Immer wieder sonntags.... Bitte um Rat

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von criseldis2006 10.04.11 - 12:00 Uhr

Hallo,

immer wieder sonntags ist bei uns die Hölle los.

Meine älteste Tochter (4,5 Jahre alt) dreht jeden Sonntag total ab.

Sie schreit rum, ärgert ihre Schwester bis zum letzten, lacht uns aus, lässt sich nichts sagen usw.

Und es ist wirklich immer nur sonntags. Unter der Woche und auch samstags ist sie ein ganz normales Kind, dass auch mal nicht hört usw., aber in diesem Ausmaß ist es echt nur sonntags.

Sie kann sich mit nichts beschäftigen, malen wir zusammen, hat sie nach 2 Strichen keine Lust mehr, spielen wir mit den Puppen, hat sie nach 2 min. keine Lust mehr usw. Egal was wir machen, nach zwei Minuten hat sie keine Lust mehr und sie möchte was anderes machen. Gehen wir in den Garten ist es genauso.

Ich habe schon gar keine Lust mehr sonntags einen Ausflug zu machen, weil sie sich so daneben benimmt.

Kennt ihr das??

Ich bin für jeden Ratschlag dankbar.

LG Heike

Beitrag von sternchen718 10.04.11 - 12:17 Uhr

Hallo Heike,

helfen kann ich dir nicht aber ich kenne deine Situation. Bei uns ist es der Freitag und manchmal das ganze Wochenende wo unser Sohn mittlerweile fast 11 völlig aufdreht und sich gelegentlich wie ein Irrer benimmt. Das geht so seit er ungefähr 3 Jahre alt ist.

Mittlweile gehe ich am Wochenende meinem Sohn aus dem Weg wo ich nur kann da es speziell bei uns beiden immer wieder eskaliert. Mein Mann ist da wohl etwas ruhiger.

Wir waren mit ihm schon bei der Erziehungsberatungsstelle und beim Kinderpsychologen da die ganz Situation nun schon über Jahre geht und zur Zeit geht er einmal die Woche zum einem Kindertherapeut.
Wir durften uns nun anhören das sein Verhalten positiv zu bewerten sei da er sich zu haus so wohl füllt das er seinen negativen Gefühlen freien lauf lassen kann. Du kannst dir nicht vorstellen wie unglaublich hilfreich diese Aussage war#augen

Manchmal denke ich wenn ich sein Verhalten in jungen Jahren kosequenter Angegangen wäre, dann wäre es vielleicht besser. Ich habe halt dann nachgegeben weil das Wetter zu schön war und ich auch nicht ständig die große Schwester mitbestrafen konnte. Ihn bei Oma oder so abgeben in der Zeit war auch nicht möglich.


Es ist eine total blöde Situation und ich hoffe für euch das es nur eine Phase ist wo wieder aufhört.

Ich bin auch sehr gespannt was du für Tipps bekommst

LG
Corinna

Beitrag von ma-lu 10.04.11 - 12:52 Uhr

Hallo Heike,

mein Ratschlag: raus, raus, raus an die frische Luft!

Bei uns war es ähnlich. Die Große (fast 4) hatte längere Zeit diesen Sonntagskoller, der Kleine (fast 2) fing dann auch an. Es wurde gehauen, beim Essen gematscht, Becher uabsichtlich umgeschmissen, gespielt wurd nicht (und wenn, dann nur mit Streitereien), und auf Mama und Papa gehört wurde auch nicht.
Früher, bei uns zu Hause, war das ähnlich. Meine Mutter hasste die Sonntage, und jetzt kann ich verstehen, warum. Ich allerdings habe für uns herausgefunden, dass Unternehmungen bzw. ein ritualisierter Sonntag sehr gut gegen diesen Sonntagskoller helfen. Sobald wir "in den Tag hineinleben", bricht das pure Chaos aus...
Inzwischen sieht unser Sonntag so aus:
Wir stehen gemeinsam mit den Kindern auf, die Kids werden angezogen und einer von uns geht mit beiden zum Bäcker. Dann wird gefrühstückt. Wenn alle fertig sind, gehen die Kinder auf die Couch und gucken den "Urlaubsfilm" (das ist das Video, welches wir während unseres letzten Urlaubs gedreht haben). Währenddessen räume ich den Tisch ab und mach' grob sauber. Danach geht einer von uns mit den Kids auf den Spielplatz (oder dreht ne Runde mit Lauf- und Dreirad), der andere bereitet das Mittagessen vor.
Um halb zwölf gibt's dann für die Kids Mittagessen, der Kleine geht schlafen, die Große guckt sich Bücher mit mir an oder hört CD. Nach dem Mittagsschlaf des Kleinen gehen wir alle raus (auch bei bescheidenem Wetter) und kommen erst abends wieder. Manchmal bin auch nur ich mit den Kids unterwegs, weil Papa noch Unterricht vorbereiten muss. Aber so lässt sich der Sonntag ganz gut und ohne größere Ausraster überleben. Und meine Aversion gegen den Sonntag hat sich auch gelegt, denn ich weiß jetzt auch, was mich erwartet. Dieses "schauen wir mal, was kommt" ohne Plan war für mich auch nix, und ich war eigentlich sonntags auch immer missgelaunt und aggressiv. Jetzt isses viiiiel besser geworden.

LG
Ma-Lu

Beitrag von ma-lu 10.04.11 - 12:55 Uhr

Ahhh... grr... jetzt hab' ich erst gelesen, dass sich deine Tochter auch bei Ausflügen daneben benimmt.... sorry....

Mein Gedanke: will sie vielleicht irgendwie die besondere Aufmerksamkeit ihres Vaters auf sich ziehen? Könnte es sein, dass sie sich so benimmt, damit er sie vermehrt wahrnimmt und sie gegen ihr kleines Geschwisterchen "ankommt"?
Bei uns hilft es manchmal, wenn wir getrennt was unternehmen. Papa und Große, Mama und Kleiner oder umgekehrt. Also uneingeschränkte Aufmerksamkeit für jedes Kind. Das hat schon oft einiges an Spannung rausgenommen.

LG
Ma-Lu

Beitrag von nana141080 10.04.11 - 13:00 Uhr

Hallo!

Für mich hört es sich an als wenn du versuchst, um jeden Preis, ein ruhiges Wochenende zu haben. Dafür bespaßt du deine Tochter und machst und tust....
Würde ich nicht tun. Dann soll sie doch mal langeweile haben. Na und!
Langeweile macht kreativ!

Also ich bin kein Animateur, meine Kinder langweilen sich auch oder drehen dann mal am "Rad" ;-) Tja, das ist dann eben so.
Auf Ausflügen ist es aber immer ok ;-)

Also, versuch doch mal die Langeweile einkehren zu lassen. Raus auf die Terrasse, Kaffee in die Hand, Sonnenliege raus und Kinder in Garten!

LG Nana

Beitrag von juliamonique 11.04.11 - 09:57 Uhr

kann dir nur zustimmen!

Beitrag von mary31 10.04.11 - 15:39 Uhr

Hi,

bei uns ist es meist ähnlich.

Ich würde Dir raten, vielleicht etwas mit ihr allein zu unternehmen an diesem Tag. Schwimmbad, Spielplatz, etwas besonderes alleine...dann ist sie ausgelastet..! Einfach vormittags 2-3 Stunden Alleinprogramm, nur für sie, mit einem Elternteil.

Wir machen das fast jeden Sonntag so und diese paar Stunden wirken Wunder.

LG Mary

Beitrag von mary31 10.04.11 - 15:45 Uhr

Ich gehe jetzt mal davon aus, das Deine Tochter sich bei Ausflügen mit der ganzen Familie daneben benimmt. So ist nämlich bei uns.

Beitrag von zahnweh 10.04.11 - 17:19 Uhr

Hallo,

bei uns ist es so, dass sich am Wochenende die ganze Spannung der Woche entlädt. Ich stehe Mo-Fr. unter Strom, alles organisieren und so und freue mich auf's Wochenende ohne diese Spannung.

Mein Kind, bekommt die ganze Woche diese Spannung ab + Kindergarten, der sehr anstregend ist + Unternehmungen wie Verein, Freunde treffen...

Ergebnis, am Wochenende platzen wir erst mal beide und unsere Wünsche kollidieren auch miteinander. Ich will ausschlafen (wenigstens liegen bleiben), sie steht um 7 Uhr auf und will früstücken. Ich möchte EINEN Tag in der Woche NICHT raus müssen (Garten im Sommer geht noch), sie will rauß! (Garten noch zu langweilig: für Sandkasten ist der Boden noch zu kalt trotz Sonne). Ich möchte Entspannung, mal nichts tun müssen. Sie will Mama tanken, von der sie unter der Woche nur wenig hat.

So prallen noch mehr Welten aufeinander.

Bei uns zu Hause war es umgekehrt: ich Kind wollte zu Hause bleiben, ausschlafen EINMAL in der Woche nichts tun (Mo-Fr. war Schule und tägliches Gezerre, auch samstags noch viele Erledigungen, teilweise Schule) und meine Mutter wollte uns Kindern was Tolles zeigen, was unternehmen das tolle Wetter nutzen...

Das führte auch zu Spannungen.



Bei meinem Kind und mir versuche ich nun einen gemeinsamen Nenner zu finden, der uns beiden gut tut. So dass wir uns beide vom Alltag und dem Dauerstress unter der Woche erholen können.

Das bedeutet: ich überwinde mich mit ihr rauszu gehen, weil sie sonst unerträglich wird - und ich auch.
Aber auch länger zu schlafen.

Also probiere ich gerade "Sonntags-Regeln" aufzustellen, die nur am Sonntag gelten, aber da auch verlässlich sind.

Gut geklappt hat: Reiswaffeln und Wasser ins Kinderzimmer stellen. Kind konnte früh aufstehen, vorfrühstücken und ich länger liegen bleiben. Später gemeinsames Frühstück in Ruhe.

Jeden Sonntag nachmittag rausgehen. Verlässlich. Allerdings spielte sie mit 2,5 Jahren noch sehr gern im Sandkasten und ausdauernd. Das reicht ihr jetzt nicht mehr aus (wenn die Rutsche kommt, hat sie da mehr Beschäftigung).


Die Idee einer meiner Vorschreiberinnen mit dem ritualisierten Sonntag finde ich super!
Vor allem wenn dann jeder ein Stück das bekommt, was jeder braucht.
Ich Ruhe, mein Kind Action. Wenn wir uns darauf verlassen können, dass wir das auch wirklich bekommen, sind wir dann letztlich entspannter und können leichter in die neue Woche starten.


"Sie kann sich mit nichts beschäftigen, malen wir zusammen, hat sie nach 2 Strichen keine Lust mehr, spielen wir mit den Puppen, hat sie nach 2 min. keine Lust mehr usw. Egal was wir machen, nach zwei Minuten hat sie keine Lust mehr und sie möchte was anderes machen. Gehen wir in den Garten ist es genauso. "

Das kenne ich von meiner auch und von mir slebst als KInd auch. Einzige Abhilfe: machen lassen. Nichts sagen nicht meckern, einfach machen lassen.

Beispiel: wir fangen was zusammen an. Sie hört auf. Ist ok, sie rennt dann 20mal im Flur hin und her. Aber ich lasse mich NICHT aus der Ruhe bringen. Ich mache einfach weiter, egal was sie als nächstes machen will.

Basteln finde ich furchtbar. Bei uns sind es Brettspiele. Sie hört auf, ich spiele alleine weiter. Sie rennt. Kommt wieder. Macht was anderes. Wenn sie sich danaben setzt und etwas Ruhe ausstrahlt, darf sie wieder mitmachen. Bis ihr wieder was Neues einfällt.

Oder wie heute: ich lege mich ins Kinderzimmer und stelle mich lesend (geht nicht wirklich, weil sie zu unruhig neben mir ist). Da ich aber selbst was langweiliges mache, lässt sie mich und fängt an, sich selbst was zu suchen. Das dauert oft 2-3 Stunden, aber dann (ohne Eingreifen), spielt sie plötzlich ganz leise vor sich hin.
Erst wenn das zu langweilig geworden ist, gehen wir raus oder machen was anderes. Dann ist sie entspannt und bereit dafür.

Vor allem unter der Woche braucht sie so lange, bis sie die Erlebnisse vom Kindergarten rausgeschleudert hat. Sonntags hat sie ja genug Zeit dafür bis ich auch aufstehe.