Gerecht?

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von a11ure 11.04.11 - 09:17 Uhr

Gleiche Rechte / gleiche Pflichten? In vielen Diskussionen geht es immer wieder darum, dass die KVs vieles ungerecht finden, nach einer einer Trennung - Stichworte wären Kindesunterhalt, Betreuungsunterhalt, Umgang, Sorgerecht...

Mich würde interessieren, wie die ae KM's (bei denen die Kinder nach Trennung überwiegend leben) ihre Situation beurteilen? Was seht Ihr im Vergleich positiv, was negativ? Was würdet Ihr Euch anders wünschen?

Beitrag von karna.dalilah 11.04.11 - 09:37 Uhr

Nach der Trennung vom Vater meines Strolches gab und gibt es sporadisch E-Mail Kontakte und 1-2x im Jahr ein Päckchen.
Unterhalt zahlt er keinen.. er ist auch nicht interessiert daran, dieser Pflicht nachzukommen.
Einmal hat er den Umgang einfordern wollen, damit ist er nur offene Türen eingerannt. Das habe ich dem RA mitgeteilt und seitdem kam auch keine Einforderung seiner Rechte.
Wenn er nach dem Kind fragt bekommt er eine Antwort. Wenn nicht kommt keine Mail.
Wenn er das Kind sehen will, muss er es organisieren und anfänglich nur im Beisein einer dem Kind vertrauten Person.
Das Sorgerecht hat er aus guten Gründen nicht.

Anfänglich konnte ich sein Verhalten nicht akzeptieren.
Mittlerweile ist es ok für uns. In gewisser Weise hat er ihn so in einem festen Familiengefüge aufwachsen lassen, dass nicht durch ihn mit seinen Problemen gestört wurde.
Er hat sich gelegentlich in Erinnerung gebracht.
Für den Zwerg gibt es2 Papa´s einen der in xx wohnt und von dem er abstammt und einen bei dem er wohnt.

Wünschen würde ich mir, dass er seiner Unterhaltspflicht nachkommt.
E-Mails auch an seinen Sohn richtet und nicht ausschließlich an mich persönlich.

Karna

Beitrag von a11ure 11.04.11 - 10:26 Uhr

Das klingt ja ganz nach einem Traumpapa. Wenigstens liegen nicht nur alle Pflichten, sondern auch die Rechte bei Dir.

Schade für den Kleinen, aber wie Du schon schreibst - wenigstens eine Form von Stabilität.

Beitrag von karna.dalilah 11.04.11 - 15:17 Uhr

Traumpapa?#rofl

eigentlich verdanken wir die Stabilität seiner Trägheit, Faulheit und seinem Unvermögen sein Leben auf die reihe zu bekommen.

Wir machen nur das Beste für uns alle daraus.
Ich habe erkannt das ich ihn nicht nach meinen Vorstellungen erziehen muss(wie er das Verhältnis zu seinem Kind pflegen sollte usw)
Er ist nur seinem Sohn rechenschaftspflichtig.
Ich vertraue meinem Kind das es zu gegebener Zeit erkennt, dass sein Vater sich aus jeglicher Verantwortung ihm gegenüber entzogen hat.

Auch so, was könnte mir der Vater nehmen?
Die Liebe meines Kindes zu mir?
Ich habe MEINEN Platz im Herzen meines Kindes und mein Mann seinen und der leibl. Vater seinen Platz...
Im Grunde kann ich nicht verlieren, sofern der KV nicht in meine Privatbereiche vordringt. Aber das kann man ja meist von vorn herein unterbinden.

Karna

Beitrag von arvid-2007 11.04.11 - 11:29 Uhr

Hi,

also ich find es schon innerhalb einer bestehenden Partnerschaft schwierig alles wirklich gleichmäßig und gerecht aufzuteilen... Geht ja oft schon aus beruflichen Gründen nicht. Bei Trennung ist es ja teilweise wirklich unmöglich, zumal die Vorstellungen ja wie Du schon schreibst ganz verschieden ausfallen.

Ich fände es gerecht, wenn dass Sorgerecht und somit die Entscheidungen primär bei demjenigen liegen würden bei dem das Kind lebt. Schließlich muß man sich mit den Folgen dieser Entscheidungen auch mehrheitlich alleine rumschlagen. (z.B. Umzug, Krankmeldung oder Schulwahl) Also Mitspracherecht fänd ich ok, aber nicht diesen 100%-Konsenszwang.

Ich fände es toll, wenn das o.g. nicht nötig wäre ... aber in meinem Fall und sicher auch bei vielen anderen existiert das geteilte Sorgerecht nur auf dem Papier. Inzwischen haben wir zwar eine einigermaßen gute Struktur für die Papazeiten zusammengefriemelt, aber so richtig optimal (weil nicht zuverlässig) ist es auch nicht. Und ich verstehe halt unter "Sorge" auch nicht nur lustige Freizeit mit dem Kind zu verbringen...

Ungerecht finde ich nach wie vor, daß es gesellschaftlich mehr toleriert wird das Männer ihre Familie verlassen (ist zumindest mein persönlicher Eindruck). Die ganze Organisation ums Kindeswohl und die entsprechenden "Sorgen" liegen halt bei den verlassenen Müttern, während der KV die Chance hat noch einmal "unbelastet" ganz bei Null anzufangen. Schon eine neue Partnerschaft zu finden ist da ja recht problematisch für die Mütter mit Kindern.

Ungerecht für die Väter ist es aber auch, daß sie halt den Alltag nicht mit ihrem Kind erleben können. Ok, manche interessiert es wohl nicht... Schade für die Kinder.

Ich finde es auch ungerecht, daß andere Personen, die die elterliche Sorge mittragen (z.B. Großeltern oder neue Partner) rechtlich irgendwie scheinbar gar nichts zu sagen haben. Also in meinem Fall könnte ich vom Zeitaufwand sagen, daß meine Eltern bestimmt ein Drittel der Betreuungsarbeit leisten, sie aber kein Sorgerecht haben, obwohl sie sich bestimmt mehr sorgen als der KV.

Andererseits weiß ich auch nicht, wie man nach einer Trennung alleine sofort zu vernünftigen und gerechten Regelungen kommen soll. So fair laufen Trenungen ja nie ab, daß das geht.
Ich würde mir wünschen, daß es im Falle einer Trennung (mit Kindern) sowas wie eine Zwangsverpflichtung zur Familientherapie geben würde. Da könnte man dann sowas regeln und gleichzeitig die Trennung aufarbeiten, damit man nicht soviel Zeit damit verschwendet.

so...nun gabs viel zu lesen - sorry

LG Alex

Beitrag von kruemlschen 11.04.11 - 11:49 Uhr

Hi,

also in Anbetracht dessen, dass mein Exmann Vollpfosten ist, empfinde ich es als Privileg allein erziehend zu sein und verbinde damit für mich persönlich eigentlich nur Vorteile.

Zumindest solange wie keinerlei Kontakt zwischen KV und mir bzw. unserem Sohn besteht.

Denn ich muss um nichts diskutieren und habe in Bezug auf die komplette Erziehung freie Hand.

Darum stört es mich auch ehrlich gesagt nicht massiv dass mein Exmann keinen Unterhalt zahlt.
Lieber habe ich wirklich überhaupt 0 Kontakt!

Wenn ich es allerdings aus Sicht unseres Sohnes betrachte, dann ist es unfair, dass er ohne Vater aufwachsen muss.
Dass er seinen Vater überhaupt nicht kennt, nie mit ihm gespielt hat, er sich nicht an ihn wenden kann wenn er mal ein "Papading" o.ä. hat.
Keine gemeinsamen Aktivitäten, keine "Männerausflüge" etc.pp.

Unfair finde ich, dass mein Exmann jedes Recht hat den Umgang zu seinem Sohn einzufordern. Egal wie viel Zeit vergangen ist, egal ob von vorne rein klar ist, dass es keinen regelmäßigen Umgang geben wird, egal ob er jemals 1 Cent Unterhalt bezahlt hat, egal ob er sich JEMALS nach dem Befinden seines Sohnes erkundigt hat.
Wenn ihm irgendwann einfällt "ach, ich hab ja noch ein Kind" ist er von jetzt auf Gleich nach deutschem Gesetz dazu berechtigt den Papa raushängen zu lassen und wenn dieses Interesse nach 1 Woche wieder abflaut, dann hat das keinerlei Konsequenzen für ihn und auch wenn dann wieder ewig Funkstille ist und ihm dann 3 Jahre später wieder einfällt dass er mal Lust hat sein Kind zu sehen, steht es ihm wieder zu.

Es interessiert niemanden wie es dem Kind damit geht, auch nicht wenn das Kind kein Interesse an einem Kontakt hat, nein da wird dann einfach mal unterstellt das Kind wird von KM oder Umfeld beeinflusst und weiß ja eigentlich gar nicht dass es doch gerne Kontakt zu seinem Erzeuger hat.

Insofern wäre ich dafür die Gesetzeslage soweit zu ändern, dass einem getrennt lebenden Elternteil nur eine 2. Chance gegeben wird, keine 3., 4. oder 100.
Und wer seinen Pflichten nicht nachkommt sollte automatisch auch keinen Anspruch auf Sorgerecht haben.

Gruß K.

Beitrag von a11ure 11.04.11 - 13:27 Uhr

Gerade, was den Punkt Umgang nach langen Sendepausen betrifft, kann ich Dir nur zustimmen. Da bleibt das Kindeswohl dann gerne mal auf der Strecke und die Pflicht zum Umgang vom KV einzuklagen macht ja auch nur in den allerwenigsten Fällen Sinn. Ungerecht vor allem für die Kids.

Beitrag von ppg 11.04.11 - 12:05 Uhr

Wieso machst Du immer wieder neue Posts auf mit theoretischen Abhandlungen über das Leben getrennter Eltern???

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=20&tid=3087404

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=20&tid=3036236

Was bringt Dir das????

Ich würde Dir eine Therapie anraten, die Dir hilft mit Deiner persönlichen Lebenssituation klarzukommen

So long

Ute

Beitrag von a11ure 11.04.11 - 13:21 Uhr

Was das bringt? Austausch mit anderen - war das nicht u.a. Sinn dieses Forums?

zu "theoretischen Abhandlungen" - dürfen hier nur klar abgegrenzte Fragen gestellt werden (z.B. wieviel Geld steht mir von welcher Stelle zu und muß ich Windeln für's Papa-WE mitgeben?")? Und selbst wenn man das tut, wird doch oftmals auch eine abstrakt theoretische Diskussion daraus. Was also genau stört Dich denn an meiner Fragestellung?

Ist die Anzahl der zu eröffnenden Threads limitiert?

Die Anzahl der abzugebenden Posts auch?

Vielen Dank auch für den freundlichen Rat, eine Therapie zu machen - einhergehend mit der Unterstellung, dass ich mit meiner persönlichen Lebenssituation nicht klarkommen würde - ich habe wohl mal wieder einen Deiner schlechten Tage erwischt. Ich nehm's einfach nicht persönlich, wieso auch?


Beitrag von ppg 11.04.11 - 18:40 Uhr

Was das bringt? Austausch mit anderen - war das nicht u.a. Sinn dieses Forums?

Ja wenns denn mal so wäre........................

Ute, die übrigens einen ganz tollen, finanziell extrem erfolgreichen Tag hatte, weswegen ich schon Mittags Feierabend machen könnte und mit dem Hund im Wald war#winke