicht mögen, aber wenn es um die Gesundheit des kindes geht, sollte man es ablehnen.

Lass dir lieber etwas schenken, was WIRKLICH die Motorik fördert, beispielsweise Motorikschleifen o.ä.

lg

Beitrag von phoenixe84 09.04.11 - 15:23 Uhr

Meine Schwägerin hat mir jetzt einen Fahrradsitz gekauft... :-)
Nachdem ich ihr erklärt hatte, was ich im Internet über die Gehfreis gelesen hatte, wollte sie natürlich auch keinen mehr kaufen!

Das mit dem Fahrradsitz find ich toll... kann's gar nicht abwarten, bis Luca sitzen kann und wir mit dem Teil losdüsen können... im Herbst müsste das ja machbar sein und da gibts ja auch noch ein paar schöne Tage... :-)

Danke für eure Antworten!

LG, Nina