Tochter möchte nicht mehr alleine spielen

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von dancediamond 11.04.11 - 13:41 Uhr

Hallo zusammen.

Wir haben momentan folgende Situation zuhause:

Unsere kleine Tochter, wir im August vier Jahre, ist momentan sehr schwierig.

Wirklich lange alleine beschätigten konnte sie sich noch nie wirklich, zickig und dickköpfig ist sie auch schon immer gewesen.

Nun hat sich die Situation "verschlimmert".
Seit ihr kleiner Bruder da ist, acht Wochen, kann / will sich nicht mehr alleine spielen bzw. kann sie sich nicht alleine beschäftigen.

Ständig hängt sie uns zwischen den Beinen rum und verbreitet Unruhe.

Man kommt zu nichts mehr, ist nicht mal zwei Minuten ungestört.

Wenn man ihr sagt, sie soll doch spielen legt sie sich einfach ins Bett und schläft oder starrt ins Leere.

Auch ist sie noch frecher und dreister geworden. Es vergeht kein Tag, an dem man nicht schon früh morgens Ärger mit ihr hat.

Nichts kann man ihr Recht machen, Alles weiß sie besser etc.

Wenn etwas nicht nach ihrer Nase geht, kriegt sie sofort Wutanfälle.

Wir erklären ihr ständig, dass ihr Bruder noch zu klein zum Spielen ist und er sehr viel schläft und sie deshalb noch nichts verpassen würde und sie lieber spielen oder etwas anderes machen sollte, da sie nur einmal Kind ist und nur eine Kindheit.

Aber sie lässt sich nicht darauf ein. Beschäftigt man sich mit ihr oder unternimmt etwas was ihr ist alles Bestens und sobald sie wieder etwas alleine machen soll kippt die Stimmung wieder komplett.

Weiterhin geht sie tagsüber in den Kindergarten. Dort benimmt sie sich wohl normal und macht auch viel.

Nur zuhause können wir ihr das nicht bieten, weil man ja noch andere Dinge erledigen muss.

Habt ihr diesbezüglich ähnliche Erfahrungen oder Tipps auf Lager.

Wir möchten auch nicht ständig mit ihr schimpfen sondern versuchen lieber erstmal die Situation zu erklären, jedoch mit unterdurchschnittlichem Erfolg.#gruebel

Beitrag von nudelmaus27 11.04.11 - 13:51 Uhr

Hallo Du!

Erst letztens habe ich es wieder gelesen:

Stell dir mal vor dein Mann bringt von heut auf morgen ne zweite Frau mit und sagt: Hier mein Schatz das ist meine Zweitfrau, sie wohnt ab heute bei uns und du musst sie lieb haben.

Und was meinst du wie würdest du das finden?, genauso findet das dein großes Kind, BESCH...... !

Du wirst dich darauf einstellen können, dass das noch die nächsten Monate so weiter geht. Bei uns fing es im 3. Lebensmonat des Babys an und ging ca. bis zum 9. Lebensmonat (inkl. 2 Monate!! kaum Schlaf nachts weil die Große Terror aufs Übelste gemacht hat).

Du kannst nur deinem großen Kind noch mehr an Zuwendung geben wie vorher und es bei allem mit einbinden. Schimpfen, sie dauernd bitten alleine zu spielen und zeitgleich sich aufs Baby zu "stürzen" ist die ungünstigste Kombi für die Große.

Versetze dich in ihre Situation, sie ist einfach traurig, sie wird "entthront", muss zeigen das sie immer noch wichtig sein will, sie hat Angst vergessen zu werden. Es ist megaschwer für Kinder. Ich habe z. B. in besonders schlimmen Zeiten auch meiner großen Tochter gesagt, wie toll ich finde das sie alles schon so gut kann und das Baby davon noch garnichts bringt und sie es dem Baby bestimmt lernen kann, weil sie es ja so gut bringt.

Es ist echt schwierig aber da müsst ihr als Eltern durch und euren Kindern helfen sich neu zu orientieren.

LG, Nudelmaus

Beitrag von dancediamond 11.04.11 - 13:57 Uhr

Danke für diese schnelle Antwort.

Wir binden die kleine schon überall ein, da wir der Überzeugung sind, einbinden ist besser als ausgrenzen. So kann sie sich um den Kleinen kümmern und lernt ein wenig Verantwortung. Dies finden wir besser als sie auszugrenzen und den Kleinen nicht anfassen zu dürfen.

Na klar verbringen wir auch Zeit mit ihr, aber es geht eben nicht den ganzen Tag und schon garnicht wann sie möchte.

Wir haben ja auch noch ein Leben und müssen den Alltag meistens.

Vermutet haben wir auch schon eine Art Eifersucht. Wichtig ist für uns nur, dass sie nicht depressiv wird oder sich ausgegrenz fühlt.

Sie ist und bleibt unsere kleine Prinzessin.

Vielleicht erwarten wir auch schon zuviel von ihr?

Beitrag von nudelmaus27 11.04.11 - 14:09 Uhr

Klar ist sie eifersüchtig und das ist auch gut so. Sie brauch diese um in dem jetzigen Prozess klarzukommen. Am Anfang war das Baby toll und neu, nun ist es so dass das blöde Baby einfach nie mehr geht und in ein paar Monaten ist das Baby eigentlich doch toll, denn niemand sonst hat so ein Geschwisterkind und man kann sogar damit spielen und zeigen was man alles schon kann und es versuchen zu lernen.

Ihr müsst halt einfach durch als Familie, glaub mir das wird einfach so und depressiv wird sie nicht deshalb. Ist halt schwierig Trotzalter und nun auch noch Baby.

Vergesst nicht, auch sie ist eben NUR ein Kind!

Übrigens unsere Große hat sogar gegen die Babywippe getreten und dem armen Baby ins Gesicht gespuckt #schock. Logisch haben wir das einfach nicht so durchgehen lassen aber später da wird noch so einiges kommen. Bei Bekannten von uns hat der Große dem Kleinen als er reichl. ein Jahr alt war einfach mal eben ein Bein gestellt und ihn damit übel verletzt, nunja Geschwister halt :-p.


Beitrag von rittmeisters 11.04.11 - 14:01 Uhr

Uh ja das kenne ich, das war bei unseren 2 Mäusen auch so unsere Tochter war auch 4 als Ihr Bruder kam, vorher war sie ein Engel und dann war plötzlich alles anders.

Wir haben uns das 4-6 Wochen mit angesehen, und dann entschlossen die Grosse Schwester mit an packen zu lassen, sie durfte die Milchflasche machen, hat beim Pamperswechseln die Tücher angegeben, beim Baden durfte sie dabei sein... etc.pp ausserdem haben wir einen Tag in der Woche eingeführt wo die große Schwester allein zur Oma darf und einen Tag an dem Mama oder Papa oder beide nur etwas mit Ihr Unternommen haben, dann waren wir Schwimmen, im Kino, Eis essen und so weiter....
Dann war der Spuk vorbei.... Heute ist die Große 6 und der kleine 2 und die beiden verstehen sich absolut Super, der kleine darf nun immer mit wenn die Große etwas mit uns unternimmt und auch zu Ihren Oma Tagen darf der kleine Bruder nun mit....


LG Nadine mit Motte (6) und Janni (2)

Beitrag von dancediamond 11.04.11 - 14:05 Uhr

Wie gesagt, wir binden sie sehr viel mit ein.

Anscheinend können wir ihr nicht vermittlen, dass Mama und Papa auch mal ihre "Ruhe" brauchen.

Vielleicht sind wir auch überfordert?

Beitrag von kulo 11.04.11 - 14:14 Uhr

Hört sich für mich echt so an. Das ihr zuviel von ihr erwartet und auch überfordert seid. Das ist genau der Grund warum ich so einen kleinen altersabstand nicht möchte. Also ich finde es klein den Abstand, andere wiedr nicht ich weiß. Aber ist doch so. Vom "großen" Kind wird auf einmal erwartet das Ales hinzunehmen und sich zu kümmern. Finde das schrecklich. Aber Hauptsache zwei Kinder und wenn's geht noch mit geringerem altersabstand . Sorry das ist jetzt nicht so böse gemeint wie es rüberkommt, ich beobachte das jedoch sehr oft und finde es traurig für die größeren Kinder.

Kulo

Beitrag von dancediamond 11.04.11 - 14:19 Uhr

Ok Ok.

Bevor hier jeder seine "Wut" und sein Unverstädnis äußert, beende ich lieber das Thema.

Ihr alle habt uns mit euren Antworten und Anregungen weiter geholfen.

Vielen Dank und bis demnächst.


Beitrag von zahnweh 11.04.11 - 14:32 Uhr

Hallo,

das schaffe ich bei meiner 3,5jährigen auch nicht. Sie ist morgens im Kindergarten und nachmittags braucht sie Mama tanken, ob ich krank bin oder nicht.

Wir machen es überwiegend so, dass ich die Allein-Spielzeiten kurz halte. Also sie spielt während ich koche. Dann essen wir gemeinsam. Dann versuche ich mich auszuruhen (geht nur, wenn ich GAR NICHTS mache oder eben LANGWEILIGES). Sie braucht dann eine gute halbe Stunde, in der sie an mir klettet, Sachen anstellen, sich austobt und dann von sich aus anfängt zu spielen.
Dann wenn sie nach 15-20 Minuten unruhig wird, spielen wir was zusammen. Dann kommt wieder ein Abschnitt Haushalt bei dem sie mithilft. Dann wieder was zusammen machen.

Es ist nicht leicht. Für uns beide nicht. Sie braucht mich als Ausgleich zum Kindergarten (ich frage mich, wie sie das Tag für Tag durchhält ich war nach einer Stunde schon fertig und ausgelaugt bei der Eingewöhnung). Und für mich, weil ich mir hin und wieder Pausen wünsche.

Abends, da ich alleine bin und sie weniger Schlaf braucht als ich, darf sie neben mir sein. Im gleichen Zimmer, direkt neben mir spielen. Aber LEISE. Ich bin dann nur noch passiv da.
Tagsüber ist es ähnlich: sie darf immer in meiner Nähe spielen, auch mal kuscheln kommen und ich bin passiv. Das geeeeeeeeeeht ... wenn ich etwas für sie langweiliges mache. Und wenn diese Zeitabschnitte für sie berechenbar sind (Wecker, genaue Aktivität: "ich mache noch konkret und dann ... mache ich mit dir") und wurden langsam gesteigert. Statt länger machen wir eben kürzere und öfter.

Ach so, seid ich nicht mehr von ihr erwarte, dass ich zur Ruhe kommen kann (nicht erfüllte Erwartungen schlagen sehr aufs Gemüt und stressen noch mehr), freue ich mich über jeden Moment, den ich mal ein Glas Wasser trinken kann. Wenn wir uns ein Stück Schokolade teilen, ich einfach mal tief durchatmen kann.
Das ist nicht viel, aber wenn ich mich drüber freue und diese Momente BEWUSST wahrnehme, tut das schon gut :-)