Hallo,
ich habe eine etwas außergewöhnliche Frage - zumindest bin ich im Netz nicht fündig geworden.
Das ich bereits einmal verheiratet war und ich den "Erwartungsdruck" von sehr unangenehm empfungen habe, würde ich zwar gerne erneut heiraten (klärt doch gewisse Dinge einfacher als alles separat notariell zu vereinbaren - z.B. Besuche auf der Intensivstation und hat vor allem finanzielle Auswirklungen, hier unter dem Aspekt das Kinder kommen sollen).
Jedenfalls würden wir gerne heimlich heiraten und auch heimlich verheiratet bleiben - zumindest mal für eine ziemlich lange Zeit.
Problem ist das rechtliche:
WEM MÜSSEN wir es erzählen. Muss der Arbeitgeber das wissen? Wir arbeiten beide in einem goßen Konzern, d.h. die Abrechnungsabteilung ist separat und weit weg - die würde es über die Steuerklasse merken. Auf den Sonderurlaub für Hochzeit würden wir verzichten. Sonst wäre die Info noch bei betriebsbedingten Kündigungen wichtig - das wär aber unser Pech (ist eher unwahrscheinlich).
Wenn wir es mitteilen müssen, gibt es die Möglichkeit eine Personalakte auf Einsicht sperren zu lassen, so dass diese Info nur EIN Personalmitarbeiter kennt?
Finanzamt wird erfahren - macht aber nix, kennen uns bzw. unsere Freunde/Familie ja nicht.
Wo könnte es noch auffliegen?
Danke für euren Rat!
PS: Als Erklärungsversuch zum Hintergrund:
Anfangs fand ich es toll immer als "Frau von" behandelt zu werden, aber irgendwann hat es mich nur noch genervt und "eingesperrt". Komischer weise ist es als "nur" Paar doch etwas entspannter. Und vor allem bei einer Trennung. Obwohl die Scheidungsquote dies nicht erahnen lässt: teilweise wird man fast aussätzig behandelt. Muss man nicht verstehen, kann man aber vielleicht....
Heimlich verheiratet sein - möglich??
Sie befinden sich im Archiv des urbia-Diskussionsforums.
Hier geht es zur vollständigen Version dieser Seite. Dort können Sie auch aktiv am Diskussionsgeschehen teilnehmen.
Beitrag von ika85 - 10.04.11 - 22:37 Uhr
Beitrag von gh1954 - 10.04.11 - 23:47 Uhr
Wie albern ist das denn?
Dein "Erklärungsversuch" nicht minder.
Beitrag von bi_di - 11.04.11 - 05:00 Uhr
>>Anfangs fand ich es toll immer als "Frau von" behandelt zu werden, aber
irgendwann hat es mich nur noch genervt und "eingesperrt". Komischer weise ist es als "nur" Paar doch etwas entspannter. <<
Ich vermute, das liegt eher an der Beziehung und dem Selbstverständnis das die Partner in ihr haben. Ich zumindest sehe keinen Unterschied zwischen 'Frau von' und 'Freundin von'. Wenn Du nicht mehr bist, nämlich 'Ika', hast Du so oder so ein Problem.
Es inicht jedem erzählen ist eine Sache, allerdings müsstest Du in vielen Fällen bewusst lügen. Der Familienstand wird ja oft genug abgefragt.
Und ja, Dein AG wird über die Lohnsteuerklasse erfahren und nein, ich denke nicht, das Du die Personalakte gegen Einsicht sperren darfst. Dein Chef wird in jedem Fall Einsicht haben. Und das Risiko, das er Dir vor versammelter Mannschaft fröhlich auf die Schulter haut: 'Mensch, Frau Ika, wieso haben sie denn nicht gesagt, das sie geheiratet haben! Herzlichen Glückwunsch!' ist nicht zu unterschätzen.
Und als Kollegin, der Du immer erzählt hast, Du seist NICHT verheiratet, wäre ich ein klein wenig ärgerlich. Ich mag nämlich nicht angelogen werden.
Grüsse
BiDi
Beitrag von ika85 - 12.04.11 - 20:30 Uhr
Hallo BiDi,
ich weiß nicht, ob du verheiratet bis oder warst. Mein "Erklärungsversuch" war vielleicht auch nicht allumfassend oder besonders gut erklärt, ist aber für die eigentliche Frage - wo hier Hürden liegen könnten - auch nicht wirklich wichtig.
In meinem Empfinden hat es schon einen Unterschied gemacht. Nicht dass ich mich nicht mehr als eigenständige Persönlichkeit gesehen hätte (so schlimm ist es um mich dann doch nicht bestellt).
Ich kann es leider nicht besser Beschreiben. Vielleicht einige Beispiele:
Wenn ein Paar im Freundeskreis geheiratet hat, kam gleich die Frage: "Wann ist es denn bei euch so weit?" Als wir dann geheiratet hatten, waren die Ansprachen: "Willkommen im Club" oder eben meine allerliebste Frage: "Und wann kommen die Kinder?"
Ich habe geheiratet, weil ich meinen Mann geliebt habe. Ich habe weder einem Club-Beitritt zugestimmt, noch stand irgendwo, dass ich mit diesem Schritt einfach jedem (!) gestattet hatte, persönlich zu werden.
Nach meiner Scheidung bin ich ja auch nicht zu verheirateten Freunden gerannt und habe gefragt: "Wann ist es denn bei euch so weit?" Oder die selbe Frage an einen Single, wenn man selber frisch verliebt ist?!...
Ich müsste im Prinzip nicht heiraten, vieles lässt sich mit entsprechendem Aufwand auch notariell regeln, aber eben komplizierter und eben nicht alles (z.B. wissen viele Paare auch gar nicht wirklich, welche Verpflichtungen sie mit der Eheschließung eingehen).
Dies ist eine überwiegend finanzielle und auch rechtliche Überlegung, die auch weniger uns betrifft, als unsere Nachkommen. Ein gutes Beispiel ist hier z.B. der Erbschaftssteuerfreibetrag, Witwen-/Witwerrente. Alles klein Thema, wenn wir erst mit 90 ins Gras beißen. Bis dahin haben unsere Kinder die Grundlage ihr Leben selbst zu bestreiten, aber Todefälle sollen ja auch in jüngeren Jahren eintreten können....
Ich empfinde eine Ehe halt als etwas sehr intimes, was ich nicht mit anderen teilen möchte und frage mich, ob das hinzubringen ist.
Zum letzten Satz wäre es durchaus moralisch zu diskutieren, ob etwas nicht sagen auch eine Lüge ist.
Ich laufe ja jetzt auch nicht durch die Gegend und erzähle, dass ich nicht verheiratet bin - warum sollte ich es andersherum machen?
Ich danke dir - sellvertretend für viele andere Antworten - für deine Ansicht und nehme sie als Denkanstoß.
Grüße Ika
Beitrag von 071278 - 11.04.11 - 06:13 Uhr
Guten Morgen,
genau das haben wir auch überlegt. Eigentlich wollten wir wenn, dann richtig heiraten. Das kostet aber auch richtig! Nun hat sich die Situation aber geändert. Schwanger, Elterngeld wäre bei Steuerklasse 3 natürlich ganz paar € mehr! Und man hätte das Problem Ämterwirrwar nicht ganz so arg. Vaterschaft anerkennen, etc.
Wir haben die Möglichkeit verworfen. Schon allein, weil es sich über die Zeit um ca, 100 € mehr Elterngeld im Monat handeln würde. Das ist es uns dann doch nicht wert. Wir heiraten, ja irgendwann und dann wie geplant - richtig.
Zuerst muss nun ein Babyzimmer eingerichtet werden etc. Das geht vor!
Beitrag von rosaundblau - 11.04.11 - 06:50 Uhr
Guten Morgen!
Wer soll es denn NICHT erfahren? Freunde, Familie, Kollegen, Vermieter, Nachbarn also Euer soziales Umfeld?
Ihr heiratet, jeder behält seine Familiennamen, ihr haltet dicht und gut is.
Der AG bekommt es nur durch die Steuerklasse mit, die interessiert direkte Vorgesetzte jedoch nicht sondern nur die Personalabteilung/Lohnbuchhaltung.
Ich werde nicht laufend nach meinem Familienstand gefragt, daher glaube ich das kann eine ganze Weile gut durchgezogen werden.
vg rosaundblau
Beitrag von lucky.luke.1946 - 11.04.11 - 07:19 Uhr
So einen Zwiespalt würde ich mir nicht geben.
Warum wollt ihr überhaupt heiraten?
Dann heiratet eben erst dann, wenn ihr kein Geheimnis mehr daraus machen wollt.
Beitrag von litalia - 11.04.11 - 08:16 Uhr
ich halte es für kindergarten 
entweder man steht zu seiner ehe, zu seinen entscheidungen, zu seiner lebensweise ODER man lässt es bleiben 
was andere leute sagen kann dir doch schnuppe sein.
und ob du als "frau von..." oder "freundin von..." betitelt wirst ist doch egal?
mich bezeichnet übrigens selten jemand als "frau von..." ich bin nämlich ein eigenständiger mensch mit eigenen namen 
ich verstehe übrigens nicht von welchem erwartungsdruck du sprichst? wer erwartet denn etwas wenn du verheiratet bist?
Beitrag von strandschoenheit - 11.04.11 - 08:19 Uhr
Hallo,
ich habe das Gefühl, dass du die Sache größer machst als sie ist. Bekannte von mir haben heimlich geheiratet und es irgendwann mal mit einem "ach übrigens" erzählt. Hätten die nix gesagt, hätte ich auch nix gewusst.
Deine Personalakte sperren lassen zu wollen, scheint mir eine etwas große Welle für ein vergleichsweise kleines Problem zu sein.
LG,
Trulli
P.S.: Wenn du eine derart starke mentale Blockade beim Thema heiraten hast, würde ich mir die Sache noch mal gut überlegen. Auch eine geheime Ehe wird Dinge mit dir machen.
Beitrag von maischnuppe - 11.04.11 - 09:13 Uhr
Ich bin trotz Trauschein ICH und nicht einfach nur die Frau von meinem Mann.
Deine Erklärung erschliesst sich mir in keinster Weise
muss sie aber auch nicht....
Beitrag von blahblah - 11.04.11 - 09:15 Uhr
Zum Glück sind die Zeiten vorbei wo man als Frau Otto Meier vorgestellt wurde.
Heiratet und macht kein großes Gewese darum. Ihr brauchts ja nicht an die große Glocke zu hängen.
Ich glaub meinen Chef hat es damals kaum gestört, Interessiert ob ich nun ledig oder verh. war. Da hätt er wohl auch viel zu tun...
LG
die
Beitrag von turboprinzessin22 - 11.04.11 - 09:23 Uhr
Einfach dem Chef in einem pers. Gespräch erzählen, das ihr geheiratet habt, aber es nicht an die große Glocke hängen, geht nicht?
Ich kann deine Meinung nachvollziehen. Geht mir ähnlich.
Aber wenn es doch mal per Zufall rauskommt, könntest du deine engen Verwandten und Freunde damit ganz schön verärgern.. zu Recht irgendwie..
Wir machen es wahrscheinlich so,.. Wir geben schon jeden Bescheid, dass wir heiraten, machen aber kein Fest etc..
Einfach nur schnell heiraten und fertig =) Und wenn das Geld später besser stimmt, wird ein schönes Fest mit allen Verwandten gefeiert =)
WEnn du aber in einem großen Konzern arbeitest, kommt das doch gar nicht bei deinem Vorgesetzten an, oder?
Beitrag von sassi31 - 11.04.11 - 14:30 Uhr
Hallo,
bis zu einem gewissen Punkt geht das sicher.
Der AG erfährt es automatisch durch die geänderten Steuerklassen. Damit haben sie dann auch die wichtigen Infos falls betriebsbedingte Kündigungen anstehen. Aber ob deine Vorgesetzten wirklich den Mund halten und nicht vor den versammelten Kollegen gratulieren, kann dir keiner sagen. Und wer Zugriff auf deine Personalakte hat, wirst du wohl nicht einschränken können.
Gruß
Sassi
Beitrag von woodgo - 11.04.11 - 16:05 Uhr
Nö...dann kann man es auch lassen
Beitrag von kati543 - 11.04.11 - 22:33 Uhr
Ja, das ist möglich. Allerdings ist es sehr schwierig und es ist ein riesengroßes, schwerwiegendes Geheimnis. Irgendwann wird es auffliegen und die Personen, die es nicht wußten, werden sehr betroffen reagieren. Meine Freundin hat vor 6 Jahren geheiratet und sich vor 2 Jahren wieder scheiden lassen. Ihr gesamtes Umfeld weiß bis heute nichts davon und sie kann nur hoffen, dass es so bleibt. Kinder gibt es aus dieser Beziehung zum Glück nicht. Die Ehe war damals geheim wegen Verfeindungen der Familien, religiösen Ansichten, die nicht zueinander passten,...unüberwindbare Hindernisse eben. Letztendlich ist die Ehe auch genau deswegen gescheitert.
Es gibt Menschen, die von der Eheschließung erfahren MÜSSEN. Aber die sind an Datenschutz bzw. ein Beichtgeheimnis, Schweigegelübde gebunden. Meinee Freundin hatte diese Leute auch extra nochmal daran erinnert. Du solltest dir auch garnz klar überlegen, wem ihr das in Zukunft sagen wollt und wann ihr euer Geheimnis unter welchen Bedingungen offen legen wollt.
