Mein Kumpel wiegt über 220kg und meint er muss den Hungertod leiden...

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Beitrag von manu582 10.04.11 - 10:13 Uhr

Huhu Leute,
ich hab einen Kumpel, dem ich glaube schon seit Ewigkeiten versuche zum Abnehmen zu bewegen. Er ist 32Jahre und wiegt ca 220kg, ist verlobt, möchte Kinder... der Arzt meinte schon zu ihm, wenn er nix macht wird er die 40 nicht erreichen. Er jammert rum das er sich nicht so bewegen kann, dann das Wasser in den Gliedmaßen, aber jedes mal wenn ich da bin und seh sein Speiseplan krieg ich schlechte Laune. Zum Frühstück gibt es erstmal Kuchen (sehr gesund... er brauch ja Energie), über den Tag kommt er mit Snakes, Mc Doof und auch gerne mal Pizza bestellen tut er auch. Er sagt, hungrig geht es ihm schlecht. Sein Versuch abzunehmen bestand darin gar nix zu essen #aerger, nu frisst er mehr als vorher. Dann schimpft er,das er nur 3 Wochen Abnehmkur bekommen hat, aber hat sich daheim auch nicht die Mühe gemacht das umzusetzen was er da gelernt hat. Na ja, und dann seine Idee von der Magenverkleinerung, die er erst bekommen würde wenn er noch ... kg verloren hat, das schafft er nie wenn er nix macht. Dann schiebt er die Schuld von seinem Übergewicht auf eine Fehlfunktion seiner Schilddrüse... mag ja sein, aber da gibt es Medikamente und er müsste ja erstmal zum Arzt gehen. Mit seiner Verlobten hab ich auch schon mal gesprochen "Ein bisschen Kuchen schadet doch nicht und ich kann ihn doch nicht so leiden sehen...", war ihre Aussage #augen .
Nun zu meiner eigentlichen Frage, ich weiß wenn man abnehmen will, sollte man immer ein bisschen weniger kilokalorien zu sich nehmen als man braucht, besser gesagt, weniger Energie als man braucht. Aber wie ist das nun bei jemand der 220kg hat? Selbst wenn er weniger "Energie" zu sich nimmt, zerrt doch sein Körper an den Reseven, die ja bei der Masse... massenhaft da sind, das würde ja ewig dauern. Ich hab ihm schon so oft gesagt er soll mal zum Doc sich durchchecken lassen und sich auch beraten lassen. Ich hab meinen Kumpel sehr gern und mag nicht in ein paar Jahren aufgrund seines Übergewichts an seinem Grab stehen.
Gruß Manu

Beitrag von schwilis1 10.04.11 - 10:21 Uhr

Manu, dein Bestreben ihm zu helfen ehrt sich. aber wie sehr will ER wirklich die Veränderung. und was wichtiger ist, warum ist er so schwer geworden? er braucht wahrscheinlich nicht nur einen arzt sondern ebenso einen Psychologen.
Ich hab eine sehr gute Freundin, sie ist zwar sehrschlank, isst aber immer riesen riesen Mengen weil sie wikrlich das Gefühl hat sie verhungert. wenn sie jetzt keine 4 Brötchen isst, dann verhungert sie schlichtweg.
bei ihr ist es ganz klar psychischer Hunger (ja wir haben uns in therapie kennengelernt) der sich eben auf physischer ebene manifestiert und da hilft keine Portionslehre und kein Kalorienzählen...
Ich denke immer, ein Menshc dem es gut geht, der wird nicht zulassen, dass er sich so krank isst, oder krank hungert ( das andere extrem)

Wenn er Hilfe moechte, soll er sich an seinen hautarzt wenden, der soll ihn an alle moeglichen stellen überweisen und eine Kur mit PSychotherapie in die Wege leiden.

Beitrag von lene77 10.04.11 - 11:43 Uhr

Wenn er nicht abnehmen will, will er nicht ... Ich meine, was kannst Du machen? Ihn einsperren und mit Salat füttern?
Du kannst vielleicht versuchen seine Verlobte dahingehend zu "bearbeiten" das sie ihm auch sagt er solle für sich und seine Gesundheit die Notbremse in punkto Essen ziehen.
Wenn er so einen Rückhalt von seiner Verlobten hat und sie ihm auch noch den Kuchen am Morgen zugesteht ist das doch für ihn wahrscheinlich der Himmel auf Erden ... Er mag Schmerzen haben durch das Gewicht, aber dann scheint sein Leiden noch nicht groß genug und die Schmerzen noch erträglich zu sein ...

Jemand der so viel wiegt hat auch einen viel höheren Grundumsatz#aha
Nehmen wir mal an er hat einen ungefähren Grundumsatz von 3600kcal und bewegt sich kaum, hat dann einen Gesamtenergieumsatz von ca. 4400kcal, wenn er nun jeden Tag um die 3000kcal zu sich nimmt (das ist ordentlich viel!) wird er abnehmen. Er könnte am Tag so zb. 6 BigMac (ist natürlich nur ein "ungesundes" Beispiel um zu verdeutlichen was 3000kcal sind) essen und würde dabei noch abnehmen. Und je nach Gewichtsverlust müsste man dann seine Kalorienzufuhr weiter anpassen ...

Aber wie gesagt, das muss er selber wollen ... und am Besten wäre wenn Du versuchen würdest seiner Verlobten ins Gewissen zu reden ...


LG, Lena

Beitrag von manu582 10.04.11 - 12:20 Uhr

Er jammert selber das er sich nicht bewegen kann wie er möchte, hat Wasser in den Knochen, der Rücken hat schon sehr gelitten, genau wie die Knie. All seine Autos gehen auf dauer unter seiner Last kaputt, nun hat er wieder ein neues, mit der Aussage... nun nimmer er wieder ab weil er raus kommt.
Er hat nur halt keine Lust von selber was zu machen, hab ihm schon angeboten das wir mal in die Schwimmhalle gehen, abends wenn kaum einer da ist. Er war stolz drauf bei seiner 3 Wochenkur abgenommen zu haben, hab ihm auch gesagt auch wenn er nur 3 Wochen genehmigt bekommen hat, soll er das einfach weiter führen mit dem Essen was er da gelernt hat. Klingt vielleicht doof, aber seiner Verlobten geb ich schon ein bisschen die Schuld mit, schließlich schafft sie es ja nie nein zu sagen. Als beide mal getrennt waren und ich viel mit meinem Kumpel gemacht hab, hat er auch ma gesundes Essen kennen gelernt, kann man so sagen... und es hat geschmeckt, nur er kocht nicht und sie nur das olle fettige Zeug. Hab schon stundenlang mit ihr drüber geredet... und mehr als ja macht sie, kam nicht, find das schon traurig.

Beitrag von sunnysunshine1984 10.04.11 - 13:56 Uhr

Hallo,

ich möchte mal als "Dicke" meinen Senf dazu geben.
Dass du die Schuld auch ein bisschen an seiner Verlobten suchst, verstehe ich. Mich würde interessieren, warum er nicht kocht?! Weil ers noch nie gemacht hat, weil er arbeiten geht und meint, dass das dann Frauensache ist?! Wieso ist das so?

Ich kann dir sagen, wie solche Fitnesseinladungen auf mich, mit ehemals über 120kg, gewirkt hätten..... #schock#schock#hicks#schwitz <<-- ungefähr so.

Das problem ist, dass man sich nicht richtig bewegen kann, dass man versagt, bzw. das gefühl hat, man versagt im Vergleich zu anderen. Ergo: noch mehr Frustfressen.

Ich bin auch ein Typ, der früher 4 Brötchen zum Frühstück vertilgt hat... ohne Probleme. Auch ich hätte, wenns gegeben hätte, Kuchen zum Frühstück gegessen... auch ich liebe Pizza. Mich wundert es im nachhinein, dass ich nicht mehr gewogen habe, bei dem ganzen "Kram", den man den Tag über isst... Es ist erschreckend.

Aber das alles kann einem nur auffallen und vor allem ändern, wenn es wirklich und ganz ehrlich KLICK macht. Und es ist auch keine Entschuldigung, dass ja seine Verlobte kocht. Wenn er wollte, könnte er das sicher selbst tun!

Als dünner oder normalgewichtiger Mensch kann man sich nicht vorstellen, dass man nach einem riesigen Mittagessen, nach einer stunde das gleiche nochmal essen könnte! Weil der Hunger wieder einsetzt!

Das Problem ist, dass er diese ganzen FastFoods, mit Zusatzstoffen, Zucker und schlechtem fett noch und nöcher in sich trägt und er selbst das ändern muss.

Bei mir hat es Klick gemacht..... das dachte ich auch schon etliche Male früher.. aber nun hat sich viel verändert. ich habe viel gelernt über meinen Körper, wie vieles zusammenhängt, was und wieviel der Körper braucht.

Ich mache seit 2 Monaten Metabolic Balance. zuerst ein "kalter Entzug" für 2 Tage mit Abführen. Das ist die Hölle. Aber wenn die 2 tage geschafft sind, hat er das schlimmste hinter sich. Denn danach tut er sich und seinem Körper nur noch gutes! Und es schmeckt.

Ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich mit "so wenig" Essen satt werde... Durch die Darmleerung erreicht man, dass kein heißhunger entsteht. Und den hatte ich bisher tatsächlich nicht.

Inzwischen sind 16 Kilos ohne Sport runter... ich fühle mich wesentlich besser, satt, ausgeglichen und will mich jetzt bewegen!

Wenn mich einer dazu drängen würde, würde ich schnell die Lust verlieren... aber jetzt kommt es von mir aus.

Empfehle ihm dieses Programm: metabolic-balance.de. Wenn er wirklich was tun will, dann tut er es... ansonsten kannst du ihm leider nicht helfen.

LG
Sunny

Beitrag von manu582 13.04.11 - 09:52 Uhr

Huhu,
er kocht nicht, weil das heißt das er am Herd stehen muss und er kann ja nicht so lange stehen, aber selbst da denk ich, kann man mit helfen, Kartoffeln schälen etc.
Ich hatte letztens im TV was zum Thema Übergewichtige und Abnehmen geschaut. Wo der eine nur noch 3-4l Wasser, einen Eiweißshake, einen Mineralshake, 1 Gurke und 2 Tomaten zu sich nehmen durfte. Er hatte in 20Tagen 40Liter Wasser verloren. D.h. nicht dass das mein Kumpel nun so machen soll, das war nur als Beispiel das man für jeden das passende finden kann. Aber ich hab zu ihm gemeint er solle mal zum Doc gehen, sich durchchecken lassen und dann gemeinsam mit ihm oder einer Ernährungsberatung eventuell etwas passendes für sich zusammenstellen lassen. Nichts essen, find ich auch falsch, wie er es ab und an gerne mal macht.
Danke auch für deinen Tipp. Ich werde einfach noch mal mit ihm reden. Möchte ungern so einen Kumpel verlieren.
Gruß Manu

Beitrag von mylittlelittlesecret 12.04.11 - 13:56 Uhr

Hallo Manu,

jemand der so viel Übergewicht hat, könnte auch Adipositas haben.
Das ist leider eine psychische Krankheit - eine Diät hilft kurz- oder mittelfristig.
Er muss zu einem Arzt, der sich mit dieser Krankheit (oder generell mit Essströrungen) auskennt und ihm Möglichkeiten aufzeigen kann.

Aber das klappt nur, wenn der Patient auch wirklich begriffen hat, dass er ein Problem hat.

Talula

Beitrag von manavgat 12.04.11 - 14:17 Uhr

Snakes


Er isst Schlangen!


Igitt.....


Gruß

Manavgat