Wie würdet ihr reagieren??

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von hopelove 09.04.11 - 15:27 Uhr

Hallo!

Mein Sohn (17 Monate) entwickelt natürlich seinen eigenen Willen, dass darf er auch. Leider hat er auch null Geduld (das hat er von mir geerbt!!)
Wenn er jetzt was möchte und es passiert nicht gerade in der gleichen Sekunde schmeißt er sich auf den Boden und weint. An schlechten Tagen reicht ein kleines Nein und er schmeißt sich hin und weint. Meine Gefühle schwanken dann von Mitleid bis Wut. Ich versuche ruhig zu bleiben es ihm zu Erklären, zur Not auch zu trösten aber trotzdem erst das was ich am machen war fertig zu machen und dann seinen "Wunsch" zu erfüllen. Wie reagiert ihr denn? Ich muss gestehen manchmal bin ich kurz vorm Platzen aber wenn ich laut werde hab ich schon gemerkt verschlimmere ich die Situation. Ach mann ich weiß auch nicht was ich am besten machen soll.

lg hopelove

Beitrag von christianeundhorst 09.04.11 - 16:28 Uhr

Hallo Du,
mit 17 Monaten ist eigentlich jedes Kind "ungeduldig" und das ist auch völlig normal so:-) Sie haben ja noch kein Zeitgefühl.......Dein Kind hat eine Idee oder verspürt den Wusch etwas zu haben und kann nun - nach vielen Monaten des Sich-nicht-verständlichmachen- könnens - auch äußern was er will! Die Erfüllung dieses Wunsches auch nur kurz hinauszuzögern erscheint Deinem Kind schrecklich, denn es kann sich die Zukunft nicht vorstellen, auch nicht die Zukunft in 5 Minuten..........
Da hilft nur Geduld,Ruhe und Gelassenheit.
Wenn Du Dein Kind warten lassen MUSST hilft es ihm zu sagen, daß Du ihm gibst was er will. Wiederhole praktisch seinen Wusch,z.Bsp.: " Du möchtest jetzt das Buch vom kleinen Raben lesen. Ja.Das machen Wir..." und ggf noch dranhängen:" Ich stelle nur schnell die Teller in den Schrank. Augenblick. Dann lesen wir das Buch" oder so ähnlich. Ihr seid dann im Gespräch und Du gibst Deinem Sohn Bestätigung, daß Du ihn verstanden hast. Gleichzeitig beschäftigst Du ihn mit Zuhören, denn er hört ja zu was Du zu ihm sagst:-)
Versuche ihn nicht zu oft warten zu lassen und wenn dann nur wenn es wichtig ist und Du etwas unbedingt KURZ zuende bringen musst ( Herd kleinerstellen etc ). Das warten sollte für Deinen Sohn am Anfang nie länger als 3-5 Minuten dauern. Je kürzer desto besser und die Zeit des Wartens solltest Du geduldig und freundlich mit ihm reden um ihm das Warten zu erleichtern. Mit der Zeit lernt er dann, daß Du zu Deinem Wort stehst und er nach der Wartezeit das bekommt, was er möchte. Er lernt also, daß warten sich lohnt. Du kannst die Wartezeit immer länger werden lassen. Wichtig ist, daß Du seine Ungeduld ernst nimmst und ihn freundlich und geduldig beschäftigst in der Zeit. Ggf kann er Dir helfen fertig zu werden und dann könnt ihr das machen was er will. Erwarte nicht zu schnell zu viel von ihm und lebe ihm vor, was es heißt geduldig zu sein! Sei also selber geduldig und arbeite da an Dir um noch geduldiger zu werden ( glaub mir, Du brauchst es immer mehr, je größer Dein Kind wird......). Wenn Du selber mal ungeduldig reagierst kannst Du zu ihm sagen:"Oh, da war ich aber ungeduldig grade. Das war aber nicht gut, was?" So lernt er auch was Geduld ist und daß dies was Gutes ist:-)

Ich habe so gute Erfahrung gemacht und kann es Dir empfehlen!


Liebe Grüße,
Chris mit Frieda Lina 2 Jahre und 9 Monate

Beitrag von hopelove 09.04.11 - 20:14 Uhr

Hallo!

Vielen vielen Dank für deine Antwort. Es ist mein erstes Kind und erst durch deine Antwort habe ich mein Kind etwas besser verstanden. Ich werde gleich morgen anfangen meine Haltung zu ändern und dann wird das ganze schon werden.
Nochmal vielen vielen DANK!!

Lg hopelove

Beitrag von haruka80 09.04.11 - 19:37 Uhr

Huhu,

ich kann dem nur zustimmen, mit 1,5 Jahren hat kein Kind Geduld, Kinder haben ja noch gar kein Zeitgefühl wie wird. Wenn man da sagt: gleich, kommt es ihnen vor, als würde man sie ablehnen, weil sies nicht verstehen. Geduld entwickelt sich mit dem Alter oder wenn sie realisieren, dass ein: "Ich helf dich gleich, ich mache nur schnell das und das fertig" bedeutet, dass gerade etwas anderes Vorrang hat und ihr Wunsch aber erfüllt wird dann. Ist n Lernprozess.

Wichtig ist-wie immer, dass eine Mutter mit Ruhe reagiert. Sonst überträgt sich die Stimmung vom einen auf den anderen und man hängt im Teufelskreis drin und jede alltägliche Situation könnte zur Eskalation führen.

Wie ich reagiere? Mein Sohn wird übernä. Woche 2 und wenn er etwas JETZT möchte, ich aber grad noch 5 Teile aufhängen muss, erkläre ich ihm, dass es grad nicht geht, wir das aber SOFORT machen, wenn ich fertig bin. Wenn er mit nem Wutanfall reagiert, setze ich mich zu ihm, spreche ruhig mit ihm und lasse ihn rumwüten, wenn er durch ist(was bis zu ner halben Std dauern kann), machen wir das gemeinsam, was er machen wollte und beim Kuscheln erkläre ich ihm nochmal, warum sein Wutausbruch grade ganz unnötig war, dass ich aber verstehen kann, dass er wütend wird, dass Mama aber manchmal ein ganz bisschen ZEit braucht bis sie da sein kann.

L.G.

HAruka

Beitrag von auditu 09.04.11 - 20:42 Uhr

Hallo,
ich würde auch sagen das jedes Kind durch weinen und motzen seine Gefühle(Ungeduld) ausdrückt und das "laut" ;-)
Wenn Jonas das macht, und es mir einfach zu bunt wird, gehe ich aus dem Raum. Oder er motzt wenn er gewickelt, angezogen , gewaschen..... werden soll, und Theater macht, geh ich auch.
Ich sage dann immer: Er soll sich austoben und wenn er soweit ist, kann er ja kommen."
Meinstens beruhigt er sich dann schnell.
Bei den Situationen wo er was möchte und ich sage "Nein", muß er lernen das zu akzeptieren und ich höre mir seinen Protest an, ändert aber nichts.
Gruß

Beitrag von schwilis1 09.04.11 - 21:05 Uhr

ich bleibe einfach bei ihm. manche wünsche kann man partout nicht erfüllen (zb auf die straße rennen. unser großes streitthema hier) und dann muss ich seine Tränen aushalten, und er muss seine Gefühle aushalten.
und ich denke das ist auch wichtig.
ich hab mal hier ne antwort bekommen, dass kinder mit 17 monaten noch nciht viel verstehen und das man deswgen nciht alles genau erklären muss. aber ich denke dem ist so nicht. ich denke sie verstehen viel mehr als wir meinen.
deswegen red ich wenn er sich halbwegs beruhigt hat immer mit ihm, dass ich weiß wie gerne er das möchte und warum ich es ihm nicht erlauben kann.
gott sei dank haben die kleinen eine recht hohe frustrationsgrenze und koennen schnell wieder lachen. aber in den momenten blutet auch mir das herz.

Beitrag von christianeundhorst 10.04.11 - 08:29 Uhr

Ja, Kinder mit 17 Monaten verstehen definitiv schon sehr viel! Frieda hat in dem Alter schon sehr gut gesprochen ( 3-Wort-Sätze ) und von daher wußte ich was sie versteht und oft was in ihr vorgeht.........
Ich empfehle auch gern die Bücher von Jesper Juul dazu: "Nein aus Liebe" und "Grenzen, Nähe, Respekt"


Liebe Grüße,
Chris mit Frieda Lina 2 Jahre und 9 Monate