Opa-Altersheim-traurig-wie würdet ihr weiter entscheiden? *Dringend*

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Beitrag von novemberbaby06 09.04.11 - 16:16 Uhr

Hallo ihr lieben

Ich habe lange zeit überlegt bei euch zu fragen, aber ich finde mit mir selbst momentan keine Lösung

Es ist so:
Opa ( von meinem freund) hat alzheimer, parkinson, einige andere chronische krankheiten (weiß sie jetzt nicht auswendig) und mit ihm ist es in den letzten 5 jahren sehr rapide bergab gegangen.

Es ging soweit dass er eines nachts (21.3.2011) aufs wc gehen wollte und nicht wieder kam, mein freund und ich sind sofort los und haben ihn gesucht.
Ca 700m von zuhause weg lag er auf der straße in einer blutlache....sind dann mit der rettung ins kh....gott sei dank nur abschürfungen

Aber uns hat es so gewundert dass er so weit gekommen ist, da er eigentlich nicht mehr al 5m alleiine gehen kann...

nun ging es soweit, dass wir beschlossen haben es wäre eventuell das beste wenn er ins altersheim kommt. (schwimu kann sich nicht um ihn kümmern,, da sie alkohol krank ist-derzeit aber trocken, großmutter naja weiß ich gerade nicht wie ich schreiben soll, aber sie ist wies aussieht sehr sehr froh das sie wieder ihre "freiheiten" hat, und ich habe eine 4jährige tochter die natürlich auch mein leben sehr ausfüllt)

Tja nun ist er seit 4.4.2011 im altersheim und tod traurig, jedesmal wenn wir ihn besuchen kommen, fragt er wann er denn endlich wieder nachhause darf, da ist es doch am schönsten, er wolle nicht länger hier bleiben, er hält das nicht aus usw

oma sagt immer zu ihm sie muss auf kur, und wenn sie dort wäre hätte er niemanden der sich um ihn kümmert und es wäre doch so das beste für ihn....
Jedesmal wieder treibt es ihm die tränen in die augen
Ich muss sagen, dass er momentan vom geistigen zustand sehr viel besser "drauf" ist als vor gut einem halben jahr (da konnte er kaum reden, merkte nicht was in seinem umfeld passiert usw)

Nun wenn ich ihn so sehe, zerreist es mir das herz.
am liebsten würde ich ihn wieder heim holen, und dafür sorgen das zumindest 2x am tag wer vom pflegedienst kommt und ich würde mich auch gerne dazu bereit erklären mich so um ihn zu kümmern (wenn die oma zb wieder mal "ihre freiheiten" ausnutzen will usw.)
Umsolänger ich darüber nachdenke wie traurig er momentan ist, umso mehr "freunde" ich mich mit den gedanken an mich um ihn zu kümmern.

Was meint ihr wie würdet ihr entscheiden?
Ihn so traurig im altersheim lassen, wo er doch sooooo gerne wieder zuhause wäre
Oder doch die situation so lassen wie es ist und ihm versuchen zu erklären dass es "das beste" ist und er dort alt werden wird....

:-(

Wenns ein bisschen wirr geschrieben ist, bitte entschuldigt
Bei Fragen könnt ihr mir auch gerne per PN antworten

Lg Dani

Beitrag von brianna123 09.04.11 - 16:39 Uhr

Hallo Dani!

Für mich käme es nicht in Betracht, einen Angehörigen zu pflegen. Ich glaube kaum, dass der Pflegedienst dafür ausreichend ist. Welche Pflegestufe hat er denn?

Ich habe privat die Erfahrung gemacht, dass die Angehörigen eher schlapp machen als der Pflegefall.

Ich habe große Hochachtung vor den Menschen, die einen Angehörigen zu Hause pflegen!

Ich habe schon mit meinem Mann ausgemacht, dass wir uns später - wenn es soweit kommen sollte - uns ins Pflegeheim geben, wenn wir geistig nicht mehr fit sind, damit der andere Partner noch was vom Leben hat. Insofern kann ich die Oma da voll verstehen!

Gehst du denn arbeiten oder kannst du die Pflege voll übernehmen?

LG

Sabrina

Beitrag von brianna123 09.04.11 - 16:41 Uhr

Noch eine Frage: wenn der Opa geistig nicht mehr fit ist, steht er schon unter einer gesetzlichen Betreuung? Hat er Vollmachen erteilt? Oder würdest du nur die rein pflegerische bzw. persönliche Betreuung übernehmen?

Beitrag von novemberbaby06 09.04.11 - 17:10 Uhr

Nein er steht noch nicht unter einer gesetzlichen betreuung, er hat momentan die Pflegestufe 4...

Hm....:-(
ich denke einfach seelischer schmerz ist viel schlimmer als körperlicher schmerz und ich will nicht, weil seine seele und auch sein herz schreit, dass es vor kummer aufhört zu schlagen - wenn du verstehst was ich meine.....


PS: momentan bin ich zuhause.....
Lg dani

Beitrag von cocoskatze 09.04.11 - 19:45 Uhr

Es gibt keine Pflegestufe 4.

Wenn man sich zuhause nicht um den Opa kümmern kann, dann sollte man ihn im Heim lassen.

Natürlich ist er traurig und will nach Hause. Aber du schreibst ja selbst, dass er Alzheimer hat. Er wird immer "nach Hause" wollen, egal wo er lebt.

Und dass die Oma ihre Freiheit geniesst, die sie dadurch hat, ist absolut nachvollziehbar und auch verständlich. Und ja- es ist gut, dass sie die Zeit geniessen kann, denn du weißt nicht, was es bedeutet, einen dementiell veränderten Menschen 24 Stunden um sich zu haben, und für sein ganzes Leben und Handeln verantwortlich zu sein.

Dauerhaft kann man das emotional nicht schaffen.

Der Opa wird sich eingewöhnen, und dann nimmt er die Situation für sich an.
Bald wird er vergessen haben, dass es kürzlich noch anders war, und er woanders wohnte.

Allerdings wird er nie vergessen, wo er als Kind wohnte, bzw. als Jugendlicher. Dorthin wird es ihn ziehen, denn das ist das, was er damit meint, wenn er sagt, er möchte nach Hause.

Ich rate dir und auch den übrigen Angehörigen, dass ihr euch mit der Krankheit auseinandersetzt. Es gibt viele gute Bücher zum Thema, das Net bietet viele Informationen, und vom Netzwerk Demenz werden viele Treffen für Angehörige angeboten.

LG
Simone

Beitrag von novemberbaby06 09.04.11 - 21:24 Uhr

Doch es gibt die pflegestufe 4
Bei uns sind sie von 1-7 aufgereiht

Irgendwie hast du ja wirklich recht, aber mir bricht es einfach das herz ihn so zu sehen :-(

Lg

Beitrag von cocoskatze 10.04.11 - 15:52 Uhr

Klar, dass es dir das Herz bricht. Verstehe ich total #liebdrueck

Glaub mir, es wird nicht leichter, im Fortschreiten der Krankheit. Gerade wenn man jemanden liebt und ihn achtet fällt es sehr schwer, ist aber dennoch sehr wichtig.

Ich habe viele Angehörige erlebt, die im letzten Moment die Notbremse gezogen haben, und ihre Liebsten in eine Einrichtung gegeben haben.

Einfach, weil sie nicht mehr konnten, ausgebrannt waren, oder aber auch jede Achtung vor dem kranken Mensch verloren haben.

Ein Partner ist irgendwann einfach nicht mehr der Partner, weil die Krankheit den Menschen so sehr verändert.

Es ist schwer, also seid tapfer.

Ich drück dich mal ganz lieb, und hoffe, dass der Opa sich einlebt, und die neuen Strukturen für sich annimmt.

LG
Simone

P.S. Darf ich fragen in welchem BL ihr lebt? Mir ist es vollkommen neu, dass es eine solche Pflegestufenstaffelung gibt, wie du sie beschreibst. Aber man lernt ja nie aus :-)

Beitrag von novemberbaby06 10.04.11 - 19:12 Uhr

hallo :-)

Ich glaub das mit der pflegestufe macht einen unterschied in deutschland zu österreich :-P

Danke dir fürdeine worte

glg dani

Beitrag von cocoskatze 10.04.11 - 19:27 Uhr

Aha, okay :-)

Danke für die Info.

LG
Simone

Beitrag von novemberbaby06 10.04.11 - 20:13 Uhr

Bitte gerne :-)

#winke

Beitrag von tigaluna 09.04.11 - 19:51 Uhr

Erstmal würde ich mir an deiner Stelle alle Pflegeeinrichtungen in der Nähe ansehen. Es gibt so viele Modelle und Unterschiede in der Betreuung und Unterbringung (auch in den Kosten). Da kann man schonmal sehen was man gerne möchte und vor allem was nicht. Vielleicht gibt es bei euch auch Betreutes Wohnen. Dort hätte er dann seine eigene Wohnung, mit seinen eigenen Möbeln und 2 mal am Tag würde eine Pflegekraft schauen, wie es ihm geht. Wenn dann dort an diesen Bereich ein Pflegeheim angeschlossen ist, könnte er in diesen Bereich umziehen, wenn er auf mehr Hilfe angewiesen werden würde.

Ich weis ja nicht wie er im Moment dort untergebracht ist, aber meistens fehlt den älteren Leuten eben einfach das gewohnte Umfeld und daher wollen sie nach Hause (was aber ja meistens wegen dem Hilfebedarf nicht klappt). Wie fit ist er generell? Kann er nur nicht laufen (normalerweise)? Wie sieht denn die Unterbringung aus? Hat er eigene Möbel da? Wäre das möglich?

Ich drück dir die Daumen, sowas bringt einen immer zum grübeln, aber meistens ist es einfach besser, wenn die Leute unter Aufsicht sind. Und als Angehöriger ist es einfach waaaaahnsinnig viel Arbeit, und dann wird es schnell zu viel. Also lieber eine bessere Einrichtung suchen.

Beitrag von novemberbaby06 09.04.11 - 21:26 Uhr

hallo

leider gibt es bei uns in der gegend "nur" das altersheim
nein er hat keiine eigenen möbel dort nur seinen großen sessel da für andere sachen leider der platz nicht reicht :-(

Glg dani

Beitrag von derhimmelmusswarten 09.04.11 - 20:12 Uhr

Erkundigt euch doch mal, ob es in eurer Nähe Senioren-WG´s gibt. Meine Oma war jetzt zuletzt in einer (ist aber im Moment auch wieder im Krankenhaus). Das ist total klasse. Die WG hat 8 Bewohner, ist günstiger als ein Heim und für die alten Leute wird alles getan. Jeden Tag wird von einer Köchin frisch gekocht. Es sind immer 1-2 Altenpflegerinnen da, die sich um alle Wünsche der Bewohner kümmern. Es gibt einen Hund, es werden Ausflüge gemacht etc. Es handelt sich dabei um ein normales Wohnhaus. Mit Küche, Wohnzimmer, Bädern, Terrasse, Garten, Wintergarten und jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer, das er nach seinen Wünschen gestalten kann. Ich kann mir vorstellen, dass man sich in einem normalen Altenheim nicht sonderlich wohl fühlt. Aber ansonsten ist es bei Demenzkrannken in den meisten Fällen halt nicht machbar, die Leute zu Hause zu betreuen. Demenz kann sich ja sehr unterschiedlich entwickeln. Hin zu Aggressivität, Weglaufen etc. Oder nachts hunderte Male rufen. Da geht man als Angehöriger kaputt dran.

Beitrag von ficus 11.04.11 - 02:41 Uhr

Hallo,

meine Oma hatte Alzheimer und es war ziemlich anstrengend für die gesamte Familie.
Meine Mutter hat ihren Job aufgegeben und meine Oma auch sehr lange zuhause gepflegt. Später kam meine Oma in ein Heim, in dem sie auch letztendlich verstarb.

Eine Ärztin sagte einmal (nicht zu meiner Mutter, sondern zu einer Bekannten, deren Mutter auch Alzheimer hatte):
Entweder Sie gehen drauf, oder ihre Mutter.
Aber einer wird definitiv drauf gehen. Entweder Sie, weil Sie alles für Ihre Mutter aufgeben um sie zu pflegen oder ihre Mutter, wenn Sie sie ins Heim bringen um selber mal Luft zu holen.

(I.d.R. geht es im Heim "schneller".)

Man sollte sich beides sehr gut überlegen. Ein Patentrezept kann ich dir nicht geben.
Für mich persönlich käme die Pflege eines Alzheimerpatienten zuhause nicht in Frage. Es hat nichts mit Abschieben zutun, jedoch leidet die gesamte Familie drunter und ist ggf. danach keine Familie mehr.

Beitrag von richardg 05.01.12 - 15:41 Uhr

Hallo Dani,
wie habt ihr das ganze jetzt gelöst? Ich bin in einer ähnlichen Situation, und mich würde das ganze deshalb interessieren. Ich kann mich wirklich so gut in deine Gedankenwelt versetzen, es ist so schrecklich, die traurigen Augen zu sehen...so gut manche <a href="http://www.pflege.de/altenheime-deutschland">Altersheime</a>; in Deutschland auch sind; es ist einfach nur schrecklich für beide Seiten, sowas mitmachen zu müssen. Die Mutter meiner Frau muss jetzt wohl auch ins Pflegeheim, aber alleine es ihr schon zu sagen wird uns so viel Überwindung kosten..