Verantwortung übernehmen - 9 Jahre

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Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von tweety74 09.04.11 - 16:54 Uhr

Hallo!

Mein Sohn ist 9 und ich frage mich, wie viel kann ich einem 9-jährigen zumuten?

Hauptsächlich geht es darum, die Uhr selbst mal im Auge zu behalten und an Termine zu denken.
Er hat feste Termine wie Klavierunterricht und derzeit Kommunionunterricht, sowie Judotraining. Irgendwie erwarte ich, daß nicht immer ich an alles denken muß (hast du alles? noten? was zu trinken? zieh die schuhe an....), daß er mal auf die Uhr schaut und weiß daß er 20 min. vorher mit Spielen aufhören muß um seine Sachen zu packen, sich anzuziehen und die Wegstrecke einzuplanen.
Ich bin der Meinung er müßte das schon besser können.
Manchmal lasse ich ihn auflaufen und warte ab was passiert. Heut morgen hatte er Kommunionunterricht um 9 Uhr. Um 8.50 war er immer noch am Spielen und hatte weder seine Mappe + Mäppchen bereit, Zähne waren noch nicht geputzt und Schuhe hatte er auch keine an. Das Fahrrad stand auch noch im Keller. Ich hab ihn dann gefragt, wann der Unterricht denn anfängt... ein Blick zur Uhr von ihm... und #schock ging es los. Schnellschnell alles suchen, Schuhe an, Zähne putzen und Fahrrad raus.
Ich bin wirklich genervt #augen weil das ständig so geht. Morgens kurz vor der Schule (ich muß dann auch los zur Arbeit) fällt ihm ein, daß er noch ein Foto, ein neues Heft, eine Unterschrift oder sonstwas braucht. Er vergißt seine Hefte in der Schule unter der Bank. Selbst seine Lehrerin hat schon gesagt, daß er alles vergißt.
Ansonsten ist er super, schreibt nur 1er und 2er.

Sind Eure auch so??

Und wenn ja, was sind die Konsequenzen?? Falls es welche gibt... ;-)

LG Tweety

Beitrag von jule2801 09.04.11 - 17:07 Uhr

Hallo Tweety,

das könnte mein Sohn sein den du beschreibst. Er ist auch 9 Jahre alt und würde ich nicht an seine Termine denken würde er sie auch vergessen. Oft denke ich, dass es damit zusammenhängt, dass ich ihn immer an alles erinnere - frei nach dem Motto, Mama erinnert mich ja sowieso daran! Wir hatten schon Diskussionen, dass er z.B. seinen Sportrucksack mit zur Schule genommen hat, aber nicht nachgeschaut ob wirklich alles drin war - somit waren die Schuhe zwar drin, aber keine Hose und Shirt. Wieder zu Hause durfte ich mir dann anhören, warum ich seinen Sportbeutel nicht gepackt hätte... da habe ich ihn dann mal freundlich daraufhin gewiesen, dass das nicht meine Aufgabe wäre.

Mittlerweile handhaben wir es so, dass ich ihn zwar an die Termine erinnere und an so Sachen, wie Abends seinen Schulranzen und alles zu packen, dass er aber für die vollständigkeit seiner Sachen zu sorgen hat (also ich sage ihm z.B. dass er um 15 Uhr zum Sport muss, er hat seine Sachen bis dahin zusammen gesucht zu haben).

Er würde es allerdings auch überhaupt noch nicht auf die Reihe kriegen auch noch die Uhr im Auge zu behalten.

lg Jule!

Beitrag von ippilala 09.04.11 - 17:39 Uhr

>Ich bin der Meinung er müßte das schon besser können.

Warum? Konntest du mit 9 Jahren 20min abschätzen? Zeitgefühl ist subjektiv.


>Konsequenzen??

Planen und Erinnern, bis er ein völlig eigenes Zeitempfinden hat. Kinder beginnen erst ein geregeltes Zeitempfinden zu entwickeln im Alter von 8-10 Jahren. Er ist also ganz normal, er muss es noch nicht können.

Nur weil er die Uhr lesen kann und weiß, dass er um 9Uhr beim Unterricht sein muss, bedeutet das nicht, dass er fühlt wie lange eine Stunde ist oder 20min.

Wenn er Dinge vergisst, übe mit ihm gebetsmühlenartig Listen im Kopf vorher duchzugehen. Bzw. dass er schon vorhandene Listen zu anderen Zeiten duchgeht. Anstatt sich vorm Losgehen zu fragen, wass noch im Rucksack ist oder hineingehört muss er üben genau das nach der Schule oer am Abend zu machen.

Beitrag von farina76 09.04.11 - 22:27 Uhr

Ich würde mich da langsam rantasten.

Wieviel mußte er denn vorher Verantwortung übernehmen. Ich weiß nicht wie es bei euch ist. Stelle aber oft fest dass viele Eltern lange alles für ihre Kinder übernehmen und dann von heute auf morgen feststellen, huch, jetzt ist er aber groß, jetzt müßte er das doch können.

Meine Tochter ist 6 und ich fange jetzt langsam an. Sie hat ne Uhr und muß wenn sie alleine unterwegs ist alle Stunde zu Hause Hallo sagen. Genauso wenn sie Flöte hat. Dann erinner ich sie ne halbe Stunde vorher dass sie wenn der große Zeiger auf der 4 ist anfangen muß ihre Sachen zu packen und Schuhe anzuziehen. Wenn ich merke sie ist sehr abgelenkt ermahn ich zwischendrin sie soll mal auf die Uhr schauen.

Selbständigkeit ist ein Prozess. Führ ihn langsam dahin. Zeig ihm Vorteile. Wenn meine Tochter das gut macht dann kann sie auch bis kurz vor Flöte draußen spielen. Legt ihre Flötensachen raus und schnappt sich dann 5 vor ihren Roller und fährt alleine hin (ist bei uns in der Siedlung). Ich schau aber immer aus dem Fenster ob das auch klappt. Ich hab ihr gesagt wenns nicht klappt dann muß sie halt die letzte halbe Stunde drinnen bleiben weil ich keine Lust hab rauszurennen und sie loszuschicken, dann schick ich sie von zu Hause los. Das zieht, mehr Freiheit gegen mehr Verantwortungsbewußtsein. Wie sagt man so schön Neudeutsch: Eine Win-Win Situation :-p

LG Sabine

Beitrag von bambolina 09.04.11 - 23:48 Uhr

Hallo Tweety,

mein Sohn ist 9, 4. Klasse - ich verlange nicht, dass er auf die Uhr schaut und seine Zeit selbst einplant, aber wenn ich sage in ner halbe Stunde geht es los, zieh dich an, richte dein Zeug, dann klappt das auch.

Ganz selten muss ich morgens früher aus dem Haus, als seine Schule beginnt. Wenn ich ihm erkläre in 15 Minuten muss er los - funktionierte bisher immer problemlos.

Schulranzen richten, Turnsachen einpacken, mir mittteilen, dass das Matheheft bald vollgeschrieben ist, sein Mäppchen in Schuss halten - eben für seine Sachen, dafür ist er selbst verantwortlich.

Klar vergisst meiner auch mal was, aber wenn er dann die HA nicht machen kann, weil er das Buch in der Schule hat liegen lassen, kriegt er den Anschiss - nicht ich ;-) Das ist verdammt lernfördernd...

Wenn er raus gehen will, muss er sein Handy mit nehmen und den Schlüssel. Ich bin gehbehindert und kann nicht ne halbe Stunde durch die Gegend laufen und ihn suchen, falls er nach Hause muss.

Es funzt nicht immer alles 100 pro, aber es wird immer besser und für seine 9 Jahre macht er es gut.

lg bambolina

Beitrag von jazzbassist 10.04.11 - 00:31 Uhr

Sie sollten Ihrem Sohn nur das zumuten, was er selbst auch leisten kann. Momentan scheint er das, was Sie von ihm verlangen, einfach noch nicht zu können. Ich finde das jetzt gar nicht so tragisch; Kinder haben halt oftmals andere Prioritäten und ja schließlich auch Eltern, auf die sie sich verlassen können. Die dann notfalls um 8:50 Uhr doch noch mal bescheid sagen, dass gleich der Kommunionsunterricht losgeht. Ich würde ihn einfach an diese Termine erinnern und ihn da nicht auflaufen lassen - irgendwann kommen die ohnehin in die Pubertät, und, dann heißt es nur noch: »Jaha, ich bin doch nicht doof; ich bin kein Kind mehr; lass mich in ruhe; ich weiß etc.«

Sofern Sie selbst das stört, wäre meine Konsequenz … das wird jetzt ganz banal klingen … aber - meine Konsequenz wäre, einem Kind das einfach beizubringen. Ich würde da mit den Terminen einfach mal anfangen. Kaufen Sie ihm einen schönen Kinderkalender, der interessant aussieht; irgendwas zum Abreißen oder Umklappen etc. Und tragen dort jeden Monat mit ihm zusammen seine Termine ein. Kommunionsunterricht, Judotrainig, Klavierunterricht, Muttertag etc. Und, bringen diesen Kalender irgendwo in seinem Kinderzimmer an, wo er ihn gut sehen kann. Bei einigen Kindern ist das der Schreibtisch - bei anderen die Zimmertür.

Dann würde ich ihrem Sohn eine ganz ganz tolle Kinderarmbanduhr kaufen, die auch eine Alarmfunktion hat. Und diese »Terminplanung« dann einfach in das Abendritual einbauen. Also, bevor es ins Bett geht, schauen Mama und Kind noch einmal gemeinsam in den Kinderkalender, ob es am nächsten Tag irgendwelche Termine gibt, und, wenn es am nächsten Tag irgendwelche Termine gibt, programmiert man die einfach gemeinsam als Alarm in die Uhr ein. So, dass, wenn die Uhr dann um 8:40 Uhr piepst, dass Kind weiß, jetzt mit dem Spielen aufhören zu müssen, die Sachen zu packen und zum Kommunionsunterricht zu gehen. Und, wenn es das nicht weiß, kann es immer noch auf dem Kalender gucken, um herauszufinden, warum die Uhr jetzt schon wieder beim spielen stört. Und - wie eigentlich alles in Leben sind es dann diese täglichen Wiederholungen am Abend; bis das für ein Kind ganz einfach selbstverständlich wird.

Wenn er Schulsachen vergisst, würde ich hier einfach mal mit der Lehrerin besprechen, wie man auch dieses Problem am einfachsten lösen kann. Vielleicht braucht Ihr Sohn wirklich noch so eine Art Hausaufgabenheft und eine Lehrerin, die ihn daran erinnert, dort doch bitte reinzuschreiben, dass er morgen noch ein Foto braucht. Und, zum Abendritual könnte dann auch gehören, doch mal gemeinsam mit der Mama in dieses Hausaufgabenheft zu schauen, ob man nicht doch noch etwas vergessen hat. Auch hier wird dann die tägliche Wiederholung dafür sorgen, bis das für ein Kind irgendwann selbstverständlich wird. Manche Kinder kriegen solche Sachen ohne Hilfe ziemlich mühelos hin; manchen Kindern ist das nur einfach egal - die kriegt man dann oftmals, in dem man sie auflaufen lässt; und - vielleicht braucht ihr Sohn hier einfach nur konkrete Problemlösungsstrategien.

Meiner ist … naja ... also, Termine versäumen tut er nicht, aber … er macht immer alles auf dem letzten Drücker, was mich auch schön öfters in den Wahnsinn getrieben hat. Ich hab’ mich da irgendwann dran gewöhnt - ist für Eltern auch eine Möglichkeit, solche Probleme zu meistern #huepf.

Beitrag von rienchen77 10.04.11 - 08:39 Uhr

meine Tochter ist 10. ich rufe rechtzeitig nach ihr....sage ihr sie soll alles zusammenpacken und sich langsam fertig machen...sie hat auch kein Zeitgefühl...manchmal ärgert mich das auch ein wenig...aber ab und an klappt es auch mal von allein...

Beitrag von elofant 10.04.11 - 08:42 Uhr

Welche Konsequenzen sollte es denn geben??

Manch Erwachsener schafft es nicht, seine Zeit zu planen, pünktlich zu sein etc.
Ich finde, dass es schon ein wenig viel verlangt ist, von einem 9jährigen, das zu können. Das ist noch ein Kind!

Mit 11 oder vielleicht 12 würd ich sagen, ok. Dann sollte er es wenigstens grob einschätzen können.

Beitrag von brotli 11.04.11 - 10:31 Uhr

hallo

.......ansonsten ist er super, schreibt nur 1er und 2er.........
naja was willst du denn alles von nem 9 jährigen?
wenn er in allem nur toll wäre, bräuchte er dich ja nicht mehr dafür ist man erst 9 jahre alt und hat eine mama.


ich denke du überforderst ihn mit deinen wünschen und er bekommt es nunmal nicht auf die reihe.
meine tochter bekommt morgens von mir gesagt, du...in 10 minuten musst du los, ...so ganz nebenbei während ich den kaffee koche.und...sie fährt zur arbeit!
worin siehst du denn dein problem?du sitzt neben ihm und läßt ihn auflaufen? naja, dazu sag ich mal gar nichts.

um 9 solte er los und um 8.50 spielte er noch. klar er spielt noch.....und hat noch nicht den kopf eines erwachsenen. und selbst einige erwachsene haben nicht immer ein zeitgefühl oder vergessen die zeit.


mein sohn, 7 jahre, hat eine riesen ! uhr im blick morgens , hab ich aufgehängt seit er zur schule geht und 10 minuten bevor wir losgehen, sag ich immer, guck bitte........noch genau 10 minuten , hier liegt deine jacke zieh sie dann an ja.....
man tastet sich ran , aber immer soweit wie das kind es schon schafft und jemanden erinnern hat einfach was mit einem miteinander zutun und nicht mit "ichbingenervt" und verantwortung.

und frag ihn einfach am abend nochmal, ob er an alle schulsachen gedacht hat oder noch was fehlt, dann kann er noch überlegen und nachsehn.
l.g.