Ich sitze in der Falle, was kann ich tun?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von sfrj 10.04.11 - 21:48 Uhr

Ich sitze in der Falle – kann mir jemand einen Rat geben (lang)

Ich weiß nicht wie ich die Geschichte abkürzen soll, versuchs mal mit den Fakten:

- wir sind 12 Jahre verheiratet, 2 Kinder (10+7). Ich arbeite Vollzeit (mittleres Gehalt), mein Mann auf 400 Euro Basis und noch ein bisschen nebenher (auf Rechnung).

Seit der Geburt des ersten Kindes ist diese Beziehung eigentlich am Ende. Ich habe mich damals mit vielem allein gelassen gefühlt (er war zuhause mit dem Kind, das war so ausgemacht, weil ich einen Job hatte und er nicht – ums Kind hat er sich gekümmert, um sonst nix). Steuerklärung, Einkauf, Auto, Organisatorisches, Haushalt, Urlaubsgestaltung – alles mein Part – und nicht zu vergessen dass ich mit in meiner freien Zeit ja auch ums Kind gekümmert hab – sprich jede Vorsorgeuntersuchung, Kindergartensuche etc. Diese Zeit trag ich ihm heut noch nach.

Beim 2. Kind wurde es dann etwas besser, aber als Paar sind wir nicht zusammengekommen. Sein Thema: die Kinder, mein Thema: die Kinder und die Arbeit. Nie konnte irgendwas normal laufen, ich weiß nicht ob wir in der Zeit ein mal normal als Familie in Urlaub gefahren sind, weil es immer Zoff gab. Ich empfand ihn immer mehr als besserwisserischen Klugscheißer der in der Theorie immer alles weiß und in der Praxis nur wenig bringt.

Mittlerweile leiden alle unter der Situation, weil bei uns eigentlich kein normales Gespräch mehr möglich ist, es erschöpft sich alles in langatmige Diskutierterei, auch mit den Kindern. Mittlerweile denke ich ernsthaft an Trennung, aber und das ist mein Problem ich weiß nicht ob die Lage sich dadurch bessert oder noch schlimmer wird.

Fakt ist, dass die Kinder unter einer Trennung sehr leiden würden. Fakt 2: wir können keine zwei Haushalte finanzieren. Fakt 3: was tun mit den Kindern? Ich denke nicht dass ich sie automatisch bekäme, weiß auch nicht zu wem sie wollten. Wenn ich meine volle Stelle behalte, habe ich aber ein echtes Betreuungsproblem. Finanziell stehen wir beide bei einer Trennung noch beschissener da als vorher (ist jetzt schon bescheiden). Wenn die Kinder beim Vater bleiben, weil er sich besser um sie kümmern kann – ich weiß nicht ob gerade mein Sohn, der viel mit seinem Vater Krach hat, bei ihm wirklich gut aufgehoben ist? Die Kinder trennen scheint mir auch grausam.

Was soll ich tun? Für Eheberatung etc. Hat der Herr keinen Bedarf, weiß ja immer alles besser und die Therapeuten sollen sich an die eigene Nase fassen. Ich weiß nur dass ich so nicht weiterleben will, das hat kein Mensch verdient. Was würdet Ihr tun?


Beitrag von gh1954 10.04.11 - 22:10 Uhr

Glaubst du nicht, dass die Kinder jetzt auch leiden?

>>>Mittlerweile leiden alle unter der Situation, weil bei uns eigentlich kein normales Gespräch mehr möglich ist, es erschöpft sich alles in langatmige Diskutierterei, auch mit den Kindern. <<<

Deine Kinder sind nicht mehr so klein, dass sie rund um die Uhr betreut werden müssten.
Die meisten Grundschulen bieten mittlerweile über-Mittag-Betreuung an.

>>>ich weiß nicht ob die Lage sich dadurch bessert oder noch schlimmer wird.<<<
Solange du den Gedanken hast, ist dein Leidensdruck noch nicht groß genug.

Für die Kinder ist es sicher besser, wenn ihr als Paar auseinanderkommt.

Beitrag von asimbonanga 10.04.11 - 23:54 Uhr

Hallo,
so ganz wird nicht klar was du willst.
Wenn du deine Ehe retten willst, kannst du notfalls auch erst mal alleine zur Familienberatung gehen.Dein Mann bekommt vielleicht den Eindruck ,das es dir ernst ist und zieht mit.
Falls du mit der Ehe abgeschlossen hast, würde ich zunächst eine Ganztagsbetreuung für die Kinder organisieren.Dann würde ich mir Unterlagen beschaffen über die Einkünfte deines Mannes , damit du nicht zu Unterhaltszahlungen herangezogen wirst.
Allerdings sollte dir schon klar sein , wo deine Kinder besser aufgehoben sind.
Warum kannst du nicht in der Wohnung bleiben und dein Mann sucht sich ein Zimmer?
Wo bzw. bei wem wollen denn die Kinder leben?Kannst du dir vorstellen auszuziehen und die Kinder bei deinem Mann zu lassen?
Es ist nicht zu erkennen, wie du dir dein Leben vorstellst.

L.G.

Beitrag von sfrj 11.04.11 - 09:35 Uhr

Hallo,

das ist ja mein Problem - mir vorzustellen wie mein oder unser Leben aussehen soll, damit es besser wird.

Ich habe schon in alle Richtungen gedacht, sehe aber für keinen so eine konkrete Verbesserung. Außer dass sich die Situation entzerren würde, wenn wir uns nicht dauernd anfeinden.

Wenn ich mir dann aber vorstelle, wir haben gemensames Sorgerecht, gehts doch als grad so weiter - alles muss ausdiskutiert werden. Ich habe vor Jahren schon gesagt dass ich zu ner Beratung will, aber da hieß es immer, ich sei das Problem. Komisch nur dass er immer mit allen anderen Probleme hat, außer mit sich selbst...

An sich denke ich ist er ein guter Vater, aber er kann im Prinzip nur eine Sache auf einmal: sich um die Kinder kümmern oder arbeiten. Wenn ich ausziehe kann er die Wohnung nicht halten, selbst wenn ich Unterhalt zahlen müsste.

Beitrag von peppina79 11.04.11 - 09:10 Uhr

Ich glaub du bist einfach nur erschöpft. Meine Nachbarin ist genauso. Tagsüber arbeitet sie Vollzeit 10 Stunden, abends macht sie die Kinder und den Haushalt, weil er die ja den Tag betreut hat (lach..jaja...sonst hat er nix geschafft??).
Die ist körperlich am Ende sag ich dir.

Verteil deine Arbeiten zu Hause besser, wenn deine Kinder schon so groß sind, dürfen sie durchaus auch etwas mehr im haushalt helfen. Sag Deinem Mann er soll Dich mehr entlasten, aber lasst den Hauhalt auch mal einen Tag liegen, die Kids sind doch viel wichtiger als der Geschirrspüler.

Und macht einfach mal was ohne die Kids. Ein ganzes Wochenende (ER soll bestimmen wo es hingeht, dann mosert er nicht an der Idee herum).

Versuch mal nicht an ihm herumzunörgeln, hör ihm auch mal zu, vielleicht fühlt er sich von dir generell unterdrückt, immerhin bist du die Verdienerin, das macht manche Männer echt fertig.

Ich würd nicht immer gleich mit Trennung machen, ich denke ihr habt Probleme die durchaus in den Griff zu kriegen sind, wenn Du Dich zusammenreisst und nicht versuchst, alles perfekt hinzukriegen. :-))

Beitrag von sfrj 11.04.11 - 09:42 Uhr

Hallo,

dank dir für deine Tipps. Wir sind aber mittlerweile so weit dass da gar kein Wunsch ist, etwas zu machen gemeinsam.

Er hat ja auch gar keine Interessen außerhalb der Kids. Ich hab dann ne Zeitlang angefangen, mehr was für mich zu tun (Sport, weggehen) aber sobald ich zur Tür reinkomme ist halt diese schlechte Stimmung wieder da. Oder ich komm nachhause und er hat sich mit dem Großen gefetzt - da wird nur das Nötigste gesprochen.

Selbst an meinem Geburtstag (zu dem ich natürlich keine Blumen oder ähnlich bekommen habe, nur ein Geschenk, dass ich mir vorher selbst ausgesucht habe) haben sich Vater und Sohn wegen dem typischen morgendlichen Scheißdreck (Ranzen packen, Zähne putzen etc.) so in die Wolle gekriegt, dass mit idyllisch am Tisch sitzen nix mehr war. Und sie stehen sich in nichts nach, was dieses Verhalten anbelangt. Meine Tochter tut mir auch so leid, sie hat am wenigsten mit diesem ganzen Scheiß zu tun und muss es trotzdem mit ausbaden.

Ich denke dass wir uns in unserer Beziehung sehr im Kreis drehen und so automatische Muster haben die einfach schlecht sind, nur mittlerweile denke ich für mich, dass ich es nicht verdienst habe, mit jemand zusammenzuleben, der mich immer nur rund macht (mit welchem Recht denn eigentlich) aber vielleicht sehe ich mittlerweile nur noch rot, sobald er seinen Mund aufmacht.

Beitrag von auch lieber in schwarz... 11.04.11 - 15:49 Uhr

Hallo,

ich kenne Deine Situation... ganz ehrlich...

Mein Noch-Ex-Was-weiß-ich ist auch zu Hause bei den Kindern - aber nur, weil ICH keinen Bock auf Hartz IV mehr hatte... *nerv*

Kann es evtl. sein, dass Dein Mann einfach nicht mit Eurer Rollenverteilung klar kommt? (ist bei uns EINER der Auslöser)

Aber, Du schreibst schon, dass kein Interesse mehr an gemeinsamen Aktivitäten etc. besteht... Du scheinst ja offensichtlich die Trennung zu wollen...

Ich stecke in einer ähnlichen - oder fast der selben Situation... Aber, sei mal ehrlich zu Dir selbst. Du bist unzufrieden - und das schon lange - warum änderst Du nix?

Soll ich Dir sagen, wie sich das für mich liest??? Du versteckst Dich (genau wie ich) hinter den Kindern ;-) Und außerdem denkst Du, dass er sich keinen eigenen Hausstand leisten kann... aber, mal ehrlich? Wenn es Dir so schlecht geht in der ganzen Situation - dann solltest Du einfach mal egoistisch sein und an Dich und die Kinder denken - nicht daran, wie es ihm dabei/danach gehen könnte....

Zu einer Beratungsstelle kann man im übrigen auch alleine gehen - und sich auch Hilfe/Beratung für eine Trennung holen.

Ich wünsche Dir alles Liebe!

Beitrag von sfrj 11.04.11 - 22:30 Uhr

Hallo,

ja den Rollentausch würd ich gerne zurücknehmen. Ich hab das damals unterschätzt, fand mich voll pragmatisch. Wär er damals nicht zu hause geblieben, gäbs wohl keine Kinder (nicht dass ich so karrieregeil wäre, sondern die finanzen hätten es nicht hergegeben).

Aber letzten endes frag ich mich oft was nicht mit mir stimmt, dass ich als patente, studierte Frau (und damals mit 20kg weniger auch nicht unattraktiv) keinen normalen Mann ausgesucht hab - so bitter sich das jetzt anört.

Beitrag von peppina79 12.04.11 - 17:06 Uhr

Ich denke auch dass sich da bei dir so eine unzufriedenheit breit gemacht hat. 20kg nimmt man ja auch nicht von alleine zu *g*.

Vielleicht solltest Du ihn erstmal links liegen lassen und zusehen dass du selber zufrieden bist.

Ich würd auch mehr verdienen als mein Mann, aber zur Zeit bin ich auch zu Hause wegen der Kids (noch zu klein). Ich hab auch studiert, das ist aber nicht der Grund für deine Unzufriedenheit oder??

Dass Vater und Sohn sich fetzen ist ja realtiv normal. So wie du schreibst, hast du schon resigniert, es ist bedauerlich dass es so weit schon gekommen ist, aber eine Trennung will wohl überlegt sein und ich meine das weniger wegen der Scheidung oder dem Stress der daraus entsteht. Irgendwann wirst du deinen Mann ja mal geliebt haben...