Mein Sohn eine Klette? Lang

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von niana 10.04.11 - 04:41 Uhr

Hallo meine Lieben, ich brauche jetzt doch mal euren Rat.

Es geht um meinen Sohn, er ist 3 Jahre und eine furchtbare Klette, allerdings nur wenn andere Leute dabei sind, besonders Kinder!
Zuhause ist er ganz anders. Er kann sich toll alleine beschäftigen und spielt auch mit mir wunderschön zusammen.
Aber sobald wir Oma oder sonst wen besuchen, oder Besuch bekommen ändert er sich sofort.
Er hängt nur an mir oder seinem Papa, er läuft dann nur an der Hand, will am liebsten nur auf den Arm. Er weint und Brüllt wenn ihm seine Oma oder seine Nichte zu nah kommen.
Oma traut sich schon gar nicht mehr an ihn ran um ihn nicht zu drängen.
Selbst auf dem Spielplatz ist er genauso, wenn ein anderes Kind mit ihm spielen möchte rennt er weg.
Vorgestern hat ein anderer, deutlich kleinerer Junge seinen Ball aufgehoben. Mein Sohn rennt natürlich heulend zu mir, und als der Junge zurück kam um ihn zurück zu geben reißt er dem Jungen den Ball aus der Hand und wirft ihn auf den Boden.(zum Glück nur den Ball)

So grob und unfreundlich kenne ich ihn nicht! Er hat früher immer soo lieb mit anderen gespielt.

Ich muss ihm alles vor laufen, vor krabbeln. Jeder Indoorspielplatz Besuch endet für mich mit wunden Knien...
Gestern wieder, ich bin mit meine SM und Krümel einkaufen gefahren. In den 30 Sekunden zwischen ihn anschnallen, Tür zu, meine Tür auf und hinsetzen hat er schon ein Tara gemacht als gings zum Schlachter!
Ich weiß echt nicht was los ist. Bis zu seinem 2ten Jahr war er nie ängstlich, danach war er zwar schüchtern, hat sich aber immer schnell „eingelebt“ seit seinem 3ten geb. ist das jetzt so schlimm.
Es gab auch keine vor fälle, nichts was das für mich erklärt.
Seltsamerweise, wenn wir zu dritt unterwegs sind, Mama, Papa und er, oder auch nur Mama oder Papa hat er keine Angst.
Ich stehe echt vor einem Rätsel.

Es kommt mir auch teilweise vor als wäre er aus irgend nem Grund super trotzig. Sobald jemand ihn was fragt bekommt dieser ein ganz und gar nicht ängstliches NEIN entgegen geschmettert.

Kein Kind möchte mit ihm Spielen, Oma ist super Traurig, und seine gleichaltrige Nichte ist schon ganz frustriert, da sie sich immer so viel mühe gibt nett zu ihm zu sein das er mit ihr Spielt aber er blufft sie immer nur an weg zu gehen :( , Übrigens es gibt durchaus Tage wo die beiden super toll mit einander Spielen, was aber der Auslöser dafür ist weiß ich nicht. Und die Tage sind auch furchtbar rar.

Ich will gar nicht wissen wie das wird wenn er im Sommer in den Kindergarten kommt!

Ach eins gibt’s noch. Es gibt noch eine Person die er mag, mit dem er sogar selbstständig kuschelt, sein Opa.

Bitte helft mir! So sehr ich meinen Sohn auch liebe dieses Theater macht mich fertig, bin für jeden Tipp dankbar.
Falls jemand ein gutes Buch darüber kennt wäre ich übrigens auch sehr dankbar.

Lg. Niana (die mal gestern mal wieder viel zu früh auf dem Sofa eingeschlafen ist und jetzt Rückenschmerzen hat)

Beitrag von janamausi 10.04.11 - 09:52 Uhr

Hallo,

ich würde erst mal versuchen herauszufinden, ob er wirklich so schüchtern und ängstlich ist oder trotzig.

Könnte es sein, dass Du einfach zu viel für ihn machst und er will, dass Du ausschließlich Zeit für ihn hast? Ehrlich gesagt hab ich nie meiner Tochter vorgelaufen, vorgekrabelt oder hatte gar Wunde Knie nach einem Spielplatzbesuch.

Die Sache mit dem Ball hört sich für mich eher nach Trotz an und nicht nach Angst sonst hätte er nicht dem Jungen den Ball weggenommen und auf den Boden geworfen.

Und auch wenn meine Tochter eine Fremdelphase hatte, hab ich trotzdem meine Sachen gemacht. Wenn wir z.B. Besuch hatten und sie auf meinen Arm wollte, hab ich das gemacht, aber nur so lange es ging. Wenn ich z.B. Kaffee gekocht hab, ist sie mit in die Küche, aber ich hab sie nicht während des Kaffee machens auf dem Arm gehabt. D.h. sie konnte in meiner Nähe bleiben, aber ich hab mich nicht ausschließlich um sie gekümmert.

LG janamausi

Beitrag von niana 10.04.11 - 12:01 Uhr

Das ich zu viel für ihn mache befürchte ich langsam auch.
Auch denke ich das viel trotz dahinter steckt, nur weiß ich leider noch nicht genau wo die echte Angst anfängt und wo das Schmollen.
Im Moment versuche ich ihn ein wenig zu ignorieren wenn er so ist, das heißt er darf ja bei mir sein dann muss er aber neben mir sitzen und wenn er dann spielen will muss er eben alleine ins Kinderzimmer.
Das führt nur leider dazu das ich ein heulendes, schniefendes Kind neben mir sitzen hab, welches sich nicht in sein eigenes Zimmer traut da dort ein anderes Kind spielt.
Ob das was bringt weiß ich leider noch nicht. Aber sein geschniefe fängt mir an mächtig auf die nerven zu gehen, trotz aller liebe.

Beitrag von janamausi 10.04.11 - 20:19 Uhr

Hallo,

warum traut er sich denn nicht ins Kinderzimmer? Hat er wirklich Angst oder will er nur nicht?

Versuche es doch in kleinen Schritten. Geh erst mit ins Kinderzimmer aber halte dich im Hintergrund. So das er mit dir als Rückendeckung lernt mit anderen zu spielen bzw. mit anderen Kindern in einem Zimmer zusammen zu spielen. Auch würde ich langsam anfangen, erst nur ein Kind einladen und nicht gleich fünf :-)

Oder er kann ja, während Du Besuch hast, im Wohnzimmer in deiner Nähe spielen.

Wenn Du ihn jetzt sofort allein ins Kinderzimmer schickt - wenn du bisher die ganze Zeit mitgegangen bist - kann es nicht gut gehen.

Und auch im Indoorspielplatz kannst Du ja in der Nähe bleiben ohne dass Du mit ihm durch Röhren etc. krabbeln musst :-)

Auch am Spielplatz kannst Du dich ja am Sandkasten an den Rand setzen, so dass Du in der Nähe bist, aber musst nicht mit ihm durch den Sand robben...

LG janamausi

Beitrag von zahnweh 10.04.11 - 17:43 Uhr

Hallo,

wie reagierst du, wenn er zu dir kommt?
Warum krabbelst du ihm alles vor?


Hier ein paar Beispiele, wie es sein kann. Ob du euch darin wieder findest weiß ich nicht. Es gibt sicher noch mehr Möglichkeiten woran es liegen könnte...

Ich war selbst ein Kind, das lange Zeit Schutz bei Mama suchte.
Je mehr ich gedrängt wurde, desto schlimmer.

Meine Wunsch wäre gewesen, um mich - von selbst - zu lösen:
- Mama lässt mich auf ihren Schoß
- Mama kommentiert in keinster Weise, dass ich auf dem Schoß sitze
(sie soll nicht mit anderen drüber reden die dabei sind und sie soll mich einfach nur gewähren lassen ohne Trara)
- ohne Trara: kein: versuchs doch mal, probier doch mal, die ist doch ganz nett, die sind doch so lieb, schau da passiert nichts, schau so geht das ....

einfach machen lassen. Egal ob es 5 Minuten oder 3 Stunden dauerte. Je nach Tagesform.

Sie machte es immer grade umgekehrt:
- schau mal da sind andere Kinder
- warum sitzt du wieder auf meinem Schoß?
- nimmt mich hoch "aber nachher spielst du auch mal mit den anderen"
- deine Tante würde dich auch gerne mal auf den Schoß nehmen
- sie ist immer so und ich weiß echt nicht mehr was ich noch machen soll (autsch, das saß jedes mal)
- dieses innere Gefühl "sie muss doch endlich mal, weil sonst wird das niiie klappen". Auch wenn ich auf den Schoß durfte, ich konnte es trotzdem fühlen.

Meine hat solche Zeiten vereinzelt. Je nach Tagesform. Meistens lasse ich sie dann einfach bei mir auf dem Schoß (und wenn es den ganzen Besuch dauert). Sage allenfalls "macht nix. wenn sie bereit ist, wird sie sich schon melden" und siehe da. Manchmal taut sie sofort auf und manchmal erst beim nächsten mal.
Vorkrabbeln mache ich nicht. Entweder sie macht es oder sie lässt es. Ich stelle mich auf Wunsch daneben, aber vormachen. Nö. Wenn sie es will, wird sie es von sich aus machen.

Sie darf jederzeit auf den Schoß, Mama tanken ist immer möglich.
Von 2 - 2,5 Jahre klebte sie NUR an mir. Ohne Pause. Selbst die engsten Bezugspersonen gingen nicht ohne Mama. Ich hab sie gelassen und es ging vorüber. Je angespannter ich deswegen war, desto mehr hing sie an mir. Je lockerer ich blieb, desto mehr ließ sie locker und traute sich mehr.


Einige ihrer Freunde waren lange Zeit nur an Mama interessiert. Die, die dazu gedrängt wurden alleine was zu machen, wollen jetzt auch auf Mamas Schoß und immer wieder und weigern sich etwas alleine mit anderen Kindern zu machen.
Die die Nähe tanken durften. Ohne Kommentare oder Befürchtungen, dass das ewig so bleiben wird, sind von sich aus lockerer geworden.


Im Kindergarten ist meine eine Beobachterin. Sie geht oft auf andere zu, aber braucht auch eine vertraute Rückzugsmöglichkeit wo sie ungestört ist. Die hat sie sich gleich am Anfang ausgesucht und da "versteckt" sie sich, wenn es ihr zu viel wird, spielt vor sich hin und beobachtet alles ganz genau (sie wird von der Erzieherinnen gelassen!). Wenn sie wieder dazu bereit ist, kommt sie vor und geht offen auf alle zu.

Beitrag von niana 10.04.11 - 20:28 Uhr

Wenn er zu mir kommt nehme ich ihn auch hoch. Also ich bin schon für ihn da
Das mit dem vor krabbeln ist auch nicht so ganz auf meinem Mist gewachsen. Er möchte ja das ich mitkomme. Er nimmt meine Hand sagt: komm Mama, und will dann auch spielen.
Also es ist nicht so als würde ich ihn zwingen, er möchte ja, nur muss ich immer mit und immer zuerst. Was leider aber nicht heißt das er dann auch nachkommt. Oft hockt er dann immer noch da und kräht nach Hilfe, selbst wenn er den gleichen weg schon 2 Minuten zuvor alleine geschafft hat.

Wäre er nur Fremden gegenüber so, dann wäre das auch ok, aber bis.. ich glaub Oktober letzten Jahres war er 1 mal die Woche allein bei seiner Oma und Nichte und es gab nie Probleme.

Ich habe ihn ja immer getröstet und war für ihn da, aber irgendwie, je mehr ich mich in solchen Sachen um ihn kümmere umso mehr scheint er sich da rein zu steigern.

Ich muss mittlerweile auch teilweise echt die Zähne zusammen beißen, wäre er ja wenigstens dann auch schüchtern still, aber er wird dann ja richtig Pampig .Es gibt dann immer nur NEIN NEIN NEIN und alles was er bekommt, (auch wenn ich es ihm gebe) landet auf dem Boden.

Beitrag von redrose123 11.04.11 - 10:18 Uhr

Wie schon geschrieben, vieeicht nimmst du Ihm zuviel ab, wenn er nicht will im Indoor Spielplatz soll er mti dem Spielen was er will, wenn es nichts ist wieso geht Ihr hin?

Beitrag von marion2 11.04.11 - 10:48 Uhr

Hallo,

es hilft, wenn du ruhig und gelassen bleibst.

Auf den Knien rutschen würd ich nun nicht... da würde ich mich hinsetzen und warten, bis dem Kind langweilig wird.

Versuch Gelduld zu haben. Das wird schon wieder. Vermeide, ihn auf fremde Menschen zu zuschieben.

Gruß Marion

Beitrag von optimista 12.04.11 - 18:39 Uhr

Hallo,
in sachen guduld stimme ich marion voll zu
aber wenn sich das kind einfach generell zu wenig zutraut, könnnen auch bachblüten ( bitte einfach mal googeln oder beim heilpraktiker besorgen, wirken sanft , zum bsp. die Bachblüte LARCH für mehr selbstvertrauen , ASPEN für unterschwellige angst.....etc. die würde ich als betroffene erwachsne dann auch gleich mitnehmen ) und ich würde das kind loben und mit ihm zusammen ein passendes aufbauendes buch lesen wie z.bsp. das kinderbuch "Nur weil ich klein bin, bin ich doch nicht doof" denn das wichtigtse ist, dass sich das kind geliebt fühlt, auch wenn es sich - noch - nicht sooo viel zutraut. jeder hat seine geschwindigkeit und jedes kind will zuallllllererst angenommen und geliebt sein.
alles gute
;-)

Beitrag von weisefrau 13.04.11 - 13:38 Uhr

Hallo liebe Niana,
lächelnd sitze ich am PC, nicht weil ich Dich auslache, sondern weil ich dasselbe erlebt habe vor 18 Jahren mit meinem nun 21jährigen Sohn. Er hat eine Zwillingsschwester, die im Altern von 3 Jahren wesentlich selbstständiger war, als er - trotz gleicher Erziehung.
Solche "Dramen" habe ich auch erlebt, dass er z.B. unbedingt zum Kinderturnen wollte, dann aber am Rand auf meinem Schoß saß und nur zuschaute, wie seine Zwillingsschwester und seine 2 Jahre ältere Schwester mitmachten. Wenn ich versuchte, ihn einfach dort zu lassen heulte er los und lief mir nach.

Ich kann nur empfehlen, ihm so lange Geborgenheit und Schutz zu geben, bis er ihn nicht mehr braucht. Das aggressive Verhalten hat wahrscheinlich mit Ängsten und Überforderung zu tun.

Wir haben dann Spielplätze aller Art gemieden und sind eher raus in die Natur, wo er sich oft von uns entfernte, ohne Angst.

Heute ist er ein selbstbewusster, sportlicher junger Mann, der auch Nein sagen kann. Das ist in der heutigen Zeit wichtiger als einen bequemen Ja-Sager. Er hat sehr viele Freunde und auch regelmäßig Partnerinnen.

Also keine Sorge. Er verhält sich eher normal und sucht seine Grenzen im Familienkreis schon. Viele Kinder, die die Sicherheit und Grenzen da nicht finden, suchen sie in einer "Sucht".

Die Energie-Investition wird sich also auf lange Sicht sicher lohnen.

Und ich pflichte einer anderen Antwort bei. Jedes Kind, das sich abgeschoben fühlt, wird klammern. Jedes, dem man Zeit und Geborgenheit in Fülle schenkt, wird sich irgendwann auch überall sicher fühlen auf der ganzen Welt.

Ganz herzliche Grüße
von weise Frau


Beitrag von mo-ch 13.04.11 - 16:19 Uhr

Hallo niana,

ich schließe mich den anderen an, vor allem zahnweh. Das Gefühl, das beim Kind ankommt, ist viel wichtiger als die Worte; vermutlich merkt dein Sohn, dass es dich so nervt, dass er so anhänglich ist, fühlt sich (bzw. seinen anhänglichen Teil) dadurch abgelehnt und klammert umso mehr - ein Teufelskreis.

Ich finde es auf jeden Fall super, dass du dich so um deinen Sohn kümmerst und dir auch über die Hintergründe Gedanken machst und dich bemühst, ihn zu verstehen und ihm zu helfen!

Einen konkreten Tipp zu geben finde ich schwierig, da so Beschreibungen immer nur einen kurzen und einseitig geschriebenen Einblick gewähren (auch wenn schon relativ ausführlich, aber doch ein winziger Ausschnitt aus dem Leben und "nur" aus deiner Perspektive; vielleicht fällt jemand anderem anderes auf oder ist anderes wichtig?) und jeder Mensch und jede Familie anders ist. Bei jedem Kind sollte man individuell überlegen und ausprobieren - immer zugunsten des Kindes! Also z.B. nicht "ich lass ihn jetzt einfach mal allein sitzen und heulen, vielleicht klappt das" - würde das Kind allein zurecht kommen, würde es nicht klammern und heulen.

Mir fällt aber noch ein, dass es zudem sein könnte, dass er sich in einer Selbständigkeitsphase o.ä. befindet bzw. dass er sich selbst verändert (wahrnimmt) und oft nicht weiß, was er will oder fühlt und sich dadurch widersprüchlich verhält. Sein Verhalten spiegelt also vielleicht seine innere Unsicherheit wieder.
Wenn du z.B. nicht mitkrabbeln willst (also Dinge, die dein Sohn machen will, du aber nicht), dann sag ihm das, also sag ihm, was du willst oder was nicht, auch wenn das was anderes ist, als er will (damit meine ich nicht "schimpfen", sondern freundlich und einfühlsam erklären, aber klar und deutlich); er lernt, dass andere einen eigenen Willen haben und vielleicht kannst du ihm dabei helfen zu erkennen, was er will und ihn dabei unterstützen. Ihm also zeigen, dass du voll hinter ihm stehst und er jederzeit zu dir kommen kann, dass du aber nicht er bist, sondern ein eigenständiger Mensch, so wie er.
Versuche weiterhin, dich in ihn einzufühlen und deine Gedanken bzw. was du meinst, dass er will oder fühlt, auch zu verbalisieren. So lernt er sich und dich besser kennen und verstehen.
Er macht das nicht, um dich oder andere zu ärgern, sondern weil er nicht anders kann. Er wird lernen, seine Gefühle zu erkennen und deuten und sich positiver zu verhalten.

Alles Liebe,
Mo

P.S.: Bücher, die ich empfehlen kann, wenn sie auch keine konkrete Antwort zu dieser speziellen Frage sind, aber im Großen und Ganzen schon auch: "In Liebe wachsen" von Carlos Gonzalès und "Dein kompetentes Kind" von Jesper Juul. Die fallen mir spontan ein.

P.P.S.: Ein ähnliches Verhalten zeigen viele Kinder in dem Alter, er ist also kein Außenseiter oder verhält soch total auffällig und anormal; die einen sind so, die andern so, es ist aber alles ok.

Beitrag von franzi_smile 14.04.11 - 09:18 Uhr

Hallo,

ich seh das ähnlich. Dein Sohn hat irgendwann ein Verhaltensmuster aufgebaut (schüchtern) und hat gemerkt, dass er damit mehr Nähe zu Mama bekommt. Je mehr Trara er macht, desto mehr beschäftigst du dich mit ihm (siehe Indoor-Spielplatz und Vorklettern).

Für mich gibt es da genau zwei Möglichkeiten raus:

1.) Die sanfte Variante, die viel Nerven und unter Umständen furchtbar viel Zeit kostet. Bis zur Schule MÜSST ihr das aber hinbekommen.

2.) Die absolut konsequente Variante. Du bietest ihm an: Indoor-Spielplatz. Er spielt nicht. Konsequenz: Ihr geht wieder. Es gibt kein Spiel.

Das ist vergleichbar mit der viel diskutierten Abstill-Debatte. Ein Kind, das nicht abgestillt werden will, kannst du sanft versuchen zu überreden und dan unter Umständen, bis es 10 ist. Oder (hab ich auch schon oft gehört) du lässt es drei Tage konsequent NICHT an deine Brust (kein Liebesentzug: Gekuschelt wird ja trotzdem).

So würde ich es bei deinem Sohn auch machen:

Was machst du, wenn du ihn anschnallst und die Autotür zumachst? Wie du geschrieben hast, dauert es 3 Sekunden, bis du eingestiegen bist. WIESO? Jeder normale, nicht gestresste Mensch braucht mindestens 10 Sekunden. Das solltest du auch machen. Seine Ausraster sollten einfach KEINE Konsequenz in seinem Sinne haben: Wenn ich brülle, steigt Mama schneller ein.

Wenn du diese Kette konqequent durchbrichst und am Ende dieser Entwicklung noch einen drauf setzt (z.B. 1 Stunde Spielgruppe am Tag OHNE Mama), dann kannst du von Erzeihung und Förderung deines Kindes sprechen und wirst furchtbar stolz auf dich und deine Maus sein!!!!

Beitrag von mo-ch 14.04.11 - 23:33 Uhr

Hallo franzi-smile,

diese Ansicht finde ich nicht ähnlich, dann hast du meinen Beitrag vermutlich falsch verstanden.

Was ich sagen wollte, war, dass es wichtig ist, auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen und das Kind dann und so schnell selbständig werden lassen, wie es dafür bereit ist. Man sollte es also zu nichts drängen, sondern ihm im Gegenteil zeigen, dass es ok ist, dass er noch mehr Nähe braucht und vor allem, dass seine Gefühle ok sind und dass sich das Kind angenommen fühlt, so wie es ist, und nicht ignoriert wird oder dass es sich ändern muss, um geliebt zu sein und Nähe zu erhalten.

Dem Kind zu zeigen, dass es mit seinem Verhalten nichts erreicht bzw. eher das Gegenteil, nämlich noch mehr Distanz/Abschieben, zeigt dem Kind nur, dass es angeblich verkehrt ist und verletzt sein Selbstbewusstsein (bzw. hindert das Kind, es zu erlangen) und seine Würde. Daher sehe ich das nicht als Erziehung, auf die man stolz sein kann, sondern als unsensibles und ignorantes Verhalten ("ich weiß, dass du willst, dass ich zu dir komme, aber jetzt komme ich erst recht nicht, ätsch"). Liebe und Zuneigung kommen weniger durch Worte als durch Taten an.

Hm, war jetzt vielleicht etwas krass ausgedrückt, aber vielleicht ist es so verständlicher...

"Liebe den andern dann am meisten, wenn er es am wenigsten verdient zu haben scheint, denn dann benötigt er es am meisten."

In diesem Sinne - viele Grüße #winke