Hat meine Tochter eine Störung oder ist das "normal" ?

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von mymay 11.04.11 - 15:59 Uhr

Hallo,
ich stelle mich kurz mal vor.
Ich bin 28 Jh.alt und habe eine kleine Tochter (13 Monate).
Ich schreibe hier auf den Mitgliedsnamen meiner Freundin (Ihre Tochter ist fast genauso alt,wir haben uns im Vorbereitungskurs kennengelernt- ich selber habe leider kein Internet Zugriff)

Weiß nicht recht wie ich anfangen soll? Ich schildere einfach mal was ich so merkwürdig an meiner süßen finde:

-sie hat noch nie (nicht mal eine Nacht) durchgeschlafen

-sie wird IMMER mit lauten schreien wach-auch wenn ich neben Ihr liege (ist noch nie freundlich lächelnd oder brabbelnd aufgewacht)

-schlafen ist immer ein Problem,sie lässt sich nicht von anderen Personen ins Bett bringen auch nicht von ihrem Papa :-( nur ich muss bei Ihr bleiben bis sie schläft. (haben schon vieles probiert,schreien lassen,Zeitabstände variiert etc...)

-sie schimpft und schreit fast den ganzen Tag,egal ob ich sie ignoriere oder mit ihr spiele oder ich ihr Abwechslung bieten möchte,dabei macht sie zwischen den schimpf/schreiattacken mehrmals am Tag so komische Zusatzgeräusche (kann ich schlecht beschreiben) wie so eine Art Tick eben....

-sie ißt kaum vom Löffel sie hängt an Ihrer Milch und verweigert oft feste Nahrung (spuckt alles aus und schreit) auch wenn sie allein essen darf-rührt es nicht an und probiert auch nichts unbekanntes

-sie mag es überhaupt nicht wenn sie eingeengt wird z.B. Hochstuhl,Kinderwagen anschnallen oder jemand kommt ihr zu nahe ans Gesicht- dann haut sie!

-das einzige wo sie absolut lieb ist und einfach mal ruhig ist ist in der Badewanne oder draußen (sie muss aber dann allein auf dem Boden rumkrauchen dürfen - nicht im Buggy spazieren!)

Ist das alles normal oder hat sie irgendwas? Die U Untersuchungen waren alle OK, normal gewachsen,zugenommen,altergerecht entwickelt (brabbelt Wörter,krabbeln,fängt jetzt an die ersten Schritte zu machen etc...

Mach mir Gedanken ob sie irgendeine Störung hat!?

Habt Ihr Erfahrungen?

Vielen Dank

Steffi mit Mari

Beitrag von hanni123 11.04.11 - 17:30 Uhr

Huhu,

Bis auf das durchgehende schreien und schimpfen war mein sohn genauso. Er ist jetzt vier und wacht immernoch fast jede Nacht einmal auf. Er hat morgens auch IMMER nach dem Aufwachen geweint, bis er spreche nkonnte, seitdem ruft er nach mir. Er ist generell ein eher ernstes Kind. Wenn er lacht, dann richtig, aber er ist noch nie juchzend und glucksend durch die Gegend gelaufen.
Mit 13 monaten sind keine Kinder gerne eigeengt oder festgeschnallt, denn sie werden ja gerade mobil und entdecken zudem ihren eigenen Willen.

Mein sohn ist motorisch eher durchschnittlich, sprachlich und vom auffassungsvermoegen sehr weit. Er hat aber eine verdauuungsstoerung. Velleicht ist er deswegen so schlecht drauf oder vielleicht ist es umgekehrt, dass der Darm sensibel reagiert.

Wie gesagt, das einzige, wo ich etwas Bedenken hätte, wäre das ganztägige schreien mit seltsamen Geräuschen. Alles andere kenne ich auch.

LG

Hanna

Beitrag von kati543 11.04.11 - 21:57 Uhr

Kinder sind total unterschiedlich. Zu beurteilen, ob das Teil einer Krankheit oder aber völlig normal ist, kann nur ein Arzt - und zumeist da auch nur ein Spezialist.

"-sie hat noch nie (nicht mal eine Nacht) durchgeschlafen"
Normal

"-sie wird IMMER mit lauten schreien wach-auch wenn ich neben Ihr liege (ist noch nie freundlich lächelnd oder brabbelnd aufgewacht)"
Machen viele Babys - kann also auch normal sein.

"-schlafen ist immer ein Problem,sie lässt sich nicht von anderen Personen ins Bett bringen auch nicht von ihrem Papa nur ich muss bei Ihr bleiben bis sie schläft. (haben schon vieles probiert,schreien lassen,Zeitabstände variiert etc...)"
Das nun wiederum müsst ihr ihr beibringen. Viele Sachen muß man Kindern eben lernen. Das sind dann die berüchtigten Phasen, in denen viel geschrieen wird, aber danach klappt alles wie am Schnürrchen. Ihr habt ihr beigebracht: Mama ist fürs "Ins-Bett-Bringen" zuständig. Das müsst ihr nun abgewöhnen. Das ist weder krankhaft noch ein Tick, sondern eine Erziehungssache.

"-sie schimpft und schreit fast den ganzen Tag,egal ob ich sie ignoriere oder mit ihr spiele oder ich ihr Abwechslung bieten möchte,dabei macht sie zwischen den schimpf/schreiattacken mehrmals am Tag so komische Zusatzgeräusche (kann ich schlecht beschreiben) wie so eine Art Tick eben...."
Das ist schwierig zu beurteilen auf die Ferne. Das würde ich auf alle Fälle mal auf Video aufnehmen und dem Kinderarzt zeigen. Ruhig mal mehrere Tage dokumentieren und dann das deutlichste Beispiel dem KiA vorführen. Das kann eben wirklich alles sein.

"-sie ißt kaum vom Löffel sie hängt an Ihrer Milch und verweigert oft feste Nahrung (spuckt alles aus und schreit) auch wenn sie allein essen darf-rührt es nicht an und probiert auch nichts unbekanntes"
Das kann auch alles sein. Von "Sie-ist-noch-nicht-so-weit" bis "Schlecht-erzogen" oder vielleicht Erkrankung. Bei meinem Sohn war/ist es letzteres.

"-sie mag es überhaupt nicht wenn sie eingeengt wird z.B. Hochstuhl,Kinderwagen anschnallen oder jemand kommt ihr zu nahe ans Gesicht- dann haut sie!"
Naja,...wer mag das schon? Meine freiheitsliebenden Söhne freuen sich auch nicht gerade, wenn sie angeschnallt werden. Aber es MUSS sein. Und da werden dann eben die Hände festgehalten und würde von mir ein verdammt ernstes Gesicht sehen und ein deutliches NEIN hören. Anschnallen ist schon mal lebensnotwendig - gerade im Straßenverkehr - dazu Mama hauen...also soviel falsch machen geht nun wirklich nicht.

"-das einzige wo sie absolut lieb ist und einfach mal ruhig ist ist in der Badewanne oder draußen (sie muss aber dann allein auf dem Boden rumkrauchen dürfen - nicht im Buggy spazieren!) "
Na dann ist das eben eine "Belohnung" ;-)

Beitrag von manyatta 12.04.11 - 07:13 Uhr

Hi!

Ich kann mich nur anschließen, es KANN normal sein. Muss es aber nicht. (Das mit dem Schlafen kenn ich gut, meine Kinder haben lange nicht durchgeschlafen. Das Schreien würde mir auch Sorgen machen...)

Wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmen könnte, dann wende dich an den Kinderarzt. Sprich es auf jeden Fall an und lass dich an ein SPZ überweisen. Dort wird man sich deiner Sorgen annehmen und das Verhalten deines Kindes unter die Lupe nehmen.

Was mir einfallen würde, nach dem was du schreibst, wäre eine Wahrnehmunsstörung. Das kann dir aber wie gesagt niemand per Ferndiagnose sagen. Ein Video könnte durchaus helfen, filme es doch mal und nehme es zum Arzt mit.

LG

Beitrag von rienchen77 12.04.11 - 15:29 Uhr

lass dir mal bei einen Spezialisten einen Termin geben...

es ähnelt wie so wei bei einen Kind bei uns in der Praxis das uns vorgestellt worden ist und dieses Kind war ein wenig älter und es wurde da erst das KISS Syndrom gestgestellt...

Beitrag von smile1967 12.04.11 - 20:37 Uhr

Hallo

Wie hast Du denn geboren: Kaiserschnitt? Saugglocke? Zange?
Bei meinem Grossen hat die Nachsorgehebamme mich zu einem Osteopathen geschickt, da Jan auch immer schreiend wach wurde, kaum lächelte und viel weinte. Nach drei Sitzungen hatte ich einen fröhlichen kleinen Sonnenschein zu Hause. Da waren wohl einige Blockaden vorhanden, die ihm Schmerzen bereitet haben. Kommt bei "Saugglockenkindern" wohl häufig vor, da stark am Kopf gezogen wird bei der Geburt.
Mein Zweitgeborener kam per Kaiserschnitt, da wird ja auch am Kopf gezerrt. Bin dann auch mit ihm zum Osteopathen, da er mit 9 Wochen immer noch nicht lächelte und viel weinte, zum Teil sogar im Kinderwagen auf dem Spaziergang. Da hat eine Sitzung gereicht, um ihn zum Sonnenscheinchen mutieren zu lassen - allerdings nicht sofort, hat noch ca. 2-3 Wochen gedauert!

In diesem Sinne: Probiers aus! Nützts nichts, so schadets nichts!

Lieber Gruss aus der Schweiz
Dani mit 2 Jungs

Beitrag von kerscheline 24.04.11 - 11:28 Uhr

Hallo,

meine Tochter war auch so (ist jetzt 11 Jahre und hat sich gut entwickelt).
Ich vermute, dass sie ein Kiss-Syndrom hatte (war leider damals noch nicht so bekannt). Auch mein Sohn war ähnlich schwierig, mit ihm war ich dann bei einem Osteopathen. Er hat(te) noch andere Probleme, aber bei ihm waren die "Beschwerden" anders ausgeprägt (es gibt nämlich zweiFormen von Kiss). Aber beide hatten ähnliche "Ernährungsprobleme". Auch das Einschlaf-und Schreiproblem kenne ich von meiner Tochter. Lass das mal untersuchen (nicht alle Ärzte glauben allerdings daran, du musst jemand Passenden finden).

Alles Gute

Christa